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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.08.2023

Chaos auf der Welt, Depression im Herzen

Tasmanien
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Wer erinnert sich noch an den Roman „Die Einsamkeit der Primzahlen“ vor vielen Jahren? Ja, und gefallen? Ja! So, geht es einigen, wenn sie zu dem neuen Werk des Autors Paolo Giordano greifen. Dies hier ...

Wer erinnert sich noch an den Roman „Die Einsamkeit der Primzahlen“ vor vielen Jahren? Ja, und gefallen? Ja! So, geht es einigen, wenn sie zu dem neuen Werk des Autors Paolo Giordano greifen. Dies hier ist anders und verwegen düster, daher denke ich, dass das Buch eine gespaltene Leserschaft haben wird. Die einen, die einen „Girodano“ erwarten, was auch immer das sein soll und die anderen die sich in dieses depressiv-werden Szenario eindenken können.
Ich finde den Roman auch sehr sehr flüssig und wohlklingend übersetzt von Barbara Kleiner!
Der Ausgangspunkt ist denkbar simpel, ein Journalist der den Namen des Autors trägt Paolo, wird unwiderruflich klar, dass er eines nie sein wird: Vater. Und mit dieser niederschmetternden endgültigen Wahrheit begibt er sich auf eine Suche, nach anderen Wahrheiten, nach anderen Themen über die wir – die Menschheit – glaubten Kontrolle zu haben, aber es doch nie taten. Er tritt eine Reise nach Tasmanien an, so auch der Titel des Romans. Die melancholische Erzählweise und niederschmetternden Themen, die hier angerissen werden wie die Klimakrise, Terroranschläge oder eine journalistische Arbeit über den Atombombenangriff auf Hiroshima zeigt uns mit wie vielen Dingen wir kämpfen, was es zu verarbeiten gilt und zu reflektieren.
Was ich bemerkte und noch kein Resümee gezogen habe, ob es mich sehr stört: Der Roman hat vor allem männliche Stimmen die zu Wort kommen.
Ein sehr gegenwärtiger Roman, der viel in uns aufwühlen kann, wenn wir ihn lassen!

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Veröffentlicht am 30.07.2023

Eine ausgegrabene Krimi-Juwelen-Reihe

Mord auf der Insel Gokumon
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Ich bin ein großer Fan von alten Kriminalromanen, nicht nur, weil es da weniger blutig zugeht, auch sprachlich anders, Ermittlungsmethoden rudimentärer, mehr Logik als CSI.
Und nun konnte ich mal einen ...

Ich bin ein großer Fan von alten Kriminalromanen, nicht nur, weil es da weniger blutig zugeht, auch sprachlich anders, Ermittlungsmethoden rudimentärer, mehr Logik als CSI.
Und nun konnte ich mal einen altehrwürdigen Japaner entdecken: Seishi Yokomizo, er war für den japanischen Krimimarkt was Agatha Christie in England ist, auch etws zur gleichen Zeit. Daher freue ich mich besonders, dass der Blumenbar-Verlag sich seinen Werken angenommen hat und diese nun zum ersten Mal ins Deutsche übersetzt lassen von Ursula Gräfe. Sie schafft es bestens die japansichen Nuancen zutage zu fördern! Einer der besten Übersetzerinnen aus dem Japanischen.
Dies hier ist bereits der 2. Fall vom Privatdetektiv Kosuke Kindaichi. Der erste Fall hieß „Die räselhaften Honjin-Morde“, diesen kenne ich leider (noch) nicht, wird aber nachgeholt. Mich hat es beim Lesen von „Mord auf der Insel Gokumon“ nicht gestört, dass ich den Vorgänger noch nicht gelesne habe.
Wir starten im Jahr 1946, der zweite Weltkrieg ist zu Ende und auch Kosuke Kindaichi war als Soladat tätig und nun auf dem Heimweg. Auf diesem Weg in die Heimat stirbt sein Kamerad Chimata Kito und dieser bittet ihn zu seiner Familile zu reisen um die schlechte Nachricht zu überbringen. So gelangt Kosuke Kindaichi auf die Insel Gokumon und bleibt ein Weilchen und lernt die Bewohner kennen. Wie es der Zufall will, geschieht währen dieses Aufenthalts ein Mord den es aufzuklären gilt!
Mich hat der Krimi gut unterhalten und war etwas Besonderes, denn die Japanischen Ermittlungen sind alleine aus lokalen und historischen Gegenseiten doch sehr anders. Ich bin überzeugt! Ich hoffe es folgen weitere Fälle!

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Veröffentlicht am 30.07.2023

Wer Millenium mochte, könnte hiermit glücklich werden

Refugium
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Was vor knapp 20 Jahren seinen Anfang nahm ist ungebrochen eine Thriller-Faszination: die Millenium-Trilogie von Stieg Larsson (Verblendung – Verdammnis – Vergebung) und die Folgebände von David Lagercrantz. ...

Was vor knapp 20 Jahren seinen Anfang nahm ist ungebrochen eine Thriller-Faszination: die Millenium-Trilogie von Stieg Larsson (Verblendung – Verdammnis – Vergebung) und die Folgebände von David Lagercrantz. Und hier setzt im Grund die Geschichte ein, denn der Autor von ‚Refugium‘ John Ajvide Lindqvist hatte auch eine Fortsetzung zu der Millenium- Trilogie geschrieben, aber wurde mit dem Manuskript wieder nach Hause geschickt. Aber der gute Mann hat den Kopf nicht in den Sand gesteckt, sondern sein Werk umgeschrieben.
Gut zu wissen, denn auch in ‚Refugium’ gibt es eine Autorin und ehemalige Polizistin, Julia Malmros, die in Stieg Larssons Fußstapfen treten soll…. Eine Art Meta-Ebene zu dem was dem Autor selbst passiert ist.
Julia trifft auf Kim Ribbing, eine Hackerin und zwar an einem Tatort. Mittsommer auf den Schäreninseln, hier gibt es eine Reihe an brutalen Morden auf dem Grundstück eines reichen Industriellen. Nur eine Person überlebt. Julia und Kim steigen in die Ermittlungen ein und decken Unglaubliches auf. Es führt sie bis nach China und es gibt natürlich Verstrickungen aller Art.
Wirklich spannend und in bester Millenium-Manier geschrieben, werden hier Fans der Reihe wieder auf ihre Kosten kommen und sich freuen können. Auch Lindqvist hat dies als Trilogie angelegt und dies ist der erste Band der Stormland-Reihe. Es folgt also mehr mit Band 2: Signum und Band 3: Elysium. Alle mit diesem äußerst gelungenen Baum-Cover.
Nun kommt ein kleines aber: Manches Mal beim Lesen musste ich mich wundern und fragte mich ob der Autor hier neben dem Thriller ein wenig zu viel Witz eingebaut hat, wenn er den chinesischen Ermittler beispielsweise Bruce Lee nennt…vielleicht wächst sich das nach dem Erfolg von ‚Refugium‘ aus.

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Veröffentlicht am 02.07.2023

Für eine klimaresiliente Lebensweise

Über Leben in der Klimakrise
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Eine Frau ein Anliegen: Milena Glimbovski ist Gründerin des ersten Original Unverpackt Ladens in Berlin, Speakerin für Themen im Bereich Nachhaltigkeit und Umwelt und hat auch die mentale Gesundheit im ...

Eine Frau ein Anliegen: Milena Glimbovski ist Gründerin des ersten Original Unverpackt Ladens in Berlin, Speakerin für Themen im Bereich Nachhaltigkeit und Umwelt und hat auch die mentale Gesundheit im Blick und gründete den tollen „Ein guter Verlag“. Bewundernswert mit wie viel guter Energie sie voran schreitet um die Welt jeden Tag ein bisschen besser zu machen.
Nun gibt es das Sachbuch, dass den gleichen Titel trägt wie ihr Podcast „Über Leben in der Klimakrise“. Hier will sie nicht wachrütteln und überzeugen, dass wir den Klimawandel stoppen müssen. Sie hat den „point of no return“ im Blick und beschreibt was wir tun müssen, um uns den neuen Gegebenheiten anzupassen. Es gibt bereits heute viele Veränderungen, denen wir nicht mehr gegensteuern können und wir müssen handeln damit wir so wie die Natur heute ist, auch in Zukunft mit ihr leben können.
Insgesamt gibt sie Denkanstöße und handlungsfähige Ratschläge. Ein Buch, dass Menschen helfen kann, die sich bisher weniger mit dem Thema befasst haben und eine Ohnmacht erleben. So wie sie Milena Glimbovski umgetrieben hat. Das wird zu Beginn des Buches deutlich, die Wut kommt deutlich zu Tage und dann kippt das ganze uns sie will aktiv mit guten Ratschlägen und Lösungskonzepten uns allen ein wenig Licht am Ende des Tunnels zeigen.

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Veröffentlicht am 11.05.2023

Eine Frau, die nur an Käse denkt

Die Unternehmerin von Amsterdam
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Asche auf mein Haupt, hier hat mich das Cover erwischt, weil ich es sooooo gelungen finde und dann noch ein historischer Roman. Ergo: Lese ich!
Nachdem ich begonnen hatte zu lesen, hab ich mich das erste ...

Asche auf mein Haupt, hier hat mich das Cover erwischt, weil ich es sooooo gelungen finde und dann noch ein historischer Roman. Ergo: Lese ich!
Nachdem ich begonnen hatte zu lesen, hab ich mich das erste Mal mit der Autorin auseinandergesetzt und zum zweiten Mal Asche auf mein Haupt! Denn ich kannte die Autorin nicht….die Niederländerin Simone van der Vlugt ist aber schon bei Kennern von Krimis und historischen Romane ein Name, der schon länger Leser beglückt. Mir war sie bisher unbekannt.
Ich las nun das neuste Werk: „Die Unternehmerin von Amsterdam“, ein historischer Roman. Im Mittelpunkt steht Lydia Oosthys, die jung beide Elternteile verliert und dann nach Plänen ihres Vaters, die sie im Nachlass findet, eine Käsefabrik in Amsterdam zu gründen. Was 1892 für eine Frau alleine ohne Mann nicht möglich war. Da sie Adelig ist , wird von ihr eine Ehe mit ihresgleichen erwartet und gesellschaftliches Engagement, aber das sieht sie mehr als anders. Sie trifft auf den Milchbauer Huib Minnes mit dem sie sich geschäftlich auf Augenhöhe das Geschäft teilt. Privat ist es leider nicht so einfach. Später im Roman wird 18 Jahren in die Zukunft gesprungen, aber das stört nicht, sondern spannt aus meiner Sicht einen interessanten Bogen.
Besonders spannend fand ich die Beschreibungen wie der Käse entsteht, wie sie das Geschäft vorantreibt. Die örtlichen Beschreibungen rund um Amsterdam und auch um Purmerend in Noord-Holland wo der Käse entsteht waren mir auch eine Freude.
Fazit: Ein guter historischer Roman über eine starke Frau die ihre wirtschaftliche Selbständigkeit vorantreibt in den Niederlanden.

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