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Veröffentlicht am 07.08.2023

Sympathische Geschichte

Weil ich Layken liebe
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Nachdem Laykens Vater bei einem Unfall ums Leben kommt, zieht sie mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder von Texas nach Michigan. Bereits am ersten Tag begegnet sie Will, einem Nachbarn in ihrem Alter, ...

Nachdem Laykens Vater bei einem Unfall ums Leben kommt, zieht sie mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder von Texas nach Michigan. Bereits am ersten Tag begegnet sie Will, einem Nachbarn in ihrem Alter, der sie sofort in seinen Bann zieht. Sie verstehen sich auf Anhieb und ahnen beide, dass das Leben noch mehr für sie bestimmt hat. Doch bereits nach wenigen Tagen wird ihre Liebe auf die Probe gestellt, denn das Leben legt ihnen zugleich Steine in den Weg.

Ich bin total gut in die Geschichte reingekommen und hab mich im Setting einfach sofort wohl gefühlt. Ich mochte die Atmosphäre, die sich wie eine Kanne Sirup um mich gelegt hat und wollte am liebsten gar nicht mehr aus der Welt von Will und Layken heraus. Eine Welt voller Liebe, Glück, Freundschaft, Zusammenhalt, Trauer, Verlust und Verständnis.

Die beiden waren mir sofort sympathisch und hatten jeder auf seine eigene Art und Weise sympathische Ecken, Kanten und ihre Päckchen zu tragen. Sie sind mir so sehr ans Herz gewachsen, dass ich komplett in ihre Geschichte eingetaucht bin.
Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, als seien sie nicht authentisch. Ich fühlte mit ihnen mit – war wütend, voller Liebe, enttäuscht, überfordert oder einfach nur glücklich.

Die Schicksalsschläge, die mich manches Mal einen unangenehmen Kloß haben runterschlucken lassen, Emotionen, die mich komplett vereinnahmt haben, Liebe, die in jeder Zeile spürbar war und auch der Alltag – mich konnte einfach alles komplett fesseln. Je näher ich dem Ende des Buches kam, desto trauriger wurde ich, weil mir einfach ein Stück entrissen wurde, an das ich mich inzwischen gern gewöhnt hatte.

Ich mochte die kurzweiligen Lesestunden und auch wenn das Buch eigentlich eine Aneinanderreihung von Klischees ist, die jedes Teenieherz höher schlagen lassen, mochte ich es einfach wirklich gern.

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Veröffentlicht am 21.04.2023

Fehlende Mutterliebe

Der Verdacht
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Blythe und ihr Ehemann Fox bringen die kleine Violet zur Welt. Sie ist ein absolutes Wunschkind und die beiden können es kaum erwarten, Eltern zu sein. Doch als Violet auf die Welt kommt und das erste ...

Blythe und ihr Ehemann Fox bringen die kleine Violet zur Welt. Sie ist ein absolutes Wunschkind und die beiden können es kaum erwarten, Eltern zu sein. Doch als Violet auf die Welt kommt und das erste Mal in den Armen ihrer Mutter liegt, spürt diese, dass etwas nicht stimmt – die Mutterliebe scheint auszubleiben. Je älter Violet wird desto stärker wird spürbar, dass auch Violet keine Bindung zu ihrer Mutter aufbauen kann. Die beiden entwickeln ein fast schon feindseliges Verhältnis zueinander. Fox liebt seine Tochter über alles und kann das ungute Gefühl von Blythe nicht nachvollziehen. Bis eines Tages ein furchtbarer Unfall geschieht und Blythe einen leisen Verdacht hegt.

Die Erzählperspektive der Geschichte fand ich anfangs sehr gewöhnungsbedürftig, da sie aus Blythes Sicht erzählt wird und es Du-Ansprachen gibt, die sich an ihren Ehemann Fox richten. Sie schildert ihm quasi die Begebenheiten, um ihm ihre Perspektive auf die Geschehnisse näher zu bringen. Je tiefer ich in das Buch eintauchen konnte, desto schneller habe ich mich an die Erzählweise gewöhnt und konnte mir tatsächlich keine passendere vorstellen.

Die Charaktere fand ich allesamt faszinierend. Ich kann nicht sagen, ob ich Sympathien oder Antipathien aufgebaut habe, lediglich, dass ich emotional sehr abgeholt wurde. Ich spürte die Zerissenheit von Blythe, die nicht versteht, warum sie sich ihrer Tochter nicht nah fühlt; das langsame Entfernen von Blythe und Fox, die von so viel Schmerz gezeichnet sind, dass es mich fast zerrissen hat; die leisen und immer lauter werdenden Verdachtsmomente Violet gegenüber und viele mehr.

Die Geschichte an sich fand ich schlüssig, lediglich das Ende war mir ein wenig zu artifiziell und hätte ich in der Intensität nicht gebraucht. Nichtsdestotrotz blieb die Geschichte im Kopf, vielleicht auch gerade weil sie sich mit vermeintlichen Tabuthemen und Extremen beschäftigt, die sonst nicht so stark ausgeprägt sind.

Der Schreibstil war neben der Erzählperspektive auch wirklich angenehm, teilweise fast schon poetisch, was ich in Anlehnung an Blythes Schrifsteller-Versuche interpretierte.

Eine Geschichte, die sich mit einem Familiendrama befasst, das noch lange nachhallt.

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Veröffentlicht am 17.04.2023

Nichts ist, wie es scheint

Liebste Tochter – Du lügst so gut wie ich
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Saffys Verhältnis zu ihrer Mutter Lorna war noch nie das Beste. Doch als ihre Großmutter an Alzheimer erkrankt und ins Pflegeheim zieht, vermacht diese ihrer Mutter Lorna ein altes Familienanwesen. Lorna ...

Saffys Verhältnis zu ihrer Mutter Lorna war noch nie das Beste. Doch als ihre Großmutter an Alzheimer erkrankt und ins Pflegeheim zieht, vermacht diese ihrer Mutter Lorna ein altes Familienanwesen. Lorna verzichtet, woraufhin Saffy und ihr Mann in die idyllische Kleinstatt mitten in England ziehen und ein neues Leben beginnen wollen. Doch bei den Renovierungsarbeiten werden zwei Leichen entdeckt. Alle Hinweise deuten auf einen Doppelmord hin, der vor Jahren begangen worden ist. Während die Ermittlungsarbeiten laufen und Journalisten das Haus belagern, nimmt Saffy die Suche nach der Wahrheit selbst in die Hand und stößt auf Geheimnisse und Begebenheiten, die besser im Verborgenen geblieben wären.

Die Geschichte wird in der Gegenwart aus mehreren Perspektiven erzählt, z. B. der von Saffy und Theo, und wechselt sogar die Zeitebene in die Vergangenheit, in der Rose Geständnisse zu machen scheint. Zunächst scheinen die Perspektiven verwirrend und unzusammenhängend, jedoch lichtet sich der Nebel nach und nach und fördert Geheimnisse zutage, die sich langsam in ein großes Ganzes einfügen.

Ich bin total gut in die Geschichte reingekommen, was nicht zuletzt am angenehmen Schreibstil von Claire Douglas liegt. Ich weiß, dass ich bei ihr keine actiongeladenen Thriller zu erwarten habe, jedoch freue ich mich jedes Mal auf gut konstruierte Spannungsromane, die sich durch eine dunkle Atmosphäre und einer allgegenwärtig zu scheinenden Bedrohung auszeichnen. Und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht. Viele Geheimnisse der Vergangenheit, lang existierende Ängste und unvorhersehbare Entwicklungen formen den Plot und lassen die Geschichte erst langsam anlaufen.

Ich hatte keinen Charakter, zu dem ich mich besonders hingezogen fühlte oder der eine tiefe Sympathie in mir wecken konnte, jedoch empfand ich sie so gut wie alle spannend und wollte mehr über die Päckchen wissen, die sie zu tragen hatten.

Die angesprochenen Themen hatten es alle in sich. Fehlende Mutterliebe, sexuelle Gewalt, toxische Beziehungen und Alzheimer waren authentisch und feinfühlig beschrieben und formten eine spannende Geschichte um die beiden Leichenfunde.

Die Aufklärung war für mich relativ bald klar, jedoch mochte ich die Herangehensweise und die Ausführung gern.

Ein langsam an Fahrt aufnehmender Roman mit Spannungselementen, der einen nicht nur einmal in die Vergangenheit kickt und mit viel Verzweiflung konfrontiert.

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Veröffentlicht am 07.08.2023

Kurzweilig und voller Poesie

Offene See
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Anstatt wie alle Männer seiner Familie Bergarbeiter zu werden, beschließt Robert, sich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg auf eine Reise an die offene See zu machen. Als er beinahe am Ziel angekommen ist, ...

Anstatt wie alle Männer seiner Familie Bergarbeiter zu werden, beschließt Robert, sich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg auf eine Reise an die offene See zu machen. Als er beinahe am Ziel angekommen ist, lernt er Dulcie kennen, eine ältere, unverheiratete Frau, die ihm zunächst nur eine Tasse Tee anbietet. Dulcie ist ganz anders als alle Frauen, die Robert je zuvor getroffen hat. Sie ist eigensinnig, selbstständig und einfach von Grund auf anders. Und so wird schnell aus einer Tasse Tee ein längerer Aufenthalt, bei dem Robert in Dulcies unkonventionelle Welt entführt wird – und sogar Spaß dabei hat.

Ich hab die Geschichte um die eigensinnige Dulcie und den doch anfangs der konventionellen Robert wirklich sehr genossen. Erwartet habe ich ein locker flockiges Buch, das mich durch die Seiten trägt, bekommen habe ich eine Wundertüte an Poesie, unterschiedlichen Blickwinkel und Figuren, die wirklich sehr detailliert ausgearbeitet und dadurch sehr feingliedrig und einnehmend gewesen sind.

Robert, der aus seinem Elternhaus aufbricht, ein wenig naiv und verträumt ist und Dulcie, die sehr lebenserfahren ist, bereits einiges mitgemacht hat, sehr gebildet und einen großen Packen Verlust in sich trägt.

Ich muss gestehen, dass mich nicht die Geschichte an sich am weiterlesen gehalten hat. Auch wenn ich natürlich wissen wollte, was sich hinter der, im Klappentext groß angekündigten, Hecke und dem Gedicht-Manuskript verbirgt. Ich war eher aus auf das Zusammenspiel zwischen Dulcie und Robert. Die Hürden, die sich zu bieten schienen, den Ratschlägen, die sie ihm gab, den Erzählungen, die sie ihm jeden Tag anbot. An manchen Stellen hätte ich mir zwar ein wenig mehr Tiefgang gewünscht, aber die Blässe war vollkommen in Ordnung.

Eine kurzweilige Geschichte, die ich wirklich gern gelesen hab.

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Veröffentlicht am 31.03.2023

Die Masken fallen

One of the Girls
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Lexis Jungesellinnenabschied steht bevor! Dafür reisen die 6 Frauen auf eine griechische Insel, um das bestmögliche aus der Hen Party rauszuholen. Eine einsame und auf den Klippen liegende Villa mit traumhaftem ...

Lexis Jungesellinnenabschied steht bevor! Dafür reisen die 6 Frauen auf eine griechische Insel, um das bestmögliche aus der Hen Party rauszuholen. Eine einsame und auf den Klippen liegende Villa mit traumhaftem Meerblick ist das Ziel. Doch schon bald wird aus dem vermeintlichen Traumurlaub eine Katastrophe. Immer mehr Geheimnisse kommen ans Tageslicht und die Stimmung wird immer unbehaglicher bis es eine Leiche gibt.

Ich muss ehrlich gestehen, ich bin nicht wirklich gut in die Geschichte reingekommen. Ich hab mich unheimlich schwer mit all den Namen getan. Die Geschichte wird aus der Sicht der sechs Frauen erzählt. Eingeleitet wird jedes Kapitel mit dem Namen der jeweiligen Frau. Gerade am Anfang hatte ich unfassbare Schwierigkeiten, sie alle auseinander zu halten und ich bin mir relativ sicher, dass ich bis zum Schluss auch Dinge durcheinander gebracht habe. Das tat der Story jedoch keinen Abbruch.

Die Charaktere fand ich allesamt faszinierend. Sie waren unglaublich authentisch gezeichnet und jede auf ihre ganz eigene Weise stark und mutig. Jede von ihnen hat ihr eigenes Päckchen zu tragen, eigene Dämonen, die sich ihr in den Weg stellen, aber es war wirklich faszinierend, an ihrer Seite zu sein, Erkenntnisse zu erleben, Gedankengänge zu verfolgen, Zusammenhänge zu verstehen.
Ich hatte keinen Charakter, bei dem ich mich besonders wohl gefühlt oder Sympathien aufgebaut habe, jedoch hatten sie alle ihren besonderen Reiz.

Durch die Seiten hinweg schwingt eine ständige Bedrohung mit, auch wenn offensichtlich bis zum Ende nicht wirklich etwas „passiert“. Dafür baut sich die Spannung in den Rückblicken der einzelnen Protagonistinnen, ihren Gedanken und dem Zusammenspiel der ungleichen Charaktere auf.

Wenn man im Hinterkopf behält, dass es sich „nur“ um einen Roman, aber keinesfalls um einen Krimi oder Thriller handelt, hat mir die Geschichte wirklich gut gefallen.

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