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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.07.2023

Für Nixenfans

Atlas der Meerjungfrauen
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Warum gab es dieses tolle Buch nicht in meiner Kindheit? - Da musste ich erst ein fortgeschrittenes Alter erreichen, um mit diesem Bilderbuch meine Kindheitsfaszination mit Meerjungfrauen zu befriedigen!
Das ...

Warum gab es dieses tolle Buch nicht in meiner Kindheit? - Da musste ich erst ein fortgeschrittenes Alter erreichen, um mit diesem Bilderbuch meine Kindheitsfaszination mit Meerjungfrauen zu befriedigen!
Das Buch ist für meinen Geschmack wirklich süß gestaltet; das Cover enthält goldgeprägte Elemente und schimmert daher sehr schön. Es macht Spaß sich die illustrierten Abrisse über die französische Melusine oder das Finfolk der schottischen Orkney-Inseln durchzulesen. Die Aufzählungen enden nicht in Europa, sondern fangen alle erdenklichen Nixenwesen des Erdballs ein. Für Kinder ist der Atlas auf jeden Fall toll, um den Mythos Meerjungfrau in vielen Kulturen nachverfolgen zu können über die Grenzen von Disneys Arielle hinaus.

Veröffentlicht am 30.07.2023

Eine wunderbare Geschichte über einen ungewöhnlichen Lebensweg

Writers & Lovers
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Ihre Mutter kürzlich verstorben, von ihrem Freund Luke verlassen, das Verhältnis zu ihrem Vater immernoch angespannt und mit einem Berg von College-Schulden, den sie mit einem einfachen Job als Kellnerin ...

Ihre Mutter kürzlich verstorben, von ihrem Freund Luke verlassen, das Verhältnis zu ihrem Vater immernoch angespannt und mit einem Berg von College-Schulden, den sie mit einem einfachen Job als Kellnerin abzustottern versucht, geht es Casey, mittlerweile über 30, alles andere als gut. Oft fährt sie mit dem Fahrrad in den Park, um dort ungestört den Gänsen beim Schnattern zuhören zu können und in deren Gesellschaft in Ruhe Tränen vergießen zu können über die Belastungen in ihrem Leben. Der Lichtblick in Caseys derzeitigem Leben ist die Aussicht darauf ihren Roman, an dem sie seit sechs Jahren arbeitet, irgendwann vollenden zu können.

Es ist keine rosige Zeit, in der man als Leser in Caseys Leben ankommt, aber die einzige Ausgangslage, aus der es eigentlich nur besser werden kann. Mit wunderbaren Freunden und Freundinnen in ihrem Leben lässt sich einiges leichter ertragen, und sie machen Casey Mut, als sie durch eine Schreibwerkstatt einen unsteten aber tiefsinnigen Mann kennenlernt und Gefühle für ihn entwickelt. Fast zeitgleich tritt ein Witwer mit zwei liebenswerten Kindern in ihr Leben, und sie fühlt sich zwischen der Entscheidung welchen der beiden Männer sie für sich wählen soll, hin- und hergerissen. Allmählich auch kommt – mit ein wenig Hilfe – Casey ihrem langgehegten Ziel näher ihren Roman abzuschließen und träumt von einer Veröffentlichung.

Der Titel „Writers & Lovers“ ging mir runter wie warmer Honig, und so musste ich einfach dieses Buch lesen. Lily King zeichnet in einem wunderbaren Sprachstil einen Bogen von Traurigkeit zu Fröhlichkeit und schafft es einen passenden Humor hier und da einzustreuen. Das Lesen wurde nie wirklich langweilig, und auch wenn ich manche Handlung/Entscheidung der Protagonistin für mich nicht getroffen hätte, hatte diese stets meine Sympathie und Neugier. Als – zum Zeitpunkt dieser Rezension – Auszubildende in einem Casey naheliegenden Alter, in dem andere Menschen beruflich längst alteingesessen sind, konnte ich ihre Ängste und Bedenken verstehen wie meine eigenen. Viele Wege führen nach Rom, daher mein Prädikat: Eine wunderbare Geschichte über einen ungewöhnlichen Lebensweg!

Veröffentlicht am 30.07.2023

Partnerlos ins Kinderglück

Glück. Allein.
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Mit 38 hat Laura die Suche nach einem Partner aufgegeben, ihren Kinderwunsch jedoch nicht. Diesen möchte sie nun verfolgen und sucht über eine Annonce einen Vater auf Teilzeit, mit dem sie sich gleichberechtigt ...

Mit 38 hat Laura die Suche nach einem Partner aufgegeben, ihren Kinderwunsch jedoch nicht. Diesen möchte sie nun verfolgen und sucht über eine Annonce einen Vater auf Teilzeit, mit dem sie sich gleichberechtigt die Erziehung teilen kann, denn ihren Job aufzugeben und nur noch Mutter zu sein kommt für sie nicht infrage. Mit Fragelisten sortiert sie die Bewerber aus, bis am Ende zwei vielversprechende Kandidaten übrig bleiben. Sie entscheidet sich für einen von beiden und bekommt am Ende mehr als erwartet...


Mit seiner ungewöhnlichen Thematik hat mir der Klappentext sofort zugesagt, und ich habe mich absolut unterhalten gefühlt durch Laura, ihre Freunde und ihre Eltern, die alle bei der Lebensentscheidung natürlich ein Wörtchen mitzureden haben. Die Lockerheit von Lauras Freunden hat mir immer wieder ein Grinsen ins Gesicht gesetzt. Diesen Roman kann man gut und locker weglesen. Ein Buch für zwischendurch mit der Prise eines modernen, ernsthaften Themas!

Veröffentlicht am 30.07.2023

Unterschiedliche Ansichten

Alte weiße Männer
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„Alte weiße Männer“ ist Sophie Passmanns Versuch einige ausgewählte Männer mit feministischen Ansätzen zu versöhnen und zu ergründen wie sehr die Ansichten des alten weißen Mannes den Zielen des Feminismus ...

„Alte weiße Männer“ ist Sophie Passmanns Versuch einige ausgewählte Männer mit feministischen Ansätzen zu versöhnen und zu ergründen wie sehr die Ansichten des alten weißen Mannes den Zielen des Feminismus im Weg stehen. Kai Diekmann und Robert Habeck sind dabei wohl noch ihre bekanntesten Interview-Partner, nahezu alle der anderen Namen waren mir unbekannt. Trotz meines Unwissens über diese Personen war es insgesamt sehr interessant die verschiedenen Meinungen zu Themen wie Frauenquote und Sexismus zu erfahren. Sophies hier und da eingestreuter Humor lockert das Ganze zusätzlich auf.

Mein Eindruck ist, dass Sophie Passmann die Männer, die sie interviewt, in ihrem Buch durchaus Raum gibt ihre Meinungen und Weltanschauungen zu äußern und lediglich da zur Kritik ansetzt, wo Ansichten ganz harsch ihrem Feminismus kollidieren. Es bleibt für die LeserInnen genug Spielraum eines eigenen Fazits und da passt der Untertitel „Ein Schlichtungsversuch“ sehr, denn alle Seiten erhalten ihre Bühne in diesem Buch.

Veröffentlicht am 30.07.2023

Eine (individuelle) Frauenrolle

Brüste und Eier
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Mieko Kawakami hat mit „Brüste und Eier“ ein Buch von überwiegend Frauenthemen geschaffen. Anders als der Titel vermuten lässt, handelt es sich bei den Eiern nicht um die männlichen Geschlechtsorgane.

Hauptfigur ...

Mieko Kawakami hat mit „Brüste und Eier“ ein Buch von überwiegend Frauenthemen geschaffen. Anders als der Titel vermuten lässt, handelt es sich bei den Eiern nicht um die männlichen Geschlechtsorgane.

Hauptfigur ist die mittlerweile 30-jährige Natsuko, die während eines heißen Sommerwochenendes Besuch von ihrer in Osaka lebenden Schwester Makiko und deren Tochter Midoriko in Tokyo erhält. Midoriko spricht nicht, sondern verständigt sich nur über Gesten oder auf Zettel geschriebene Notizen. Makiko will sich einer Brustvergrößerung unterziehen, und diese Entscheidung scheint der Grund dafür zu sein, warum ihre Tochter nicht mehr spricht.
Einige Jahre später beginnt Natsuko sich für das Thema der künstlichen Befruchtung und Samenspenden zu interessieren und liest den Bericht des etwa gleichaltriken Aizawa, der über eine Samenspende gezeugt wurde und auf der zermürbenden Suche nach seinem biologischen Vater ist. Von ihm erfährt Natsuko von einem Verein, der durch eine Samenspende gezeugte Menschen vereint, die teilweise schwer mit ihrer Herkunft hadern. Als unverheiratete und an einer Partnerschaft nicht interessierte Frau stellt Natsuko sich die Frage nach dem Egoismus der Entscheidung einer künstlichen Befruchtung im Hinblick auf das Leid, das sie durch Aizawa mit dem Thema in Verbindung sieht, und ob eine solche Entscheidung für sie infrage kommt.

Ich muss zugeben, das Buch zog sich für mich sehr in die Länge. Von Anfang bis Ende tauchen viele Figuren und Ereignisse in diesem Buch auf, die es ziemlich aufbauschen. Ich habe lange gebraucht, bis ich es zuende gelesen habe. Vielleicht habe ich Mieko Kawakamis Roman aber auch nur zu einem falschen Zeitpunkt gelesen. Die Vereinigung der doch sehr feministischen Themen in diesem Buch fand ich toll und auf jeden Fall sehr anregend! Insgesamt hat es mir doch sehr gut gefallen!