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Veröffentlicht am 01.05.2023

✎ Ilona Einwohlt - Waldhof 2 Herzensfreundinnen

Herzensfreundinnen
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Ich hatte mich auf ein neues Pferdeabenteuer für unsere Schulbibliothek gefreut, in der dieses Genre allzeit beliebt ist. Doch mir hat es mit seinen vielen Themen, die es beinhaltet, leider nicht zugesagt ...

Ich hatte mich auf ein neues Pferdeabenteuer für unsere Schulbibliothek gefreut, in der dieses Genre allzeit beliebt ist. Doch mir hat es mit seinen vielen Themen, die es beinhaltet, leider nicht zugesagt ...

Ilona Einwohlt versucht in diesem Band um den Waldhof einiges unterzubringen: Rettung von Zirkustieren, Verliebtsein, LGBTQIA+, Klimawandel, Pubertät, ... (und noch so einiges mehr, aber ich möchte nicht (alles) spoilern)
Das ist (mir) zu viel. Dadurch hat die Geschichte ein enormes Tempo, dem man nicht immer ganz folgen kann. Dazu kommt, dass die Spannung auf sich warten lässt bzw. kaum vorhanden ist. Stellenweise ist die Erzählung sehr unglaubwürdig und nicht ganz stimmig. Oft kam mir sogar das Wort 'skurril' in den Sinn.

Das Buch wird vom Verlag ab 11 Jahren beworben. Da die Hauptcharaktere jedoch bereits 14 und 16 Jahre alt sind und viele Themen nicht aufgearbeitet/aufgelöst werden, würde ich es eher ab 13 Jahren empfehlen.

Von mir bekommt "Herzensfreundinnen" leider keine Leseempfehlung. Ich werde das Werk dennoch mit in unsere Schulbibliothek nehmen und die Zielgruppe - wobei ich die etwas höher ansetze - nach deren Meinung fragen.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 28.03.2023

✎ Katharina Kuhlmann - Die Reise nach Veganien

Die Reise nach Veganien
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Als ich dieses Buch in unserer Schulbibliothek entdeckte, war ich erstmal angetan. Dort eine Geschichte über Veganismus zu finden, ist nahezu unmöglich.

Als ich begann, die Erzählung zu lesen, war ich ...

Als ich dieses Buch in unserer Schulbibliothek entdeckte, war ich erstmal angetan. Dort eine Geschichte über Veganismus zu finden, ist nahezu unmöglich.

Als ich begann, die Erzählung zu lesen, war ich schnell ernüchtert.

Nicht nur, dass hier allerhand Klischees bedient werden. Nein, es tauchen ebenso an jeder Ecke Stereotype auf.

Frida ist das Mädchen mit dem zuckersüßen Puppengesicht. Eric kommt aus einer Metzgerfamilie, die grausam ist. Madhuri aus Indien ist in Deutschland geboren. Der türkisch Junge Onur bezeichnet sich selbst als 'Moslem', obwohl dies der veraltete Begriff für Muslim ist.

Frida weiß mit ihren 8 Jahren nicht, dass sie an einer Allergie leidet, bei der sie keine tierischen Produkte essen darf. Das ist nicht nur grob fahrlässig (schließlich könnte sie, wie alle Kinder, irgendwo irgendetwas probieren wollen), sondern auch höchst unglaubwürdig.

Fridas Mutter wird hin und wieder erwähnt, lebt jedoch in Veganien. Was sie dort macht und warum sie ihr Kind nicht mitnehmen kann, bleibt ein Geheimnis.

Eric, dem Antagonisten, widerfährt wirklich Schlimmes in der Erzählung. Dies wird bis zum Ende auch nicht aufgelöst, sodass man sich schweren Herzens fragt, was er noch alles zu erleiden hat.

"Die Reise nach Veganien" findet - zumindest in diesem Teil - nie statt.

Die Karte auf dem Vorsatz verpönt. Es ist die Rede von "Afrikanien" und Norden ist auf der rechten Seite. Wer hat sich das ausgedacht bzw. durchgewunken im Lektorat?

Vielleicht hätten einige Fragen im zweiten Teil aufgeklärt werden sollen, doch dieser scheint nie geschrieben bzw. publiziert worden zu sein.

Doch nicht nur die Geschichte ist wenig durchdacht. Dergleichen sind die Illustrationen nicht so schön anzusehen. Alle sehen aus, als hätten sie Fäustlinge an.

Und zum Schluss gibt es noch Werbung für vegane Schokolade und einen Energy Drink für "Lehrer und Eltern". Ernsthaft?

Von mir gibt es an dieser Stelle keine (Vor)Leseempfehlung. Schon gar nicht für Kinder ab 4 Jahren. (wie vom Verlag vorgesehen)

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 20.03.2023

✎ Mary E. Garner - Das Buch der gelöschten Wörter 3 Die letzten Zeilen

Das Buch der gelöschten Wörter - Die letzten Zeilen
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So, das ist es nun - das Ende der Trilogie.

Leider sind viele Ereignisse so eingetroffen, wie ich sie vorausgeahnt hatte. Die Autorin konnte mich kaum überraschen. Daher blieb die Spannung auf der Strecke.

Selbst ...

So, das ist es nun - das Ende der Trilogie.

Leider sind viele Ereignisse so eingetroffen, wie ich sie vorausgeahnt hatte. Die Autorin konnte mich kaum überraschen. Daher blieb die Spannung auf der Strecke.

Selbst als es dann zu einer Wende kam, wurde diese so plump eingebaut, dass ich fast schon darüber lachen musste.

Auch finde ich, dass man die Erzählung gut hätte kürzen können. Vielleicht einen richtig dicken Wälzer, maximal eine Dilogie. Es gab einfach so viele Lückenfüller, die allesamt hinten runter gefallen sind.

Was mir weiterhin schleierhaft bleibt, ist die Tatsache, dass Hope bereits 42 Jahre alt sein soll. Es gibt fast nichts Unpassenderes für dieses Genre. Ich hätte mir eine taffe 17-Jährige gewünscht, dich sich im Laufe der Geschichte entwickelt. Doch Entwicklung sucht man bei den Charakteren - bei allen! - vergebens.

Bereits jetzt beginnt "Der erste Federstrich" zu verblassen. Details aus "Zwischen den Seiten" sind bei mir kaum noch im Kopf. Und auch der dritte Band wird bald nur noch eine nette Erinnerung sein. "Das Buch der gelöschten Wörter" wird also nichts werden, was ich empfehle. Dafür hallt es mir einfach zu wenig nach.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 08.03.2023

✎ Reinhard Kleist - Der Traum von Olympia: Die Geschichte von Samia Yusuf Omar

Der Traum von Olympia
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Im Januar las ich bereits "Der Boxer - Die wahre Geschichte des Hertzko Haft". Also nahm ich auch "Der Traum von Olympia - Die Geschichte von Samia Yusuf Omar" aus der Bibliothek mit nach Hause.

Bereits ...

Im Januar las ich bereits "Der Boxer - Die wahre Geschichte des Hertzko Haft". Also nahm ich auch "Der Traum von Olympia - Die Geschichte von Samia Yusuf Omar" aus der Bibliothek mit nach Hause.

Bereits das Vorwort lies mich stocken, denn dort heißt es:

"Viele Ereignisse der fast ein Jahr dauernden Reise von Samia Yusuf Omar sind nicht mehr zweifelsfrei nachvollziehbar, so dass ich manche Situationen aus Berichten anderer Migranten entnehmen oder gar konstruieren musste. Dabei war ich auf meine Vorstellungskraft angewiesen, wie Menschen in Situationen handeln, was logisch auf eine Handlung folgt, was ein Mensch in einer bestimmten Situation denken und fühlen würde. Doch viele Vorkommnisse sind für einen behütet aufgewachsenen Europäer wie mich kaum begreifbar." (S. 5)

Da habe ich schon das erste Mal gedacht, dass man sich als Autor hätte Hilfe holen können. Man hätte Betroffene fragen können. Man hätte Helfende fragen können. Es gibt so viel mehr, als Situationen zu konstruieren. Vor allem bei diesem Thema.

Und ich finde, genau das merkt man diesem Comic auch irgendwie an.

Obwohl die Lebenslagen für Samia Yusuf Omar ständig bedrohlich sind, obwohl sie sich nie sicher fühlen kann und am Ende auch noch stirbt, konnte ich keine Nähe zu ihr aufbauen. Alles bleibt sehr an der Oberfläche.

Warum wurde sie beispielsweise für Peking ausgewählt? Wie kommt sie an die Unsummen von Geld, die sie für ihre Flucht benötigt? Was, verdammt nochmal, läuft am Ende schief, obwohl Hilfe so nah scheint?

Mit all den Fragen werden Lesende allein gelassen.

Mir scheint, dass Reinhard Kleist mit Omars Geschichte schnell seine Reihe fortsetzen wollte, doch meines Erachtens nach hätte hier tiefgreifendere Recherche betrieben werden müssen.

Als Denkanstoß in Bezug auf Flüchtlingspolitik ist diese Graphic Novel bestens geeignet. In den letzten Jahren hat sich auch schon einiges getan. Dennoch sehen wir tagtäglich, dass weiterhin Menschen sterben, die versuchen, ein besseres Leben (in Europa) zu erreichen.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 03.03.2023

✎ Petra Hartlieb & Hubert Flattinger - Ein Fall für Martha & Mischa 1 Der Wald heult

Der Wald heult - Ein Fall für Martha & Mischa
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Kinderkrimis sind in unserer Schulbibliothek sehr beliebt. Daher war ich froh, einen entdeckt zu haben, der nicht zu den üblichen Reihen gehört, sondern sich gänzlich um Tierschutz dreht.

Leider werde ...

Kinderkrimis sind in unserer Schulbibliothek sehr beliebt. Daher war ich froh, einen entdeckt zu haben, der nicht zu den üblichen Reihen gehört, sondern sich gänzlich um Tierschutz dreht.

Leider werde ich "Ein Fall für Martha & Mischa" nicht weiter verfolgen, denn mich konnte das Buch so gar nicht abholen.

Ich fand es anfangs interessant, dass die Kapitel immer abwechselnd aus der Sicht der Zwillinge erzählt werden. Da sich die Kinder jedoch sehr ähneln und es in der Geschichte nicht auf tiefe Gefühle ankommt, hätte auch eine Perspektive ausgereicht.

Zudem benötigt die Erzählung ungefähr 3/4 des gesamten Werkes, um endlich auf Fahrt zu kommen. Vorher wird ganz viel erzählt, wie sich Martha & Mischa einleben, aber von Spannung keine Spur.
Erst auf den letzten Seiten macht der Tierschutzkrimi seinem Genre Ehre und die Kinder bringen sich (unnötig) in Gefahr.

Für mich hat manches einfach nicht zusammengepasst. Es klang noch zu unausgereift.
Gerade zum Schluss hin hätte man noch genauere Informationen für Lesende bereithalten können.

Was mir außerdem überhaupt nicht zugesagt hat, sind die Zeichnungen. Ulrike Halvax hat zwar versucht, etwas Besonderes zu schaffen, weil sie schwarz-weiß-Illustrationen mit grünen Elementen verbindet, doch der Stil an sich ist absolut nicht meins.

"Der Wald heult" konnte mich bedauerlicherweise nicht überzeugen. Ich bin gespannt, was die Zielgruppe dazu sagt.

©2023 Mademoiselle Cake