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Veröffentlicht am 09.05.2023

Sehr gelungenes Hörbuch!

Der große Karneval der Tiere
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Der vegane Brandenburger Wolf Wolfgang führt den Hörer mit viel Witz und Esprit durch den große Karneval der Tiere, auf den er sich heimlich an der Einlasskontrolle vorbei geschmuggelt hat. Sequenzen der ...

Der vegane Brandenburger Wolf Wolfgang führt den Hörer mit viel Witz und Esprit durch den große Karneval der Tiere, auf den er sich heimlich an der Einlasskontrolle vorbei geschmuggelt hat. Sequenzen der Originalkomposition von Camille Saint-Saëns werden ergänzt durch drei neue Stücke internationaler Komponisten und wechseln sich mit den Bemerkungen des Wolfs Wolfgang ab, der das Geschehen beim Karnevalsumzug sehr humorvoll  und unterhaltsam beschreibt. Wolfgangs Worte unterstreichen die Assoziationen, die die Musik hervorruft, perfekt, und fein eingestreute Hinweise zu den eingesetzten Instrumenten vermitteln spielerisch Wissen und laden dazu ein, genau hinzuhören.

Der Sprecher Frederic Böhle verstimmlicht den Wolf ganz wunderbar und fein nuanciert, und es macht großen Spaß, dem Hörbuch zu lauschen.

Fazit: Unsere ganze Familie hatte beim Hören viel Spaß, und durch die gelungene Mischung aus klassischer Musik und lustigen Textpassagen hörte auch mein 9jähriger Sohn gebannt zu. Ich vergebe 5 Sterne und empfehle das Hörbuch wärmstens weiter!

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Veröffentlicht am 09.05.2023

Quantenphysik anschaulich erklärt

Warum wir nicht durch Wände gehen*
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In "Warum wir nicht durch Wände gehen*" macht sich der österreichische Physiker und Wissenschaftsjournslist Florian Aigner daran, Quantenphysik für Laien verständlich zu erklären.

Da ich selbst Naturwissenschaftlerin ...

In "Warum wir nicht durch Wände gehen*" macht sich der österreichische Physiker und Wissenschaftsjournslist Florian Aigner daran, Quantenphysik für Laien verständlich zu erklären.

Da ich selbst Naturwissenschaftlerin bin und mich noch gut an meine Vorlesungen in theoretischer Physik erinnere, war ich sehr gespannt darauf, ob es gelingen kann, diese hochkomplexe Thematik so zu vermitteln, dass das Buch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann.

Aigners Schreibstil ist locker und unterhaltsam, und er nähert sich der Quantenphysik mit vielen anschaulichen Vergleichen und einer guten Prise Humor. Hierdurch liest sich das Buch sehr flüssig. Immer wieder ergänzen kleine eingestreute Skizzen den Text. Angefangen beim Welle-Teilchen-Dualismus und den berühmten Doppelspalt-Experimenten, über die Hesienbergsche Unschärferelation, Spin, Polarisation und das berühmte Stern-Gerlach-Experiment, bis zum Pauli-Prinzip und Schrödingers Katze spannt Aigner den Bogen. Auch die Bedeutung der Quantenphysik für unser alltägliches Leben wird in einem Kapitel thematisiert. Um allgemeinverständlich zu bleiben, vereinfacht Aigner hier natürlich stark, auf Formeln und mathematische Konstrukte verzichtet er selbstverständlich ganz. Es gelingt ihm jedoch sehr gut, ein Grundverständnis für die Welt der Quantenphysik zu vermitteln.

Das größte Verdienst des Buches ist es aus meiner Sicht, dass Aigner mit seinem Buch der Mystifizierung der Quantenphysik entgegentritt und klar mit pseudowissenschaftlichen, spirituellen und esoterischen Deutungen aufräumt.

Fazit: Eine sehr gelungene populärwissenschafliche Auseinandersetzung mit der Quantenphysik, die auch für naturwissenschaftlich interessierte Jugendliche ab ca. 14-15 Jahren hervorragend als Einstieg geeignet ist.

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Veröffentlicht am 09.05.2023

Hervorragendes Debüt

So weit der Fluss uns trägt
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Die anfangs 17jährige Victoria lebt Ende der 1940er Jahre zusammen mit ihrem Vater, ihrem Bruder und ihrem Onkel auf einer Farm am Rande der Kleinstadt Iola in Colorado und muss seit dem frühen Unfalltod ...

Die anfangs 17jährige Victoria lebt Ende der 1940er Jahre zusammen mit ihrem Vater, ihrem Bruder und ihrem Onkel auf einer Farm am Rande der Kleinstadt Iola in Colorado und muss seit dem frühen Unfalltod ihrer Mutter auf der Farm viel mitarbeiten und auch den kompletten Haushalt führen. Eines Tages begegnet sie in Iola einem fremden dunkelhäutigeren Jungen, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt, der aber von allen anderen im Ort vehement abgelehnt wird. Victoria lässt sich in ihren Gefühlen nicht beirren. Sie ahnt nicht, welches Unglück bald hereinbrechen und sie zwingen wird, schmerzhafte Entscheidungen zu treffen, die ihr Leben für immer verändert werden.

Die Geschichte wird aus Victorias Perspektive in der Ich-Form erzählt und umfasst den Zeitraum zwischen 1948 und 1971. Victorias Schicksal hat mich sehr berührt, und ich habe beim Lesen oft innegehalten und überlegt, wie ich in dieser Situation, in dieser Zeit und unter diesen familiären und gesellschaftlichen Umständen gehandelt hätte. Stellenweise ist das Buch so tieftraurig, dass ich gelegentlich eine Pause eingelegt und das Buch entgegen meiner Gewohnheit über mehrere Tage gelesen habe.

Der Schreibstil des Buches hat mir besonders gut gefallen. Victorias Situation, ihre Gedanken und Gefühle und ihre Entwicklung sind sehr detailliert, lebendig und gut nachvollziehbar geschildert, Victoria war mir sofort sehr nahe und ich konnte mit ihr mitfühlen. Sehr ausführlich und stimmungsvoll beschreibt Read Shelley auch die raue und karge Landschaft Colorados und der Big Blue Wilderness.

Die Geschichte macht trotz vieler trauriger Momente Mut, auf die eigene Stärke zu vertrauen, die Hoffnung nicht aufzugeben und zu seinen Entscheidungen zu stehen. Er zeigt auch, wie wichtig es ist, genau hinzusehen, nicht vorschnell zu urteilen und hinter die Fassaden der anderen zu blicken.

Ich wurde auf das Buch eher zufällig aufmerksam und wurde absolut positiv überrascht - "Soweit der Fluss uns trägt" ist für mich ein wirklich bemerkenswerter Debütroman, den ich nur weiterempfehlen kann!

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Veröffentlicht am 09.05.2023

Grandios!

Elternabend
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Furios, aberwitzig, skurril, urkomisch, nachdenklich, kurzweilig, abwechslungsreich und höchst unterhaltsam - das alles ist für mich "Elternabend" von Sebastian Fitzek, der hier einmal nicht als Thrillerautor ...

Furios, aberwitzig, skurril, urkomisch, nachdenklich, kurzweilig, abwechslungsreich und höchst unterhaltsam - das alles ist für mich "Elternabend" von Sebastian Fitzek, der hier einmal nicht als Thrillerautor unterwegs ist, sondern auf neuen Wegen den Horror eines Elternabends aufs Korn nimmt, mit einem wendungsreichen und grandios abstrusen Plot verquickt und mit viel Wortwitz garniert.

Die einzelnen Charaktere sind wunderbar pointiert getroffen und herrlich überzeichnet, und vermutlich erkennt jeder Hörer und jede Hörerin die ein oder andere Person aus dem eigenen Erfahrungsschatz wieder. Auch ernste Themen wie Suizid, Mobbing und Depressionen werden aufgegriffen, wobei Fitzek auf Mark Twain verweist, demzufolge die verborgene Quelle des Humors nicht Freude, sondern Kummer sei.

Das ungekürzte Hörbuch mit einer Laufzeit von knapp 5 Stunden wurde von dem großartigen Simon Jäger wunderbar flott eingesprochen. Simon Jäger verleiht jeder Figur eine unverwechselbare Note und spricht sie so lebendig und mit so viel Spielfreude, dass ich voll in die Geschichte eintauchen konnte und alles lebhaft vor mir sah. Auch den humorvollen Unterton trifft er wirklich großartig, und ich habe dieses Hörbuch sehr genossen.

Ich kann das Hörbuch rundum weiterempfehlen und hoffe, dass Sebastian Fitzek noch viele weitere Nicht-Thriller folgen lässt!

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Veröffentlicht am 04.05.2023

Hervorragend!

Wolf
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Kemi wird von seiner Mutter zum Ferienlager im Wald angemeldet, da sie in den Ferien keinen Urlaub bekommen hat. Kemi ist alles andere als begeistert - mit Natur kann er nichts anfangen, Ferienlager im ...

Kemi wird von seiner Mutter zum Ferienlager im Wald angemeldet, da sie in den Ferien keinen Urlaub bekommen hat. Kemi ist alles andere als begeistert - mit Natur kann er nichts anfangen, Ferienlager im Wald klingt nach fiesen Insekten und Brennnesseln und nach Gruppenprogramm mit nervigen Kids aus seiner Jahrgangsstufe. Im Ferienlager ist Jörg sein Zimmergenosse. Jörg ist auch ein Außenseiter, gilt als uncool und wird von seinen Mitschülern gehänselt, insbesondere Marko und seine Kumpels  haben es auf ihn abgesehen und machen ihm das Leben schwer.

Nachdem ich bereits das Buch begeistert gelesen habe, war ich nun sehr gespannt auf das Hörbuch, das der Autor selbst eingelesen hat.

Zunächst brauchte ich einen Moment, um mich auf Sasa Stanisic einzuhören, aber nach ein paar Minuten war ich richtig in der Geschichte drin. Es gelingt Sasa Stanisic wunderbar, Kemis Erlebnisse im Zeltlager, seine Gedanken, Zweifel und Ängste auszudrücken und lebendig werden zu lassen. Sehr einfühlsam trifft er genau den richtigen Ton und die richtigen Worte, um Kemis Gefühlswelt spürbar werden zu lassen.

Einiges kam mir aus meiner eigenen Schulzeit bekannt vor, die teils verhängnisvolle Gruppendynamik, kleine Boshaftigkeiten und spöttische Bemerkungen, denen man ausgesetzt ist, wenn man irgendwie aus dem Mainstream ausschert. Wer anders ist, ist schnell aussen vor. Die Betreuer stehen hilf- und ideenlos dabei, sehen vor allem weg.

Zwischen Jörg und Kemi entwickelt sich eine leise Freundschaft, und Kemi lernt, sich seinen Ängsten zu stellen und sie zu überwinden.

Ein leises, sehr gelungen eingesprochenes Hörbuch über das Anderssein, über den Umgang mit Mobbing, über Freundschaft und Toleranz, und über den Mut, zu sich selbst zu stehen.

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