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Veröffentlicht am 12.08.2023

Monster-Klassiker mal anders – umwerfend komische und perfekt illustrierte Monsterstorys

Memento Monstrum (Bd. 2)
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Opa Vlad wird mal wieder zum Babymonster-Sitter auserkoren. Darin hat er zwar schon Übung, doch anstrengend ist es mit seinen 3 Enkeln trotzdem. Schön, dass ein paar Monsterfreunde zu Besuch kommen und ...

Opa Vlad wird mal wieder zum Babymonster-Sitter auserkoren. Darin hat er zwar schon Übung, doch anstrengend ist es mit seinen 3 Enkeln trotzdem. Schön, dass ein paar Monsterfreunde zu Besuch kommen und sie alle gemeinsam eine Party schmeißen können. Dabei werden spannende Geschichten erzählt von Opa Vlad, von Yeti und von Van Helsing. Natürlich geht es auch da wieder um monströse Storys. Wir erfahren z.B. King Kongs Geschichte sowie die von Frankensteins Monster und auch das Phantom der Oper wartet auf.

Glaub mir: so hast Du diese klassischen Geschichten sicher noch nie gehört. Es ist zu köstlich! Wundervoll illustriert, herrlich fröhlichlocker geschrieben und einfach ein kleines Erlebnis. Dabei braucht man nicht zu befürchten, die Kinder würden etwa Angst vor so viel Monstergeschichten bekommen. Ganz und gar nicht. Die Monster sind dafür schlicht zu liebenswert und die Zeichnungen ganz genau so. Mir gefällt auch besonders gut, dass selbst die Schriftfarbe unterschiedlich gestaltet ist. Befinden wir uns in der Gegenwart, also bei Opa Vlad, seinen Enkeln und der Monsterparty, dann ist die Schrift schwarz. Opa Vlads Kong-Geschichte ist in Rot gedruckt, Yetis Frankenstein-Erinnerungen sind blau und Van Helsings Erlebnisse mit dem Phantom der Oper grün.

Mir hat ja Teil 1 schon außerordentlich gut gefallen und hier ist es nicht anders. Das Buch besticht vor allem durch seine umwerfende Optik! Das fängt bei dem zauberhaft schönen Cover an (Folie, Spotlack, Tiefprägung) und zieht sich durch das ganze Buch hindurch. Ich liebe Wiebke Rauers Zeichenstil, der Jochen Tills Schreibstil congenial begleitet. Beides ergänzt sich perfekt! Die Idee, die klassischen Horrorstorys einfach mal kindgerecht und superlustig abzuwandeln ist ein kleiner Geniestreich, finde ich. Sicherlich bekommt der eine oder andere Leser damit auf den Geschmack, sich auch mal mit den echten Klassikern zu befassen.

Ich wage es ja nicht zu hoffen, würde mich aber sehr über eine weitere Fortsetzung freuen. Story, Schreibstil, Zeichnungen passen einfach und machen irre Spaß! 5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 09.08.2023

Magisches Action-Fantasy-Abenteuer mit Einhörnern, wie ihr sie sicher noch nicht kennt

Skandar und der Zorn der Einhörner
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Ein Einhornreiter zu werden ist das Beste, was man erreichen kann! Jedes Kind, das seinen 13. Geburtstag hatte, muss eine Prüfung ablegen, um zu beweisen, dass es das Zeug zu einem Einhonreiter hat und ...

Ein Einhornreiter zu werden ist das Beste, was man erreichen kann! Jedes Kind, das seinen 13. Geburtstag hatte, muss eine Prüfung ablegen, um zu beweisen, dass es das Zeug zu einem Einhonreiter hat und auf der Insel zum Einhornreiter ausgebildet wird. Dazu muss man ein frisch geschlüpftes Einhorn an sich binden. Findet sich für ein Einhornei kein Reiter, wird das Einhorn wild aufwachsen und zur Gefahr für die Menschheit werden. Skandar wird die Teilnahme an der Prüfung grundlos untersagt, was ihm den Boden unter den Füßen wegzieht. Doch dann schleust ihn eine geheimnisvolle Reiterin auf einem wilden Einhorn zur Brutstätte. Skandar schafft es, sein Einhorn zu finden und an sich zu binden. Doch dieses ist kein normales Einhorn, sondern eins mit dem verbotenen Element Spirit. Das bedeutet, Skandar ist ein Spiritreiter, was er zwingend geheimhalten muss, um nicht gefangen genommen oder gar getötet zu werden. Gerade jetzt, in einer Zeit des Aufbruchs, in der der sog. Weber, ein Spiritreiter, bereits gebundene Einhörner stiehlt, Nicht-Reitermenschen entführt und die Insel immer wieder angreift. Doch Skandar ist sich sicher: er ist nicht böse! Er will ganz im Gegenteil das Böse besiegen. Doch allein geht das nicht, er braucht dringend die Hilfe seiner Freunde.

Wie spannend ist bitte diese Story? Keine netten, lieben, glitzernden Einhörner, sondern brutale, aggressive, blutliebende Bestien, die zusammen mit ihren Reitern, mit denen sie ein Band verbindet, welches erst noch wachsen muss, zu wahren Kampfmaschinen ausgebildet werden. Und zwar auf einer Insel, die in die vier Elemente Feuer, Erde, Wasser, Luft eingeteilt ist, welches jeweils das Haupt-Magieelement von Reiter und Einhorn darstellt (das Fünfte Element Spirit wurde von der Insel verbannt). Das alles, die Ausbildung, das Annähern der Kinder untereinander, die Bildung von Freund- und Feindschaften, der Zusammenhalt, die Prüfungen, das Zusammenwachsen von Einhorn und Reiter ist von der Autorin bildhaft und lebendig erzählt, so dass ich mittendrin dabei war und es mir sehr schwerfiel, das Buch zwischendurch zur Seite zu legen. Die Charaktere sind vielschichtig und herrlich detailliert beschrieben. Der Schreibstil macht es möglich, einfach über die Seiten zu fliegen und dennoch alles in sich aufzusaugen und mitzuerleben. Ganz große Klasse. Ich bin an die großartige KOTLC-Reihe erinnert, auch wenn die Handlung eine ganz andere ist. Mir gefallen Charaktere, Story, Schreibstil, die zusammen absolut fesselnd sind, ganz genauso gut. Neben all der Action und Spannung kommen auch ernste Themen wie Mobbing, Klassenunterschiede, Tod und nicht ganz so einfache Eltern-Kind-Beziehungen, aber auch Freundschaft, (Selbst-)Vertrauen, Akzeptanz, Loyalität und Zusammenhalt nicht zu kurz.

Eine Mischung, die einfach passt und die dieses Buch zu einem echten Erlebnis macht. Ganz großes Kino und ich freue mich mega auf die Fortsetzung! 5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 05.08.2023

Eine Augenweide, dieses Buch! Genial gestaltet und eine fesselnde Story!

Peanut Jones und die Stadt der Bilder
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Peanut ist traurig, seit ihr Vater die Familie verlassen hat. Sie kann nicht glauben, dass er freiwillig gegangen ist. Eines Tages findet sie in einem Geheimfach ihres Kästchens, das sie von ihrem Vater ...

Peanut ist traurig, seit ihr Vater die Familie verlassen hat. Sie kann nicht glauben, dass er freiwillig gegangen ist. Eines Tages findet sie in einem Geheimfach ihres Kästchens, das sie von ihrem Vater bekommen hat, einen seltsamen Bleistift. Durch Zufall findet sie heraus, dass er magische Kräfte hat! Alles, was man mit ihm zeichnet, kann man nehmen und verwenden. Peanut malt eine Tür und tatsächlich: diese lässt sich öffnen und führt in die Stadt Chroma, die Stadt der Farben und der Vielfalt. Eine ehemals bunte, fröhliche Stadt. Dort herrscht jetzt Mr. White, der alle Farben und damit auch die Wesen von Chroma vernichten möchte. Peanut ist sich sicher, dass ihr Vater irgendwo hier in Chroma ist und begibt sich mit ihrer kleinen Schwester Little Bit und ihrem Klassenkameraden Rockwell auf die Suche. Dabei treffen sie auch auf den gezeichneten Hund Klecks, der sie fortan begleitet. Sie lernen Mitglieder des Widerstands kennen, die sich gegen Mr White zur Wehr setzen wollen und erleben viele gefährliche, aber auch magische Abenteuer. Ob die Kinder Papa Jones finden? Und was hat es mit diesem Bleistift namens Plumbum auf sich?

Ich habe bisher glaube ich noch nie ein Buch gelesen, das so wundervoll gestaltet ist, wie dieses hier! Nahezu jede Seite ist aufwändig illustriert, mal in klein, dann wieder seitenfüllend und ausschließlich in den Farben schwarz, grau, weiß und orange. Die Zeichnungen sind absolut genial und machen die Story, die auch so schon eine echt fesselnde Sache ist, noch mal so toll. Der Schreibstil ist grandios, voller Humor und ohne Längen. Ich konnte das Buch schlicht nicht aus der Hand legen, weil ich so gefangen war davon und unbedingt wissen musste, wie es weitergeht. Die Figuren sind herrlich beschrieben und man muss sie einfach alle liebhaben (bis auf diesen fiesen Mr. White). Peanut (eigentlich Pernilla) ist die künstlerisch Begabte, ihre kleine Schwester Little Bit (eigentlich Elizabeth May) ist super intelligent und sehr warmherzig, Rockwell ist ein kleines bisschen ein Nerd, aber super sympathisch. Nicht zu vergessen: Alligator Jonathan Higginbottom, der einfach großartig ist sowie der gezeichnete Hund Klecks, der sich sofort in mein Herz getatzelt hat. Beide sind übrigens auch auf dem wunderschönen Cover zu sehen. Die Ideen in dem Buch strotzen nur so vor Fantasie, es ist abenteuerlich, rasant, magisch, fesselnd, mitreißend, humorvoll und schlicht liebenswert und wundervoll. Ihr merkt schon: ich bin begeistert! Teil 2 MUSS ich auf jeden Fall lesen, zumal das Buch mit einem Cliffhanger endet, der echt neugierig macht. Ganz klar 5/5 Sterne und ja, ein Lese-Highlight! Schon rein optisch echt ein Knaller. Hier stimmt einfach alles. Ich liebs!

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Veröffentlicht am 03.08.2023

Auftragskiller ist auch nur ein Job

Ablage Mord
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Theo lebt im Wohnmobil auf dem Grundstück seiner Eltern, ist überzeugter Arbeitsloser, zockt am liebsten den ganzen Tag und lässt sich sein faules Leben von Amt und Eltern finanzieren. Als er eines Tages ...

Theo lebt im Wohnmobil auf dem Grundstück seiner Eltern, ist überzeugter Arbeitsloser, zockt am liebsten den ganzen Tag und lässt sich sein faules Leben von Amt und Eltern finanzieren. Als er eines Tages herausfindet, dass er enterbt werden soll, wenn er es nicht schafft, einen anständigen Job nicht wenigstens 6 Monate durchzuziehen, ist klar: er braucht einen Job! Sein Kumpel Dave bringt in bei Columbus Solutions unter, einer Firma die ihr Geld mit Apps macht. Theo weiß zwar nicht so genau, was er da macht, aber egal, Job ist Job. Doch irgendwann platzt er mitten in eine recht prekäre Situation und wird Zeuge, wie ein angeblicher Geldhinterzieher für eine mafiöse Beseitigung vorbereitet wird. Bevor er selbst getötet wird, packt er lieber mit an und begeht seinen ersten Mord (ich sage nur: Schrottpresse). Schon ist er Teil der Gruppe C, die für den Geldwäschering, was sein Arbeitgeber eigentlich ist, die Drecksarbeit macht. Und was soll man sagen: es gefällt ihm! Er muss zwar morden und foltern, aber hey, er hat nette Kollegen und die Eltern sind jetzt auch zufrieden. Würde da nur nicht permanent sein eigenes Ableben zur Disposition stehen, nur weil irgendjemand ein falsches Spiel spielt und Theo zwischen die Fronten der Firmenführung geraten ist.

Wer mal wieder einen sehr schwarzhumorigen und zum Brüllen lustigen Krimi lesen will, dem kann ich Ablage Mord ans Herz legen. Hier wird gemordet, gefoltert, verstümmelt und sogar unfreiwilliger Kannibalismus kommt vor. Doch Simon Wasner bringt all das in einer lockerflockigen frechen und flapsigen Art rüber, dass es eine Freude ist. Die Figuren, allen voran natürlich Theo und seine neuen Kollegen Michel, Klopper-Sven, Herzinfarkt-Ali und Kippi, sind herrlich skurril und wunderbar liebenswert mit all ihren Macken und trotz ihres Berufs. Man muss sie einfach mögen, ich verspreche es! Anfangs war mir nicht ganz klar, wo die Geschichte hinführt. Doch was mich dann erwartete war ein Feuerwerk an rabenschwarzem Humor und urkomischen Situationen und ein echt kurzweiliges, bauchmuskelanstrengendes Lesevergnügen. Kleines, ganz besonderes I-Tüpfelchen für mich zudem: das ganze spielt sich in Karlsruhe, meiner Heimatstadt ab.

Fazit: wer verrückte, schwarzhumorige und ein wenig durchgeknallte Storys mit herrlich ausgearbeiteten einmaligen Figuren mag, wird Ablage Mord feiern. Ich tus, daher natürlich 5/5 Sterne.

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Veröffentlicht am 26.07.2023

Wenn der böse Wolf plötzlich zum liebenswerten Süßschnabel wird

Der Marmeladenwolf
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Carlo trifft auf dem Weg zur Schule im Wald auf den hungrigen Wolf, der ihn natürlich prompt fressen wollte. Doch Carlo ist gewitzt und erzählt dem Wolf ein Lüge, warum er auf keinen Fall gefressen werden ...

Carlo trifft auf dem Weg zur Schule im Wald auf den hungrigen Wolf, der ihn natürlich prompt fressen wollte. Doch Carlo ist gewitzt und erzählt dem Wolf ein Lüge, warum er auf keinen Fall gefressen werden sollte. Zum Ausgleich bietet er dem Wolf sein Pausenbrot an, eins mit Marmelade. Der Wolf ist hingerissen und will fortan nur noch Marmeladenbrote futtern. Also zwingt er alle Kinder dazu, ihm auf ihrem täglichen Schulweg eins mitzubringen. Irgendwann hat Carlos Oma genug davon, immer mehr und mehr Marmelade einzukochen, damit der Wolf zufrieden ist und die Kinder in Ruhe lässt. Sie fasst einen Plan! Nämlich den, dem Wolf beizubringen, selbst Marmelade einzukochen. Das wiederum führt beim Wolf zu einer Entwicklung, die schöner nicht sein könnte.

Es ist so eine witzige Geschichte! Völlig skurril und dadurch einfach nur lustig. Der Text ist kindgerecht und fröhlich, die großen bunten Zeichnungen passen perfekt und sind einfach super. Ich musste echt oft lachen, weil ich es so verrücklustig fand – Text und Zeichnungen. Natürlich kann man jetzt anfangen, hinter der Geschichte eine Botschaft zu entdecken. Das wäre dann vielleicht die, dass man offen für Veränderungen sein sollte oder dass vermeintlich böse Gesellen sich durch Aufmerksamkeit und Zuwendung ändern können oder das Hilfe zur Selbsthilfe sinnvoll ist. Man kann das Buch aber auch einfach genießen und sich marmeladeköstlich darüber amüsieren. Es ist einfach witzig!

Perfekt zum Vorlesen, zum gemeinsamen Lesen oder für Leseanfänger. Gerne auch immer wieder, weil (ich wiederhole mich): es ist echt lustig. Von mir gibt´s dafür ausgezeichnete 5/5 Sterne.

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