Profilbild von Gavroche

Gavroche

Lesejury Star
offline

Gavroche ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gavroche über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.06.2023

Aufbruch

Wo du mich findest
0

Ein etwas anderer Roman von Anne Barns. Dieses Mal gibt es auch keine Rezepte im Anhang und es wird nicht viel gekocht oder gebacken bzw. steht das gar nicht im Mittelpunkt. Ich war neugierig auf diesen ...

Ein etwas anderer Roman von Anne Barns. Dieses Mal gibt es auch keine Rezepte im Anhang und es wird nicht viel gekocht oder gebacken bzw. steht das gar nicht im Mittelpunkt. Ich war neugierig auf diesen Roman, der einer der leisen Töne ist. Sophie geht es gerade nicht gut. Ungefähr ein Jahr zuvor ist ihr Vater gestorben, mit dem sie viel gemeinsam hatte und der sie alleine aufgezogen hatte. Und dann stirbt auch noch ganz plötzlich ihre beste und einzige Freundin Tessa. Geblieben ist ihr nur deren Hund Lotte. Sophie sucht Ablenkung auf Rügen, ein Unbekannter stolpert über Lottes Leine und Sophies Kaffee landet auf seinem Hemd. Diese Begegnung lässt Sophie nicht mehr los. Sie verarbeitet sie in ihren Träumen und erträumt sich ein Leben an der Seite des Unbekannten, den sie doch gar nicht kennt. Bald kehrt sie nach Rügen zurück, auf der Suche nach diesem Mann. Findet dort aber vor allem in ihrer Vermieterin Marlene eine Frau, die sie auf andere Gedanken bringt, mit der sie schwimmen geht und redet.
Ein Roman der leisen Töne, Träume, die helfen, aber von denen man sich auch verabschieden muss, eine Trauerbewältigung der besonderen Art. Mir hat es gefallen.

Veröffentlicht am 20.06.2023

Ein Bakteriologe ermittelt

Tödlicher Schlaf
0

Dieser spannende historische Kriminalroman führt uns nach Hamburg zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Dies ist nach „Hafenmörder“ wohl der zweite Teil der Reihe. Ich kenne das erste Buch nicht, habe aber nun ...

Dieser spannende historische Kriminalroman führt uns nach Hamburg zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Dies ist nach „Hafenmörder“ wohl der zweite Teil der Reihe. Ich kenne das erste Buch nicht, habe aber nun Lust bekommen, auch dieses zu lesen.
Ein Bakteriologe als Ermittler und das zu einer Zeit, in der es immer wieder spannende neue naturwissenschaftliche Entdeckungen gibt. Das hat sofort meine Interesse geweckt. Der Protagonist Carl-Jakob Melcher bekommt es hier mit einem rätselhaften Fall zu tun. Er besucht seinen Freund, der im Krankenhaus liegt, da er an der Schlafkrankheit leidet. Von diesem erfährt er äußerst mysteriöse Details über Versuche, die Robert Koch durchgeführt hat. Bevor Melchers jedoch mehr erfahren kann, stirbt sein Freund. Und er ist davon überzeugt, dass es sich um Mord handelt.Ein weiterer Mord geschieht, scheinbar gibt es keine Verbindung.
Neben der Mordermittlung geht es hier jedoch vor allem darum, ein lebendiges Bild der damaligen Zeit vor unseren Augen entstehen zu lassen. Gute historische Recherche und mit dem Tropeninstitut und der Bakteriologie kein alltägliches Thema - dies ist jedoch nur ein Aspekt unter vielen. So erhalten wir beispielsweise auch Einblicke in einen Gefängnisaufenthalt oder eben das normale Alltagsleben.
Mir hat dieser Krimi gut gefallen und das Verhältnis von Ermittlung und historischem Kontext war gut ausgewogen.

Veröffentlicht am 20.06.2023

Phönixkrieger

Die Legende des Phönix, Band 1 - Dunkelaura
0

Ich mag die Farbgebung des Covers sehr; dadurch wirkt das Cover unglaublich intensiv und es gibt viele Details zu entdecken. Für dieses Genre ist es meiner Meinung nach ein nahezu perfektes Cover.
Bisher ...

Ich mag die Farbgebung des Covers sehr; dadurch wirkt das Cover unglaublich intensiv und es gibt viele Details zu entdecken. Für dieses Genre ist es meiner Meinung nach ein nahezu perfektes Cover.
Bisher habe ich noch kein Buch gelesen, bei dem Phönixe im Mittelpunkt stehen und es hat mir gut gefallen, dass es mal einmal keine Drachen oder andere Wesen waren. Gerade im Bereich Fantasy wird dies ja zunehmend schwieriger, da ständig neue Bücher herauskommen, die untereinander konkurrieren.
Die Protagonistin Eden ist eine junge Frau, die sich um andere kümmert, in einem Jugendzentrum sich um die Belange der Jugendlichen kümmert und die den Traum hat, Sozialpädagogik zu studieren. Doch dafür braucht sie ein Stipendium, da ihre Mutter die Familie schon vor langer Zeit verlassen hat und sie nur mit ihrem Vater aufwächst. Eden ist sehr empathisch und immer für andere da. Quasi über Nacht muss sie sich jedoch neuen Gegebenheiten anpassen, als nämlich die Phönixkrieger kommen.
Der Roman wird auch noch aus anderen Perspektiven erzählt, Edens ist allerdings die Hauptperspektive.
Die magische Welt mit ihren Ritualen hat mir gut gefallen, wie auch die Freundschaft von Eden, Kane, Victoria, Lennox und Aaron. Nur schade, dass wir keinen direkten Einblick in die Gedanken der Gegner, der Rogues, erhalten.
Die Geschichte an sich ist jetzt nicht so revolutionär neu, sie bedient sich vielerlei Altbekanntem, aber es ist ja auch schwierig, immer wieder etwas ganz Neues zu erschaffen. Ich freue mich jedenfalls schon auf den zweiten Teil der Dilogie.

Veröffentlicht am 09.06.2023

Drachenreiter

Fourth Wing – Flammengeküsst
0

Ich bin ja ehrlich gesagt immer ein wenig skeptisch, wenn es um so sehr gehypte Bücher geht, aber hier hat mich der Klappentext sofort angesprochen.
Zuerst einmal kurz zur Aufmachung des Buches. Der äußere, ...

Ich bin ja ehrlich gesagt immer ein wenig skeptisch, wenn es um so sehr gehypte Bücher geht, aber hier hat mich der Klappentext sofort angesprochen.
Zuerst einmal kurz zur Aufmachung des Buches. Der äußere, goldfarbene Umschlag ist schön gestaltet; unter dem Schutzumschlag gibt es keine Wiederholung, sondern er ist ganz schwarz und enthält Details eines Drachens. Dann gibt es zu Beginn des Buches noch zwei liebevoll gestaltete Karten; einmal eine über die beiden verfeindeten Länder und das Ödland, also über die gesamte Welt. Dann eine Karte über die Quadranten, auf die ich immer wieder geschaut habe und sie allerdings auch erst nach und nach erfasst habe.
Violet ist körperlich eingeschränkt und schwach, deshalb hat sie vor, Schriftgelehrte zu werden, wie auch ihr geliebter Vater einer war. Allerdings hat ihre Mutter andere Pläne: sie soll - wie ihre Schwester Mira und der verstorbene Bruder Brennan - eine Drachenreiterin werden. Aber wird sie sie es überhaupt über den Viadukt in 60 Meter Höhe schaffen, die erste Hürde auf dem Weg?
Überhaupt sterben unglaublich viele Anwärter und dann ist es auch noch fraglich, ob überhaupt ein Drache sie erwählen wird.
Das Buch hat immer wieder eine Richtungsänderung vorgenommen. Einiges habe ich mir so oder so ungefähr gedacht, anderes wiederum konnte mich überraschen.
Oben auf einer Seite macht Violet sich über Romantasy lustig und ein paar Zeilen später schwärmt sie, wie toll der Typ doch riecht - das hat für mich den Witz wieder kaputt gemacht. Aber insgesamt waren das doch nicht so viele Stellen und das hat mich dann darüber hinweg sehen lassen.
Ein Buch bei dem trotz der vielen Seiten keine Langeweile aufkam, mit interessanten Charakteren, die alle nicht perfekt sind.

Veröffentlicht am 09.06.2023

Poetisch

Die letzte Erzählerin
0

Bei diesem Buch hat mich zuerst das Cover gewissermaßen "angezogen", denn bei dieser schönen Gestaltung war ich einfach neugierig auf den Inhalt. Ich hatte hierbei allerdings nicht mit einer ungewöhnlichen ...

Bei diesem Buch hat mich zuerst das Cover gewissermaßen "angezogen", denn bei dieser schönen Gestaltung war ich einfach neugierig auf den Inhalt. Ich hatte hierbei allerdings nicht mit einer ungewöhnlichen Science Fiction Geschichte gerechnet, aber ich finde es immer wieder gut, wenn es gelingt, mich zu überraschen und zu unterhalten und ich meine Erwartungen anpassen muss. Allerdings natürlich nur, wenn es positive Überraschungen sind und das war hier genaus so.
Ein wunderbarer, poetischer Schreibstil und die Bedeutung von Geschichten und dem Erzählen derselben, die in einer langen Tradition stehen.
Wir begleiten Petra auf ihrer langen Reise in einem Raumschiff auf dem Weg zu einem neuen Planeten. Denn auf der Erde können sie und ihre Familie nicht mehr bleiben und so beginnt dieser besondere Exodus. Die Geschichte einer Flucht, die Einbindung von Geschichten - eine schöne Idee mit durchaus sozialkritischen Elementen.