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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.08.2017

Aus einem Thriller wird eine Familiengeschichte

Stille über dem Schnee
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Die Ich-Erzählerin Nicky lebt als 12-Jährige mit ihrem Vater in ländlichen New Hampshire, wo die beiden in einer eisigen Winternacht im verschneiten Wald ein ausgesetztes Neugeborenes finden. Was wie ein ...

Die Ich-Erzählerin Nicky lebt als 12-Jährige mit ihrem Vater in ländlichen New Hampshire, wo die beiden in einer eisigen Winternacht im verschneiten Wald ein ausgesetztes Neugeborenes finden. Was wie ein Thriller beginnt, entwickelt sich immer mehr zu einer einfühlsamen Familiengeschichte, die ohne größere Überraschungen erzählt wird. Insgesamt herrscht eine düstere Stimmung, geprägt von Winterstürmen, Trauer und auch ein bisschen Pubertät.
Keine leichte Lektüre, gleichzeitig aber auch keine extrem anspruchsvolle Literatur. Eher ein Buch für kalte Winterabende als für den Hochsommer

Veröffentlicht am 25.07.2017

Auswirkungen einer Rettung

Sommerkind
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"Sommermädchen" ist ein einfühlsam erzählter Roman. Erzählt wird die Geschichte von Kolja, dessen Schwester Malu nach einem Schwimmunfall im Wachkoma liegt, und von Ragna, die diese Schwester vor 30 Jahren ...

"Sommermädchen" ist ein einfühlsam erzählter Roman. Erzählt wird die Geschichte von Kolja, dessen Schwester Malu nach einem Schwimmunfall im Wachkoma liegt, und von Ragna, die diese Schwester vor 30 Jahren gerettet hat.
Anhand des Schwimmunfalls der jungen Malu wird deutlich, wie sehr ein einzelnes Unglück einer Person die Menschen im Umfeld intensiv und lange beeinflussen kann.

Das Ende löst nicht alles auf und vermag deshalb manche Leser enttäuschen. Auch ich hatte das Gefühl, dass die Geschichte noch etwas weiter hätte erzählt werden sollen. In "Sommermädchen" stehen einzelne Themen, Szenen und Zwischentöne vor der Gesamthandlung. Deshalb ist es insgesamt doch ein schönes Buch, das zum Nachdenken anregt. Die Charaktere und ihre Beziehung zueinander werden intensiv und gut beschrieben.
Mir haben auch die Beschreibungen der Nordsee, insbesondere der Hallig, sehr gefallen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Figuren
  • Erzählstil
  • Gefühl
Veröffentlicht am 30.03.2026

Berührend, aber nichts Ganzes

Lola im Spiegel
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Die Geschichte einer wohnungslosen Jugendlichen ist anfangs berührend, bis sie dann an Fahrt aufnimmt und immer rasanter wird. Ich fand die Schilderung des Lebens als Wohnungslose in Brisbane, Australien ...

Die Geschichte einer wohnungslosen Jugendlichen ist anfangs berührend, bis sie dann an Fahrt aufnimmt und immer rasanter wird. Ich fand die Schilderung des Lebens als Wohnungslose in Brisbane, Australien eindrücklich und die der wohnungslosen Gemeinschaft berührend. So richtig gepackt hat mich die Story aber nicht. Es war mir zu sehr zwischen Sozialdrama, Action und Thriller. Nichts Halbes (Drittel) und nichts Ganzes.
Die Wohnungslosigkeit der Protagonistin ist Resultat der in der Ankündigung zentralen Flucht. Diese Ankündigung finde ich etwas missverständlich ausgedrückt. Ja, es gibt eine Flucht, aber die ist sowohl anfangs als auch später ganz anders als ich gedacht hätte. Und auch wenn sie ein zentrales Motiv ist, steht für mich doch die mutige, künstlerische Protagonistin und ihre Entwicklung im Vordergrund.
Ein Buch, das sich schwer verorten lässt, sowohl in der Stimmung als auch im Genre. Das gleichzeitig traurig und düster als auch hoffnungsvoll und lebensfroh ist, das interessante Charaktere hat. Manchmal dachte ich, dass hier Tiefe fehlt, aber vielleicht ist es ok so und eine sowohl berührende als auch unterhaltende Lektüre.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.04.2025

Männer sind ...

Fun
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... Arschlöcher. Das wusste ich schon vor der Lektüre dieses Buches, in dem ausschließlich so richtig extreme Belege für diese These vorkommen. Und auch sonst kam mir alles in diesem Buch schon bekannt ...

... Arschlöcher. Das wusste ich schon vor der Lektüre dieses Buches, in dem ausschließlich so richtig extreme Belege für diese These vorkommen. Und auch sonst kam mir alles in diesem Buch schon bekannt vor. Die Geschichte, die auf me too und eine Band beginnend mit R anspielt, bleibt ohne Überraschungen oder neue Erkenntnisse. Dazu werden etwas zu viele Nebenschauplätze aufgemacht - um noch aktueller zu sein? Dabei hätte dieser Insider-Einblick in die Welt Backstage ja auch brisant, spannend oder zumindest neu werden können. Leider war aber die Geschichte insgesamt erwartbar. Das seifenoperartige Ende nimmt zudem den Fokus zwischenzeitlich vom Thema me too, was meiner Meinung nach unangemessen ist. Statt einer überraschenden Wendung ist das für mich eher eine Herabwürdigung des wichtigen Themas.
Und mir stellte sich schon die Frage: Warum ein Buch mit diesem Thema in dieser Form von diesem Autoren?
Trotzdem: irgendwie bin ich dran geblieben und das ohne mich zu quälen. Kein literarisches Meisterwerk, kein neuer Blick hinter die Kulissen, fesselnd wäre auch zuviel gesagt, aber irgendwie doch packend.

Veröffentlicht am 23.09.2023

Hinter dem sommerlichen Flair anders als gedacht

Nachts erzähle ich dir alles
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Eine heitere Sommerlektüre war "Nachts erzähle ich dir alles" für mich nicht. Der Flair der Côte d’Azur im Sommer kam gut rüber, ohne sich in den Vordergrund zu drängeln. Die eigentliche Geschichte kommt ...

Eine heitere Sommerlektüre war "Nachts erzähle ich dir alles" für mich nicht. Der Flair der Côte d’Azur im Sommer kam gut rüber, ohne sich in den Vordergrund zu drängeln. Die eigentliche Geschichte kommt aber leider ziemlich erwartbar daher und lässt bei der Hauptfigur Léa kaum ein Klischee der modernen Großstadtfrau aus. Dabei greift Autorin Anika Landsteiner diverse ernste Themen auf, die der Klappentext allesamt verschweigt, weswegen ich hier auch nicht spoilern möchte. Die Umsetzung fand ich mittelmäßig gelungen. Bei einem Thema mutete es zu belehrend an, sonst bleibt es meist eher oberflächlich - insgesamt kommt es zu keinen Lösungen. Muss es ja auch nicht immer, aber vielleicht wenigstens bei einzelnen Themen.
Für mich leider weder ein Feel-Good-Sommerroman, noch richtig 'ernste' Literatur, noch eine gelungene Mittelweg zwischen beiden. Es bleibt der sommerliche Flair, der aber weder zum Rest des Buches passte, noch als wirklicher Gegensatz diente.