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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.05.2023

Keine Trauer, keine Gräber

Das Lied der Krähen
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Zugegeben, das Buch lag eine ganze Weile ungelesen in meinem Regal. Dann habe ich einige Folgen der Grisha-Serie geschaut und war begeistert - von den Krähen! Die Grishas fand ich mäßig interessant und ...

Zugegeben, das Buch lag eine ganze Weile ungelesen in meinem Regal. Dann habe ich einige Folgen der Grisha-Serie geschaut und war begeistert - von den Krähen! Die Grishas fand ich mäßig interessant und das verbissene Händegefuchtel etwas albern, aber der waghalsige Kaz Brekker und seine illustre Bande von Dieben und Gaunern haben mich von Anfang an fasziniert. Die oft aussichtslos erscheinenden Abenteuer, in die sie sich stürzen und aus denen sie mit knapper Not und viel Erfindungsgeist entkommen, sind super spannend und originell. Dazu haben die Charaktere alle einen einzigartigen Hintergrund, der nach und nach enthüllt wird und sie zu etwas ganz besonderem macht. So habe ich das Buch mit wachsender Begeisterung gelesen und brauche jetzt unbedingt die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 26.04.2023

Erfrischend anderer Krimi

Tod in Siebenbürgen
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Hatte ich anfangs einen Lokalkrimi in neuer Kulisse erwartet, bot sich mir mit dem Buch doch eher ein sehr origineller Kulturkrimi (auch wenn das etwas hochgestochen klingt). Kultur für mich deshalb, weil ...

Hatte ich anfangs einen Lokalkrimi in neuer Kulisse erwartet, bot sich mir mit dem Buch doch eher ein sehr origineller Kulturkrimi (auch wenn das etwas hochgestochen klingt). Kultur für mich deshalb, weil mir die Historie und Kultur der Siebenbürger Sachsen und des Landstrichs, in dem die Geschichte spielt, bis dato relativ unbekannt waren.
Die Charaktere waren gut und ungewöhnlich gezeichnet, und gerade die Hauptperson, Paul Schwartzmüller, war aufgrund seiner Schwächen nicht übermässig sympathisch, aber sehr überzeugend in seiner Rolle. Besonders gefesselt haben mich aber die geheimnisvolle Maia und natürlich das unsichtbare Mädchen - bei ihr hätte ich mir allerdings mehr Details gewünscht, da sie ein wenig aus dem Nichts aufgetaucht ist.
Die Handlung, die anfangs nach einem Mord mit überschaubarem Motiv aussah, nahm im Verlauf immer merkwürdigere und überraschendere Züge an, so dass ich über weite Strecken genauso wie Paul mit meinen Vemutungen im Dunkeln tappte. Mit der Auflösung und weiteren Enthüllungen über Pauls Vergangenheit hatte ich so nicht gerechnet. Angereichert wurde das Ganze mit der Erwähnung vieler leckerer Speisen, die mich auf die Küche dieser Region neugierig gemacht haben. Fazit: ein erfrischend anderer Krimi, der viel Neues bot.

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Veröffentlicht am 11.04.2023

Monstermäßig gut!

Die schreckliche Adele 06
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Adeles Familie bekommt Zuwachs der anderen Art: Zombie Owen, den Adele in einem Hexenkessel selbst zusammengebraut hat. Damit Owen nicht auffällt, wird er in der Schule als Brieffreund aus Transsylvanien ...

Adeles Familie bekommt Zuwachs der anderen Art: Zombie Owen, den Adele in einem Hexenkessel selbst zusammengebraut hat. Damit Owen nicht auffällt, wird er in der Schule als Brieffreund aus Transsylvanien vorgestellt. Allerdings gibt es ein Problem: Owen hat immer Hunger, und zwar auf lebendiges Fleisch! Und so hat Adele alle Hände voll zu tun, ihn im Zaum zu halten...
Ich habe nicht alle Adele-Bände gelesen, aber dieser ist eindeutig mein Lieblingsteil. Owen muss man einfach gern haben, auch wenn er alle zum Fressen gern hat.
Lediglich die Episoden mit Adeles Verehrer Gabriel, der ihr immer noch sein Herz schenken will, haben sich angefühlt als hätte ich sie so schon mehrfach gelesen. Ich hoffe hier gibt es bald mal eine überraschende Wendung. Dafür habe ich den neuen Mitschüler vermisst, für den Adele sich in Schale werfen wollte.
Fazit: Adele läuft zu neuer Höchstform auf, was ihren Ideenreichtum in punkto Fiesheiten betrifft.

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Veröffentlicht am 04.04.2023

Pointierte Anekdoten einer bewegten Jugend

Samuels Buch
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Bevor ich das Buch gelesen habe, wusste ich nicht wer Samuel Finzi ist. Cover, Zusammenfassung und das Reinlesen in die ersten Seiten haben mich neugierig gemacht, mehr von der Geschichte dieses Samuels ...

Bevor ich das Buch gelesen habe, wusste ich nicht wer Samuel Finzi ist. Cover, Zusammenfassung und das Reinlesen in die ersten Seiten haben mich neugierig gemacht, mehr von der Geschichte dieses Samuels zu erfahren.
Das Buch ist in kurzen Kapiteln gehalten, die sehr anekdotenhaft wirken und, obwohl sie einem zeitlichen Ablauf folgen, jedes für sich eine eigene kleine Geschichte erzählt. So kann man gut immer mal wieder ein Kapitel einschieben, wenn die Zeit knapp ist - oder 'nur noch ein Kapitel' dranhängen. Was bei mir damit endete, dass ich das Buch innerhalb kürzester Zeit fertig gelesen hatte.
Der Autor schreibt mit viel Witz, guter Beobachtungsgabe, auch was den Blickwinkel des jeweiligen Alters betrifft (gerade aus Kinderaugen nimmt man ganz andere Dinge wahr) - und viel subtiler Ironie vom Alltag und den Träumen eines kleinen Jungen, der unterbewusst schon immer den Drang verspürt die weite Welt zu entdecken. Bis es so weit ist, muss er sich mit Urlauben am Meer und einer Reise nach Westeuropa begnügen, die ihm aber allesamt einen ersten Eindruck der unbändigen Freiheit vermitteln, die da draussen auf ihn wartet. Auch die zwei Jahre in der Armee wirken wie eine Reise mit verschiedenen Stationen - nur hier macht gerade die Abwesenheit von Freiheit ihr Fehlen schmerzlich bewusst.
Letztendlich landet Samuel Finzi aber genau da, wo ihn die meisten kennen (ich jetzt also auch) und lieben: beim Schauspiel.
Ein sehr unterhaltsames Buch, das nicht nur sehr persönliche Einblicke in ein bewegtes Leben gibt, sondern auch in das Leben im damaligen sozialistischen Bulgarien.

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Veröffentlicht am 29.03.2023

Überwältigend

Die letzte Erzählerin
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Die Mischung aus Coming-of-Age, Märchen und Science-Fiction hat mich sehr beeindruckt mit ihrer Vielschichtigkeit und Tiefgründigkeit.
Petra und ihre Eltern verlassen die Erde, der die Zerstörung durch ...

Die Mischung aus Coming-of-Age, Märchen und Science-Fiction hat mich sehr beeindruckt mit ihrer Vielschichtigkeit und Tiefgründigkeit.
Petra und ihre Eltern verlassen die Erde, der die Zerstörung durch einen Kometeneinschlag droht, auf einem von drei Raumschiffen, um auf einem fernen Planeten ein neues Leben zu beginnen. Doch als Petra nach jahrhundertelangem Stase-Schlaf geweckt wird, ist nichts so wie es sein sollte: ihre Eltern sind nicht mehr da, und das Kollektiv hat die Führung übernommen. Pflanzen, Lebensmittel, Andenken - alles ist verschwunden, denn mit der Vergangenheit sollen auch die Fehler der Erdmenschen ausgemerzt werden. Stattdessen werden bei allen neuen Menschen die Gefühle unterdrückt und es gilt einzig der Nutzen für das Kollektiv. Petra, bei der die in der Stase durchgeführte Gehirnwäsche fehlgeschlagen ist, verstellt sich und versucht einen Ausweg für sich und die letzten Kinder der Erde zu finden.
Der Wechsel von Märchengeschichten, die Petra erzählt und von denen sie träumt, mit Petras Leben auf dem sterilen Raumschiff bilden einen harschen Kontrast. Mit jeder Seite habe ich mit Petra und den anderen Kindern mitgefiebert, ob sie es schaffen werden dem Kollektiv zu entkommen und ein menschliches Leben zu führen. Bis zur letzten Seite war der Ausgang der Geschichte ungewiss und die Spannung kaum zu ertragen. Gleichzeitig war das Buch ungemein poetisch und verzaubernd. Ein absolutes Meisterwerk, das man gelesen haben sollte!

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