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Veröffentlicht am 04.07.2023

Hier hätte ich mehr erwartet

Love Always Hopes
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Das Cover zu "Love always hopes" hat mich gleich angesprochen, da es typisch für das Genre New Adult ist, jedoch auch ein wenig nichtsaussagend. Trotzdem hätte ich in der Buchhandlung definitiv danach ...

Das Cover zu "Love always hopes" hat mich gleich angesprochen, da es typisch für das Genre New Adult ist, jedoch auch ein wenig nichtsaussagend. Trotzdem hätte ich in der Buchhandlung definitiv danach gegriffen.

"Love always hopes" von Melissa C. Feurer ist ein New Adult Roman, der mich leider nicht vollständig überzeugen konnte. Während das Buch durchaus unterhaltsam war, konnte es in Bezug auf die Protagonisten und ihre Entwicklung nicht ganz meine Erwartungen erfüllen.

Die Hauptfiguren Leo und Juna blieben für mich größtenteils oberflächlich und erhielten nicht genügend Tiefe, um eine starke emotionale Verbindung zu ihnen aufzubauen. Ihre Dialoge wirkten oft unpersönlich und ließen mich mit dem Gefühl zurück, dass sie nicht wirklich das wiedergaben, was ich mir erhofft hatte. Dadurch fehlte es dem Roman an der Möglichkeit, mich in die Charaktere hineinzuversetzen und ihre Motivationen und Handlungen vollständig zu verstehen. Ein gutes Beispiel für ihre Dialoge befindet sich auf S.53:

"Mach dir nicht gleich ins Höschen", unterbricht er mein Stottern, klopft das Kissen zurecht und lehnt sich wieder zurück. [...]"Ich wüsste nicht, was dich mein Höschen angeht!"

Wir wissen wohl alle, dass wohl kurz oder lang irgendwann trotzdem ans Höschen gehen wird...

Leider fand ich Leo und Juna an einigen Stellen sogar unsympathisch. Dies trug dazu bei, dass ich als Leser eine gewisse Distanz zu ihnen aufbaute und nicht wirklich mit ihnen mitfühlen konnte. Es fehlte an Authentizität und Glaubwürdigkeit, was meinen Lesegenuss beeinträchtigte.

Trotz dieser Mängel muss ich jedoch sagen, dass der Roman mich auf gewisse Weise unterhalten hat. Die Geschichte hatte Potenzial, und es gab einige Momente, die mich zum Schmunzeln brachten oder neugierig auf den weiteren Verlauf der Handlung machten. Der Schreibstil von Melissa C. Feurer war angenehm zu lesen und trug dazu bei, dass ich das Buch relativ schnell durchgelesen habe.

Insgesamt betrachtet kann ich "Love always hopes" jedoch nicht uneingeschränkt weiterempfehlen. Die oberflächlichen Charaktere und ihre unpersönlichen Dialoge trüben das Leseerlebnis, und die unsympathischen Momente sorgen für eine gewisse Entfremdung von der Geschichte. Es gibt sicherlich bessere New Adult Romane auf dem Markt, die mehr Tiefgang und emotionale Tiefe bieten. Auch sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass der religiöse Aspekt, der in dem Roman eine Rolle spielt, sicherlich auch nicht jeden Nerv treffen wird.

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Veröffentlicht am 03.07.2023

Spannende Geschichte, die jedoch mehr Tiefe gebraucht hätte

Missing in Paris - Wo ist Nina?
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Cis Meijers Jugendbuch "Missing in Paris - Wo ist Nina?" bietet eine packende Geschichte, die von Anfang bis Ende fesselt. Allerdings lässt der Roman in Bezug auf Tiefgang und Charakterentwicklung zu wünschen ...

Cis Meijers Jugendbuch "Missing in Paris - Wo ist Nina?" bietet eine packende Geschichte, die von Anfang bis Ende fesselt. Allerdings lässt der Roman in Bezug auf Tiefgang und Charakterentwicklung zu wünschen übrig.

Die Handlung, in der die Protagonistin Lotte ihre verschwundene Schwester Nina sucht, ist zweifellos mitreißend. Man wird in eine Welt voller Rätsel und Geheimnisse gezogen und möchte unbedingt herausfinden, was mit Nina passiert ist. Die Spannung bleibt konstant und die schnelle Abfolge von Ereignissen hält den Leser in Atem.

Leider werden die Charaktere in "Missing in Paris" nicht ausführlich genug behandelt. Vor allem Lotte und ihre Gefühle kommen oft zu kurz. Es fehlt an emotionaler Tiefe, die dem Leser ermöglichen würde, sich intensiver mit der Protagonistin zu identifizieren. Auch über Nina, die im Mittelpunkt der Suche steht, erfährt man viel zu wenig. Es wäre interessant gewesen, mehr über ihre Persönlichkeit und ihre Beziehung zu Lotte zu erfahren.

Lottes Vater scheint nicht sonderlich besorgt über das Verschwinden seiner Tochter zu sein und verschwindet recht schnell aus der Handlung. Diese Nebenhandlung wird nicht ausreichend behandelt und lässt den Leser mit Fragen zurück. Ähnlich verhält es sich mit der Liebesgeschichte zwischen Lotte und Jean-Paul, die potenziell tiefgehender und einfühlsamer hätte sein können. Die Romantik bleibt oberflächlich und wird nicht ausführlich genug beschrieben.

Ein weiteres Problem liegt darin, dass sich alles in "Missing in Paris" zu einfach auflöst. Lotte stolpert praktisch über die Hinweise und wird ohne große Hürden auf die richtige Spur gelenkt. Dies mindert die Spannung und nimmt dem Roman eine gewisse Glaubwürdigkeit. Zwar gerät Lotte in Gefahr, jedoch scheint dies eher auf ihre Naivität zurückzuführen zu sein als auf die Komplexität der Situation.

Alles in allem habe ich mich beim Lesen von "Missing in Paris" nicht gelangweilt. Die Geschichte ist spannend und die Handlung zieht den Leser in ihren Bann. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass bestimmte Stellen ausführlicher und emotionaler behandelt werden. Die Charaktere hätten mehr Tiefgang vertragen, vor allem in Bezug auf Lottes Gefühle und ihre Beziehung zu Nina. Die Auflösung der Geschichte wirkte zu einfach und minderte den Gesamteindruck des Romans.

Wenn man auf der Suche nach einem spannenden Jugendbuch ist, das gut unterhält, ist "Missing in Paris - Wo ist Nina?" sicherlich eine gute Wahl. Allerdings sollte man sich auf eine eher oberflächliche Darstellung der Charaktere und eine zu einfache Auflösung der Geschichte einstellen.

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Veröffentlicht am 04.07.2023

Von allem etwas, aber von allem zu wenig

Für jede Liebe ein Problem
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Bei "Für jede Liebe ein Problem sticht das Cover mit seiner Farbgebung direkt ins Auge, jedoch sieht das Cover ehrlicherweise nach einer 08/15 Liebesgeschichte aus, die man sicher prima auf TikTok vermarkten ...

Bei "Für jede Liebe ein Problem sticht das Cover mit seiner Farbgebung direkt ins Auge, jedoch sieht das Cover ehrlicherweise nach einer 08/15 Liebesgeschichte aus, die man sicher prima auf TikTok vermarkten könnte. Weder der vielversprechende Kochwettbewerb-Content ist auf dem Cover zu erkennen, noch kann man sehen, dass hier Diversität eine große Rolle spielt.

"Für jede Liebe ein Problem" von Anita Kelly verspricht eine unterhaltsame Geschichte mit einer Mischung aus Kochwettbewerb, Liebesgeschichte und der Thematik der Nonbinarität. Leider muss ich jedoch feststellen, dass der Roman in der Darstellung seiner Charaktere enttäuschend oberflächlich bleibt. Weder der Kochwettbewerb, noch die Liebesgeschichte, noch die wichtige Thematik der Nonbinarität von London werden ausreichend behandelt - alles kommt zu kurz.

Eines der größten Probleme des Romans ist, dass die Charaktere nur oberflächlich entwickelt werden. Sie bleiben flach und klischeehaft, ohne genügend Tiefe, um eine emotionale Verbindung zu ihnen aufzubauen. Obwohl der Kochwettbewerb im Mittelpunkt der Handlung steht, werden die einzelnen Teilnehmer kaum näher beleuchtet. Der Kochwettbewerb erinnert stark an Masterchef. Jedoch mangelt es den meisten irgendwie an der Freude am Kochen, die die "echten" Kandidaten mitbringen. Es fehlt an Hintergrundgeschichten, an Herausforderungen und an einer echten Darstellung ihrer Leidenschaft für das Kochen. Dadurch wirkt der Wettbewerb insgesamt uninspiriert und langweilig.
Auch die Liebesgeschichte, die sich im Verlauf des Romans entwickelt, bleibt oberflächlich und unglaubwürdig. Die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren fühlt sich erzwungen an und es mangelt an einer glaubhaften Chemie zwischen ihnen. Die Dialoge sind platt und es fehlt an wirklicher emotionaler Tiefe, um die Leser in die Geschichte hineinzuziehen.

Ein weiterer Aspekt, der nicht ausreichend behandelt wird, ist die Nonbinarität von London. Es ist zwar lobenswert, dass der Roman versucht, dieses Thema zu integrieren, aber die Darstellung bleibt oberflächlich und klischeehaft. London wird nicht als komplexe Person dargestellt, sondern scheint nur als "Token-Charakter" zu dienen, der für Vielfalt sorgt, ohne dass seine Identität wirklich verstanden oder respektiert wird. Zudem ist die Nonbinarität leider (das könnte man eleganter lösen) auch durch die noch nicht unbedingt gebräuchlichen neuen Pronomen erstmal etwas anstrengend (Was nicht bedeuten soll, dass hier die Grundsätzlichkeit eines solchen Pronomens infrage gestellt wird). Ich bin mir sicher, dass die englische Sprache das eleganter lösen kann als die deutsch (they/them).

Insgesamt ist "Für jede Liebe ein Problem" eine für mich eher enttäuschende Lektüre. Die Charaktere werden zu oberflächlich behandelt, wodurch weder der Kochwettbewerb, noch die Liebesgeschichte oder die wichtige Thematik der Nonbinarität angemessen zur Geltung kommen. Es fehlt an Tiefe, Glaubwürdigkeit und emotionaler Verbindung. Leider kann ich diesen Roman nicht empfehlen, wenn man nach einer nuancierten und ansprechenden Darstellung von Charakteren und Themen sucht. Man hätte sich auf eine der Thematiken fokussieren sollen, anstatt von allem ein bisschen zu behandeln.

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Veröffentlicht am 29.04.2025

sehr enttäuschend

Women
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Ich hatte mich wirklich auf Women gefreut – eine kurze, queere Liebesgeschichte mit Kultstatus, gefeiert von prominenten Stimmen wie Lena Dunham und Kristen Stewart? Klang vielversprechend. Leider konnte ...

Ich hatte mich wirklich auf Women gefreut – eine kurze, queere Liebesgeschichte mit Kultstatus, gefeiert von prominenten Stimmen wie Lena Dunham und Kristen Stewart? Klang vielversprechend. Leider konnte mich dieser Roman aber überhaupt nicht begeistern.

Obwohl das Buch sehr schmal ist, empfand ich es als erstaunlich langatmig. Die Geschichte einer jungen Autorin, die in eine Großstadt zieht und sich – zum ersten Mal – in eine Frau verliebt, klang auf dem Papier interessant. Doch die Umsetzung war für mich enttäuschend. Ich hatte gehofft, tiefere Einblicke in die Gefühlswelt der Protagonistin zu bekommen – wie es sich anfühlt, sich zum ersten Mal in eine Frau zu verlieben, welche inneren Konflikte entstehen, welche neuen Erkenntnisse über sich selbst sie gewinnt. Stattdessen lag der Fokus fast ausschließlich auf der problematischen Affäre mit Finn.

Finn, die 19 Jahre älter ist und in einer Beziehung lebt, war für mich weder faszinierend noch sympathisch – eher narzisstisch und sprunghaft. Ich konnte zu keiner Zeit nachvollziehen, warum die Protagonistin sich so stark zu ihr hingezogen fühlt. Statt einer mitreißenden Liebesgeschichte oder eines ehrlichen Selbstfindungsprozesses las sich der Roman wie eine nicht enden wollende Schilderung einer ungesunden, frustrierenden Beziehung – inklusive mehrfachen Betrügereien. Gerade bei einem Buch, das sich mit Themen wie Identität und sexueller Orientierung beschäftigt, hätte ich mir mehr emotionale Tiefe und Reflexion gewünscht.

Hinzu kommt, dass das Vor- und Nachwort überraschend viel Raum einnehmen – bei einem ohnehin schon sehr kurzen Buch wirkte das eher wie eine Seitenfüllung. Und dann war da noch der Schreibstil: für mich leider völlig nüchtern, spröde und uninspiriert. Von einem „echten Pageturner“, wie im Klappentext versprochen wird, war das für mich meilenweit entfernt.

Ich verstehe, dass Women für viele Leser:innen einen Nerv trifft – für mich blieb es leider eine sehr blasse, unzugängliche und letztlich langweilige Lektüre. Kein Kultbuch, sondern eher eine verpasste Chance.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

anders als erwartet

Das Lieben danach
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Ich bin mit völlig anderen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Aufgrund des Klappentextes dachte ich, es handle sich um einen Roman, doch tatsächlich ist Das Lieben danach offiziell ein Sachbuch ...

Ich bin mit völlig anderen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Aufgrund des Klappentextes dachte ich, es handle sich um einen Roman, doch tatsächlich ist Das Lieben danach offiziell ein Sachbuch – auch wenn es sich eher wie die persönliche Liebesbiographie der 70-jährigen Autorin liest. Mit weniger als 200 Seiten ist es zwar nicht besonders lang, aber inhaltlich extrem intensiv.

Die Autorin verarbeitet hier ihr eigenes Liebesleben, doch die Lektüre war für mich alles andere als leicht. Zum einen lag das am anspruchsvollen Schreibstil, zum anderen an den schweren Themen, die das Buch behandelt. Besonders die Passagen über Missbrauch fand ich regelrecht verstörend. Ich konnte mich persönlich kaum mit den Inhalten identifizieren und hatte Mühe, mich auf das Buch einzulassen.

Leider kann ich es deshalb nicht wirklich weiterempfehlen. Wer sich für sehr persönliche Lebensgeschichten interessiert, mag hier vielleicht etwas finden – für mich war es leider nichts.

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