Nachdem ich den ersten Band der Reihe geradezu verschlungen habe, musste ich diesen Teil sofort lesen und ich wurde nicht enttäuscht.
Das Buch ist eine gelungene Fortsetzung, auch wenn mir persönlich ...
Nachdem ich den ersten Band der Reihe geradezu verschlungen habe, musste ich diesen Teil sofort lesen und ich wurde nicht enttäuscht.
Das Buch ist eine gelungene Fortsetzung, auch wenn mir persönlich der erste Teil doch etwas besser gefallen hat. So sehr ich medizinische Fakten interessant finde, waren es mir hier doch an mancher Stelle zu viel, sodass das Verhältnis zwischen Roman und Fakten nicht ganz ausgeglichen war. Die historischen Fakten werden natürlich auch hier wieder korrekt dargestellt (mit der ein oder anderen künstlerischen Freiheit), jedoch war mir das Thema der Frauenbewegung doch etwas zu sehr im Vordergrund an mancher stelle, sodass ich mich nicht ganz so gut in die Charaktere einfühlen konnte, wie das beim vorherigen Band der Fall war.
Nichts desto Trotz konnte ich auch dieses Buch nicht aus der Hand legen und fand es sehr spannend zu lesen wie sich die Rolle der Frau doch sehr geändert hat bis heute.
Rebekka Weilers Roman A Poet’s Heart der einfühlsame, kraftvolle Auftakt ihrer neuen Broken Artists Trilogie, der einem als Leser unter die Haut geht und Lust auf mehr macht.
Im Zentrum der Handlung steht ...
Rebekka Weilers Roman A Poet’s Heart der einfühlsame, kraftvolle Auftakt ihrer neuen Broken Artists Trilogie, der einem als Leser unter die Haut geht und Lust auf mehr macht.
Im Zentrum der Handlung steht Yva, die überstürzt in eine neue Wohnung ziehen muss und zum Glück neben die WG ihres besten Freundes. Dadurch lernt sie auch seinen mysteriösen Mitbewohner Fenn kennen, den sie bisher immer verpasst hat, sowohl bei Mats in der WG als auch bei ihrem Arbeitsplatz in einem Aufnahmestudio, indem Fenn regelmäßig Songs aufzunehmen scheint. Was Yva nicht weiß, Fenn geht ihr wirklich aus dem Weg, aber nicht nur ihr, sondern allen Menschen, da er in seinem Leben keine guten Erfahrungen mit Menschen teilen durfte, doch Yva scheint da eine Ausnahme zu sein, aber schafft es Fenn sich gegenüber ihr zu öffnen? Und kann er es schaffen ihr sein Geheimnis anzuvertrauen, dass er so sehr versucht zu verbergen und wie wird sie reagieren, wenn sie es herausfindet?
Ich muss zugeben, mein Interesse wurde das wunderschöne Cover geweckt, in das ich mich sofort verliebt habe und dann auch noch der passende Farbschnitt, einfach optisch nur gelungen. Aber man soll ja ein Buch nicht (nur) nach seinem Einband beurteilen, auch der Klappentext hat Lust auf das Buch gemacht.
Die Autorin, die mir zu diesem Zeitpunkt völlig unbekannt war, versteht es mit den Emotionen ihrer Leser zu spielen. Die Sprache, vorallem in Form von Fenn Songtexten ist sehr poetisch und schafft dadurch eine stimmungsvolle Atmosphäre. Besonders haben mir die Darstellungen der inneren Konflikte sowohl von Yva als auch von Fenn, etwa im Umgang mit Selbstzweifeln, aber auch der Sehnsucht nach Nähe, gefallen.
Die Charaktere, vorallem die beiden Protagonisten, habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Insbesondere gefiel mir, dass die beiden so authentisch und facettenreich wirkten. Fenn ist ein ruhiger, verletzlicher und nachdenklicher Charakter, dem die zwischenmenschliche Kommunikation sehr schwerfällt. Yva hingegen ist trotz der Ereignisse mit ihrem Ex Freund eine lebensfrohe Person, die so verständnisvoll ist und einen mit ihrer Freude anstecken kann. Auch die Nebenfiguren wurden von der Autorin liebevoll gestaltet und geben dem Roman ein rundes, stimmiges Gesamtbild und machen vorallem Lust deren Geschichten zu hören.
Die Geschichte ist an sich sehr emotional geschrieben, jedoch gibt es hin und wieder, gerade am Anfang, ein paar Stellen, die für mich etwas zu langatmig waren, sodass die Handlung vor sich hinplätscherte, aber auch mein Bedürfnis unbedingt weiterzulesen etwas verloren ging. Am Ende hingegen kommt dann doch zu viel auf einmal in viel zu kurzer Zeit, so dass die handlung nicht mehr Ganz stimmig war. Hier hätte ich mir eine bessere Verteilung des Spannungsbogen gewüscht.
Dennoch ist A Poet’s Heart ein gefühlvoller, ansprechender Liebesroman, der zum Nachdenken anregt und noch lange nachwirkt. Er behandelt wichtige Themen, die öfter in Bücher Einzug finden sollten. Für alle, die feinfühlige Geschichten mit Tiefgang lieben, ist dieses Buch eine klare Empfehlung.
Merano Fatale ist ein Kriminalroman der Autorin Elisabeth Florin und spielt im wunderschönen Südtirol. Es handelt sich um den zweiten Band der Meran Reihe der Autorin, er kann jedoch unabhängig vom ersten ...
Merano Fatale ist ein Kriminalroman der Autorin Elisabeth Florin und spielt im wunderschönen Südtirol. Es handelt sich um den zweiten Band der Meran Reihe der Autorin, er kann jedoch unabhängig vom ersten Band gelesen werden. Ich selbst habe es zunächst gar nicht bemerkt, dass es sich um den Teil einer Reihe handelt und wurde auch im weiteren Verlauf des Buches nicht über den vorherigen Band gespoilert. Doch um was geht es in diesem Band?
Im schönen Örtchen Meran wimmelt es nur so von Touristen, die die malerische Landschaft und die Ruhe genießen. Doch einer dieser Touristen, der in Meran seine Kur genießen wollte, kann diese Idylle nicht mehr genieße, denn er ist tot, genauer gesagt er wurde ermordet. Ein solches Verbrechen passt natürlich nicht in diese Urlaubsregion, schreckt es doch nur die Touristen ab. Daher ist es Ispettore Emmeneggers Aufgabe die Tat schnell aufzuklären und den Täter dingfest zu machen, damit die Ruhe wieder hergestellt werden kann. Emmenegger macht sich sofort an die Arbeit, jedoch ist es schwierig einen Täter zu ermitteln bei der Menge an Menschen, gibt es doch auch zunächst kein richtiges Motiv. Die Ermittlungen gestalten sich daher schwierig, bis plötzlich seine zukünftige Schwiegermutter vor ihm steht und ein Geständnis ablegt. Doch das Geständnis ist lückenhaft, sodass Emmenegger widerstrebend seine Wanderschuhe gegen Lackschuhe tauscht und beginnt in der feinen Gesellschaft zu ermitteln, eine Welt die ihm doch sehr fremd ist.
Für mich war es das erste Buch der Autorin und ich kann mir vorstellen noch weitere Bücher von ihr zu Lesen. Der Schreibstil ist sehr malerisch, sodass mich die Beschreibungen der Landschaft ins Träumen versetzt haben. Ich selbst war vor Jahren in Meran und beim Lesen sind längst vergessene Erinnerungen wieder aufgetaucht. Auch war der Schreibstil eher einfacher gehalten, was mir persönlich lieber ist, da so der Lesefluss nicht durch komplexe Satzgefüge gestört wird.
Das Ermittler-Duo, bestehend aus Ispettore Emmenegger und seiner Verlobten Eva Marthaler, wurde von der Autorin liebevoll gestaltet, wobei ich die Dialoge besonders gelungen fand. Die Charaktere wurden sehr authentisch gestaltet, sodass es mir sehr viel Vergnügen bereitet hat ihre Ermittlungen und privaten Angelegenheiten zu verfolgen. Spannung kam auch hier nicht zu kurz, denn der Täter bleibt hier lange unerkannt, trotz des frühen Geständnisses. Ich selbst habe begeistert mitgerätselt, muss aber auch zugeben, dass sich die Spannung kontinuierlich gesteigert hat, es aber auf diesem Weg auch ein, zwei Stellen gab, die etwas langatmig waren und etwas kürzer hätten ausfallen können. Diese haben aber nur einen kleinen Teil des gesamten Buches ausgemacht und waren auch nicht langwieriger als in anderen Kriminalromanen, dennoch ist es das i-Tüpfelchen, das noch verbessert bzw. gesteigert werden könnte, um diesen Roman bzw. folgende Romane perfekt abzurunden und sie zu einem ausgezeichneten Kriminalroman zu machen.
Das Buch hat mir viele angenehme, aber auch spannungsvolle Lesestunden beschert und ist nicht nur für Südtirol-Fans ein Muss, sodass ich es guten Gewissens jedem Krimi-Fan weiterempfehlen kann und natürlich auch solchen Lesern, die es noch werden wollen.
Schon oft habe ich die Bücher von Renate Bergmann, alias Torsten Rohde, gesehen und nur Gutes gehört. Jetzt war es nun auch bei mir so weit und ich habe mein erstes Buch der „online-Omi“ gelesen, mein ...
Schon oft habe ich die Bücher von Renate Bergmann, alias Torsten Rohde, gesehen und nur Gutes gehört. Jetzt war es nun auch bei mir so weit und ich habe mein erstes Buch der „online-Omi“ gelesen, mein erstes und es werden bald noch weitere folgen.
In diesem Band freut sich Rentnerin Renate Bergmann auf das bevorstehende Weihnachtsfest. Renate, die noch vom alten Schlag ist, liebt Tugenden wie Ordnung, Sauberkeit und Pünktlichkeit und so ist es nicht verwunderlich, dass sie schon im Laufe des Jahres alle Geschenke beisammenhat und lange vor Weihnachten Silber und Gläser feinsäuberlich poliert sind…da könnte sich so mancher ihrer Nachbarn eine Scheibe abschneiden, findet zumindest Renate. Dem baldigen Fest steht also nichts im Wege, wäre da nicht dieser Aushang von der Hausverwaltung im Flur, der Renate so gar nicht gefällt: Es wird renoviert und was das bedeutet ist ja klar, Dreck, Unordnung und Lärm, alles was man vor dem Fest nicht gebrauchen soll. Doch neben Plätzchenbacken findet die Online-Omi noch reichlich Zeit um aufzuräumen.
Die rüstige Rentnerin Renate ist nicht auf den Mund gefallen und statt wie andere Rentner am Fenster zu hängen und die Leute zu beobachten, packt sie mit an, was nicht heißt, dass sie nicht auch gern die Leute vom Fenster aus beobachtet. Und Renate Bergmann hat eine unglaubliche Beobachtungsgabe und teilt diese auf humorvolle, unterhaltsame Weise ihren Mitmenschen mit. Dabei spricht sie alles aus, was andere zurückhalten, weil sie sich nicht trauen, was eine besondere Komik mit sich bringt. Oft musste ich während dem Lesen schmunzeln, denn die spricht offen aus, was andere denken, ohne etwas zu beschönigen, etwas erfrischend Anderes. Die Handlung des Buches unterscheidet sich dabei deutlich von der handelsüblichen Literatur, was die Bücher über Renate Bergmann zu etwas einzigartigem macht. Der Schreibstil ist dabei auch etwas anders als gewohnt, denn das Buch ist so aufgebaut, dass Renate Bergmann ihren Lesern erzählt wie es ihr in der Vorweihnachtszeit ergangen ist, auch wenn sie dabei manchmal etwas abschweift und mit uns ihre Ansichten auf gewisse Themen im Leben teilt, oft bringen diese einen zum Lachen, aber manchmal regen sie auch zum Nachdenken an.
Ein wirklich tolles Buch voller Humor und Witz, dass man nicht nur zur Weihnachtszeit lesen kann. Mir hat es sehr gefallen und ich bin schon gespannt auf das nächste Buch das ich über Renate Bergmann lesen werde.
Ich muss zugeben, dass ich mir nach dem Klappentext eine ganz andere Geschichte vorgestellt habe, eine etwas leichtere, freue mich aber, dass die Geschichte so ganz anders war. Nicht nur der Überraschungsmoment, ...
Ich muss zugeben, dass ich mir nach dem Klappentext eine ganz andere Geschichte vorgestellt habe, eine etwas leichtere, freue mich aber, dass die Geschichte so ganz anders war. Nicht nur der Überraschungsmoment, sondern auch die Tiefe der Story hat mich gecatched.
Protagonistin dieser Geschichte ist Emery. Auch wenn der Tod ihrer Zwillingsschwester Logan Jahre her ist, spürt sie ihren Verlust jeden Tag, denn ihre Mutter kann den Tod ihres Kindes nicht verkraften und Em hält es bei ihr einfach nicht mehr aus. Daher wagt sie einen Neuanfang bei ihrem Vater und dessen neuer Familie. Als wäre die ganze Situation nicht schwer genug, macht ihr Stiefbruder Kaiden ihr es nicht leicht, dennoch fühlt Em sich irgendwie zu ihm hingezogen. Was Kaiden jedoch nicht weiß, Em leidet ebenfalls unter der chronischen Krankheit die ihrer Schwester schon das Leben gekostet hat.
Ich denke über das schöne Cover muss ich nicht viel sagen, die Farben harmonieren perfekt miteinander und passen zum Titel. Durch den Klappentext hatte ich wie schon bereits erwähnt mir eine etwas abweichende Handlung vorgestellt, jedoch wurde ich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht. Die Thematik einer chronischen Krankheit hat mich nicht nur emotional berührt, sondern war auch sehr interessant und aufschlussreich. Als Leser lernt man, dass man niemanden vorverurteilen darf und auch wenn jemand jung und gesund aussieht, heißt das nicht, dass er das auch ist. Man wird durch das Lesen wachgerüttelt in Bezug auf Vorurteile und wie sehr sie die betreffende Person verletzten kann, obwohl diese doch nur die Wahrheit sagt, für die sie nichts kann.
Die Autorin hat die knallharte Realität eingefangen ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und die Situation zu beschönigen oder ein Ende fernab der Realität, so schlimm sie auch sein mag. Der Schreibstil der Autorin hat mich total in den Bann gezogen. Die Mischung aus Gefühlen und Emotionen gepaart mit ungeschönten Szenen einer Krankheit, hat dafür gesorgt, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Seiten sind nur so dahingeflogen und waren voller Spannung, sodass ich einfach weiterlesen musste. Die Charaktere wurden liebevoll von der Autorin gestaltet, sodass sie eine gewisse Tiefe besitzen, die das Buch noch lesenswerter macht.
Insbesondere durch Emery wurde die Geschichte so lebendig. Em musste schon viel im Leben ertragen, den Tod ihrer Schwester, die daraus resultierende Verzweiflung und Distanz ihrer Mutter, der Vater verlässt die Familie und hat eine neue Familie und allen voran leidet auch sie unter Lupus. Zu ihrem Leid nehmen viele Menschen in ihrer Umgebung ihre Krankheit nicht ernst und denken sie übertreibt, denn ein junger Mensch kann ja schließlich nicht so krank sein, doch Em weiß sie täuschen sich alle. Man erkennt als Leser schnell ihre Stärke und ihre kämpferische Seite und ich habe riesigen Respekt vor ihr gehabt, während ich ihre Geschichte verfolgt habe. Es hat nicht viele Seiten gebraucht und ich habe sie in mein Leserherz geschlossen.
Kaiden hat zwar mit der Zeit meine Sympathie gewonnen, jedoch nicht so sehr wie Em. Er ist ein schwieriger Charakter, der sehr verschlossen ist, sodass es eine Zeit dauert bis man ihn als Leser entschlüsseln kann. Während man typischerweise am Anfang sowas wie Verachtung oder Missgunst empfindet, schlagen die Emotionen mit der Zeit auf die positive Seite um, jedoch wurde ich bis zum Schluss nicht ganz warm mit ihm. Ja auch er hat sein Päckchen mit sich zu tragen, aber dieses ist klein im Vergleich zu Emerys und ich finde er sollte sich ein Beispiel an ihr nehmen und mehr Stärke zeigen. Dennoch war es schön, ihn als Buchcharakter kennenlernen zu dürfen.
Während des Lesens habe ich eine emotionale Achterbahnfahrt durchgemacht und sämtliche Gefühle sind in mir hochgekommen. Die Geschichte hat sich so emotional gelesen, dass sogar ich eine Träne nicht zurückhalten konnte, weshalb ich dieses Buch jedem empfehlen kann, der gefühlvolle aber auch unbeschönigte Geschichten liebt.