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Veröffentlicht am 29.08.2023

Auf mit 50 kann man noch mal durchstarten!

Hör auf dein Herz, auch wenn es stolpert
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Welch rauschendes Fest! Ja, es gibt wirklich keinen Grund, die 50. zu fürchten, denkt Floriane und denkt dankbar darüber nach, wie gut sie es hat, bis ihr Ehemann ihr direkt nachdem sie die Wohnung fertig ...

Welch rauschendes Fest! Ja, es gibt wirklich keinen Grund, die 50. zu fürchten, denkt Floriane und denkt dankbar darüber nach, wie gut sie es hat, bis ihr Ehemann ihr direkt nachdem sie die Wohnung fertig geputzt und aufgeräumt hat, eine Frist von 1 Stunde setzt, zu packen und seine Wohnung zu verlassen! Ganz ohne Vorwarnung nach 25 gemeinsamen Jahren! Aber es kommt noch dicker, denn als sie an ihren Arbeitsplatz im Hotel flüchtet, wird ihr dort gekündigt: zu alt, zu schlecht für das neue jugendliche Image! Doch ihren liebsten Kollegen geht es nicht besser, denn sie sind ebenfalls zu alt. Zum Glück gibt es noch Tante Ilse, die sie bittet die nächsten 3 Monate ihre Wohnung zu hüten, während sie den Sommer auf Gran Canaria verbringt. Bis auf die rustikalen Möbel und die angestaubte Deko ist die Wohnung ein Traum, ebenso wie Gustav der gutaussehende Nachbar, der ihre Tante gut zu kennen scheint, aber sein Job „Rent a Husband“ geht ja nun gar nicht! Immerhin bringt das Brainstorming mit ihren Ex-Kollegen sie auf eine neue Job-Idee: Sie bietet ihre Dienste als professionelle Zuhörerin an, denn darin ist sie nach Jahrzehnten als Hotelmanagerin ein echter Profi. Dennoch überrascht und berührt es sie bisweilen, was man ihr anvertraut und sie merkt, wie hilfreich es sein kann, seine Probleme und Ängste laut auszusprechen. Bisweilen findet sich die Lösung dann von selbst. Auch wenn man sich zwischen zwei Männern entscheiden soll?

Floriane und ihre beste Freundin Rena haben nun endlich Zeit für den seit Ewigkeiten geplanten Wellnesstag und so kam es mir auch vor, als ich dieses Buch las: Wellness für die Seele! Egal was passiert, irgendwie findet man seinen Weg und der kann eigentlich durchaus viel besser sein, als der Alte, den man gerade unfreiwillig verlassen hat.!

Heike Abidi kombiniert hier ganz unterschiedliche Typen und Schicksale zu einem beschwingten Potpurri, das Mut und gute Laune macht. Daran ist nicht zuletzt Tante Ilse Schuld, Florianes ebenso extravagante, wie extrovertierte Tante, die stets darauf bedacht ist, das beste aus der Zeit zu machen, die ihr noch bleibt. Allerdings hat sie ja auch keine Jobsorgen und wurde nicht gerade vor die Tür gesetzt.... Dennoch ist ihre Haltung nicht selbstverständlich, denn wie Floriane beim Zuhören merkt, sind es oft alte Menschen, die ihre Dienste brauchen, denn sie sind einsam, selbst wenn sie im Gegensatz zu ihr Kinder haben. Das Leben geht bisweilen seltsame Wege, die zu Entfremdung führen, aber muss das sein? Kann man nicht einfach umkehren und einen anderen Weg wagen?

All diese Schicksale bringen sie zum Nachdenken und hinterlassen ihre Spuren. Dabei gefiel mir besonders gut, dass wir auch erfahren, was aus den interessantesten Erzählern eigentlich wird, ob sie es geschafft haben, ihrem Leben die entscheidenden neuen Impulse zu geben. Mit viel Respekt werden hier die unterschiedlichsten Sorgen und Nöte des Lebens geschildert, niemand wird lächerlich gemacht, na ja, Männer in der Midlife Crisis oder Yuppies im Jugendwahn, bekommen schon ihr Fett weg... aber für die wurde dieses Buch ja nicht geschrieben. Die Mitte des Lebens hat durchaus ihre guten Seiten, das stellt Floriane beim Zuhören immer wieder fest! Selbst wenn es mal nicht so läuft, wie man es sich vorgestellt hat, aber was soll's? Man hat genügend Erfahrungen und Freunde gesammelt, um auch diese Planänderungen anzunehmen und das Beste daraus zu machen. Nicht Nutze den Tag/Seize the Day/Carpe Diem sondern Nutze das Leben und liebe es!

Einfach schön! Beschwingt, hurmorvoll, mit kleinen Überraschungen und Herzklopfen!

Ganz herzlichen Dank für mein Leserundenexemplar an die Lesejury!

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Veröffentlicht am 09.08.2023

Gefühlvoll

Gefühle
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Nach dem großen Erfolg von Freunde möchte ich nun das nächste zauberhaft illustrierte Bilderbuch von Deborah Marcero über ein weiteres wichtiges Thema der Kindheit vorstellen: überbordende Gefühle!

Leander ...

Nach dem großen Erfolg von Freunde möchte ich nun das nächste zauberhaft illustrierte Bilderbuch von Deborah Marcero über ein weiteres wichtiges Thema der Kindheit vorstellen: überbordende Gefühle!

Leander ist eigentlich ein glücklicher kleiner Hase, der gruselige Bücher, Filme und Geschichten mag, aber was er gar nicht mag, ist wenn er selbst Angst hat! Die Bücher sind ja nicht real, aber nachts, die Schatten in seinem Zimmer und die unerklärlichen Geräusche in der Dunkelheit.... Diese Angst ist ja nicht zu ertragen, was soll er da bloß tun? Nach reiflicher Überlegung beschließt Leander diese Angst in ein Marmeladenglas zu stecken, fest zu verschließen und in der hintersten Ecke seines Schranks zu verstecken! Das klappt wunderbar und so macht er es künftig, mit all seinen Gefühlen, die ihm einfach zu viel und zu stark sind und bei denen die Erwachsenen meine, er solle sie mal zügeln! Doch irgendwann ist Leanders Schrank voll und er fühlt sich ganz leer. Da brechen plötzlich Tränen der Enttäuschung aus ihm hervor und... mehr möchte ich nun wirklich nicht verraten!

Als Kleinkind erlebt man ganz viel zum allerersten Mal und das ist nicht nur aufregend, sondern bisweilen überwältigend! Das kann so einen kleinen Menschen schon mal überfordern, besonders wenn dann die Erwachsenen sagen, man solle nicht so wild sein, nicht so laut, nicht zu... ganz schön schwierig, dem immer gerecht zu werden und seine Gefühle in den Griff zu bekommen. Doch muss man seine Gefühle wirklich kontrollieren und in den Griff bekommen? Ist das nicht gerade herrlich, dass Kinder ihre Gefühle so offen und authentisch ausleben? Das Leben ist für sie so herrlich intensiv und aufregend, aber gemeinsam ist es das Allergrößte! Das Leben und seine Gefühle voll auszukosten und weder die Gefühle noch das Leben zu verschließen, lässt es uns erst so richtig genießen und macht uns zu uns selbst.

Die Illustrationen sind wieder ganz zauberhaft. Farbenfroh und ausdrucksstark und selbst bei den gruseligsten Gefühlen von Leander möchte man selbst als kleines Kind nicht weggucken, weil es so aufregend viel zu endtecken gibt! Leander ist ein süßer kleiner Hase, aber dennoch werden die kleinen Zielgruppenkinder ab 4 Jahren verstehen, dass Leander für sie selbst und ihre Gefühle stehen. Er erlebt ganz ähnliche Dinge wie sieht, er sieht nicht nur Zeichentrickfilme und geht in die Kita und auf Kindergeburtstage, sondern macht all die Dinge, die auch die kleinen Leser machen und dass ist manchmal ganz schön viel für einen kleinen Hasen. Das bringt die Autorin und Illustratorin mit einigen feinen, perfekt gesetzten Strichen in den Hasengesichtern vielschichtig zum Ausdruck.

Eine wunderschöne Ermutigung an Kinder, die Welt in vollen Zügen auszukosten und die Gefühle in der vollen Bandbreite zu zu lassen und nicht zu unterdrücken, denn das macht auf Dauer krank. Sehr gut nachvollziehbar und gerade in Zeiten, in denen Kinder viel zu oft optimiert werden sollen, unverzichtbar! (Es soll kein Appell, an ungezogenen, völlig ungezügelte Kinder sein, ihre Aggressionen rauszulassen, aber diese Kinder bekommen leider auch viel zu selten vorgelesen).

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Adrian Verlag und der Agentur Buchcontact für dieses wunderschöne, gefühlvolle Bilderbuch.

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Veröffentlicht am 06.08.2023

Absolut lesenwert! Unbedingt auch für Lehrer!

New Kid - Als wäre Schule nicht eh schon schwer genug
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Jordan Banks (das Alter-Ego von Jerry Craft) 12 Jahre, wechselt auf dringenden Wunsch seiner Mutter, von seiner kleinen übersichtlichen Privatschule in Washington Hights zur elitären Riverdale Day Care ...

Jordan Banks (das Alter-Ego von Jerry Craft) 12 Jahre, wechselt auf dringenden Wunsch seiner Mutter, von seiner kleinen übersichtlichen Privatschule in Washington Hights zur elitären Riverdale Day Care Privatschule. Ihm sollen mal alle Möglichkeiten offenstehen und seine Herkunft aus einem der raueren Viertel der Stadt, ihm nicht im Wege stehen. Dabei wünscht er sich nichts sehnlicher, als auf die Kunst Highschool zu gehen, da er leidenschaftlich zeichnet, doch die beginnt erst ab der 9. Klasse und nicht der 7. Sein Vater versteht seine Sorgen, denn schon die Netzpräsentation zeigt, dass diese Schule nicht nur anspruchsvoll ist, sondern auch nicht sehr divers! Beiden ist klar, dass es ein farbiger Schüler dort nicht leicht haben wird, so wie sein Vater in dem von Weißen dominierten Verlagswelt auch nicht klar kam und nun das örtliche Gemeindezentrum leitet. Seine Mutter aber hat es geschafft und ist stolz darauf, daher soll auch ihr Sohn „die Regeln“ lernen. Schon als sein „Guide“ Liam ihn mit einer fetten Limosine abholt und ihn der blasse Blondschopf muffelig anschweigt, rutscht ihm sein Herz in die Hose. Kaum angekommen, laufen sie dem Schulbully Andy in die Arme und einige seiner Lehrer schaffen es einfach nicht, sich seinen, und Drews Namen zu merken. Drew ist schwarz und einer der Besten der Stufe, ein Typ, den man eigentlich nicht vergessen kann! Dass Jordan sich mit ihm und wider Erwarten auch mit Liam anfreundet, macht den Schulalltag langsam erträglich.

Diese Graphic Novel hat mir so gut gefallen, dass ich ständig meinen Töchtern und meinem Mann davon erzählt habe. Meinem Mann habe ich gesagt, dass er es unbedingt seinen Lehramtsanwärtern vorstellen soll, damit diese sich mal besser in ihre Schüler und den Alltagsrassismus in Schulen hineinfühlen können. Es sind so viele Kleinigkeiten, an denen es sich für farbige Schüler bemerkbar macht, dass sie anders sind und nein, es ist nicht immer gut etwas Besonderes zu sein! Jordan führt hierzu einen absolut unschlagbaren Dialog mit seiner Lehrerin, die es einfach nicht verstehen will, doch seine Argumentation ist unschlagbar! Er schluckt ganz schön viel, doch irgendwann, als es für seinen Freund Drew zu Unrecht kritisch wird, bricht es aus ihm heraus! Er steht zu seiner Überzeugung ein und erhält sogar Unterstützung, weil nicht nur seine Worte der Wahrheit entsprechen, sondern weil viele seiner Mitschüler ihn mögen, weil er niemals fies ist. Das hat mir besonders gut gefallen. Obwohl er viel Leid und Ausgrenzung erfährt, aufgrund seiner gemischt ethnischen Herkunft (das macht ihn ja noch schwieriger ihn einer Schublade zuzuordnen! Wo kommen wir denn da hin!) wird er niemals gemein und schon gar nicht schwächeren gegenüber, denn es gibt immer welche, die noch weiter abseits stehen als man selbst. Dass sich diese Haltung auszahlt merkt am Ende nicht nur er und die Leserschaft! Daher ist es wirklich auch ein großartiges Ende, dass zwar nicht den Alltagsrassismus per se abschafft, aber den Schulalltag und Jordans Leben doch ein Stück voran bringt!

Jerry Craft ist ein brillanter Erzähler mit Worten ebenso wie mit dem Stift! Sein Zeichenstil ist ebenso ansprechend, wie ausdrucksstark und übermittelt unterschwellig weitere Emotionen. So sehen wir bisweilen schon auf dem ersten Blick was an einigen Schülern so besonders ist, noch ehe sie protestieren, dass nicht jeder Hispanic automatisch Mexikaner ist! Ja, Rassismus ist vielfältig und diese Schüler sind erst 12, sexuelle Diversität spielt hier noch keine Rolle, was ich sehr gut finde, damit es nicht vom eigentlichen Thema ablenkt. Das Mädchen Alexandra steht hier stellvertretend für alle, die auf eine andere Weise anders sind, als wegen ihrer Hautfarbe. Richtig klasse finde ich Jordans doppelseitige Skizzen-Tipps wie z.B. Überlebensstrategien auf dem Schulweg, oder das genervte, wenn seine Mutter mit dem Fotoapparat fotografiert. Witzig, mit hohem Wiedererkennungswert und sooo treffend!

Ein sehr intelligentes, warmherziges und witziges Buch gegen Rassismus besonders im Schulalltag!

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Veröffentlicht am 01.08.2023

Welch herrlicher Abschluss

Zimt – Für immer von Magie berührt
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Vicky und Konstantin sind erleichtert die Gefahr gebannt zu haben, als sie mit Hilfe eines Tricks Finns fiesen Vater aus der Parallelwelt (der noch schlimmer ist, als der in ihrer Welt) in einem anderen ...

Vicky und Konstantin sind erleichtert die Gefahr gebannt zu haben, als sie mit Hilfe eines Tricks Finns fiesen Vater aus der Parallelwelt (der noch schlimmer ist, als der in ihrer Welt) in einem anderen Universum festgesetzt haben! Da kommt ihnen die Überraschung recht, plötzlich durch einen Zimtsprung in einer anderen Welt in einem Parallel-St. Ives in einem Parallel-Ferienhaus gelandet zu sein und Ferien zu genießen. Großartig, zu Hause müssten sie noch in die Schule gehen, aber ihre hiesige Privatschule hat schon frei. Doch was entdecken sie dort im Schlafzimmer. Vicky ist ganz schön erschüttert von der Entdeckung und sieht einen dringenden Redebedarf. Dazu kommt es aber nicht, da die geniale Pauline inzwischen entdeckt hat, dass sie einem Trugschluss aufgesessen sind! Statt über den nächsten Schritt in ihrer Beziehung zu reden, müssen Vicky, Konstantin und Finn nun in diversen Parallelwelten nach versteckten Teilen einer Matrix suchen, die jedem unkontrollierte Weltensprünge ermöglichen würde. Würde diese Teile Finns bösen Vater in die Hände fallen, würde er die Macht über alle Welten an sich reißen, welch ein Graus! Die Zeit läuft und dabei könnte alles so schön sein, mit dem neuen Baby und den Großeltern, die endlich ein sinnvolles Hobby haben!

Nach dem großen Showdown und den aufregenden Enthüllungen am Ende des letzten Bandes sind Vicky und Co. eigentlich in Ferienstimmung, ganz besonders, weil sich das Schuljahr eh dem Ende entgegen neigt. Der Sprung zum Ferien Cottage in St.Ives könnte also ein Fingerzeig des Schicksals sein... aber so einfach ist es nicht, denn der Genuss hält nicht lange an und eine ebenso aufregende, wie rätselhafte Schnitzeljagd durch die Parallelwelten steht ihnen nun bevor, um die Welt, die sie so sehr lieben, vor dem bösen Finn-Vater aus der Parallelwelt zu schützen, der sie sich zu Untertan machen will. Aber es ist nicht nur Rätsel und Action. Nein, Vicky und Konstantin stellen fest, dass ihre Beziehung in einer Parallelwelt bereits viel weiter geht. Das verwirrt sie ganz schön und es stellt sie vor die Frage, was machen ihre Parallel-Ichs eigentlich gerade in ihrer eigenen Welt? Gehen sie etwa weiter als sie je bereit waren? Sind sie bereit? Wollen sie nicht eigentlich selbst dabei sein oder ihren anderen Ichs die Führung überlassen? Wer sind sie und was wollen sie? Was für ein Identitätschaos inmitten der Gefahr! Aber natürlich kommen auch alle liebgewonnenen Figuren aus den bisherigen Teilen vor und einige von ihnen machen ganz erstaunliche Wendungen, die man nie für möglich gehalten hätte, die aber tatsächlich ein Happy End für Vicky und ihre Familie möglich erscheinen lässt. Tja, da wäre aber natürlich auch Epos, der natürlich auch seinen Teil zum Gelingen beitragen möchte, dessen ungeahntes Talent sich aber bislang hinter so einigen Katastrophen verborgen hat... gut, dass Vicky es durch ihre Springerei entdeckt! Diese running-gags wie die Großeltern des Schreckens oder die gesammelten Pannen des hilfsbereiten Epos sind mal wieder ein echter Knaller!

Christiane Marx verleiht auch dem Finale mit ihrer jugendlich frischen Stimme die nötige Portion Spannung, Gefühl und Verwunderung. Schon von der ersten Silbe ihrer Stimme an, fühlt man sich im Weltenspringer-Universum von Dagmar Bach angekommen. Diese lässt ihre jungen Helden etwas reifen und wirft verantwortungsvolle Fragen zum Thema Liebe und Beziehung auf, die den Zuhörerinnen letztlich rät, auf ihr Bauchgefühl zu hören und zu ihren Überzeugungen zu stehen! Dann kann man die Schmetterlinge im Bauch, ebenso genießen, wie dieses Finale!

Ein aufregendes, romantisches Ende, dieser magischen Weltensprungsaga. Seufz, war es das nun wirklich mit Vicky, Konstantin, Pauline, Nicolas und Finn?

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Veröffentlicht am 31.07.2023

Sommer, Sonne, Schmetterlinge im Bauch

Herzenssachen - Sternenzelt & Sommerträume
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Fee's (15) Familie lebt sehr bescheiden, aber als die große Schwester ihrer besten Freundin Merle kurzfristig erkrankt, darf sie an deren Stelle mit Merle nach Südfrankreich in ein Öko-Feriencamp für Jugendliche ...

Fee's (15) Familie lebt sehr bescheiden, aber als die große Schwester ihrer besten Freundin Merle kurzfristig erkrankt, darf sie an deren Stelle mit Merle nach Südfrankreich in ein Öko-Feriencamp für Jugendliche in einem Naturreservat in den Cevennen fahren. Vorfreude blubbert gemeinsam mit Sorge durch ihren Bauch und Kopf: „Umweltschutz ist super, aber bin ich zum Campen mitten in der Natur als Stadtkind geeignet?“ „Spreche überhaupt genug Französisch?“ Trotz all dieser Ungewissheiten ist sie fest entschlossen, diesen Urlaub zu der besten Freundinnenzeit aller Zeiten zu machen! Ihre kesse Freundin Merle hätte jedoch nichts gegen einen kleinen Sommerflirt einzuwenden und meint, dass dies einer Freundinnenzeit auch nicht im Wege steht. Die Zurückhaltende, introvertierte Fee, will es auf keinen Fall! Wozu? Es bringt ja eh nichts, außer Herzschmerz! Doch läuft ihr noch auf dem Weg zu Camp erst die anschmiegsame Eselin Stella und dicht auf ihren Fersen, der tollpatschige, gutaussehende Eric über den Weg. Mit seinem nerdigen Charme lässt er bei ihr die Schmetterlinge auffliegen, nicht nur bei den Tierzählungen. Hat Merle recht, dass sie das hier und jetzt genießen soll?

Die schüchterne, nachdenkliche Fee, war mir gleich sympathisch. Ihre extrovertierte Freundin Merle ist eigentlich das komplette Gegenteil von ihr, aber sie kennen sich schon so lange, mögen sich so wie sie sind, dass es da keine Rolle spielt. Merle ist offen für alles was da kommt und mit guter Laune und einem lockeren Spruch auf den Lippen findet sie schnell Anschluss und versucht auch Fee ihre Ängste zu nehmen. Merle mochte ich auch sehr gerne, auch wenn ich nicht verstehe, was sie an Erics Stiefbruder Leo so findet. Der ist mir zu angeberisch, in allem sieht er einen Wettstreit, um sich selbst ins Rampenlicht zu bugsieren. Sein Stiefbruder Eric mit seiner nerdigen Liebe zu Tieren und Umwelt ist da ganz anders. Nicht der klassische Held von High School Schmonzetten, sondern wie Fee und Merle mit Ecken und Kanten. Seine Schüchternheit und sein Erröten ist mindestens so liebenswert, wie seine Esel. Leo ist der coole Schönling, der seine Stärken und seine Wirkung auf andere kennt, dennoch ist auch er bisweilen unsicher und scheut dann auch vor miesen Tricks nicht zurück.

Von Eric lernt nicht nur Fee eine ganze Menge über Tiere, Natur und Sternnbilder, sondern wir gleich mit. Aber seien wir ehrlich, auch Fee bringt uns eine Menge bei. Man könnte meinen, sie seien wandelne Lexika des unnützen Wissens, aber irgendwann ist jede Info nützlich, sofern man sie selbst berücksichtigt, ansonsten kann es ganz schön gefährlich werden, wie man hier liest...

Diese frische Sommerromanze von Corinna Wieja lässt uns direkt in Fees Herz und Hirn schauen. In Ich-Form lässt sie uns an dem Widerstreit zwischen Gefühl und Verstand an ihrem Inneren teilhaben. Die Kapitel werden dabei mit farbigen Vignetten von Laura Rosendorfer und Zitaten von verschiedenen Protagonisten, passend zu dem was da kommen wird, eingeleitet. Ich finde sie wirklich sehr schön und sehr altersgerecht gewählt! Diese handliche Ferienlekütrue mit dem praktischen Lesebädchen und dem flexiblen Einband fürs Handgepäck, macht so richtig Lust auf Jugendferienfreizeiten! Neue Leute, frischer Wind, Spaß, Natur und ganz viel Gefühl! So könnte der Sommer ewig weitergehen! Zur Anregung gibt es noch den ausführlichen Anhang mit Tests, Listen (z.B. zum Packen), den wichtigsten Sätzen und Ausdrücken auf Französisch, Rezepten nicht nur für's Lagerfeuer (oh ja, für Crèpes, gehen auch in der Pfanne, wenn man nicht mit Crèpes-Eisen verreist wie wir ;)) Das lässt nicht nur Teenie-Herzen höher schlagen!

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