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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.05.2023

Lola liebt

Cult Classic
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Die 38-jährige Ich-Erzählerin Lola lebt, datet und liebt in New York. Kurz vor ihrer Hochzeit trifft sie merkwürdigerweise in rascher Folge auf sämtliche ihrer Ex-Freunde und findet sich in einem erheblichen ...

Die 38-jährige Ich-Erzählerin Lola lebt, datet und liebt in New York. Kurz vor ihrer Hochzeit trifft sie merkwürdigerweise in rascher Folge auf sämtliche ihrer Ex-Freunde und findet sich in einem erheblichen Gefühlschaos wieder. Den Grund für diese Treffen und wohin sie Lola führen, erfahren die Leser*innen im Verlauf der Geschichte.

Die Autorin erzählt die Geschichte mit viel Humor, Sarkasmus und Einfallsreichtum. Nichts ist so, wie es zunächst scheint, sondern noch viel ungewöhnlicher und skurriler. Eine überraschende Story über das Daten und Lieben im 21. Jahrhundert und die Macht des Unterbewusstseins. Beim Lesen habe ich mich gewundert, amüsiert, laut gelacht, mitgerätselt und war überrascht. Eine interessante Lektüre, die ich gern weiterempfehle!

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Veröffentlicht am 15.04.2023

Gesellschaftskritischer Roman zu aktuellen Themen

Die spürst du nicht
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Die Geschichte beginnt mit dem ersten Urlaubstag zweier etablierter österreichischer Familien in einem exklusiven Urlaubsdomizil in der Toskana. Die vierzehnjährige Tochter ist mit ihrer Schulfreundin ...

Die Geschichte beginnt mit dem ersten Urlaubstag zweier etablierter österreichischer Familien in einem exklusiven Urlaubsdomizil in der Toskana. Die vierzehnjährige Tochter ist mit ihrer Schulfreundin Aayana, einem gleichaltrigen somalischen Mädchen, angereist und möchte dieser das Schwimmen beibringen. Noch am ersten Tag kommt es zur schrecklichen Katastrophe und die Ereignisse nehmen ihren Lauf.

Souverän beschreibt der Autor die Protagonist*innen, orientiert sich dabei jedoch an Stereotypen der entsprechenden Personen. Dadurch fehlt es den Charakteren an Tiefe und Mehrdimensionalität. Dies ist besonders schade, da es um die ganz großen Fragen geht, wie zum Beispiel, was ein Menschenleben wert ist und ob der Wert für alle gleich bemessen wird. Ebenso spielen die Medien und ihre Berichterstattung, das geltende Rechtssystem, die Frage nach Schuld und Verantwortung sowie die Rezeption des Geschehens in breiten Teilen der Gesellschaft eine Rolle. Auf 304 Seiten schaut Glattauer hinter die Fassade der privilegierten Gesellschaft und demaskiert nach und nach deren Doppelmoral.

Daniel Glattauers Buch erschüttert und macht nachdenklich, obwohl es sich leicht und stellenweise durchaus humorvoll liest. Ich habe mich trotz der Ernsthaftigkeit der Themen gut unterhalten gefühlt und konnte das Buch bis zum Ende nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte bietet viele Denkanstöße, die mich auch über das Ende des Buches hinaus beschäftigen. Allerdings hätte ich mir eine differenziertere Darstellung der einzelnen Charaktere gewünscht. Letztendlich konnten mich die Figuren nicht vollständig überzeugen und blieben für mich meistens an der Oberfläche. Trotzdem wurden hier aktuelle Themen erzähltechnisch unterhaltend und spannend behandelt.

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Veröffentlicht am 08.04.2023

Urlaub für Seele und Herz

Das Bücherschiff des Monsieur Perdu
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Nach dem Bestsellerroman "Das Lavendelzimmer" hat Nina George den Buchhändler Monsieur Perdu erneut mit seinem Bücherschiff auf die Reise geschickt. Auf seinem Weg von der Provence nach Paris begleiten ...

Nach dem Bestsellerroman "Das Lavendelzimmer" hat Nina George den Buchhändler Monsieur Perdu erneut mit seinem Bücherschiff auf die Reise geschickt. Auf seinem Weg von der Provence nach Paris begleiten die Leserinnen die sich ständig erweiternde "Besatzung" des Schiffes, die sich aus mehreren Generationen von Menschen und Tieren zusammensetzt in allerlei Lebenslagen. Es geht dabei nicht weniger als um die großenThemen wie das Leben, den Tod, Krankheit, das Erwachsenwerden, Freundschaft und vor allem die Liebe. Die Bücher halten alle und alles zusammen und welche Rolle ein in einer Zeitkapsel versiegeltes Schriftstück spielt, nun ja, dass erschließt sich am Ende der Lektüre.

Nina George schafft es erneut, mit ihren Figuren und der poetischen Sprache die Lesenden an den Gefühlen ihrer Protagonist
innen teilhaben zu lassen und dabei die Hitze des sommerlichen Frankreichs, den Geschmack von Käse und einem guten Wein auf der Zunge, das Zirpen der Grillen und einen lauen Sommerabend unter dem Sternenhimmel heraufzubeschwören. Wie das Schiff dem Lauf der Flüsse, so folgen die Lesenden der Erzählung, ergänzt um Auszüge aus der "Großen Enzyklopädie der Kleinen Gefühle", die einen guten Einblick in die Tätigkeit von Literarischen Pharmazeut*innen gibt.

Ich bin nur so durch das Buch geflogen und hatte viel Freude, Monsieur Perdu und alle Bekannten aus dem "Lavendelzimmer" wiederzutreffen. Ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt, konnte meine Seele beim Lesen baumeln lassen und mich dem Fluss der Ereignisse überlassen, um am Ende mit einem Lächeln wieder aufzutauchen.

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Veröffentlicht am 20.12.2022

Ein Roman, den man nicht so schnell vergisst

Anatomy
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Edinburgh zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Lady Hazel Sinnett hat andere Pläne als es ihr die Gesellschaft vorschreibt. Statt einen reichen Mann zu heiraten und fortan ein vorbestimmtes Leben an seiner ...

Edinburgh zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Lady Hazel Sinnett hat andere Pläne als es ihr die Gesellschaft vorschreibt. Statt einen reichen Mann zu heiraten und fortan ein vorbestimmtes Leben an seiner Seite zu führen, möchte die 17-jährige Chirurgin werden. Auf ihrem Weg dorthin trifft sie Jack Currer, der Leichen ausgräbt und sie zu Lehrzwecken verkauft. Während Hazel sich ohne Unterricht auf die medizinische Prüfung vorbereitet und sie und Jack sich näherkommen, entdecken die beiden an den Leichen immer öfter seltsame Auffälligkeiten und geraten dabei in große Gefahr.

Das Cover des Buches ist außergewöhnlich schön und stimmt direkt auf die Geschichte im Buch ein. Mit "Anatomy" hat Dana Schwartz einen spannenden Roman um die junge Hazel Sinnett geschrieben. Das düstere Setting Edinburghs um 1800 passt zum Plot und detaillierte Beschreibungen tun ein Übriges. Ich habe beim Lesen an der Seite der Protagonistin mitgeschwitzt, -gefiebert,- gebangt und bin ihr schaudernd durch die dunklen Gassen und über die Friedhöfe von Edinburgh gefolgt, mal auf der Spur der Toten und mal auf der der Lebenden. Der Schreibstil der Autorin ließ sogar die Gerüche und Geräusche für mich lebendig werden. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Jede*r, der sich für eine starke Protagonistin, Medizin im Schottland der damaligen Zeit und eine ebenso gruselige wie spannende Geschichte interessiert, ist mit diesem Themen- und Genremix gut beraten. Lediglich das Ende konnte mich nicht vollends überzeugen, da es Fantasy-Elemente enthält, die die Geschichte meines Erachtens nicht gebraucht hätte. Insgesamt aber ein großartiges Buch, dass perfekte Unterhaltung bietet, auch für Leser, die sonst keine historischen Romane lesen.

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Veröffentlicht am 13.11.2022

Teuflisch gut!

Teufelskreuz
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Ein neuer Priester in dem kleinen Ort Ursprung, eine Gemeinde, in die ordentlich Bewegung kommt und eine Reihe von Toten. Trotzdem habe ich den Roman nicht als Krimi gelesen, sondern vielmehr als Satire, ...

Ein neuer Priester in dem kleinen Ort Ursprung, eine Gemeinde, in die ordentlich Bewegung kommt und eine Reihe von Toten. Trotzdem habe ich den Roman nicht als Krimi gelesen, sondern vielmehr als Satire, die durchgängig mit schwarzem Humor geschrieben wurde. Die vorherrschende düstere Stimmung hat mir beim Lesen ein latentes, mehr oder weniger ausgeprägtes Unwohlsein verursacht - und doch habe ich das Buch fasziniert in einem Zug gelesen, was wohl hauptsächlich an der Figur des ungewöhnlichen Geistlichen lag. Intelligent und scharfsinnig nimmt der Autor die Kirche und ihre Würdenträger, aber auch die Mitglieder der Gemeinde aufs Korn. Eine teuflisch gute Geschichte, die dämonisches Lesevergnügen bereitet.

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