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Veröffentlicht am 03.09.2023

packendes und mitreißendes Finale der Liebenberg-Trilogie

Schloss Liebenberg. Hinter dem goldenen Schatten
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Im großen Finale der Liebenberg Trilogie begleiten wir die Angestellten des berühmt berüchtigten Schlosses in Brandenburg, während sich die politische Schlinge um ihren Dienstherrn Fürst Philipp zu Eulenburg ...

Im großen Finale der Liebenberg Trilogie begleiten wir die Angestellten des berühmt berüchtigten Schlosses in Brandenburg, während sich die politische Schlinge um ihren Dienstherrn Fürst Philipp zu Eulenburg immer weiter zuzieht.

Skandalträchtig mit weitreichenden Auswirkungen verläuft der Prozess, auf den sich sowohl Presse als auch die darin verwickelten Politiker stürzen und versuchen, alles ans Licht zu bringen, was bei der sogenannten Liebenberger Tafelrunde alles geschehen ist, und gegen welche Paragraphen verstoßen wurde.

Dies hat auch Auswirkungen auf die Bediensteten, die nun alle um ihre Jobs bangen und damit auch um die Zukunft ihrer Familien, die auf den Verdienst angewiesen sind.
Doch auch unter den Bediensteten liegt ein dunkler Schatten, zu viele Geheimnisse, Intrigen und Erpressungen, die gravierende Folgen haben.

Hanna Caspian ist hier ein Finale gelungen, dass politisch interessant recherchiert ist und zeigt, welche Folgen all diese politischen Entwicklungen auch auf die Geschichte Deutschlands unter dem Kaiser Wilhelm hatte und ein dunkles Kapitel kurz vor dem 1.Weltkrieg einläutete.

Aus der Sicht der Bediensteten zu erleben, wie sich all das auf sie auswirkte, zu welch falschen und schwierigen Entscheidungen sie gedrängt wurden hat mir gut gefallen. Um ihre Rechte kämpfend, um ihre Familien und Zukunft bangend wurde einiges an Spannung aufgebaut und so manches hat mich ziemlich erschüttert.

Besonders die Entwicklungen der bereits vertrauten und liebgewonnenen Angestellten haben mir am meisten gefallen, denn auch hier gab es so manche Veränderung, die das Leben ziemlich auf den Kopf gestellt hat, für einige aber auch eine ziemliche Herausforderung und harte Probe war.
Hoffnung und Leid liegen so dicht beieinander und es braucht nur einen kleinen Funken, um all die Zukunftspläne zu zerstören oder in ungeahnte Richtungen zu bringen.

Titel und Cover locken und bringen die gesamte Geschichte auf den Punkt.

Eine Schattenwelt, in der Menschen wie Marionetten benutzt werden und sich zeigt, wie abgründig und rücksichtslos Politik für eigene Zwecke missbraucht wird, sich überraschende Verbündete auftun, ohne Rücksicht auf Verluste oder Opfer der Untergebenen oder ehemaliger Freunde.

An manchen Stellen hätte ich mir noch etwas mehr Abwechslung und anhaltenden Spannungsbogen gewünscht, dennoch ist das packende Finale unterhaltsam, mit ungeahntem Twist gemischt mit interessanten, historischen Einblicken in die Anfänge des 20.Jahrhunderts und einer bittersüßen Lovestory.

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Veröffentlicht am 24.08.2023

wundervoller emotionaler Debütroman mit ganz großem Heimatgefühl

Wo die Libellen tanzen
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Was für ein schöner Debütroman – Wohlfühlen mit ganz viel Heimatflair, etwas ganz Besonderes für mich und deshalb nochmal viel intensiver.

Es ist eine Geschichte, die so viele Emotionen an die Oberfläche ...

Was für ein schöner Debütroman – Wohlfühlen mit ganz viel Heimatflair, etwas ganz Besonderes für mich und deshalb nochmal viel intensiver.

Es ist eine Geschichte, die so viele Emotionen an die Oberfläche lockt und gleichzeitig sanft und gefühlvoll ist, weswegen auch der Titel unglaublich gut gewählt ist - Libellen, schimmernd und doch auch zaghaft, scheu, mit einer gewissen Leichtigkeit und trotz ihres kurzen Lebens sind sie ein Symbol für Veränderungen, Neuanfänge, Mut und Zuversicht, das Beste aus dem Leben zu machen.

Genau das erlebt man mit Val (Valeria) in diesem Roman auch. Für ihren Partner hat sie viel aufgegeben, um mit ihm ein Leben in der Großstadt Berlin aufzubauen, doch das fordert auch seinen Preis und je mehr sie sich verliert, desto mehr sehnt sie sich danach, den Kopf freizukriegen und ihr Leben zu überdenken.

Da bietet sich die alte selbstgebaute Hütte ihrer Eltern im Harz an. Dieser Rückzugsort ist mit vielen alten Erinnerungen verbunden, traurig, tränenreich und befreiend zugleich und es macht unglaublich viel Spaß, sie dabei zu begleiten, wie sie nicht nur die Spinnenweben des Hauses, sondern auch ihrer Gedanken entwirrt, die landschaftlichen Eindrücke genießt und lernt innerlich abzuschalten.
Mit all den Bewohnern dieses herzlichen, gastfreundlichen Ortes, ihrer Hilfsbereitschaft, der Schulter zum Anlehnen spürt Val mehr und mehr, was es heißt, Türen zu schließen oder zu öffnen. Vergangenheit zu bewältigen, Schmerz zuzulassen und gleichzeitig frei atmen zu können.

Das Buch hat mich sehr berührt, ich bin durch die Seiten geschwebt und es war so faszinierend, dieses Heimatgefühl ganz nah erleben zu können. Die ganzen Eindrücke wurden unglaublich schön vermittelt, ein tiefer Atemzug, der kalte, aber klare See, die Wirkung der Landschaft und des Waldes, der Ruhe und dem Gefühl von Geborgenheit und Rückzug, ohne sich einsam zu fühlen.
Was mich zusätzlich beeindruckt hat, war die Charakterzeichnung.

Man erwischt sich, wie sich ein gewisses Bild entwickelt, man sich beim Schubladendenken erwischt und auf einmal nimmt die Handlung eine ganz neue Wendung und der Überraschungseffekt ist da. Ich habe nicht mit diesem Verlauf gerechnet, es gab so tolle, erstaunliche Entwicklungen durch jeden weiteren Blick hinter die Kulissen, so dass sich einige der Menschen in mein Herz geschummelt haben, ohne dass ich es verhindern konnte und wollte. Da Val leidenschaftliche Klavierlehrerin ist, hat auch die Musik einen großen Platz in dieser Geschichte, was für einige emotionale Momente sorgt.

Am Ende der Geschichte hätte ich mich am liebsten auf den Weg gemacht, um diese Hütte aufzusuchen, dieses Gefühl vor Ort zu spüren, all die besonderen liebenswerten Menschen persönlich kennenzulernen und die örtlichen Leckereien zu genießen.

Dieser gelungene, gefühlvolle, gleichzeitig aber auch humorvolle und tiefgründige Roman handelt von Abschiednehmen, loslassen, vergeben, Neuanfängen, dem Wert von echten Freunden und dem Mut, die Vergangenheit aufzuarbeiten, ohne sich selbst zu verlieren und seine Ziele nie aus den Augen zu verlieren.

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Veröffentlicht am 19.08.2023

sanfte, ruhige und gefühlvolle Geschichte über Verlust, Trauer und Neuanfänge

Der Himmel am nächsten Morgen
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Eine wunderschöne, sanfte und berührende Geschichte auf zwei Zeitebenen, die parallel zusammenlaufen um ein Gesamtbild zu geben.

Erzählt wird die Geschichte von der jungen Lissi zur Zeit des 2.Weltkriegs ...

Eine wunderschöne, sanfte und berührende Geschichte auf zwei Zeitebenen, die parallel zusammenlaufen um ein Gesamtbild zu geben.

Erzählt wird die Geschichte von der jungen Lissi zur Zeit des 2.Weltkriegs und der Zuflucht, die sie durch den Verlust der Eltern bei ihrer Tante findet. All die Kriegserlebnisse, die schwere Nachkriegszeit, die so stark geprägt von Hunger, Kälte, Wohnungsnot ist und der Begegnung mit einem jungen Vertriebenen, der im selben Haus wie sie einquartiert wird.

Gleichzeitig wird man immer wieder in die 70er Jahre versetzt, wie Lissi stückweise mit dem Verlust ihrer großen Liebe fertigwerden muss, mit dem Gefühl der Trauer, der Reaktion ihrer Tochter und den alltäglichen Abläufen.

Abwechselnd wird ihre Geschichte aus Erinnerungen an damals verknüpft mit dem, was sie als junge Witwe neu aufbauen muss, wo am Ende alle Einzelheiten zusammenfließen.
Durch die Begegnung mit Georg, dem Jugendfreund ihres Ehemannes, schwelgen beide in Erinnerungen und bewahren so das Vermächtnis an diesen liebenswerten Jungen, in den sie sich unsterblich verliebt hat und erfährt nach und nach mehr aus ihrer gemeinsamen Kindheit und Jugend. Gerade die unkonventionelle Art von ihm hilft Lissi, aus der Trauer herauszufinden, mit Sorgen und Problemen zurechtzukommen.

Eine tolle Mischung aus sentimentalen, herzzerreißenden aber auch humorvollen Momenten. Ihre Ideen zu kommunizieren fand ich total süß und die aufkeimenden Gefühle waren genau passend dosiert.
Ein sehr gefühlvoller Roman, mit liebenswerten Charakteren, passender Einbindung an deutsche Geschichte und besondere Ereignisse. Lissi mochte ich sehr gerne, weil sie trotz so vieler schwerer Verluste immer wieder aufsteht und durch ihre Kindheitsfreundin Anna jemanden an ihrer Seite hat, mit der sie trotz allem Kummer durch dick und dünn gehen kann.

Eine Geschichte über Verlust, Trauer, dem Beginn neuer Lebensabschnitte. Gefühlvoll, zu Herzen gehend und sanft mit einem Titel, der so viel Hoffnung und Mut enthält und ausdrucksstark in diesem Roman präsentiert wird.

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Veröffentlicht am 16.08.2023

das überraschende Finale des Lilienpalais- Leidenschaft und Geheimnisse

Eine Dame mit Geheimnissen
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Das ist mal ein wahres Feuerwerk an Emotionen in diesem Gefühlsfinale des Lilienpalais. Von Anfang an war Nanette meine geheime Favoritin, mit ihrer aufmerksamen, starken Persönlichkeit.


Ihre Hingabe ...

Das ist mal ein wahres Feuerwerk an Emotionen in diesem Gefühlsfinale des Lilienpalais. Von Anfang an war Nanette meine geheime Favoritin, mit ihrer aufmerksamen, starken Persönlichkeit.


Ihre Hingabe für ihre Schützlinge im Haus von Seybach, wie sie improvisiert, immer zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle ist und auch dem Adel souverän die Stirn bietet, hat mich einfach begeistert. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass sie jetzt ihre ganz persönliche Geschichte bekommen hat und die hat es wirklich in sich.


Diese Frau steckt wirklich voller Geheimnisse - überraschend, erstaunlich und völlig anders als erwartet. Eine leidenschaftliche Person, die sich aber aufgrund ihrer Vergangenheit hinter hohen Mauern versteckt. Doch sie kämpft gegen Ungerechtigkeiten, kämpft für das Recht der Frauen und dies auf eine Weise, die mich immer wieder in Erstaunen versetzt hat. Diese Seite lernt auch der Zeitungsverleger Ferdinand kennen, deren Begegnung wie ein brodelnder Vulkan ist, weil sie beide ihre Vorstellungen haben, wie Dinge ablaufen sollten. Je mehr er aber Einblick hinter die Fassade dieser bemerkenswerten Gouvernante erhält und versucht, hinter ihre Geheimnisse zu kommen, desto überraschter ist er.


Auch wenn ich mit meiner Vermutung recht hatte, so ist es eine Sache, etwas zu erahnen, aber etwas ganz anderes, wie es letztendlich dazu gekommen ist und sich alles entwickelt.


Auch wenn ich nicht jedes Verhalten von Nanette und anderer Personen nachvollziehen konnte und manches etwas befremdlich wirkt, so ist sie dennoch eine besondere Frau, die aufgrund ihrer Vorstellungen von Freiheit, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung manchmal Entscheidungen trifft, die sie in Konflikte bringt, in Situationen, die ihr über den Kopf wachsen mögen, aber dennoch merkt man mehr und mehr, wie die echte Nanette zum Vorschein kommt, was hinter ihrer Fassade steckt.


In den Straßen und Adelshäusern Münchens erlebt man eine aufregende, sinnliche und ganz besondere Geschichte einer Frau, die mit Humor, Geduld, Mut und Ideenreichtum zeigt, dass man Veränderungen Chancen geben sollte. Sie zeigt, dass die Vergangenheit zwar nicht zu ändern ist, sie aber veranlassen kann, die Zukunft in die Hand zu nehmen und sich dafür einzusetzen.


Die Charakterzeichnung war unglaublich gut, egal ob negative oder positive Persönlichkeiten, sie alle haben dazu beigetragen, dass die Geschichte abwechslungs-, und temporeich verlief, bedingt auch dadurch, dass sie aus der Sicht verschiedener Personen erzählt wird.


So fühlt, liebt und leidet man mit und ist verzaubert von dem besonderen Flair der damaligen Zeit und dem Zauber Münchens.


Zusätzlich zu einigen historischen Ereignissen, die wirklich gut recherchiert sind, ist es eine durchweg romantische, mitreißende Reihe, die man eigentlich noch gar nicht beenden möchte und gerade dieser Teil enthält so viele besondere Merksätze, die mich berührt und gleichzeitig nachdenklich gestimmt haben. Es ist nicht einfach nur eine Geschichte unter vielen, sondern nimmt gleichzeitig auch Bezug auf Missstände, die leider bis zum heutigen Tag anhalten, aber nicht verschwiegen werden dürfen. Es ist interessant, wenn auch zeitweise mit emotionalem, erschütterndem Verlauf, zeitlich aber gut angepasst.


Jeder Teil ist in sich abgeschlossen, aber um einfach einen besseren Bezug zu allen Personen zu haben, empfehle ich dennoch, die Reihe von Anfang an zu lesen. Auf jeden Fall hat jedes Cover Wiedererkennungswert und wirkt edel und einladend.

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Veröffentlicht am 06.08.2023

bislang bester Roman der Cherry Hill Reihe

A Place to Belong
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Anfangs habe ich mich noch gewundert, warum es vier Teile aber nur drei Schwestern gibt, doch dieser Teil hat so viele Überraschungen parat, dass ich einfach dahingeschmolzen bin.

Für mich die bisher ...

Anfangs habe ich mich noch gewundert, warum es vier Teile aber nur drei Schwestern gibt, doch dieser Teil hat so viele Überraschungen parat, dass ich einfach dahingeschmolzen bin.

Für mich die bisher schönste Geschichte dieser Reihe, voller Gefühl und mit passendem Titel. Denn einen Platz zu finden, an den man gehört trifft auf einige Personen zu.

Die Journalistin Maggy mit ihrer unbefangenen, rücksichtsvollen und aufgeschlossenen Art ist mir vom ersten Moment an sympathisch gewesen und das Zusammentreffen mit Flynn, der auf der Cherry Hill Farm die Baumhäuser baut, war einfach lustig und man sofort dieses gewisse Knistern in der Luft gespürt.
Es gibt viele Überraschungen und ungeahnte Wendungen, nie hätte ich mit so einem Verlauf und so einer Entwicklung gerechnet, was das Buch für mich noch interessanter gemacht hat.

Obwohl die Umstände nicht ganz leicht und angenehm sind und auch die Reaktionen nicht bei allen ganz positiv ausfallen, hat es mir doch gefallen, wie sich im Laufe der gemeinsamen Zeit Veränderungen bemerkbar machen.

Ganz besonders Carol, die verwitwete Mutter, hat sich ganz tief in mein Herz geschlichen und ich habe sie für ihre Stärke und ihr sanftes Wesen so bewundert.

Auch Poppy ist für mich in diesem Teil eine ganz starke Persönlichkeit, mit all ihrem Kummer, ihrem Schmerz aufgrund des Verlustes ihres Vaters. Hin und hergerissen in ihrer Gefühlswelt ist sie von allen Geschwistern am sympathischsten und ich freue mich ganz besonders auf ihre eigene Geschichte im 4.Teil und das bisherige Ende klingt schon sehr vielversprechend.

Mitzuerleben, wie Geheimnisse gelüftet werden, wie alle zusammenhalten und trotz zwischenzeitlicher Konflikte trotzdem immer bereit sind, Lösungen zu finden hat mich total begeistert. Der Schreibstil ist so gefühlvoll und emotional, dabei werden sowohl Ort als auch Bewohner realistisch dargestellt, dass man sich in jede Szene voll hineinversetzen kann und gar nicht mehr weg möchte.

Fazit: Meine bisherige Lieblingsgeschichte der Cherry Hill Reihe. Ein Wohlfühlroman, in dem so vieles zusammenläuft an Herzschmerz, Vergangenheit, Hoffnung, Humor, familiärem Zusammenhalt, Freundschaft und genau der richtigen Prise Romantik, dass es jedes Mal wieder ein Genuss ist, diese Reihe zu lesen oder zu hören. Man möchte gar nicht mehr abreisen, weil dieser Ort mittlerweile eine ganz spezielle Wirkung hat und man all die Bewohner im Lauf der Zeit absolut liebgewonnen hat.

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