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Karolina_Hruskova

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Veröffentlicht am 16.04.2024

Willkommen auf der grünen Insel

Songs of Emerald Hills
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Achtung: Wenn ihr "Songs of emerald hills" lest, bekommt ihr unglaubliches Fernweh!

Der Einstieg in die Geschichte war sehr natürlich und auch leicht. Ich habe mich direkt willkommen gefühlt, genauso ...

Achtung: Wenn ihr "Songs of emerald hills" lest, bekommt ihr unglaubliches Fernweh!

Der Einstieg in die Geschichte war sehr natürlich und auch leicht. Ich habe mich direkt willkommen gefühlt, genauso wie auch Caroline in Irland. Die Beschreibung der Landschaft und der Idylle war einfach magisch und so anschaulich und detailliert, dass man selbst kaum noch eigene Vorstellungskraft gebraucht hat. "Songs of emerald hills" strahlt eine enorme Herzlichkeit und Harmonie aus.

Die Geschichte war schon sehr früh vorhersehbar, dennoch habe ich Caroline und Conor gerne auf dem Weg begleitet. All ihre Gedanken, Handlungen und Probleme waren authentisch und es gab kein künstliches Drama, das die Geschichte unnötig hinzog. Lediglich Conors Ehrgeiz empfand ich hin und wieder als zu viel.

Anabelle Stehl hat es wunderbar geschafft, wichtige Themen mit Leichtigkeit in einen New-Adult-Roman zu integrieren und dabei zum einen auf die Wahrung des Kulturerbes hinzuweisen: Mühelos hat sie mir zu verstehen gegeben, dass ihr die Thematik selbst am Herzen liegt und vieles auf ihrer eigenen Erfahrung und ihren Erlebnissen beruht. Zum anderen hat sie sehr gefühlvoll den schweren Prozess der Trauerbewältigung beschrieben.

Alles hat so gut und abgestimmt ineinander gegriffen, dass mein Verständnis eines Wohlfühlbuches auf ein ganz neues Level angehoben wurde.

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Veröffentlicht am 12.02.2024

Ein Blick hinter die Fasade lohnt sich

Kein guter Mann
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Es gibt Romane, die einen einfach nicht mehr loslassen und ständig in Gedanken beschäftigen. "Kein guter Mann" ist insbesondere durch seinen Protagonisten Walter von dieser Sorte.

Einsam, verbittert ...

Es gibt Romane, die einen einfach nicht mehr loslassen und ständig in Gedanken beschäftigen. "Kein guter Mann" ist insbesondere durch seinen Protagonisten Walter von dieser Sorte.

Einsam, verbittert und griesgrämig: genau das ist Walter. Seine Familie spricht nicht mehr mit ihm und seinen Job als Postbote ist er kurz vor der Rente auch los. Durch viele Rückblicke in seine Jugend und die Zeit als junger Erwachsener lernt man Walter jedoch viel besser kennen. Er möchte schon immer die richtigen Dinge machen - aber (vermeintlich) mit den falschen Mitteln. Sein Leben ist geprägt von Schuldzuweisungen und Ungerechtigkeiten und seinem ewigen Kampf dagegen.

Mit viel Tiefgang macht man sich gemeinsam mit Walter auf die Suche nach Vergebung und Loslassen - und dabei erschlich sich der Griesgram doch tatsächlich einen festen Platz in meinem Herzen. Als er von dem 10-jährigen Ben zufällig einen Brief erhält, in dem er Gott um Hilfe bittet, schlüpft Walter kurzerhand in die Rolle Gottes und wird mit wunderbarer Leichtigkeit zu Bens Freund. Denn das ist Walter auch: selbstlos, großmütig und gütig.

"Kein guter Mann" ist eine bereichernde und bewegende Geschichte, die direkt ins Herz geht und dort auch bleibt. Untermauert mit einem perfekten Gleichgewicht aus Tragik und Humor hat Andreas Izquierdo einen Roman geschaffen, den man nicht mehr aus der Hand legen kann - und der mich nur schwer Abschied nehmen lässt.

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Veröffentlicht am 27.01.2024

Großartiger Lesegenuss - nicht nur für Hexen und Zauberer

Jenseits der Magie
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Die Biographie von Tom Felton, dem Schauspieler von Draco Malfoy in den Harry-Potter-Filmen, hat mich schon auf der erste Seite komplett überzeugt.

Auch das Vorwort von Emma Watson gibt bereits einen ...

Die Biographie von Tom Felton, dem Schauspieler von Draco Malfoy in den Harry-Potter-Filmen, hat mich schon auf der erste Seite komplett überzeugt.

Auch das Vorwort von Emma Watson gibt bereits einen ersten Vorgeschmack auf das, was einen erwartet: eine humorvolle Geschichte über Toms schauspielerische Anfänge, viele Anekdoten über seine Kindheit mit drei größeren Brüdern, verschiedene Einflüsse, die ihn geprägt haben, und natürlich eine Reihe von Erzählungen zu den Drehs der Filme, die ihn berühmt gemacht haben. Selbstverständlich lässt gerade letzteres das Herz eines Potterheads höher schlagen.

Schonungslos ehrlich berichtet er im Anschluss über seine Zeit nach den Potter-Filmen und die Bemühungen, an seinen Erfolg anzuknüpfen und seinen Platz in der Welt zu finden.

Durchzogen ist die Biographie mit viel Witz durch Toms Fähigkeit, auch über sich selbst lachen zu können. Hierbei beweist er oft genug, dass er ein unglaublich reflektierter Mensch ist und sich auch selbst kritisieren kann.

Tom Feltons Biographie ist voller Wärme, Charm, Herzlichkeit und Ehrlichkeit, sodass sie nicht nur für Potterheads empfehlenswert ist. Ein großer Lesegenuss!

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Veröffentlicht am 18.06.2023

Eine schonungslose Geschichte über das Leben

22 Bahnen
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Tildas Leben liegt ihr schwer im Magen: sie studiert, arbeitet in einem Supermarkt und kümmert sich zuhause um ihre jüngere Schwester und alkoholkranke Mutter. Ein kleines Zugeständnis für sie selbst sind ...

Tildas Leben liegt ihr schwer im Magen: sie studiert, arbeitet in einem Supermarkt und kümmert sich zuhause um ihre jüngere Schwester und alkoholkranke Mutter. Ein kleines Zugeständnis für sie selbst sind die 22 Bahnen, die sie täglich im Schwimmbad schwimmt. Sie hat sich mit ihrem Schicksal, für eine lange Zeit in der Kleinstadt festzusitzen, abgefunden. Doch eines Tages wird ihr eine Promotionsstelle in Berlin angeboten und sie weiß: das ist ihre Chance. Und plötzlich ist da auch noch Viktor, mit dem sie durch ein Unglück irgendwie verbunden ist.

„22 Bahnen“ war für mich wie ein Leuchten im Alltag und eine Bereicherung auf so vielen Ebenen. Mit stoischer Nüchternheit werden Themen behandelt, die unter die Haut gehen. Kein anderer Roman fällt mir ein, der mit einer sachlichen, modernen und rationalen Sprache so viele Emotionen adressiert und thematisiert. Der Sprachstil ist wirklich außergewöhnlich und mit hohem Wiedererkennungswert.

Tilda wohnt zusammen mit ihrer Schwester Ida und ihrer Mutter im traurigsten Haus der Fröhlichstraße. Während ihre Freunde nach dem Abitur die Kleinstadt verlassen haben und in Berlin und Amsterdam leben, ist Tilda ständig in Bewegung, rennt zu Haltestellen, fährt Straßenbahn, schwimmt, arbeitet an ihrer Masterarbeit in Mathematik, arbeitet an der Supermarktkasse, und wird dabei auf Schritt und Tritt von ihrer Sorge um Ida und ihre Mutter begleitet. Ihr Alltag und eine Verantwortung, die nicht sie, sondern ihre Mutter innehaben sollte, erdrücken sie. Und doch akzeptiert sie diese Rolle. Getragen wird sie dabei von einer aufrichtigen, aufopferungsvollen und tiefen Liebe zu ihrer Schwester, von Beschützerinstinkt, aber auch von einer vergebenen und insgeheim doch hoffnungsvollen Liebe zu ihrer Mutter.

Neben der facettenreichen Liebe wird eine weite Bandbreite an Themen dargestellt, die enttabuisiert werden, schmerzen, aber auch ein warmes Gefühl zurücklassen. Dabei ist Caroline Wahl eine beeindruckende Integration von Alltagsglück und hellen Glücksmomenten in eine graue, triste Umgebung gelungen. Resignation wird mit Hoffnung durchbrochen, Stärke trifft auf Schwäche, eine neue Chance wird einer siebzehnten und achtzehnten entgegengesetzt, Verlust, Verlassenwerden und Tod werden gemeinsam überwunden.

„22 Bahnen“ ist schonungslos, gnadenlos, direkt und ehrlich. Trotzdem ist es nicht laut, sondern besticht durch eine unaufdringliche, aber starke Präsenz. Schon auf der ersten Seite hat es mich komplett von sich überzeugt, sodass ich das Lesen gar nicht mehr aufhören konnte. Ich freue mich nach diesem ausdrucksstarken Debüt auf alles, was noch von Caroline Wahl kommen wird.

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Veröffentlicht am 24.05.2023

Eine Geschichte über das richtige Leben

Die Liebe an miesen Tagen
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„Die Liebe an miesen Tagen“ war der zweite Roman, den ich von Ewald Arenz gelesen habe. Und wieder einmal wurde ich tief beeindruckt, nachdenklich und glücklich zurückgelassen.

Elias und Clara lernen ...

„Die Liebe an miesen Tagen“ war der zweite Roman, den ich von Ewald Arenz gelesen habe. Und wieder einmal wurde ich tief beeindruckt, nachdenklich und glücklich zurückgelassen.

Elias und Clara lernen sich bei einer Hausbesichtigung kennen und wissen sofort, dass sie füreinander bestimmt sind. Jedoch ist Elias in einer Beziehung, die ihn nicht erfüllt, und Clara zog es bisher vor, ihr Leben alleine zu verbringen. Zudem ist Clara deutlich älter als er, was für sie ein Problem darstellt und sie deswegen an seinen langfristigen Absichten und Gefühlen zu ihr zweifeln lässt. Das Kennenlernen der beiden Protagonisten war nahezu malerisch. Sie finden ineinander einen Seelenverwandten und sind sich in kurzer Zeit schon sehr vertraut. Ewald Arenz hat mich dabei kein einziges Mal zweifeln lassen, ob es so etwas wirklich gibt oder nicht. Vielmehr hat er durch seine ausdrucksstarke und präzise Sprache ein Bild von Elias und Clara erzeugt, das die beiden als Ganzes und ihre Beziehung sowohl stürmisch als auch ruhig dargestellt hat. Als Leserin konnte ich mich durchweg an der Harmonie (zumindest bis zu einem gewissen Punkt) zwischen den beiden erfreuen. Und dabei mochte ich die Protagonisten, ohne sie wirklich überzeugt sympathisch zu finden. Sie waren dabei aber auch nicht unsympathisch – durch ihre Handlungen und Reaktionen waren sie schlichtweg menschlich und dadurch auch zugänglich.

Mit der Beziehung der beiden ging die Frage einher, ob man irgendwann zu alt für die große Liebe ist. Ist man durch die vielen Erfahrungen und das eigene Leben dazu noch in der Lage? Ich meine, dass Arenz eine klare Antwort darauf gegeben hat. Es ist nie zu spät, doch geht vieles mit Kompromissen einher, mit Zweifeln, Rückschlägen und Angst. Im Roman wurden diese mit einfachen, klaren Worten authentisch vermittelt und weder überzogen noch dramatisiert dargestellt. In der Nüchternheit der Erzählung findet sich eine ungemein tiefe Gefühlswelt wieder, die den Fokus auf das Wesentliche lenkt und – wenn man ehrlich ist – keinerlei Zusätze mehr bedarf.

Sehr gelungen fand ich zudem die unaufdringlichen humoristischen Einschübe, die vor allem durch Jan, Claras Bruder, Einzug erhalten haben. Durch sie hat der Roman eine besondere Note bekommen, die den Ernst des Lebens aufgelockert hat.

„Die Liebe an miesen Tagen“ deckt alles ab, was ich an einem Roman schätze. Die Figuren sind authentisch und direkt aus dem wahren Leben gegriffen, eine klare Entwicklung ist erkennbar, Gedanken und Handlungen sind verständlich. Eine Prise Drama – nicht zu übertrieben – darf natürlich auch nicht fehlen. Alles in einem bin ich wieder sehr glücklich, dass ich den Roman gelesen habe, und die wunderbare Geschichte von Elias und Clara kennenlernen konnte.

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