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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Strömungen können vielfältig sein

Die Strömung
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Die Geschichte spielt in der Gegenwart in Schweden. Aber während der Mordermittlungen, die auf braune Kreise im Land hinweisen, gibt es auch immer wieder Hinweise die auf Ereignisse vor 40 Jahren hinweisen. ...

Die Geschichte spielt in der Gegenwart in Schweden. Aber während der Mordermittlungen, die auf braune Kreise im Land hinweisen, gibt es auch immer wieder Hinweise die auf Ereignisse vor 40 Jahren hinweisen. Hier insbesondere auf eine Kommune auf der Insel Maljö, die fast wie eine Sekte zusammen gelebt hat und einem ungeklärten Mord an einer Prostituierten.
Der Krimi hat mich schon nach kurzer Zeit gefangen genommen. Cilla und Rolf Börjlind ist es sehr gut gelungen die unterschiedlichen Charaktere anschaulich und glaubhaft zu beschreiben. Die Ermittler kamen mir dabei wie eine große Familie vor, mit Mette als Mutter, Olivia als Tochter und Stilton als Onkel. Durch die Schilderungen und die Einbeziehung der Fehler des Polizeiteams wurde die Handlung für mich greifbar und mit Stilton habe ich mich heimlich identifiziert.
Sehr gelungen fand ich auch die Beschreibungen zur Denkweise der Nazis, die von Rassenhygiene“ sprechen. Auch wenn das nicht meine Sichtweise ist, so kann ich mir gut vorstellen, dass Menschen derartigen Argumenten folgen.
Der Titel „Die Strömung“ ist sehr gut gewählt, denn einmal wird das aktuelle Thema der Naziinfizierung und Ausländerfeindlichkeit in den Mittelpunkt gerückt und in die Handlung eingebaut. Aber in meinen Augen ist auch die Hippie-Kommune eine ehemalige Strömung. Ja und manch einer geht in so einer Strömung halt unter, wie unser Mörder hier im Krimi.
Fazit nach dem Lesen: ich fühlte mich spannend und kurzeilig unterhalten. Ich kann das Buch für alle Krimi-/Thriller-Liebhaber nur weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 27.04.2026

Einstieg schwergefallen

Home Before Dark
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Marsibil, kurz Marsi, kann seit 10 Jahren nicht damit Leben, dass sie nicht weiß, was mit ihrer großen Schwester passiert ist. Vor 10 Jahren verschwand sie und seitdem gilt sie als vermisst. Marsi war ...

Marsibil, kurz Marsi, kann seit 10 Jahren nicht damit Leben, dass sie nicht weiß, was mit ihrer großen Schwester passiert ist. Vor 10 Jahren verschwand sie und seitdem gilt sie als vermisst. Marsi war damals 14 Jahre alt. Ein wenig gibt sie sich selbst die Schuld am Verschwinden von Stina, hat nachts noch immer oft Alpträume. Doch nun will sie endlich wissen, was damals passiert ist….
Am Anfang habe ich mich sehr schwergetan mit dem Buch. War sogar schon soweit es beiseite zu legen. Zum Glück habe ich dem nicht nachgegeben, denn nach etwa 1/3 hat der Thriller an Spannung gewonnen. Die Familie von Marsi hat nicht nur ein dunkles Geheimnis und diese Geheimnisse werden dem Leser Stück für Stück preisgegeben. Dabei bedient sich die Autorin zweier Zeitebenen und erzählt darin aus der Sicht der jeweiligen Figur. Einmal in der Gegenwart Marsis und in den 60er Jahren aus der Sicht von Stina. Geschickt hat mich die Autorin hierbei auf Irrwege geführt, um anschließend eine völlig andere Wahrheit ans Licht zu bringen. Das war schon geschickt entwickelt. Wobei ich sagen muss, dass Marsi mir nicht unbedingt sympathisch war. In meinen Augen war sie unkontrolliert und hatte ihr Leben kaum im Griff. Mitleid mit ihr hatte ich kaum. Überhaupt habe ich mich beim Lesen vielfach gefragt, ob in Island unter den Jugendlichen und Erwachsenen wirklich so viel getrunken wird wie hier geschildert. Am Ende sind bei mir so einige Fragen offengeblieben. Schade, die Antworten darauf hätte ich gerne noch erfahren. Insgesamt gibt’s von mir 3,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

wenn Träume beängstigen und platzen

Wahnsinnszeit
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Eliza studiert Journalistik und man muss sie als Einzelgängerin bezeichnen. Erst als Jo, der stille Thies und Ava sie in ihrer Gruppe aufnehmen, fühlt sie sich in ihrem neuen, selbstständigen Leben angekommen. ...

Eliza studiert Journalistik und man muss sie als Einzelgängerin bezeichnen. Erst als Jo, der stille Thies und Ava sie in ihrer Gruppe aufnehmen, fühlt sie sich in ihrem neuen, selbstständigen Leben angekommen. Fühlt sich nicht mehr unsichtbar. Sie ist nun Teil einer funktionierenden Gruppe. Doch leider zeigt es sich recht bald, dass auch hier nicht alles zum Besten läuft. Der spontane Plan mit dem alten Audi von Jos Vater mal eben nach Berlin zu fahren, um nach dem Mauerfall Ossis zu „besichtigen“, geht schon mal total daneben. In der Gruppe kommt es immer mehr zu Spannungen untereinander. Ava verändert sich, weist Eliza ab, verschwindet für einige Zeit, um dann wieder zur Gruppe zurückzukehren. Verändert zwar, aber immer noch Ava.
In meinen Augen wird der Titel „Wahnsinnszeit“ im Buch gleich dreifach bedient. Einmal sind es die fünf jungen Studenten, die voller Ideen und Energien stecken und versuchen diese auszuleben und umzusetzen. Dann sind da noch die psychischen Probleme von Ava, die die Euphorie in der Gruppe immer wieder stören. Und als Letztes sind es auch die vielen nicht immer positiven Veränderungen innerhalb von Deutschland nach der Wende. Das alles setzt die Autorin in oft wunderbar bildhafter Sprache um. Zudem spricht sie von der Hauptfigur, Eliza, mal in der dritten Person und plötzlich wird Eliza zur Ich-Erzählerin. Der Wechsel geschieht fließend und ich empfand es beim Lesen als angenehm. Weniger gefallen haben mir dagegen Elis stark ausgeweiteten journalistischen Betrachtungen, immer dann, wenn sie sich in einer Situation unsicher fühlte. Insgesamt gebe ich 3,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

ruhiger Familienroman mit Spannungspotential

Sanddornschwestern
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Nur auf das Drängen ihrer Enkelin Nina lässt sich Agnes auf eine Reise nach Heringsdorf ein. Dort auf der Insel ist die jetzt 85jährige aufgewachsen und nach ihrem Weggang 1930 nie wieder zurückgekommen. ...

Nur auf das Drängen ihrer Enkelin Nina lässt sich Agnes auf eine Reise nach Heringsdorf ein. Dort auf der Insel ist die jetzt 85jährige aufgewachsen und nach ihrem Weggang 1930 nie wieder zurückgekommen. Zu traumatisch sind ihre Erinnerungen wegen des damaligen Vorfalls 1929. Ein Vorfall, der sie veranlasste die Ostsee zu verlassen und für den sie sich bis heute die Schuld gibt. Später gab es dann die Teilung Deutschlands, aber nun 1990 sind die Grenzen offen und Agnes beginnt eine Reise in ihre Kindheit und Jugend. Auch wenn sich vieles in den 60 Jahren die dazwischen liegen verändert hat und das nicht nur zum Guten, gibt es noch immer Orte, die die Erinnerungen wachrufen. Die fügt die Autorin immer wieder als Rückblenden ein, was mir sehr gut gefallen hat.
Der Familienroman ist einfühlsam geschrieben und schafft ein anschauliches Bild davon, wie Agnes mit ihrer Familie und insbesondere ihren beiden Schwestern ihre Jugend verbracht habt und wie sie sich mehr oder weniger engagiert in die anfallenden Arbeiten beim Hotelbetrieb eingebracht haben. Sie sind lebendig geschildert. Jedoch fand ich viele Entwicklungen hierbei vorhersehbar und dadurch kam bei mir nicht so richtig Spannung auf. Lediglich das Ende hat mich berührt. Als Agnes, dessen Lebenslauf von den eigenen Schuldgefühlen geprägt ist, dank ihrer Enkeltochter endlich die richtige Entscheidung trifft. Insgesamt gebe ich 3,5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Hauptfigur fand ich nicht sehr glaubhaft

The Woman in Suite 11
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Zu viel Gutmütigkeit ist Gift. Die Dosis macht’s. So könnte man Lo Blacklocks Verhalten in diesem Thriller zusammenfassen. Denn entgegen besseren Wissens und was noch schlimmer ist, äußerst schlechten ...

Zu viel Gutmütigkeit ist Gift. Die Dosis macht’s. So könnte man Lo Blacklocks Verhalten in diesem Thriller zusammenfassen. Denn entgegen besseren Wissens und was noch schlimmer ist, äußerst schlechten Erfahrungen mit Carrie vor einigen Jahren, lässt sie sich von deren neuer, rührender Geschichte wieder erweichen. Während ihres beruflichen Aufenthaltes im Nobel-Hotel am Genfer See schmieden beide Frauen einen Plan, der Carrie die Flucht aus der toxischen Beziehung mit dem Milliardär Marcus Leidmann ermöglichen soll. Doch leider geht so einiges schief und Lo wird für ihre Gutmütigkeit wieder einmal hart bestraft. Sie hätte es besser wissen müssen.
Wie Ruth Ware Lo, die sich immer der Wahrheit verpflichtet fühlt, die Unrecht nicht akzeptieren kann, beschreibt, erschien mir hier im Buch nicht immer nachvollziehbar. Müsste eine Journalistin nicht eigentlich einen schärferen Blick auf die Tatsachen haben? Sich nicht ein zweites Mal und das dann auch noch von der gleichen Person an der Nase herumführen lassen? Wegen dieser Zweifel fand ich Lo deshalb auch nicht sehr überzeugend. Vielleicht lag es auch daran, dass die Autorin immer nur angedeutet hat, dass auf dem Norwegischen Schiff schreckliche Dinge passiert sind, aber dabei nie ins Detail gegangen ist. So war die Geschichte für mich auch nicht ganz rund und ich gebe insgesamt nur 3,5 Lese-Sterne.

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