Profilbild von SimoneF

SimoneF

Lesejury Star
offline

SimoneF ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit SimoneF über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.06.2023

Vor allem als Hörbuch super

Die Unverbesserlichen – Die Revanche des Monsieur Lipaire (Die Unverbesserlichen 2)
0

"Die Unverbesserlichen - Die Rache des Monsieur Lipaire" ist der zweite Band der Reihe "Die Unverbesserlichen". Ich kannte den ersten Teil nicht, und brauchte zunächst ein bisschen, um mich zurechtzufinden. ...

"Die Unverbesserlichen - Die Rache des Monsieur Lipaire" ist der zweite Band der Reihe "Die Unverbesserlichen". Ich kannte den ersten Teil nicht, und brauchte zunächst ein bisschen, um mich zurechtzufinden. Der zweite Band referenziert häufig auf den ersten Teil, so dass es vorteilhaft ist, diesen zuerst zu hören. Da im Laufe der Geschichte die zum Verständnis nötigen Informationen eingestreut werden, ist es aber möglich, mit Band 2 einzusteigen.

Die sechsköpfige Gruppe, die sich "Die Unverbesserlichen" nennt, besteht aus Guillaume Lipaire, der eigentlich Wilhelm Liebherr heißt und seinen Verdienst als Hausmeister durch illegale Vermietung leerstehender Ferienhäuser aufbessert, Paul, dem ehemaligen Fremdenlegionär, der leidenschaftlich gerne gärtnert und mit Hanf aus eigenem Anbau dealt, Karim, dem jungen und etwas begriffstutzigen Taxibootfahrer, Jacqueline, der Tochter des Bürgermeisters, die Schauspielerin werden möchte, Delphine, die einen kleinen Handyladen führt, und der hochbetagten Österreicherin Lissy mit ihrem Pudel Louis XIV, die mit Vorliebe reiche Männer anbaggert.

Mit nicht ganz legalen Mitteln, aber immer in bester Absicht versuchen die Sechs, die Pläne der Familie Vicomte zu durchkreuzen, die den normalen Bürgern von Port Grimaud an der Côte d'Azur das Leben schwer macht. Aufgrund der illustren Zusammensetzung der Gruppe sind kuriose Szenen mit viel Slapstickpotential vorprogrammiert, und nicht umsonst gibt es immer wieder Anspielungen auf Louis de Funès.

Der Anfang ist etwas langatmig, und an der ein oder anderen Stelle hätte ich mir eine etwas straffere Erzählweise und etwas mehr Spannung gewünscht. Wer einen klassischen Krimi mit Action und Nervenkitzel sucht, wird hier nicht fündig werden. Die Geschichte lebt vielmehr von ihrem speziellen Humor um die tollpatschige Gaunertruppe, und wird eher die Freunde alter Louis-de-Funès-Filme begeistern.

So wie diese Filme von der speziellen Art des Komikers leben, entfalten auch "Die Unverbesserlichen" ihre volles Potenzial erst durch den grandiosen Sprecher Axel Prahl (bekannt als Kommissar Thiel aus dem Münsteraner Tatort), der die einzelnen Figuren unglaublich genial und facettenreich verstimmlicht. Jeder Charakter erhält eine unverwechselbare Note, und allein Axel Prahls Interpretation der kapriziösen Österreicherin Lissy fand ich so überragend und urkomisch, dass sich bereits dafür das Hörbuch lohnt.

Für die Geschichte vergebe ich 3,5 Sterne, für die herrliche Hörbuchversion aber 5 Sterne, da Axel Prahl deren Komik erst richtig zur Geltung bringt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.06.2023

Liebevoll illustriertes magisches Kinderbuch

Cosmo Zauberkater (Bd. 1)
0

​Wenn man "Cosmo Zauberkater" von Barbara Rooslow in Händen hält, fällt einem sofort das farbenfroh gestaltete und silbrig glitzernde Cover auf. Der Glanzeffekt ist auf den Fotos online nicht erkennbar.


Auch ...

​Wenn man "Cosmo Zauberkater" von Barbara Rooslow in Händen hält, fällt einem sofort das farbenfroh gestaltete und silbrig glitzernde Cover auf. Der Glanzeffekt ist auf den Fotos online nicht erkennbar.


Auch das Buchinnere wurde von Dorothee Mahnkopf reichhaltig mit wunderschönen und ausdrucksstarken schwarz-weißen Illustrationen versehen. Den kleinen schwarzen tollpatschigen Straßenkater Cosmo, dessen weisse Vorderpfote immer verdächtig juckt, haben wir auf Anhieb ins Herz geschlossen. Er landet im Laufe der Geschichte auf der Zauberschule in Wickfield, wo er mit der ebenso schusseligen wie liebenswerten Zauberschülerin Aywa ein Team bildet und mit ihr von einem Schlamassel ins nächste rutscht. Die Erlebnisse der beiden sind wunderbar erzählt und spannend bis zu Schluss.

Die Geschichte ist sprachlich abwechslungsreich erzählt und perfekt für Leser und Leserinnen ab der 3. Klasse. Da der Titel den Zusatz "1" trägt, hoffen wir sehr auf eine Fortsetzung der Abenteuer von Cosmo und Aywa und können Band 1 rundum weiterempfehlen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.06.2023

Wunderschöne Geschichte

Der fabelhafte Herr Blomster - Ein Schulkiosk voller Geheimnisse
0

"Der fabelhafte Herr Blomster" von Sven Gerhardt ist ein sehr gelungenes, spannendes Kinderbuch mit vielen skurrilen und kreativen Einfällen. Der Hausmeister Her Blomster ist wirklich liebenswert, und ...

"Der fabelhafte Herr Blomster" von Sven Gerhardt ist ein sehr gelungenes, spannendes Kinderbuch mit vielen skurrilen und kreativen Einfällen. Der Hausmeister Her Blomster ist wirklich liebenswert, und mit Meta von Magnolien hat sich der Autor eine außergewöhnliche und schillernde Person einfallen lassen.

Das Buch eignet sich perfekt für Grundschüler ab der dritten Klasse. Neben dem in Druckschrift gehaltenen Buchtext sind einzelne Passagen, die Auszüge eines Tagebuches darstellen, in Schreibschrift gedruckt. Dies ist auf den ersten Blick etwas ungewohnt, doch mein neunjährige Sohn hatte keine Probleme, diese zu lesen. Ich empfinde den Wechsel in der Schriftart als Bereicherung, da er die Lesekompetenz der Kinder im gebundener Schrift stärkt. Für Auflockerung sorgen die hübschen schwarz-weißen Illustrationen.

Besonders gut gefallen hat uns, dass ganz nebenbei auch historische Persönlichkeiten wie Pablo Picasso und Rainer Maria Rilke in die Geschichte eingewoben wurden.

Ein wirklich gelungenes, rundum empfehlenswertes Buch!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.06.2023

Hochinteressant und toll geschrieben

Vom Zauber des Untergangs
0

Seit wir damals im Lateinunterricht Auszüge der Briefe von Plinius d. J. über den Ausbruch des Vesuv und den Untergang von Pompeji übersetzt haben, hat mich diese Stadt fasziniert und das Schicksan der ...

Seit wir damals im Lateinunterricht Auszüge der Briefe von Plinius d. J. über den Ausbruch des Vesuv und den Untergang von Pompeji übersetzt haben, hat mich diese Stadt fasziniert und das Schicksan der Bewohner berührt, und auf der Abiturfahrt habe ich sie vor über 20 Jahren besucht. Als ich nun von Gabriel Zuchtriegels Buch "Der Zauber des Untergangs" hörte, wollte ich dieses sofort lesen.

Der sehr lebendige Schreibstil des Autors liest sich sehr angenehm und unterhaltsam. In sehr persönlichen Worten geht er auf seine eigene Motivation, Archäologe zu werden, ein und beschreibt für seine Entwicklung prägende Erlebnisse seines Studiums und seines Berufslebens.

Anhand bestimmter Fundstücke in den Häusern von Pompeji, wie der Statue des Apollo Citarista, Mythenbildern im Haus der Vettier oder dem Fries im Haus der Mysterien erklärt Zuchtriegel in den ersten beiden Kapiteln die Bedeutung griechischer Kultur für die Römer, das Verhältnis zur Sexualität in der Antike, altertümliche Statussymbole, Mysterienkulte und Riten. Hierbei geht er auch ausführlich auf die Schwierigkeiten ein, aus dem heutigen kulturellen Blickwinkel heraus die damaligen Bedeutungen zu erfassen und in den Kontext einzuordnen. Dies führt dazu, dass sich in der Deutung vieler Objekte und Bilder die Einschätzungen der Archäologen wesentlich unterscheiden. Im dritten Kapitel stehen mit einem antiken Prunkwagen und der Ausgrabung eines Sklavenzimmers neue Funde in einer Villa bei Civita Giuliana im Mittelpunkt. Besonders interessant fand ich im dritten und vierten Kapitel, welche gesamtgesellschaftlichen Schlüsse sich anhand von einzelnen Grabinschriften und Bestattungsriten ziehen ließen, etwa auf die Bevölkerungszahl im alten Pompeji, das kulturelle Leben (etwa Theateraufführungen in griechischer Sprache), soziale Aufstiegsmöglichkeiten und wirtschaftliche Probleme und Hungersnöte.

Am Ende des Buches befindet sich ein reichhaltiger Bildteil, der unter anderem Aufnahmen aller im Buch besprochener Objekte und Gemälde enthält. Hier wäre es sicherlich noch schöner gewesen, wenn die Bilder an den jeweils passenden Stellen im Text eingefügt worden wären, so dass man sie direkt vor Augen hat. Beim gedruckten Buch ist ein Nachschlagen im Bildteil parallel zum Text relativ komfortabel möglich, beim ebook wären entsprechende Links zum passenden Bild sehr hilfreich.

Fazit: Ein äußerst empfehlenswertes, sehr interessantes und aufschlussreiches Buch, über das ich viele neue Aspekte des antiken Lebens kennengelernt habe, und das durch den offenen und persönlichen Schreibstil von Gabriel Zuchtriegel besticht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.05.2023

Klassischer Krimi

Wenn Worte töten
0

"Wenn Worte töten" ist bereits der dritte Band der Reihe um den ehemaligen Kriminalbeamten Daniel Hawthorne, der als Berater der Polizei arbeitet und bei komplexen Fällen hinzugezogen wird. Für mich war ...

"Wenn Worte töten" ist bereits der dritte Band der Reihe um den ehemaligen Kriminalbeamten Daniel Hawthorne, der als Berater der Polizei arbeitet und bei komplexen Fällen hinzugezogen wird. Für mich war es das erste Buch von Anthony Horowitz, und da keine Vorkenntnisse nötig sind, konnte ich mit diesem Band problemlos einsteigen.

Im Roman begleitet der Schriftsteller Anthony Horowitz als autofiktionaler Ich-Erzähler Daniel Hawthorne bei seinen Ermittlungen und schreibt darüber. Die Konstellation aus genialem, aber etwas eigenem Privatdetektiv und seinem Chronisten, der sich eher vergeblich bemüht, bei der Aufklärung zu helfen, erinnert mich stark an Hercule Poirot und seinen Hastings. Auch der Schreibstil, die wendungsreiche Geschichte und die Art des Falles, bei dessen Lösung es auf kleinste Details ankommt, lassen unwillkürlich an Agatha Christie denken. Es ist sicherlich kein Zufall, dass der Autor die Drehbücher zu den Poirot-Verfilmungen verfasst hat.

Die Figur des Daniel Hawthorne finde ich richtig spannend. Sie ist undurchsichtig und eigen, ein scharfer Beobachter, der auf der Insel Aldernay den Schatten seiner Vergangenheit begegnet. Wie er hier seine eigenen Ziele verfolgt, erinnert mich fast ein wenig an Dürrenmatts "Der Richter und sein Henker".

Der Fall bleibt spannend bis zum Schluß, und ist ideal für alle, die gerne selbst miträtseln und Spaß an verzwickten Details haben.

Ein besonderes Vergnügen wird die Geschichte als Hörbuch durch den brillianten Sprecher Uve Teschner. Wie er jeder Figur eine individuelle Note verleiht und sie beinahe wie in einem Hörspiel zum Leben erweckt, ist einfach große Klasse.

Eine absolute Hörempfehlung für alle, die Krimis im Stile von Agatha Christie, Dorothy L. Sayers oder Arthur Conan Doyle lieben!


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere