Profilbild von Stillesen

Stillesen

Lesejury Star
offline

Stillesen ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Stillesen über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.09.2023

Finale mit Schwächen

Eine Dame mit Geheimnissen
0

Im vierten und somit finalen Band der Lilienpalais-Reihe sollen wir nun endlich erfahren, welches Geheimnis Nanette, die als Gouvernante im Hause „von Seybach“ tätig ist, umgibt. Den männlichen Part der ...

Im vierten und somit finalen Band der Lilienpalais-Reihe sollen wir nun endlich erfahren, welches Geheimnis Nanette, die als Gouvernante im Hause „von Seybach“ tätig ist, umgibt. Den männlichen Part der Geschichte übernimmt der Zeitungsverleger Ferdinand von Rückl, der Nanette das Leben schwer, aber auch prickelnd macht.

Ich habe mich riesig auf diesen Teil der Reihe gefreut und hatte dementsprechend auch hohe Erwartungen. Leider konnten sie nicht ganz erfüllt werden.

Während des Lesens haben sich viele offene Fragen rund um Nanette geklärt. Dabei springt das Buch durch die Handlung der vorherigen drei Bände. Die Zeitsprünge und auch verschiedenen Handlungen haben mich teilweise verwirrt und auch für eine gewisse Hektik gesorgt. Das ist sehr schade, denn der Schreibstil ist wie gewohnt angenehm und flüssig.

Man sollte berücksichtigen, dass man das Buch besser erst lesen sollte, wenn man die vorherigen Teile der Reihe gelesen hat - für das Verständnis der drei ersten Bände ist das nicht notwendig, wenn auch zur Vermeidung von Spoilern ebenso angeraten.

Die Handlung wird aus vier Perspektiven erzählt und so ist bei mir nicht so ganz der Funke zur Hauptperson der Geschichte (Nanette) übergesprungen, ich konnte mich nicht in sie hineinversetzen.

Trotz allem habe ich das Buch gerne gelesen, es ist nur nicht der gewünschte krönende Abschluss geworden.

Wer die Reihe bereits kennt, sollte sich diesen Teil nicht entgehen lassen! Ich vergebe 3,5/5 Sternen und freue mich auf weitere Bücher des Autorinnen-Quartetts.

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an das Team vom Bloggerportal.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.06.2023

Ein Buch mit besonderer Atmosphäre

Die Tochter des Doktor Moreau
0


Die Autorin hat den Klassiker „Die Insel des Doktor Moreau“ von H.G. Wells neu interpretiert. Vielleicht lag es daran, dass ich das Buch nicht gelesen habe, dass „Die Tochter des Doktor Moreau“ leider ...


Die Autorin hat den Klassiker „Die Insel des Doktor Moreau“ von H.G. Wells neu interpretiert. Vielleicht lag es daran, dass ich das Buch nicht gelesen habe, dass „Die Tochter des Doktor Moreau“ leider hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist. Gerade auch, weil ich von dem vorherigen Buch von Silvia Moreno-Garcia, „Der mexikanische Fluch“, total begeistert war.

Darum geht es: Carlotta Moreau wächst in den Tiefen des mexikanischen Dschungels auf. Auf der Halbinsel Yucatán lebt sie zusammen mit ihrem Vater, dem Vorsteher des Haushalts Montgomery und den sogenannten Hybriden zusammen. Als der Sohn ihres Geldgebers Lizalde auftaucht, macht er der schönen Carlotta den Hof und das Drama nimmt seinen Lauf…

Was dieses Buch wieder hat, ist eine besondere Atmosphäre, was an dem tollen Schreibstil der Autorin liegt.

Abwechselnd aus Carlottas und Montgomerys Sicht erzählt, wird den Lesenden langsam klar, was hinter den Hybriden steckt: Halb Mensch, halb Tier müssen die armen Kreaturen als billige Arbeitskräfte für den Geldgeber Lizalde schuften. Es war einfach monströs und bizarr.

Die vielschichtigen Charaktere sind gut herausgearbeitet und ich fand, dass besonders Dr. Moreau eine interessante Figur ist. Carlotta ist nicht nur bildhübsch und sanft, sie ist auch wild und ungezähmt und sie ist, wie das Cover unschwer erahnen lässt, die Hauptperson in der Geschichte.

Ich habe vergeblich auf den großen Twist oder Kick gewartet und so kommt die Geschichte eher ruhig daher und hatte leider Längen für mich. Meiner Meinung nach hätte man auf jeden Fall mehr aus allem rausholen können.

Trotz allem ist es ein interessantes und anderes Buch fernab des Mainstreams. Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen und bin auf die nächsten Werke von Moreno-Garcia gespannt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2023

Traust du deinen Erinnerungen?

Erinnere dich!
0

Schon beim Prolog hat mich das Buch regelrecht gepackt.

Der Thriller wird aus der Perspektive von Arno erzählt. Nach und nach dringen wir in die tiefsten Spähren seiner Gedankenwelt ab. Darauf liegt auch ...

Schon beim Prolog hat mich das Buch regelrecht gepackt.

Der Thriller wird aus der Perspektive von Arno erzählt. Nach und nach dringen wir in die tiefsten Spähren seiner Gedankenwelt ab. Darauf liegt auch das Hauptaugenmerk, sein Beruf, das Klassentreffen und seine Frauen sind eher nebensächlich. Dann taucht plötzlich ein Handy auf und macht die Sache interessant. Ich habe beim Lesen auch definitiv Psychothrill verspürt.

Besonders die Flashbacks in die Vergangenheit haben mir gut gefallen. Wir lernen die Clique von damals Stück für Stück besser kennen. Dann erscheinen wieder Nachrichten auf dem Handy und Arnos Gedankenkarussell fängt an sich zu drehen. Hinterher war ich mir als Leserin auch echt unsicher, was ich glauben soll.

Die Erzählweise ist dabei eher langsam. Ich habe immer darauf gewartet, dass das Tempo jetzt angezogen wird: Aber nein, Max Reiter aka Andreas Götz - wie der Autor im wahren Leben heißt - ließ sich nicht treiben und blieb durchgängig in einem (Erzähl-)Takt, der für meine Begriffe schneller hätte sein können.

So kommt das Buch eher leise daher und mit der Aufklärung eines „Cold Case“ ist es auch unblutig, so dass das Buch auch durchaus etwas für jüngere Leser ist.

„Erinnere dich!“ ist ein Psychothriller mit einer guten Grundidee und viel Potenzial, das leider nicht ganz ausgeschöpft wurde. Ich vergebe 3,5/5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.04.2023

Himmel und Holle ermitteln

Quallenplage
0

„Quallenplage“ ist der erste Krimi von Susanne Bergstedt und der Auftakt einer neuen Cosy-Crime-Reihe rund um die beiden eigensinnigen Ermittlerinnen Telse Himmel und Wanda Holle.

Als die Leiche der örtlichen ...

„Quallenplage“ ist der erste Krimi von Susanne Bergstedt und der Auftakt einer neuen Cosy-Crime-Reihe rund um die beiden eigensinnigen Ermittlerinnen Telse Himmel und Wanda Holle.

Als die Leiche der örtlichen Grundschullehrerin, umgeben von einem Schwarm Feuerquallen, an den Strand von Schilksee gespült wird, glaubt Wanda Holle keinen Moment an die Unfalltheorie der Polizei. Zusammen mit ihrer langjährigen Freundin Telse beginnt sie, auf eigene Faust zu ermitteln.

Das Cover und der Klappentext suggerierten mir direkt leichte Spannung mit Lokalkolorit.

Der Einstieg in die Geschichte ist mir leicht gefallen und war mit dem Prolog aus Sicht einer Möwe sehr vielversprechend.

Es war schön, Schilksee und seine Einwohner zu erkunden und ein bisschen Küstenluft zu „schnuppern“.

Leider war das Buch im Mittelteil etwas zu cozy für meinen Geschmack, kurzum: Es passierte mir zu wenig. Dafür war das, was passiert ist durchaus witzig und unterhaltsam.

Für mich waren die Charaktere sympathisch, mit Wiedererkennungswert, aber leider stellenweise zu überzeichnet. Gerade Wanda Holle ist allzu oft eine Spur „drüber“ und hat mich irgendwann mehr genervt als unterhalten.

Zu hundert Prozent gematcht haben das Buch und ich nicht, trotzdem ist es nette und leichte Kost, die ich mir sehr gut als Urlaubslektüre vorstellen kann!

Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen und bedanke mich herzlich beim Dumont Verlag für das Zusenden des Leseexemplars!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.02.2023

Tolle Märchenadaption

Frau Holles Labyrinth
0

Märchen sind grausam. Das hat sich die Autorin wohl zu Herzen genommen, als sie diese Märchenadaption von Frau Holle geschrieben hat.

Darum geht es: Als sich Mary mit ihrer Schwester Moira streitet, ...

Märchen sind grausam. Das hat sich die Autorin wohl zu Herzen genommen, als sie diese Märchenadaption von Frau Holle geschrieben hat.

Darum geht es: Als sich Mary mit ihrer Schwester Moira streitet, fällt ihr das Amulett ihrer verstorbenen Mutter in den Brunnen. Sie klettert hinunter und landet plötzlich in einer anderen, düsteren Welt mit einer gnadenlosen Herrscherin, die alle nur „Holle“ nennen.

Sowohl den Start als auch das Ende des Buches fand ich sehr gelungen und packend. Den Mittelteil habe ich als etwas zäher empfunden, irgendwie flachte die Dynamik und Spannung für mich als Leserin merklich ab.

Die Grundidee der Neuerzählung fand ich ganz zauberhaft und ich wollte deshalb unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht.

Das verspielte Cover und der Buchschnitt im fröhlichen lila haben mich allerdings nicht erahnen lassen, wie brutal und grausam die Beschreibungen in der Geschichte waren. Der Inhalt ist definitiv nichts für Romantik-liebende Träumerinnen.

Der Epilog war echt abgefahren und ruft meiner Meinung nach einer Fortsetzung! Ich war regelrecht empört über den Ausgang des ganzen Abenteuers und es war für mich nicht zufriedenstellend.

Fazit: „Frau Holles Labyrinth“ ist eine innovative Märchenadaption mit echt guten Ansätzen, die mich am Ende aber nicht ganz überzeugen konnte. Ich vergebe dafür 3,5/5 Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere