sehr enttäuschend
WomenIch hatte mich wirklich auf Women gefreut – eine kurze, queere Liebesgeschichte mit Kultstatus, gefeiert von prominenten Stimmen wie Lena Dunham und Kristen Stewart? Klang vielversprechend. Leider konnte ...
Ich hatte mich wirklich auf Women gefreut – eine kurze, queere Liebesgeschichte mit Kultstatus, gefeiert von prominenten Stimmen wie Lena Dunham und Kristen Stewart? Klang vielversprechend. Leider konnte mich dieser Roman aber überhaupt nicht begeistern.
Obwohl das Buch sehr schmal ist, empfand ich es als erstaunlich langatmig. Die Geschichte einer jungen Autorin, die in eine Großstadt zieht und sich – zum ersten Mal – in eine Frau verliebt, klang auf dem Papier interessant. Doch die Umsetzung war für mich enttäuschend. Ich hatte gehofft, tiefere Einblicke in die Gefühlswelt der Protagonistin zu bekommen – wie es sich anfühlt, sich zum ersten Mal in eine Frau zu verlieben, welche inneren Konflikte entstehen, welche neuen Erkenntnisse über sich selbst sie gewinnt. Stattdessen lag der Fokus fast ausschließlich auf der problematischen Affäre mit Finn.
Finn, die 19 Jahre älter ist und in einer Beziehung lebt, war für mich weder faszinierend noch sympathisch – eher narzisstisch und sprunghaft. Ich konnte zu keiner Zeit nachvollziehen, warum die Protagonistin sich so stark zu ihr hingezogen fühlt. Statt einer mitreißenden Liebesgeschichte oder eines ehrlichen Selbstfindungsprozesses las sich der Roman wie eine nicht enden wollende Schilderung einer ungesunden, frustrierenden Beziehung – inklusive mehrfachen Betrügereien. Gerade bei einem Buch, das sich mit Themen wie Identität und sexueller Orientierung beschäftigt, hätte ich mir mehr emotionale Tiefe und Reflexion gewünscht.
Hinzu kommt, dass das Vor- und Nachwort überraschend viel Raum einnehmen – bei einem ohnehin schon sehr kurzen Buch wirkte das eher wie eine Seitenfüllung. Und dann war da noch der Schreibstil: für mich leider völlig nüchtern, spröde und uninspiriert. Von einem „echten Pageturner“, wie im Klappentext versprochen wird, war das für mich meilenweit entfernt.
Ich verstehe, dass Women für viele Leser:innen einen Nerv trifft – für mich blieb es leider eine sehr blasse, unzugängliche und letztlich langweilige Lektüre. Kein Kultbuch, sondern eher eine verpasste Chance.