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Veröffentlicht am 04.08.2023

Leider war es nicht wirklich meins

Wie man einen Prinzen tötet
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Marra ist die drittgeborene Tochter eines ärmlichen Königs und traumatisiert durch die härte ihres Lebens. Als dann ihre Schwester, die Ehefrau eines Prinzen, angeblich durch einen Unfall zu Tode kommt ...

Marra ist die drittgeborene Tochter eines ärmlichen Königs und traumatisiert durch die härte ihres Lebens. Als dann ihre Schwester, die Ehefrau eines Prinzen, angeblich durch einen Unfall zu Tode kommt und ihre zweite Schwester deren Platz einnimmt, ahnt sie, dass auch sie bald dieses Schicksal ereilen wird. Marra hat keine Lust ebenfalls durch diesen Mann zu Tode zu kommen und so wenig sie sich auch mit ihrer zweiten Schwester versteht, wünscht sie ihr ebenso wenig den Tod. Marra beschließt, den Prinzen zu töten und so nicht nur sich selbst, sondern auch ihre verbliebenen Schwestern zu retten. Doch – wie tötet man einen Prinzen?


Ich muss vornewegschicken, dass ich leider mit dem Buch so gar nicht warm geworden bin. Vielleicht lag es an mir, vielleicht war es zu sehr High Fantasy für mich, wer weiß, aber meins war es leider nicht.

Die Welt, in der Marra lebt, ist extrem düster. Die Menschen waren vor nicht allzu langer sehr verzweifelt und am Verhungern, was dazu führte, dass sie sogar einander aßen – das K-Wort vermeide ich hier absichtlich, weil ich von einer Leserin meines Blogs weiß, dass sie das triggert. Marra fühlt sich einsam und baut sich deshalb einen Knochenhund – einen Hund aus Knochen, der mit Magie zum Leben erweckt wird, aber kein Fell oder ähnliches hat. Das allein macht einem schon klar: dieses Buch ist anders und vor allem eins: düster!

Im Endeffekt handelt es sich hierbei um ein Anti-Märchen. Die Protagonistin/Prinzessin wartet nicht irgendwo als Jungfer in Nöten darauf, von einem Prinzen gerettet zu werden, sondern macht sich selbst auf eine lange und gefährliche Reise, um ihre Schwester aus den Fängen eines Monsters/Prinzen zu retten, den sie umbringen will.

Ich denke hier ist auch der Kern dessen, was mir Probleme gemacht hat, zu finden: mir war es einfach zu düster. Klar fand ich es toll, dass Marra ihre Schwester (und sich selbst) retten will, aber alles drum herum, das ganze Setting, diese Welt, das war mir zu düster, zu makaber und gruselig.

Meine Lieblinge waren Agnes, das Küken und natürlich der Knochenhund. Vor allem er ist einfach so ein Schatz.


Fazit: Es steckt viel Wichtiges in diesem Buch, so hinterfragt Marra Geschlechterstereotype und macht immer wieder klar, dass sie zwar eine Frau ist, das aber nicht bedeuten muss, dass sie neugeborene Babys mag oder eben einen Prinzen heiraten will.

Doch ich hatte von Anfang an meine Probleme mit dem Buch. Das fing schon mit der Beschreibung der Welt an, die mir einfach zu krass und düster war. Ja, es handelt sich hier um ein düsteres Anti-Märchen, aber manche Beschreibung – auch später im Buch – war mir einfach zu eklig.
Ein weiteres Problem für mich war das Erzähltempo. Es ging so extrem langsam voran, dass ich gedanklich immer wieder abgedriftet bin. Da mich das Buch von Beginn an nicht packen konnte, hat das leider alles nur noch schlimmer gemacht. Dann wieder sprang das Buch ein ganzes Stück in der Handlung voran und ich hatte das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Bei mir kam leider keinerlei Spannung auf.

Es gab immer wieder interessante Elemente und ich mochte vor allem den Knochenhund extrem gern, aber das reichte nicht, um mich zu begeistern.

Ich wurde leider mit dem Buch nicht warm. Obwohl es einige interessante Elemente gab, konnte es mich nicht überzeugen oder fesseln. Von mir bekommt es 2,5 Sterne. Ich denke das Buch ist mehr etwas für begeisterte High Fantasy Leser, als für mich.

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Veröffentlicht am 22.07.2023

Mir fehlte leider der Tiefgang

Heart Play
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Delilah ist Sportreporterin mit Leib und Seele – wie sollte sie auch nicht? Immerhin ist ihr Vater eine Legende und ihr die Begeisterung quasi in die Wiege gelegt. Jetzt endlich hat sie es geschafft und ...

Delilah ist Sportreporterin mit Leib und Seele – wie sollte sie auch nicht? Immerhin ist ihr Vater eine Legende und ihr die Begeisterung quasi in die Wiege gelegt. Jetzt endlich hat sie es geschafft und darf Live aus der Umkleide des örtlichen Football-Teams berichten, obwohl ihr Chef ein sexistisches A… ist! Leider läuft das aber nicht gut, Brody, einer der Spieler hat sie auf dem Kieker und gibt sich die allergrößte Mühe, sie mit seinem kindischen Blödsinn aus dem Konzept zu bringen. Und als wäre das nicht schon nervig genug, wagt er es auch noch sie anzubaggern!


Mir ist Brody am Anfang sehr auf die Nerven gegangen. Er verhält sich wirklich wie ein Kleinkind! Seine Aktionen lassen einen schwanken, ob er einfach ein Blödmann oder doch ein sexistischer Blödmann ist. Dass er Delilah wirklich mag, auf die Idee kommt man lange nicht.
Ich fand das Geplänkel zwischen den beiden ziemlich nervig und ich hätte deswegen fast das Buch vorzeitig abgebrochen. In Brody steckt sehr viel mehr, als er anfangs zeigt und das hat ihn gerettet – bzw. mich doch dazu gebracht, dran zu bleiben.

Trotzdem, man wird lange nicht aus ihm schlau – und als man es endlich wird, droht direkt wieder das Verhängnis.

Später kommt noch ein weiterer Protagonist dazu, Willow. Wer das ist und dergleichen kann ich nicht verraten, nur, dass es einige Kapitel aus ihrer Sicht gibt.

Ich denke das Hauptproblem ist, dass man durch Delilah und ihre Erfahrungen im Beruf noch sensibler auf Brody und seine Aktionen reagiert. Sie muss sich ständig gegen ihre idiotischen Kollegen und ihren Chef behaupten, die von weiblichen Reportern nicht viel halten. Und dann kommt Brody und bringt seine Aktionen und es wirkt denkbar schlecht.
Er selbst hält sich für witzig und wahrscheinlich auch für unwiderstehlich. Es dauert lang, bis er diesen Punkt wirklich erreicht. Zwischendrin mochte ich ihn auch richtig gern und es wurde auch sehr heiß. Aber dann kam die Verwicklung und ich habe ihn nicht mehr wiedererkannt. Ja, es macht Sinn, dass ihn das aus der Bahn wirft und so, aber er geht damit komplett falsch um.

Bald folgt dann eine Reihe Missverständnisse aufeinander und das Buch entwickelt sich in eine Richtung, die ich persönlich nicht besonders mag.

Immer wieder war das Buch auf dem besten Weg, mir richtig gut zu gefallen, aber jedes Mal machte es eine Kehrtwendung. Die emotional tiefgehenden Themen wurden mehrmals angeschnitten, aber immer recht kurz abgehandelt. Es ging eher um die Fakten, weniger um die Folgen für die Protagonisten oder darum, ob und inwiefern das Auswirkungen auf ihr Verhalten hat. Das Buch weicht dem richtigen Tiefgang schlicht aus.


Fazit: Ich fand das Buch nicht schlecht, obwohl ich nach dem Anfang schon fürchtete, dass es nicht meins sein würde, weil mir der männliche Protagonist da sehr auf die Nerven gegangen ist mit seinen blöden Aktionen. Er hat sich aber zwischenzeitlich berappelt, nur um dann wieder abzustürzen.
Insgesamt fehlten mir zu großen Teilen die tiefen Gefühle. Immer wieder dachte ich, jetzt kämen sie, aber dann blieb es doch nur oberflächlich. Zudem hat es sich leider vorhersehbar entwickelt in eine Richtung, die ich persönlich nicht mag.

Ich fand das Buch nicht schlecht, aber mitreißen konnte es mich leider auch nicht. Von mir bekommt es wegen der schönen Stellen zwischendrin ganz knappe 2,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 27.06.2023

Leider hat mich einiges gestört

Die kleine Bucht in Kroatien
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Achtung: Band 8 einer Reihe, aber unabhängig lesbar. Es wird aber von Protagonisten anderer Bände berichtet.

Maddie hat ihr Kunststudium beendet, findet aber keinen Job in ihrem Bereich und ihre Kunst ...

Achtung: Band 8 einer Reihe, aber unabhängig lesbar. Es wird aber von Protagonisten anderer Bände berichtet.

Maddie hat ihr Kunststudium beendet, findet aber keinen Job in ihrem Bereich und ihre Kunst schafft es auch nicht, sie über Wasser zu halten. Da kommt das Angebot ihrer besten Freundin Nina gerade recht: Maddie soll für zwei Wochen auf einer Yacht vor Kroatien Mädchen für alles sein. Job und Urlaub in einem – wie soll Maddie da Nein sagen? Doch obwohl Land und Leute Maddie verzaubern, machen es ihr die Gäste der Yacht nicht gerade leicht. Sie führen sich teilweise schrecklich auf und auch Ninas Bruder, Nick, ist da nicht viel besser – zumindest anfangs. War dieser Job vielleicht letztlich eine furchtbare Idee?


Ich mag diese Reihe extrem gern. Es ist jedes Mal, als würde man beim Lesen selbst Urlaub machen. Ich muss aber ehrlich sagen, dass es mir die Protagonisten in diesem Band alles andere als leicht gemacht haben.

Anfangs, vor Kroatien, war mir Maddie sympathisch. Doch zu Beginn des Tripps ging mir ihre Art Nick gegenüber auf die Nerven. Gut, ich kann verstehen, warum er es sich mit ihr versaut, er verhält sich schon wirklich wie ein totaler Obera…, aber trotzdem kommt Maddie in ihrer Art, ihn in seine Schranken zu weisen, ebenfalls nicht gut weg.
Später bessert sich das und beide holen Sympathiepunkte, aber so richtig warm wurde ich mit ihnen trotzdem nicht mehr.
Die Nebencharaktere sind ein ganz anderer Punkt. Es handelt sich bei den Gästen der Yacht um Mitglieder der High Society, sie sind reich und der Großteil von ihnen hält sich deswegen für etwas Besseres, vor allem Tara, Nicks Freundin und deren Freund-Feindin Cory. Die beiden verhalten sich Maddie gegenüber schrecklich und sehr respektlos. Ein anderer Gast, Simon, scheint Maddie angraben zu wollen, aber will er wirklich sie oder sich nur selbst etwas beweisen?

Kroatien wird sehr schön beschrieben. Man lernt etwas über die Küstenorte, die Kultur und das Essen. Allerdings steht das Drama auf der Yacht im Vordergrund.

Was mich sehr gestört hat, war, dass einem einiges einfach vor die Füße geworfen wurde, ohne Erklärung. Zum Beispiel Nicks Beziehung mit Tara. Er verteidigt ihr Verhalten immer wieder, aber man erfährt nicht, was er an ihr findet. Ganz zu Beginn lernen sie einander ja kennen, aber das war vollkommen ohne Tiefgang. Warum ließ er sich auf eine Beziehung mit ihr ein? Was sieht er in ihr? Warum bleibt er bei ihr? Nichts davon wird behandelt.
Was mich ebenso gestört hat, war das viele Drama. Ja, einiges war notwendig, um die Models als nervige, verzogene Gören darzustellen, aber insgesamt, war es mir einfach zu viel. Und das Drama kurz vor Schluss war mir zu kindisch, klischeehaft und unnötig.


Fazit: Ich mag diese Reihe sehr gern, aber mit diesem Band hatte ich meine Probleme. Mir waren die Protagonisten nicht direkt unsympathisch, aber ich mochte sie nicht so gern, wie manch andere. Auch die Nebencharaktere strapazierten meine Nerven. Was ich schade fand, war, dass Tara so einseitig charakterisiert wurde. Sie war einfach das verzogene, nervige Balg. Ja, es wurde später noch etwas ergänzt, aber das erklärte nicht, was Nick an ihr fand. Warum war er überhaupt mit ihr zusammen? Das wurde komplett ausgelassen, auch in seinen Gedanken.
Trotzdem fand ich das Buch nicht schlecht, es war interessant und die Darstellung und Beschreibung von Kroatien macht Lust auf Urlaub.

Aber das viele Drama war mir insgesamt einfach zu viel. Das stand mehr im Fokus als Kroatien.

Von mir bekommt das Buch ganz knappe 2,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 10.04.2023

Es gab sehr schöne Szenen, aber ich habe einiges an Kritik

The Way We Fall - Edinburgh-Reihe, Band 1 (knisternde New-Adult-Romance mit absolutem Sehnsuchtssetting)
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Achtung: Band 1 einer Reihe, in sich abgeschlossen.

Amelia versucht sich jeden Tag einzureden, dass sie glücklich ist, doch so ganz stimmt das nicht. Sie lebt für ihre Schwester, ist immer für sie da ...

Achtung: Band 1 einer Reihe, in sich abgeschlossen.

Amelia versucht sich jeden Tag einzureden, dass sie glücklich ist, doch so ganz stimmt das nicht. Sie lebt für ihre Schwester, ist immer für sie da und hat ihr eigenes Leben irgendwie vor Jahren auf Eis gelegt und weiß nicht mehr, was sie eigentlich mal wollte oder sich für ihre eigene Zukunft vorstellen könnte.
Jasper hat in seiner Vergangenheit viel durchgemacht und glaubt, nicht gut genug zu sein – egal, worum es geht. Er ist ein erfolgreicher Autor, aber die Dunkelheit seiner Gedanken lässt ihn nicht los. Bis er Amelia kennenlernt, die einerseits für Licht in seinem Leben sorgt und andererseits seine Dunkelheit besser versteht als jeder andere. Doch können zwei Menschen, die so viel Ballast mit sich herumtragen miteinander glücklich werden, oder ziehen sie einander nur noch tiefer in den Abgrund?


Bei diesem Buch bin ich recht zwiegespalten. Einerseits mochte ich die Chemie zwischen Amelia und Jasper immer wieder recht gern, andererseits gab es aber auch Dinge, mit denen ich Probleme hatte.

Amelia hat ihr Leben darauf ausgerichtet, für ihre Schwester Maisie da zu sein, die seit dem Autounfall, den sie als einzige im Wagen überlebte und bei dem ihre Eltern starben, fast gar nicht mehr spricht. Als sie plötzlich damit konfrontiert wird, wie ihre Zukunft aussehen soll, unabhängig von ihrer Schwester, kann Amelia damit nicht umgehen, weil sich diese Frage für sie nie gestellt hatte.
Hier war mir schon einiges zu abrupt. Maisie spricht schon so lange fast gar nicht mehr, warum kommt die Idee, die etwas verändern soll, erst jetzt? Warum kam da noch nie jemand darauf? Ich hätte erwartet, dass Maisie darüber nachdenken würde, vielleicht ein paar Tage, aber sie ist da total spontan, was für mich nicht zu ihr passt. Das geht alles so schnell und abrupt, dass es mich irritiert hat.
Auch die Beziehung zwischen Amelia und Jasper machte immer wieder so abrupte Sprünge. Von jetzt auf gleich wurde ganz plötzlich eine Entscheidung getroffen und sie befanden sich an einem ganz anderen Punkt als zuvor. Mir fehlte da mehrmals der Entscheidungsprozess.

Jasper hat viel durchgemacht und seine Vergangenheit hat dafür gesorgt, dass er sich für nicht gut genug hält. Da tat er mir immer wieder leid. Was mich aber an ihm gestört hat, war seine Art, andere so gründlich von sich zu stoßen – natürlich zu deren Besten. Ich kann verstehen, dass er beim Thema Beziehungen, Liebe und Vertrauen Probleme hat, aber auch er trifft hier abrupte Entscheidungen. Er nimmt sich nicht die Zeit darüber nachzudenken, sondern entscheidet spontan und reißt dann alle Brücken nieder.

Zwischendrin, vor allem im Mittelteil, hatte das Buch seine Längen. Zum Ende hin ging mir vieles zu schnell und wieder zu abrupt. Jaspers Probleme wurden ausführlich behandelt, aber Amelias wurden zur Nebensache, was ich echt schade fand. Ich hätte gern dabei zugesehen, wie sie sich da entwickelt und traut, neue Wege zu erkunden und herauszufinden, was sie eigentlich will.


Fazit: Manche Szenen gefielen mir sehr gut und auch die Protagonisten waren mir nicht unsympathisch, aber ich habe keine richtige Bindung zu ihnen aufgebaut. Ich habe nicht mitgefühlt.
Im Mittelteil plätschert das Buch lange vor sich hin. Die Landschaftsbeschreibungen sind schön und machen Lust auf die Highlands, aber gefühlt ist nicht viel passiert außer ganz viel hin und her.
Immer wieder wurden Dinge wiederholt, die mir dann etwas zu viel wurden und Entscheidungen fielen sehr abrupt und mehrmals auch nicht nachvollziehbar. Mir fehlte da regelmäßig der Entscheidungsprozess, um nachempfinden zu können, warum so entschieden wurde.
Jaspers Probleme geraten immer mehr in den Fokus und Amelias werden darüber gefühlt vergessen.
Dann kam noch ein Trope vor, mit dem ich einfach meine Probleme habe und mir ging dann vieles gegen Ende wieder zu schnell.

Von mir bekommt das Buch 2,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 29.03.2023

Ich hatte wirklich meine Probleme mit dem Buch

Morgen, morgen und wieder morgen
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Als Kinder waren Sadie und Sam beste Freunde, doch eine Enthüllung zerstörte ihre Freundschaft. Jahre später treffen sie in den 90er Jahren zufällig wieder aufeinander reaktivieren ihre Freundschaft und ...

Als Kinder waren Sadie und Sam beste Freunde, doch eine Enthüllung zerstörte ihre Freundschaft. Jahre später treffen sie in den 90er Jahren zufällig wieder aufeinander reaktivieren ihre Freundschaft und werden sogar Geschäftspartner. Die beiden gründen eine Firma, entwickeln gemeinsam Videospiele und leben ihren Traum. Doch es gibt immer wieder Konflikte, die nicht nur ihre berufliche Zukunft gefährden.


Ich fand diesen Einblick in die Welt der Spieleentwicklung der 90er und 2000er Jahre sehr interessant. Ich selbst bin keine Gamerin und kenne nur zwei der genannten Klassiker dem Namen nach, habe sie aber nie gespielt. Muss ich aber auch nicht, um das Buch zu lesen. Die beiden Protagonisten erklären, was sie an den Spielen mögen, was sie an ihren eigenen lieben, wie sie sie entwickeln, welche Bestandteile und Hindernisse es gibt. Diesen Teil mochte ich sehr.

Ich hatte allerdings mit dem Schreibstil meine Probleme. Ich empfand ihn als sehr auf Distanz haltend und kam emotional nicht wirklich an die Protagonisten heran. Ja, sie taten mir ab und an leid, aber ich konnte ihr Verhalten oft nicht wirklich nachvollziehen oder fühlte mich ihnen nahe. Beide neigen zu Extremen. Sam achtet nicht auf sich selbst und wirkt verloren in der normalen Welt. Er will keine körperlichen Beziehungen und zieht sich bei Problemen genauso zurück, wie Sadie das tut. Sie stürzt sich immer wieder in Beziehungen, die ihr nicht guttun, aber man erfährt ganz oft nicht, wie sie sich entwickelt haben. Vieles empfand ich als recht abrupt und abgehackt.

Die Freundschaft zwischen Sadie und Sam ist nicht immer einfach. Beide beschädigen sie mehrmals, sind aber lange bereit (fast) alles für den anderen zu tun. Aber irgendwann werden die Risse im Fundament deutlicher. Sie sind vom Wesen her zu unterschiedlich.

Was mir zudem Probleme bereitet hat, waren die Rückblenden, die immer sehr plötzlich, ohne Vorwarnung einsetzten und genauso plötzlich wieder vorbei waren. Ich empfand das immer wieder als anstrengend, obwohl die Rückblenden an sich sehr informativ waren.


Fazit: Leider war das Buch nicht wirklich meins. Ich fühlte mich von Anfang an auf Distanz gehalten. Die plötzlichen Rückblenden machten mir immer wieder Probleme. Ich fand das Buch insgesamt recht deprimierend, melancholisch und langatmig.

Die Spieleentwicklung fand ich interessant besonders als jemand, der nicht spielt.
Die Dynamik zwischen den Protagonisten empfand ich als schwierig. Einerseits sind sie manchmal beste Freunde und harmonieren super, dann wieder haben sie so viel mit sich selbst zu tun, dass sie den anderen komplett ausschließen und wegstoßen. Ich konnte die Stimmungsschwankungen und plötzlichen Entscheidungen der beiden oft nicht nachvollziehen.

Für mich hat es sich immer wieder gezogen und wenn einer der beiden eine düstere Phase hatte, hat es mich auch runtergezogen.

Aber es hat trotzdem was. Besonders bewegt hat mich allerdings nur ein bestimmter Teil des Buches, in dem es aber um einen Nebencharakter ging.

Von mir bekommt das Buch 2,5 Sterne.

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