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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.05.2023

Urlaubsfeeling auf Rügen

Immer wenn wir uns wiedersehen (Zeit für Rügen)
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In Hanna Holmgrens neusten Roman „Immer wenn wir uns wiedersehen“ begleiten wir Frieda, die das alte Antiquariat ihres Opas auf Rügen geerbt hat. Sie hat schon die letzten Monate ihren Opa auf Rügen geholfen ...

In Hanna Holmgrens neusten Roman „Immer wenn wir uns wiedersehen“ begleiten wir Frieda, die das alte Antiquariat ihres Opas auf Rügen geerbt hat. Sie hat schon die letzten Monate ihren Opa auf Rügen geholfen und sich dort immer sehr wohl gefühlt. Jetzt freut sie sich umso mehr den Laden weiterführen zu können. Außerdem gehört zu dem Erbe ein renovierungsbedürftiges Strandhaus, welches auch dazu führt, dass sie den attraktiven Kinderarzt Emil kennenlernt.

Der steckt mitten in der Trennung mit seiner (Noch-)Freundin Julia und will sich erst nicht auf Frieda einlassen, obwohl seine Gefühle für sie immer stärker werden. Durch ein blödes Missverständnis wird alles noch einmal in Frage gestellt.

Hanna Holmgrens neuster Roman ist eine locker leichter Wohlfühlliebesroman, der einen die Urlaubsinsel Rügen näher bringt und Urlaubssehnsucht weckt. Allerdings fehlt mir insgesamt ein wenig der Tiefgang – es ist für mich alles zu „perfekt“ und problemlos. Auch das Ende konnte mich nicht wirklich überzeugen, ich hatte mehr oder weniger das Gefühl, das sie mitten in der Geschichte geendet ist. Als netter „Ablenkungsroman“ für zwischendurch sehr gut geeignet, aber leider kein Roman der lange in Erinnerung bleiben wird.

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Veröffentlicht am 15.05.2023

Alltag in einer Hebammenpraxis

Storchenherzen
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Die beiden Hebammen Madita und Helga könnten nicht unterschiedlicher nicht sein, doch dann werden sie Kolleginnen im "Storchennest" und müssen sich irgendwie zusammenraufen.

Während Helga, die ...

Die beiden Hebammen Madita und Helga könnten nicht unterschiedlicher nicht sein, doch dann werden sie Kolleginnen im "Storchennest" und müssen sich irgendwie zusammenraufen.

Während Helga, die ältere von beiden eine recht raue Schale hat und bei den werdenen Müttern und Vätern daher öfters mal eher hartherzig und emphatielos rüberkommt, sprüht die junge Madita vor Ideen und Herzlichkeit. Allerdings ist sie auch eine kleine Chaotin, was ihr insbesondere im WG Leben so einige Schwierigkeiten bereitet.

Zwar versucht Madita frischen Wind in die Räume und den Alltag des Storchennestes zu bringen, aber Helga beobachtet dies zunächst erstmal ziemlich skeptisch und genervt. Doch mit der Zeit gelingt es Madita immer mehr hinter die raue Fassade von Helga zu schauenund den weichen und liebevollen Kern freizulegen. Es scheint so, als ob das nur ein Selbstschutz von Helga ist. Schließlich erlebt sie in ihrem Privatleben ein Wellenbad der Gefühle und so manche Veränderung. Und manchmal hilft ja auch ein anderer Blick auf die Situation...

Fritzi Teichert legt mit "Storchenherzen" einen sympathischen Roman über den Hebammenalltag vor, wo nicht nur auf die Freuden und Probleme von Schwangeren und ihren Partnern eingegangen wird, sondern auch die 2 Hebammen haben mit so manchen privaten Gefühlskatastrophen zu kämpfen.

Nicht nur das Cover finde ich sehr schön gestaltet, sondern auch das ganze Buch war für mich stimmig und vielleicht gerade, weil es keine klassische "reine" Lovestory ist.

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Veröffentlicht am 10.05.2023

Sanatorium mit grausamer Vergangenheit

Das Sanatorium
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Zur Wiedereröffnung und Verlobungsfeier ihres Bruders reist die Polizistin Elin nach Le Somet in ein Luxushotel, welches früher ein Sanatorium gewesen ist. Nach dem es lange leer gestanden hat ...

Zur Wiedereröffnung und Verlobungsfeier ihres Bruders reist die Polizistin Elin nach Le Somet in ein Luxushotel, welches früher ein Sanatorium gewesen ist. Nach dem es lange leer gestanden hat und dadurch ziemlich verfallen war, wurde es nun zu einem Luxushotel umgebaut.

Allerdings bleibt es nicht lange so idyllisch, denn zunächst verschwindet Elins zukünftige Schwägerin und es geschehen weitere mysteröse Mordfälle. Komischerweise handelt es sich dabei immer um Angestellte des Hotels.

Als die Gäste durch ein schwerer Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten sind, beginnt Elin trotz ihrer privater Probleme auf eigene Faust zu ermitteln. Schnell stößt sie dabei auf Hinweise aus der Vergangenheit des Sanatoriums, welches früher einen recht schlechten Ruf hatte. Liegt da der Schlüssel für die Lösung des Falles oder liegt das Motiv des Mörders wo ganz anders?

Sarah Pease legt mit "Das Sanatorium" einen spannenden Thriller vor, der mit einigen überraschenden Wendungen überzeugen kann. Auch das Ende bzw. die Lösung des Falles passte gut in die Geschichte rein, auch wenn nicht nur die Polizistin Elin sondern die Leser lange im Dunkeln tappen und auf so manche falsche Spur gelenkt werden. Dies macht es besonders spannend und lesenswert.

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Veröffentlicht am 06.05.2023

Überraschende Thematik

The Man I Never Met – Kann man lieben, ohne sich zu kennen?
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Wenn man den Klappentext von "The men i never met" von Elle Cook liest, erwartet man einen lockeren Liebesroman mit einigen Wendungen, der sich kaum von anderen Romanen abheben wird. Doch Elle ...

Wenn man den Klappentext von "The men i never met" von Elle Cook liest, erwartet man einen lockeren Liebesroman mit einigen Wendungen, der sich kaum von anderen Romanen abheben wird. Doch Elle Cook behandelt darin auch ein eher trauriges und auch wichtiges Thema, das sehr berührend rüberkommt.

Zunächst lernen sich Hannah und Darvey nur über Telefonate kennen, ohne sich persönlich real zu treffen oder zu kennen. Durch ein Zahlendreher bei einer Telefonnummer kommen die beiden ins Gespräch und lernen sich immer besser kennen. Als es zum ersten persönlichen Treffen kommen soll, taucht Darvey auf einmal nicht auf. Wovor hat er bei einem persönlichen Treffen Angst oder hat er vielleicht einen guten Grund dem Treffen aus dem Weg zu gehen?

Am Anfang passt die Geschichte (und übrigens auch das bunte Cover) auch zum lockeren Klappentext, aber mit der Zeit gewinnt er immer mehr an Tiefe und wird dadurch echt berührend und auf gewisse Art und Weise auch etwas schwer zu verkraften.

Dies ist auch ein klein wenig ein Kritikpunkt von mir. Es hätte dem Roman gut getan, einen entsprechenden Hinweis auf dem Klappentext stehen zu haben. Denn so könnten so manche Leser von der "leichten" Liebesgeschichte abgeschreckt oder andere wiederum enttäuscht werden. Ansonsten gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 30.04.2023

Wie weit geht man für das Leben seines Kindes?

Die Herzchirurgin
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Die Herzchirurgin Dr. Anna Jones soll ihren Patienten ein umstrittener Politiker bei einer eigentlich sicheren Herzoperation sterben lassen. Als Druckmittel haben ihre "Auftraggeber" ihren Sohn entführt ...

Die Herzchirurgin Dr. Anna Jones soll ihren Patienten ein umstrittener Politiker bei einer eigentlich sicheren Herzoperation sterben lassen. Als Druckmittel haben ihre "Auftraggeber" ihren Sohn entführt und drohen damit ihn sterben zu lassen, wenn sie den Tod nicht als natürlichen Tod durch bekommt.

So unter Druck gesetzt hat sie kaum eine Wahl, obwohl man als Leser sehr gut ihren inneren Kampf als Mutter und als Ärztin miterlebt. Auf den ersten Blick scheint alles glatt zu laufen, aber dann wird Anna durch Margot, eine pleite Krankenschwester, weiterhin erpresst. Sie war bei der OP dabei gewesen und konnte Annas Verhalten genau beobachtet.

War Annas Einsatz völlig umsonst gewesen, oder war ihre Entscheidung doch die richtige gewesen?

Außerdem gibt es da noch die Polizistin Rachel, die den mysteriösen Mord an Annas Nachbarin klären muss, die sich immer nachmittags um Annas Sohn gekümmert hat. Auch wenn Anna stur behauptet ihr Sohn befindet sich in Cornwall im Urlaub, glaubt ihr Rachel nicht und versteift sich in die Suche nach dem Kind.

Jack Jordan legt mit "Die Herzchirurgin" einen spannenden Thriller vor, der so einige überraschende Wendungen bereithält. Er wird abwechselnd aus allen 3 Perspektiven in der Ich-Form geschildert. So bekommt man nach und nach ein guten Eindruck vom Gesamtbild und kann auch das innere Dilemma von allen 3 Frauen gut miterleben. Ich habe mich insgesamt gut unterhalten gefühlt und würde mich freuen, wenn Jack Jordan mehr Bücher in Deutschland veröffentlicht.

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