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Veröffentlicht am 26.08.2020

Diese Geschichte muss gelesen werden. Auch wenn es nicht einfach ist.

Als hätte der Himmel mich vergessen
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Aggressive Bedrohungen, körperliche Gewalt, Essensentzug, körperliche Hygiene blieb ihr verwehrt und unvorstellbare Demütigungen musste Amelie jahrelang ertragen. Tagtäglich musste sie hören, dass sie ...

Aggressive Bedrohungen, körperliche Gewalt, Essensentzug, körperliche Hygiene blieb ihr verwehrt und unvorstellbare Demütigungen musste Amelie jahrelang ertragen. Tagtäglich musste sie hören, dass sie böse sei, behindert, dumm und eine Belastung. Sie wurde isoliert und bekam Anweisungen um keinen Anschluss in der Schule zu finden. Und das alles mitten in Deutschland. In einer Familie, die nach außen hin das perfekte Familienbild abgab. Niemand ahnte, was für Qualen das Mädchen ertragen musste. Niemand kam ihr zur Hilfe. Bis ihr eines Tages die Flucht gelingt.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr mich diese Geschichte mitgenommen hat. Ich habe geheult und hatte soviel Wut in mir. Ich kann es immer noch nicht verstehen, dass es Menschen gibt, die so grausam, widerlich und herzlos sein können. Zu einem Kind. Ein Kind welches hilflos alles hinnehmen muss und nicht weiß, warum ihm das angetan wird.

Auch wenn es mir wahnsinnig schwer viel, dieses Buch zu lesen, bin ich der Meinung, dass solche Geschichten unbedingt gelesen werden müssen. Es ist wichtig, dass darüber gesprochen und darauf aufmerksam gemacht wird. Wir leben in keiner heilen Welt. Um das zu Wissen, brauchen wir nur tagtäglich die Zeitung aufschlagen.
Ich hoffe sehr, dass es Menschen gibt, die bereit sind die Augen zu öffnen, zu helfen und damit dem Leid betroffener Kinder ein Ende setzen.

Amelie ist so eine tolle und unheimlich starke Frau. Trotz jahrelanger Gefangenschaft und eine Kindheit ohne Liebe hat sie es geschafft etwas aus ihrem Leben zu machen. Sie hat ins Leben gefunden. Und das hat sie aus eigener Kraft geschafft. Sie hat Menschen gefunden, die ihr Halt geben, die sie unterstützt haben und ihr dabei geholfen haben dieser Hölle zu entkommen und ein neues Leben aufzubauen. Diese Menschen sind für mich Engel.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Zwischen Liebe, Abhängigkeit und der Suche nach sich selbst

This is Why I Hate You
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Dieses Buch hat mich tatsächlich etwas überrollt. Dies ist keine Geschichte, die man einfach liest und dann beiseitelegt. Sie bleibt und wühlt auf. Die Autorin schreibt intensiv, emotional und schonungslos.
 
Die ...

Dieses Buch hat mich tatsächlich etwas überrollt. Dies ist keine Geschichte, die man einfach liest und dann beiseitelegt. Sie bleibt und wühlt auf. Die Autorin schreibt intensiv, emotional und schonungslos.
 
Die Geschichte von Lucy (Blue) und Cade hat mich irgendwie in ein Gefühlschaos gestürzt. Es war alles dabei. Wut, Schmerz, Hoffnung, Sehnsucht, Verwirrung und Liebe. Ich war mir nie sicher, ob Lucys Gefühle auf echter Liebe beruhen oder ob sie nur aus der langen Zeit entstanden sind, in der Cade ihre einzige Bezugsperson war. Diese Ungewissheit bleibt fortwährend bestehen, weil die Autorin klare Antworten vermeidet und dem Leser die Entscheidung überlässt.
 
Eine sehr widersprüchliche Beziehung zwischen Abhängigkeit und Zuneigung. Es beschreibt eine Form von Liebe, die man wohl kaum eindeutig benennen kann. Stück für Stück taucht man gemeinsam mit Lucy in ihre Vergangenheit ein. Immer auf der Spur nach Geheimnissen und Erinnerungen. Und man wartet auf eine Erklärung oder vielmehr auf die Konsequenzen der Gegenwart, die nur stückchenweise ans Tageslicht kommen.
 
Die Schauplätze sind so lebendig beschrieben, dass sie die Gefühlswelt der Charaktere verstärken. Die Stimmung ist so intensiv, dass man völlig in diese Welt hineingezogen wird.
 
Lucy ist eine Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt. Ihr Schmerz, ihr Zerrissensein und ihre verzweifelte Suche nach der Wahrheit sind so fassbar, dass man in jeder Hinsicht mitleidet. Cade hingegen bleibt mir ein Rätsel. Er ist Täter und Beschützer zugleich. Irgendwie grausam und doch verletzlich. Und genau diese Gegensätze machen diesen Charakter so spannend. Mal hab ich ihn gehasst, dann hab ich ihn verstanden und manchmal auch irgendwie beides zugleich. Du siehst, er wirft immer wieder Fragen auf und es ist verdammt schwer in zu lieben oder eben zu hassen.
 
Dass sich die Autorin an das Thema Kindesentführung wagt, zeigt auf jeden Fall Mut. Sie verpackt die Story nicht mit Klischees oder Schockeffekten, sondern erzählt so, dass man die innere Zerrissenheit der Figuren wirklich versteht. Die Geschichte zeigt, dass nichts ganz eindeutig ist. Jeder Charakter trägt seine eigene Wahrheit in sich.
 
Und dann dieses Ende! Der Cliffhanger hat mich so richtig aus der Bahn geworfen. Ich war fassungslos, aufgewühlt und wollte sofort weiterlesen. Zum Glück kann ich bei Band 2 sofort anschließen.
 
Wie du siehst, ist dies definitiv kein Wohlfühlroman. Es ist eine Geschichte, die weh tut, die Fragen stellt und die dich vor allem nicht loslässt. Sie erzählt nicht nur über Entführung und Trauma, sondern auch über Identität, Schuld, Vergebung und die Sehnsucht nach Nähe. Auch dort, wo sie vielleicht gar nicht wirklich hingehört.
 
Für mich ist dies ein Buch, das man nicht einfach liest, sondern durchlebt. Es ist intensiv, emotional, fordernd und absolut empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 29.06.2023

Unterhaltsame Geschichte aus den Highlands

Die entführte Braut des Highlanders
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Zur Story selbst, möchte ich euch dieses Mal gar nicht sehr viel mehr verraten, als der Klappentext ohnehin schon preis gibt. Schließlich will ich euch nicht unnötig spoilern.

Die Protagonistin Shona ...

Zur Story selbst, möchte ich euch dieses Mal gar nicht sehr viel mehr verraten, als der Klappentext ohnehin schon preis gibt. Schließlich will ich euch nicht unnötig spoilern.

Die Protagonistin Shona MacCauley fühlt sich gefangen in einem Albtraum. Nicht nur der Mord an ihrem Vater macht ihr zu schaffen. Ihr Bruder ist verschwunden und sie übernimmt auch noch die Aufgaben einer Burgherrin, seit ihre Mutter erkrankt ist. Ihr Herz ist schwer. Und dann gibt es da noch zwei Abkommen, die ihre Zukunft regeln sollen.
Zerrissen, in Trauer und in Sorge, jedoch mit Stolz in der Brust versucht sie den Plänen betreffend ihrer Zukunft zu entfliehen.
Roark MacKinnon ist der männliche Prota der Geschichte und macht sich auf die Suche nach den Mördern des MacCauley Clans. Er ist noch nicht lange Laird des Clans und möchte herausfinden ob diese Hinrichtung nicht jemand ganz anderen betreffen sollte. Er ist längst im heiratsfähigen Alter. Doch ans Heiraten denkt er noch lange nicht. Naja, sagen wir mal, dass er das denkt, bis eine besondere Frau in sein Leben tritt.

Oh ja, da steigt die Fantasie der Leser sofort. Bei mir war es so und ich wollte schon nach den ersten Seiten unbedingt herausfinden, welche Intrigen und Geheimnisse diese Geschichte wohl preisgibt.

Die bildhafte Beschreibung hat nicht nur das schottische Hochland sofort wie einen Film in meinem Kopf projiziert, auch das Leben auf der Burg mit den verschiedenen Clans erschien so greifbar.

Eine Geschichte über Rache, arrangierte Ehen, Lügen, Intrige, Verantwortung, Trauer, Vergeltung, Loyalität, Familie und Hoffnung. Und natürlich darf auch die Liebe nicht fehlen.

Der Schreibstil ist spannend, flüssig und leicht verständlich. Die Figuren scheinen authentisch.
Eine unterhaltsame Geschichte, die es Wert ist gelesen zu werden.

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Veröffentlicht am 18.02.2023

Bringt Kinder dazu zu hinterfragen

Ludwig und das Nashorn
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𝔽𝕒𝕫𝕚𝕥 𝕧𝕠𝕟 𝕞𝕚𝕣 𝕒𝕝𝕤 𝕄𝕦𝕥𝕥𝕖𝕣:

Farbenfrohe, lustige, sehr ansprechende Zeichnungen, die die Fantasie des Kindes unterstützen.

Das Buch ist wie angegeben sehr gut für Kinder ab 4 Jahren geeignet. Ich kann ...

𝔽𝕒𝕫𝕚𝕥 𝕧𝕠𝕟 𝕞𝕚𝕣 𝕒𝕝𝕤 𝕄𝕦𝕥𝕥𝕖𝕣:

Farbenfrohe, lustige, sehr ansprechende Zeichnungen, die die Fantasie des Kindes unterstützen.

Das Buch ist wie angegeben sehr gut für Kinder ab 4 Jahren geeignet. Ich kann mir gut vorstellen, dass es in Kindergärten gut zum Einsatz kommen kann. Die Kinder lernen dadurch, Sachen zu hinterfragen und das nicht immer so ist, wie es scheint.

Für meinen 8-Jährigen war die Geschichte zwar spannend und lustig, allerdings viel zu kurz. Die Zeichnungen haben ihm jedoch sehr gut gefallen.

Am Ende des Buches wird nochmals erklärt, was ein Philosoph ist.

Mir als Mutter hat besonders die Erklärung am Ende des Buches gefallen.
Was ist ein Philosoph? Kindgerecht erklärt und auch von Philosoph Ludwig Wittgenstein wird berichtet.

Von mir gibts ne Empfehlung, allerdings finde ich den Preis doch heftig, da die eigentliche Geschichte sehr kurz ist.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Zwischen Glamour in L.A. und Herzklopfen in Irland

Wenn Träume stürmisch werden
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Es ist, als würde ich nach langer Zeit wieder nach Hause kommen auf die Austernfarm.
 
Diesmal steht Pia im Mittelpunkt. Und was soll ich sagen? Sie ist Chaos pur. Sie hat eine ganz liebenswerte Art, ist ...

Es ist, als würde ich nach langer Zeit wieder nach Hause kommen auf die Austernfarm.
 
Diesmal steht Pia im Mittelpunkt. Und was soll ich sagen? Sie ist Chaos pur. Sie hat eine ganz liebenswerte Art, ist laut, kreativ, impulsiv und wirkt irgendwie auch sehr verloren. Sie weiß, dass sie mehr will vom Leben, doch der Weg zur Erfüllung ihres Traums ist alles andere als gerade.
 
Ihr Plan und Herzenswunsch führt sie eigentlich nach Los Angeles, doch vorher macht sie Halt in Irland und trifft dort völlig unerwartet auf den Wikinger namens Braden. Und diese Begegnung ist alles andere als harmlos.
Es ist beinahe schon zu viel für diesen einen Moment. Braden trifft Pia genau da, wo sie selbst noch gar nicht richtig hingeschaut hat. Und trotzdem macht sie sich auf den Weg nach Los Angeles und das Chaos beginnt damit erst richtig.
 
Und dann ist da noch Braden! Ein wirklich toller Protagonist. 
Je mehr man hinter seine Fassade blickt, desto klarer wird, dass in ihm wahnsinnig viel Verletzlichkeit steckt. Und glaubt mir, das hätte ich wirklich nicht vermutet. Diese Mischung aus harter Schale und weichem Kern ist einfach wundervoll.
 
Was diese Geschichte für mich so besonders gemacht hat, war dieses ständige Hin und Her der Gefühle. Man spürt die Zerrissenheit zwischen Kopf und Herz. Wie oft und wie gerne hätte ich Pia geschüttelt. Sie ist sich unsicher und wirkt sprunghaft, doch genau das gehört eben auch zu ihrer Reise dazu. Sie sucht ihren Platz und das tut leider manchmal weh.
 
Und was natürlich auch wieder ganz besonders war, war das Wiedersehen mit der ganzen Familie auf der Austernfarm. Sie sind nicht nur Nebenfiguren. Ohne sie würde definitiv etwas fehlen. Allen voran Opa Padraig!

Wenn du bereits die beiden anderen Teile kennst, wirst du ohne Probleme wieder in die Geschichte finden. Ich denke, du kannst diesen Teil jedoch auch ohne Vorkenntnisse ganz gut lesen. 
 
Die Geschichte schreibt von Selbstfindung, von Träumen, zweiten Chancen, dem Mut sich Neuem zu stellen, Freundschaft und natürlich der Liebe. Eine wundervolle Liebesgeschichte mit einigen Höhen und Tiefen.

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