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Veröffentlicht am 06.02.2025

Ein im wundervollen Stil verfasster Blick in die späte Kaiserzeit

Frau Hempels Tochter. Roman
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Es ist schon eine ganze Weile her, daß ich ein Buch so genossen habe. Alice Berend, vor der Nazizeit gefeierte Autorin, dann verfemt und vergessen, nun zum Glück wiederentdeckt, schildert in ihrem ursprünglich ...

Es ist schon eine ganze Weile her, daß ich ein Buch so genossen habe. Alice Berend, vor der Nazizeit gefeierte Autorin, dann verfemt und vergessen, nun zum Glück wiederentdeckt, schildert in ihrem ursprünglich 1913 erschienenen Roman das Berlin der späten Kaiserzeit herrlich lebendig. (Mit dem Berlin der 1920er Jahre hat das Buch nämlich entgegen des Untertitels gar nichts zu tun). Vom ersten Satz an ist man in der Geschichte drin, erlebt die Charaktere und Schauplätze so köstlich geschildert, als ob man sich mitten unter ihnen befände.
Das Buch ist mit einem haptisch angenehmen Einband versehen, dessen angenehme Farbgebung sich im Lesebändchen fortsetzt. Das Titelbild der androgynen jungen Frau aus den späten 1920ern fand ich dagegen nicht gut gewählt – es paßt nicht zur im Buch geschilderten Zeit und auch nicht zu der titelgebenden Tochter Frau Hempels.
Alice Berend schreibt in klarer, gut lesbarer Sprache einen ganz eigenen Stil, eine interessante Mischung aus teils ulkigen Wortwendungen, etwas kalenderblattartigen aber treffenden Aphorismen, geradezu poetischen Ausdrücken und vor allem einem herrlich trockenen Humor. Ich dachte hier manchmal an Walter Kempowski, dem es ebenfalls gelang, mit der Sprache so zu spielen, daß er einen sofort erkennbaren, unverwechselbaren Stil schrieb. Es war ein Vergnügen, Berends Sätze zu lesen.
Auch inhaltlich erfreut das Buch. In dem Nachwort, das gut über Berends Leben und Werk informiert, wird sie mit Fontane verglichen und dem Vergleich stimme ich zu. Bei beiden finden sich köstlich geschilderte, lebensechte Charaktere, Lebensweisheit und pointierte Schilderungen. Berend schildert das kleinbürgerliche Milieu ebenso gekonnt wie die gelegentlichen Blicke in das Leben der Großbürger und verarmten Adeligen. Man hat das Gefühl, neben Frau Hempel in der Kellerwohnung zu sitzen, die Straßenbahnen zu hören, man ist dabei, wenn die verarmte Gräfin sich mit tieftrauriger Miene in ihren von einer besseren Vergangenheit kündenden Räumen bewegt. Obwohl nicht viel mehr passiert als der normale Alltag, wird es keine Sekunde langweilig, ich hätte sogar gerne noch viel mehr gelesen. Das liegt zum einen an dem bereits erwähnten prächtigen Humor. Ich habe oft geschmunzelt und einige Male laut gelacht – ganz lakonisch wirft Alice Berend treffende Sätze ein. Zum anderen liegt es daran, daß selbst die alltäglichen Vorgänge kurzweilig und farbig geschildert werden, ebenso wie die Charaktere. Zuvörderst natürlich Frau Hempel, die so patent und liebenswert ihren Weg macht und für deren Schaffenskraft man nur Bewunderung haben kann. Aber auch das ganze Umfeld ist so treffend und unterhaltsam beschrieben, daß man von dieser Charaktervielfalt gar nicht genug bekommen kann. Inmitten dieser farbigen, leicht anmutenden Schilderungen gibt es auch sehr zärtliche Momente, die ohne Sentimentalität geschildert werden, und anrühren.
Das Ende war mir dagegen zu zuckerwattig, alles geht zu glatt, wie es auch im ganzen Buch nie wirkliche Probleme gibt und sich alles immer schnell zum Besten fügt. Während der Alltag realistisch beschrieben ist, hätte der Handlung gerade im letzten Teil eine Prise mehr Realismus gut getan, so ist es mir zu idealistisch. Aber auch das ist ausgezeichnet geschildert. Und so war „Frau Hempels Tochter“ für mich ein besonderes Lesevergnügen, mit stilistisch höchst erfreulichem Zeitkolorit und köstlichen Charakteren. Die weiteren Bücher der Autorin stehen schon auf meiner Wunschliste.

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Veröffentlicht am 14.06.2024

Angenehmer Schreibstil, vielfältige und interessante Informationen

Blaue Glücksorte in Frankfurt
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„Blaue Glücksorte in Frankfurt“ nimmt die Leser auf eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Reise zu achtzig Frankfurter Orten, die mit Wasser zu tun haben. Die Auswahl ist vielfältig. Neben idyllischen ...

„Blaue Glücksorte in Frankfurt“ nimmt die Leser auf eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Reise zu achtzig Frankfurter Orten, die mit Wasser zu tun haben. Die Auswahl ist vielfältig. Neben idyllischen Weihern, wie man sie im Frankfurter Raum kaum vermutet, finden sich Schwimmbäder, Restaurants, Brunnen, Parks und noch vieles mehr. Das macht die Lektüre äußerst abwechslungsreich und mir gefiel es, daß sich hier auch einiges fand, an das man beim Thema „Wasser“ vielleicht nicht sofort denkt, so z.B. ein Hafenarbeiter-Denkmal. In drei Fällen fand ich den Bezug zum Wasser etwas weit hergeholt, so beim Weihnachtsmarkt und dem Museumsuferfest, die zwar am Main/in dessen Nähe stattfinden, aber keinen Wasserbezug haben. Auch den Städel-Shop, so schön er und das Museum auch sind, fand ich in der Auswahl eher fehl am Platze – da wäre ein Artikel über das Museumsufer an sich m.E. passender und hilfreicher gewesen. Insgesamt aber habe ich die Vielfalt genossen und manchen Ort gefunden, den ich mir ansehen möchte. Obwohl ich Frankfurt recht gut kenne, waren hier eine Menge neue Informationen zu finden.

Jede Sehenswürdigkeit wird auf einer Doppelseite vorgestellt – links der Text, rechts ein großes Foto. Die Fotos, durchweg in Farbe, sind sehenswert, machen neugierig und nehmen die Leser schon bei der Lektüre mit auf die Reise. Die Texte sind eine wahre Freude. Ines Stickler schreibt lebhaft und sympathisch. Man merkt das Herzblut und oft auch regelrechten Enthusiasmus. Die Beschreibungen sind gelungen und es freute mich, daß es auch viele Hintergrundinformationen gab. Auf verhältnismäßig wenig Platz so viele Informationen unterzubringen, und diese auch noch unterhaltsam zu präsentieren, ist nicht leicht und ich war angetan, wie gut das hier umgesetzt wurde. So erfahren wir z.B. bei Restaurants oder der kleinen Fähre in Höchst auch etwas über die Betreiber, wodurch eine schön persönliche Note hinzukommt, auch sind deren Geschichten interessant. Historische Informationen finden sich ebenfalls immer wieder, was für mich mit meinem historischen Interesse an der Stadt eine besondere Freude war. So las ich auch die Einträge zu den Orten, deren Besuch mich persönlich weniger interessieren würde, mit Freude, denn man kann hier allein durch die Lektüre schon eine Menge über Frankfurt lernen.

Die Gestaltung des Buches ist ansprechend, nur die Karte hinten war für mich nicht unbedingt ein Glücksort. Zum einen fand ich sie mit den vielen eingezeichneten Bäumen etwas überladen, auch wenn es hübsch aussieht, denn daneben gingen die in sehr dünner Schrift gedruckten Zahlen unter. Auch ist die Nummerierung – wie leider oft in derlei Büchern – willkürlich. Da steht die 11 neben der 79, die 1 neben der 68, und das macht erstens das Finden der Nummern auf der Karte noch schwieriger, zweitens wäre es für die Ausflugsplanung wesentlich leichter und angenehmer, wenn Orte in derselben Gegend fortlaufend nummeriert wären.

Sehr schön fand ich dagegen die gelegentlichen Tipps, die weitere kurze Informationen gaben und durchweg nützlich waren. Insgesamt habe ich das Buch genossen, mich geruhsam und genussvoll auf diese kleine Lesereise durch Frankfurt begeben und mich über den tollen Schreibstil und die Fotos gefreut.

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Veröffentlicht am 27.12.2023

Informativ und außerdem herrlich geschrieben

Wild Brandenburg
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„Wild Brandenburg“ führt die Leser zu 50 sehenswerten Orten in der Natur Brandenburgs und liefert Ideen für Wanderungen und Ausflüge. Es ist kein Wanderführer im klassischen Sinne, denn hier finden sich ...

„Wild Brandenburg“ führt die Leser zu 50 sehenswerten Orten in der Natur Brandenburgs und liefert Ideen für Wanderungen und Ausflüge. Es ist kein Wanderführer im klassischen Sinne, denn hier finden sich keine Routenbeschreibungen oder Karten und im Vorwort wird erklärt, daß ein wenig Vorbereitung anhand von Karten u.ä. sinnvoll ist – zu diesem Zweck gibt es auf der letzten Seite einige Links und Tips. Nachdem ich sonst nur klassische Wanderführer kannte, hat mir dieses Konzept gut gefallen. Jeder Eintrag besteht wie immer bei dieser Serie aus vier Seiten. Die wesentlichen Vorzüge jedes Ortes werden auf einer Seite zusammengefaßt, zwei Seiten sind Bildern gewidmet, die letzte Seite praktischen Hinweisen und einem weiteren Bild. Waren mir bei einem anderen Buch der Serie diese Einträge zu kurz, paßt die komprimierte Art zu diesem Thema gut, da hier weniger Detailbeschreibungen und Hintergrundinformationen erforderlich sind, sondern es mehr darum geht, die Stimmung und Art der Natur zu schildern.
Über jedem Eintrag findet sich bereits eine Kategorisierung wie z.B. „Talgrund, Seen und Wald“ oder „Bachtal“, auch die Fotos geben einem bereits einen guten Eindruck. Diese sind überwiegend gelungen und stimmungsvoll. Allerdings sind auch mehrere Fotos dabei, bei denen die Lichtverhältnisse nicht günstig waren, so daß sie in blassen, stumpfen Farben daherkommen. Das fand ich bei einem Buch, das zum Großteil auf Illustrationen setzt, enttäuschend und kenne es aus einem anderen Buch der Serie besser. Hier hätte man bei besseren Lichtverhältnissen fotografieren oder die Farben der Fotodatei anschließend behutsam ein wenig auffrischen sollen.
Dafür kann der Text durchweg überzeugen. Nicht nur das, mich hat er begeistert. Gregor Münch beschreibt die 50 Orte poetisch und äußerst stimmungsvoll. Ich habe noch nie einen sprachlich so ansprechenden Reise-/Wanderführer gelesen. Die Texte waren eine wahre Freude! Die Stimmung wird eingefangen und es gibt eine gute Mischung aus praktischen Hinweisen (z.B. zur Begehbarkeit der Wege) und Detailinformationen. Es hat Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen und oft habe ich das Beschriebene durch die Worte vor mir gesehen und wollte gleich dorthin.
Die Ziele finde ich gut gewählt, sie sind von der Natur und Lage her vielfältig, es sind sowohl bekannte Orte wie auch versteckte Perlen enthalten. Vor jedem Eintrag findet sich eine kleine Übersichtskarte Brandenburgs, auf welcher der jeweilige Ort mit einem Punkt markiert ist, so daß man gleich weiß, in welcher Gegend er sich befindet. Hinten im Buch findet man auf einer größeren Karte alle Punkte mit ihren Kapitelnummern, ebenfalls nützlich. Leider gehen die Nummern wild durcheinander, so daß man auf der Karte z.B. die 2 neben der 28 findet, die 1 in einer völlig anderen Gegend neben der 39. Es wäre angenehmer, wenn die Kapitel auch geographisch zusammenstehen würden, so daß man bei der Reiseplanung gleich die Orte einer Gegend zusammen hat und nicht herumsuchen muß.
Die jeweils letzte Seite mit den praktischen Informationen enthält neben Anreise- und Parkinfos auch Tips für Sehenswertes in der Umgebung, das hat mir ausgezeichnet gefallen. Ich habe mir aus diesem Buch für den nächsten Urlaub schon mehrere Ideen geholt.
Insgesamt also trotz kleiner Schwächen ein tolles Buch, das sowohl nützlich wie auch eine Lesefreude ist.

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Veröffentlicht am 28.10.2023

Virtuous erzählte Generationentragödie

Endstation Malma
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Der Klappentext macht sofort neugierig – drei Menschen, deren Schicksale verwoben sind, fahren mit dem Zug nach Malma. Weiter gibt es wenig Information (was angesichts der Geschichte verständlich ist – ...

Der Klappentext macht sofort neugierig – drei Menschen, deren Schicksale verwoben sind, fahren mit dem Zug nach Malma. Weiter gibt es wenig Information (was angesichts der Geschichte verständlich ist – endlich mal ein gelungener Klappentext, der weder verfälscht noch bereits wesentliche Wendungen mitteilt, leider keine Selbstverständlichkeit) und so war ich gespannt, was mich erwartete.
Der gelungene Schreibstil zieht die Leser sofort in die Geschichte, er ist zugänglich, lebensnah und gekonnt. Das Buch liest sich unglaublich leicht und trotz des tiefdunklen Sujets fast entspannend, weil der Stil so mühelos und angenehm unprätentiös wirkt. Es gibt keine umständlichen Formulierungen, keine kunstvoll aufgebauschten Passagen, alles ist schnörkellos und zeugt in genau dieser Reduziertheit von einem meisterhaften Umgang mit Sprache. Große Teile des Buches berichten aus der Sicht von Kindern, was mir normalerweise überhaupt nicht zusagt, aber hier wurde es mit einer glaubhaften Erzählstimme berichtet, ohne ins zu Kindische abzugleiten. Im Text verbergen sich viele kleine Satzjuwelen, die ich mehrfach las. Der Stil ist also eine wahre Freude.
Dieser Umgang mit Sprache verbindet sich dann mit einem virtuosen Spiel der Erzähl- und Zeitebenen. Wir erfahren die Geschichte aus drei Perspektiven, die sich einander immer mehr annähern. Am Anfang weiß man noch nicht, wie diese drei zusammengehören, aber das erschließt sich schnell. Stück für Stück komplettiert sich das Bild, und das ist so gelungen gemacht, daß ich es beim Lesen genossen habe. Die Leser begleiten alle drei Erzähler auf ihrer jeweiligen Reise nach Malma, erfahren sowohl das, was auf der Reise geschieht, wie auch vieles, was vorher geschehen ist, springen beim Lesen also ständig hin und her, ohne daß sich das verwirrend und ungeordnet anfühlt – im Gegenteil, alles gehört genau dorthin, wo es erzählt wird und trägt zum Gesamtbild bei. Ich kann mir vorstellen, wie schwierig es gewesen sein muß, die Geschichte auf diese Art zu konzipieren, und daß dies so geschmeidig funktioniert, zeigt das Können des Autors und begeisterte mich immer wieder.
Thematisch geht Schulman hier in traurige Tiefen – die Sünden der Eltern ziehen sich durch die Geschichte, in die nächste Generation, die angeschlagen ebenfalls in Fehler verfällt und eine weitere Generation beschädigt. Jede Seele in diesem Buch ist verletzt, jede geht ungesund damit um und manche Szenen lassen einen nur entsetzt den Kopf schütteln, insbesondere wenn es darum geht, was Eltern ihren Kindern antun können, das oft sogar ohne schlechte Absicht, sondern fast im Vorbeigehen, aus Gedankenlosigkeit oder selbst erfahrenem Leid. Manche Szenen waren mir etwas zu skurril und rissen mich eher aus der Geschichte, überwiegend aber blieben sie in dieser leisen Beiläufigkeit der Grausamkeit, die so tief wirkt – bei den Betroffenen ebenso wie bei den Lesern.
Manches ist am Anfang rätselhaft und erschließt sich erst viel später, ebenso wie die Charaktere oft neue Facetten offenbaren. So gehen nicht nur die Charaktere auf eine Reise, auch die Leser begeben sich in diesem Buch auf eine Reise der Erkenntnis, die ein wahres Erlebnis ist. Selbst wenn das etwas sentimentale Ende mich nicht komplett überzeugte, weil doch einige Fragen offenblieben und ich zu einigen Dingen gerne mehr gelesen hätte, war es eines jener Bücher, in die man ganz tief eintauchen kann und bei denen man wünschte, sie würden noch ein ganzes Stück länger sein, weil man noch gar nicht am Ende ankommen möchte.

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Veröffentlicht am 23.06.2023

Unterhaltsame und informative Reise mit vielen tollen Fotos

Lost & Dark Places Sachsen
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„Lost & Dark Places Sachsen“ ist eine vielfältige und unterhaltsam zu lesende Reise durch allerlei ungewöhnliche Orte verschiedenster Art, denen aber eines gemeinsam ist: sie sind mittlerweile verlassen ...

„Lost & Dark Places Sachsen“ ist eine vielfältige und unterhaltsam zu lesende Reise durch allerlei ungewöhnliche Orte verschiedenster Art, denen aber eines gemeinsam ist: sie sind mittlerweile verlassen und/oder haben eine dunkle Geschichte. Wir tauchen tief in die Jahrhunderte ein, lernen Raubritter, von den beiden Unrechtsregimes zwischen 1933 und 1989 Verfolgte, Unternehmer, eine Giftmörderin und viele andere kennen. Das Buch beginnt, wie alle Bücher der Serie, lobenswert mit Verhaltensregeln und Ausrüstungshinweisen für den Besuch der Lost Places, auch jeder Einzeleintrag hat einige praktische Informationen wie Adresse, Anfahrt, Zugangsmöglichkeiten. Den Hinweis, bei ungeklärtem Zugangsrecht das Gelände unbemerkt zu betreten, um „unerwünschte Begegnungen und mögliche Konfrontationen mit der Polizei“ zu vermeiden, fand ich allerdings fragwürdig.
Eine Karte vorne im Einband gibt einen guten Überblick über die Lage der einzelnen Orte, welche sich hauptsächlich in den Räumen Görlitz, Bautzen, Dresden, Leipzig und Chemnitz befinden. Es gibt zahlreiche Farbfotos, die ich fast ausnahmslos ausgezeichnet fand und welche die Atmosphäre gelungen einfangen. Es ist erfreulich, wie reich dieses Buch bebildert ist.
Auch der Text kann erfreuen. Cornelia Lohs schildert uns die Geschichte jedes Ortes und bringt dem Leser auf diese Weise sowohl zahlreiche Schicksale wie auch vielfältige Informationen zur sächsischen Geschichte nahe. Ich war beeindruckt, wie viel ich aus den knapp über 150 Seiten erfahren habe. Nur ganz selten war mir einer der Einträge etwas zu knapp. Die Autorin schreibt, wie ich aus einem früheren Buch von ihr weiß, unterhaltsam und prägnant, so macht die Lektüre Spaß, ist leicht lesbar und trotzdem gehaltvoll. Zusammen mit den vielen Fotos ist das eine perfekte Kombination für Lesen mit hohem Unterhaltungs- und Informationsfaktor. Zu jedem Eintrag gibt es zudem noch einen kleinen Tip für eine Attraktion in der Gegend, was eine ausgezeichnete Idee ist.
Ein absolut lohnendes und lesenswertes Buch!

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