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Gisel

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2023

Intensiver Einblick in die Geschichte einer ukrainischen Familie

Rote Sirenen
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Victoria Belim macht sich 2014 auf die Suche nach ihren ukrainischen Wurzeln. Russland hat gerade die Krim annektiert. Victoria wurde in der Ukraine geboren und hat einige Jahre ihres Lebens dort verbracht. ...

Victoria Belim macht sich 2014 auf die Suche nach ihren ukrainischen Wurzeln. Russland hat gerade die Krim annektiert. Victoria wurde in der Ukraine geboren und hat einige Jahre ihres Lebens dort verbracht. Es ist unter anderem der Name ihres Urgroßonkels Nikodem, der die Richtung ihrer Suche bestimmt, denn bisher hat sie nichts über ihn erfahren. Er verschwand in den 1930er Jahren ohne eine Spur zu hinterlassen, und alles, was mit ihm zusammenhängt, ist in der Familie mit einem Tabu belegt. Victorias Großmutter Valentina will ihr verbieten, Nachforschungen zu stellen. Doch Victoria ist fest entschlossen, Nikodems Geschichte zu entschlüsseln, und reist dafür zum Haus mit den roten Sirenen, dem früheren Hauptquartier des sowjetischen Geheimdienstes.

Es ist eine spannende Spurensuche, auf die Victoria sich begibt, denn sie merkt, wie sehr die Vergangenheit ihrer Familie ihr eigenes Leben mitbestimmt. Das Buch beruht auf der eigenen Geschichte der Autorin und Journalistin Victoria Belim. Durch ihre Erzählungen erhält der Leser einen besonderen Einblick in die Geschichte der Ukraine mit all den Umbrüchen, die das Land geprägt haben. Nicht immer sind die Erzählungen der Autorin chronologisch geordnet, das ergibt sich jedoch aus ihrer Spurensuche und den Erkenntnissen, die sie daraus gewinnt.

Dieser intensive Einblick in Victoria Belims Familiengeschichte lässt ein besonderes Bild der Ukraine entstehen, wie wir in unserer westlichen Welt kaum Gelegenheit zu erleben hatten. Sehr gerne empfehle ich dieses Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 14.04.2023

Guter Auftakt eines spannenden Fantasy-Epos

Stealing Infinity
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Natasha Clarke hat nur einen Freund an ihrer Highschool und seit kurzem eine Freundin. Diese lädt sie ein zu einem mysteriösen Club, wo Natasha ihren eigenen Grabstein entdeckt. Dann schwinden ihr die ...

Natasha Clarke hat nur einen Freund an ihrer Highschool und seit kurzem eine Freundin. Diese lädt sie ein zu einem mysteriösen Club, wo Natasha ihren eigenen Grabstein entdeckt. Dann schwinden ihr die Sinne. Als sie wieder aufwacht, wird sie des Diebstahls bezichtigt und fliegt von der Schule. Überraschend findet sie sich an der Gray Wolf Academy wieder. Dort steht neben den üblichen Lehrfächern auch einiges auf dem Programm, was äußerst geheimnisvoll ist. Für Natasha ist es nicht immer einfach, sich dort zurechtzufinden...

Es ist eine geheimnisvolle Schule, an der Natasha landet, und noch geheimnisvoller ist der Mentor der Schule, der aus jedem seiner Schüler das Beste herauskitzeln will. Es ist für Natasha (und auch für den Leser) gar nicht so einfach zu erkennen, wem sie vertrauen kann. Die anderen Charaktere sind teilweise sehr schlecht einzuschätzen. Natasha selbst war mir nicht immer nachvollziehbar in ihren Handlungen. Die Grundidee des Buches mit den Zeitsprüngen ist spannend, wobei am Ende des ersten Bandes noch sehr viele Fragen offen bleiben, so dass ich am liebsten sofort weiterlesen möchte. Wunderschön gelungen ist die Gestaltung des Buches: Das Coverbild, die Kapitelanfänge wie auch natürlich der mehrfarbige Farbschnitt. Diesem Buch gelingt es, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Mich hat dieses groß angelegte Fantasy-Epos schnell in seinen Bann ziehen können, sehr gern habe ich über so manche Länge hinweggesehen und mich in das Buch vertieft. Ich empfehle es gerne weiter und vergebe gute 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 12.04.2023

Spuren der Vergangenheit

Verschwiegen
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In der Nähe des Leuchtturms in der isländischen Stadt Akranes wird die Leiche einer Frau gefunden. Es stellt sich heraus, dass sie als Mädchen für einige Jahre dort gelebt hatte. Polizistin Elma, die selbst ...

In der Nähe des Leuchtturms in der isländischen Stadt Akranes wird die Leiche einer Frau gefunden. Es stellt sich heraus, dass sie als Mädchen für einige Jahre dort gelebt hatte. Polizistin Elma, die selbst auf Akranes aufwuchs, vermutet bald, dass das Motiv zum Tod der Frau in ihrer Vergangenheit liegt.

Das Buch ist der erste Teil einer Krimi-Reihe. Das Leben auf Akranes ist überschaubar, jeder kennt hier jeden. Und doch gibt es Geheimnisse, die unter Verschluss gehalten werden sollen. Elma kann sie nur bruchstückweise herausfinden und zusammensetzen. Die Suche nach dem Motiv ist spannend, denn das, was die Polizei herausfindet, scheint so gar nicht zusammenpassen. Die Auflösung war für mich äußerst überraschend, so hätte ich das nicht erwartet. Auch die Figur der Polizistin Elma ist interessant angelegt, sie trägt selbst die Spuren der Vergangenheit mit sich herum, und ich bin gespannt, wie im Verlauf der Reihe ihr Geheimnis vollends aufgedeckt wird.

Mich hat dieser Krimi bestens unterhalten können, so dass ich ihn sehr gerne weiter empfehle. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 11.04.2023

Viele gruselig-spannende Momente

NIGHT – Nacht der Angst
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Die Studentin Charlie fährt mit einer Mitfahrgelegenheit durch die Nacht, sie ist unterwegs zu ihrer Großmutter. Vor einiger Zeit wurde ihre Freundin Maddie ermordet, ein Serienmörder hatte sie bisher ...

Die Studentin Charlie fährt mit einer Mitfahrgelegenheit durch die Nacht, sie ist unterwegs zu ihrer Großmutter. Vor einiger Zeit wurde ihre Freundin Maddie ermordet, ein Serienmörder hatte sie bisher als letzte auf seiner Liste gehabt. Josh, der sie nach Ohio mitzunehmen verspricht, will zu seinem kranken Vater fahren. Doch unterwegs beginnt in Charlie ein furchtbarer Verdacht zu keimen: Ist er vielleicht der Campus-Killer, der ihre Freundin ermordet hat? Ist Charlie sein nächstes Opfer?

Charlie ist eine junge Studentin, die vom Tod ihrer Freundin traumatisiert ist. Nachdem ihre Eltern verstarben, als Charlie gerade mal vier Jahre alt war, hat sie begonnen, sich für Filme zu begeistern. Das ist ihr so gut gelungen, dass manchmal Realität und Fiktion für sie verschwimmen. So hat Charlie auch vermutlich Maddies Mörder gesehen, doch sie weiß nicht, ob das Bild, das sie vor Augen hat, der Realität entspricht. Auf dieser für sie unsicheren Fahrt zu ihrer Großmutter scheint dies genauso zu geschehen. Zu ihrer Angst vor Josh, den sie nicht kennt und der sie eindeutig belogen hat, kommt die Unsicherheit darüber, was sie wirklich erlebt hat und was sie vielleicht nur fantasiert hat. Anfangs habe ich mich mit Charlie eher schwer getan, doch ab etwa der Hälfte der Geschichte verschwimmen für den Leser so dermaßen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion und die Ereignisse überstürzen sich, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Das Ende wartet mit einem unerwarteten Showdown auf, womit mich dieser Thriller eindeutig überzeugen konnte.

Dieses Buch hat mir einige gruselig-spannende Momente beschert, so dass ich es sehr gerne weiter empfehle. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 10.04.2023

Spannend erzählt, aber kaum glaubwürdig

Ein Licht der Hoffnung
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Das jüdische Hausmädchen Margarete kann einem ausgebombten Haus gerade noch entkommen. Ihre Arbeitgeberfamilie hat den Bombenangriff nicht überlebt, und Margarete schlüpft kurz entschlossen in die Identität ...

Das jüdische Hausmädchen Margarete kann einem ausgebombten Haus gerade noch entkommen. Ihre Arbeitgeberfamilie hat den Bombenangriff nicht überlebt, und Margarete schlüpft kurz entschlossen in die Identität der Tochter des Hauses. Sie erhofft sich die Chance auf ein neues Leben ohne die verhassten Einschränkungen als Jüdin. Doch sie muss in ständiger Angst leben, entdeckt zu werden. Ihr angeblicher Bruder, der Sohn des ehemaligen Arbeitgebers, spürt sie in Paris auf. Doch statt sie zu verraten, will er seine eigenen Pläne verfolgen. Dabei verliebt er sich in sie. Doch wird er sie letztendlich nicht doch verraten?

Es ist ein abenteuerliches Leben, in das Margarete schlüpft, als sie sich die Identität der Tochter des Hauses zunutze macht. Denn eigentlich wollte sie nur den Erniedrigungen in ihrem Leben als Jüdin entkommen. Doch als angebliche Tochter einer Nazi-Größe muss sie sich letztendlich den Anforderungen stellen, als ihre Identität aufzufliegen droht. Das ist spannend aufgebaut, wenn auch eher kaum glaubwürdig. Wirklich authentisch erscheint mir dieser Identitätswechsel und alle darauffolgenden Ereignisse nicht wirklich. Da mir so der Glaube an eine solche Geschichte fehlt, bleibt letztendlich eine Geschichte übrig, die mit ernstem Hintergrund bestenfalls unterhalten soll. Hier hat mich das Buch nicht wirklich überzeugt, so dass ich vermutlich die Fortsetzungen zu Margaretes Geschichte nicht lesen werde.

Deshalb kann ich das Buch nur bedingt weiter empfehlen. Ich vergebe knappe 4 von 5 Sternen.

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