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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.08.2023

Auch dieser Serienband kann wieder überzeugen

Der Lehrmeister: Thriller
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Das ist nun schon der 8. Band der Laura Kern Reihe, aber keine Angst, er kann auch ohne Kenntnisse der Vorgängerbände gelesen werden.

Für Fans der Thriller-Reihen von Catherine Shepherd ist es schon ...

Das ist nun schon der 8. Band der Laura Kern Reihe, aber keine Angst, er kann auch ohne Kenntnisse der Vorgängerbände gelesen werden.

Für Fans der Thriller-Reihen von Catherine Shepherd ist es schon lange kein Geheimnis mehr was sie bei den Büchern erwarten wird, nämlich tiefgründige Geschichten, die mitreißend erzählt werden. So auch diesmal, wenn Laura Kern und ihr Team an einen Tatort gerufen werden, der ihnen bei der Aufklärung wieder alles abverlangen wird.

Neben der Weiterentwicklung der Hauptfiguren punktet auch dieser Thriller wieder mit einer durchdachten fesselnden Handlung, der dank dem packenden und eingängigen Schreib- und Erzählstil den Leser nur so durch das Geschriebene treibt. Die gut gesetzten Andeutungen zu Täter und möglichem Motiv laden zum Mitraten ein, was dem Leser jedoch durch die zahlreichen Wendungen gar nicht so leicht gemacht wird. Doch das sehe ich als ein weiteres großes Plus an, bleibt der Thriller dadurch bis zum Schluss spannend. Und so ist auch hier das Finale dann noch einmal action- und temporeich und die Lösung des Falls wird logisch und nachvollziehbar dargelegt.

Fazit: Wer jetzt Lust bekommen hat gemeinsam mit Laura und Max diesen neuen Fall zu lösen, dem kann ich „Der Lehrmeister“ absolut empfehlen. Eine spannende Lektüre, die einen wieder tief in menschliche Abgründe blicken lässt.

Veröffentlicht am 29.08.2023

Absoluter Pageturner

Overkill - Tod der Schwalben
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Hauptkommissarin Mo Celta sucht auch im 3. Overkill-Thriller noch immer nach ihrer Schwester. Als sich Anzeichen des Verbleibs Elisas in der Ukraine verdichten, lässt sich Mo als Austauschpolizistin dorthin ...

Hauptkommissarin Mo Celta sucht auch im 3. Overkill-Thriller noch immer nach ihrer Schwester. Als sich Anzeichen des Verbleibs Elisas in der Ukraine verdichten, lässt sich Mo als Austauschpolizistin dorthin versetzen und kann nicht vorhersehen, auf welch „tödliches Abenteuer“ sie sich da freiwillig eingelassen hat. Denn gemeinsam mit dem ukrainischen Polizeihauptmann Felix Bojko sollen sie den Mord eines fürchterlich zugerichteten Toten aufklären, was unter den gegebenen Umständen gerade für Mo alles andere als leicht werden wird, ist sie doch vollkommen andere Arbeitsbedingungen gewöhnt.

Zu Beginn muss man aufmerksam lesen, denn die Namen und Ortsbezeichnungen sind anfänglich schon gewöhnungsbedürftig. Aber ein kleines Personenregister erleichtert die Zuordnung der Figuren doch etwas. Dass die Autorin unter anderem vor Ort recherchiert hat, spürt man diesem Thriller über das gesamte Buch an. Immer wieder werden ihre fiktiven Figuren mit den gegenwärtigen realen Zuständen in der Ukraine konfrontiert. So sind in die Krimihandlung z. B. der Nukleartourismus und die Zustände in Behörden, wie der Polizei, und in den Krankenhäusern Themen, die für uns kaum vorstellbar, aber dort wohl an der Tagesordnung sind. Diese Schilderungen lassen die eigentliche Krimihandlung ab und an fasst in den Hintergrund treten. Aber dann stolpert man buchstäblich über die nächste Leiche und man ist wieder mitten im Thrillergeschehen. Das Finale kommt dann mit einem Paukenschlag daher. Die Auflösung des Falles und die anfängliche Frage nach dem Verbleib Elisas werden passend zur Endzeitstimmung der Handlung schonungs- und kompromisslos erzählt.

Alles in allem ist dieser 3. Overkill-Thriller keine leichte Kost. Die nukleare Bedrohung, die noch heute von Tschernobyl ausgeht, schwebt über der gesamten Handlung und ist durch die momentane Situation in der Ukraine aktueller denn je. „Overkill. Tod der Schwalben“ ist ein Pageturner den ich absolut weiterempfehlen kann.

Veröffentlicht am 29.08.2023

Abgrundtief

Einer von den Guten
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Im dritten Band um Ben Neven, Beamter der Wiesbadener Polizei, spitzt sich die Lage um ihn langsam zu, denn Ben hat eine Neigung, die nicht ans Licht kommen darf. Verheiratet und Vater einer Tochter, mit ...

Im dritten Band um Ben Neven, Beamter der Wiesbadener Polizei, spitzt sich die Lage um ihn langsam zu, denn Ben hat eine Neigung, die nicht ans Licht kommen darf. Verheiratet und Vater einer Tochter, mit einem anspruchsvollen Job, sollte man doch glauben, dass alles in geregelten Bahnen läuft, aber weit gefehlt. Seine sexuelle Vorliebe wird ihm immer mehr zum Verhängnis und die Abgründe die sich für Ben dabei auftun werden stetig dunkler und tiefer.

Der Autor schafft es auch im 3. Teil unaufgeregt, aber auf eindringliche Art seiner Hauptfigur Ecken und Kanten zu verpassen, bei denen sich der Leser zwangsläufig fragt: „Ist Ben wirklich noch einer von den Guten?“
Mit seinem ganz eigenen, schon sehr besonderen Schreib- und Erzählstil schafft es Jan Costin Wagner mich in die Welt seines Protagonisten hineinzuziehen, die der sich immer wieder schönredet. Einerseits sieht man den liebevollen Familienmenschen und den Polizisten, der gute Arbeit leistet, aber andererseits hat man auch die Person mit dieser abartigen Neigung vor Augen. Immer wenn ich dann bei diesen Passagen bin, möchte ich am liebsten das Buch zuklappen. Aber der Autor erzählt hier so nüchtern und schon fast kühl über einen Zwiespalt, dass ich doch am Ausgang der Geschichte interessiert bin. Wie dieser allerdings ist, verrate ich hier nicht.

Fazit: Auch Teil 3 ist wieder kein typischer Krimi, aber ein Buch mit einer kriminellen Handlung. Die Charakterisierung der Hauptfiguren und der schon beherrschte Umgang mit der unnatürlichen Verhaltensweise gepaart mit dem so typischen Wagner Erzählstil, machen dieses Buch für mich zu einem Lesehighlight. Und deshalb gibt es von mit auch volle 5 Lesesterne.

Veröffentlicht am 11.08.2023

Stürmischer 2. Fall für Lilly Hed

Im Sturm
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Lilly Hed ermittelt diesmal gemeinsam mit ihrer guten Freundin Liv Kaspri, mit der sie einst die Polizeischule absolvierte. Gemeinsam sollen sie in einem entlegenen Städtchen die Todesumstände eines alten ...

Lilly Hed ermittelt diesmal gemeinsam mit ihrer guten Freundin Liv Kaspri, mit der sie einst die Polizeischule absolvierte. Gemeinsam sollen sie in einem entlegenen Städtchen die Todesumstände eines alten Mannes klären. So weit so gut. Doch kaum vor Ort fegt ein Sturm über das Gebiet und schneidet alle von der Außenwelt ab. Jetzt ist Initiative und Durchhaltevermögen gefragt, denn auf herkömmliche Hilfsmittel, wie sonst üblich bei Ermittlungen, wie Handy oder Computer, können sie diesmal nicht zurückgreifen. So werden die Ermittlungen zu einer waren Geduldsprobe und auch die Wetterunbilden tun ihr übriges, um die beiden an ihre Limits zu bringen.

Wie schon in Teil 1 „Im Feuer“ verbindet Pernilla Ericson auch hier die durchdachte und spannend erzählte Krimihandlung mit den Auswirkungen der klimatischen Veränderungen auf Natur und Mensch. Da es nicht bei einem Mord bleibt, kommen die beiden Ermittlerinnen mehr und mehr in Zugzwang, doch ihre Hartnäckigkeit und Kombinationsgaben bringen sie Stück für Stück dem Motiv und Täter näher. Eine tragische Geschichte aus der Vergangenheit, die nun gesühnt wird, ist der Auslöser all dieser Morde. An dieser Stelle muss ich gestehen, war ich vom Ausgang des Falles überrascht, denn mit dieser Auflösung hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Neben der spannenden Krimihandlung bekommt Lilly wieder etwas mehr Profil und auch über Liv erfährt man einiges Privates, so dass durch die Charakterisierungen, auch der Nebenfiguren, ein ausgewogener Krimi entstanden ist.

Fazit: Auch Teil 2 der Lilly Hed Reihe konnte mich wieder in seinen Bann ziehen. Schreib- und Erzählstil sind flüssig und mitreißend, die einzelnen Figuren wirken authentisch und, was am wichtigsten ist, die Krimihandlung ist durchdacht, nachvollziehbar und fesselnd. Ich kann „Im Sturm“ absolut weiterempfehlen und vergebe gern 5 von 5 Lesesterne.

Veröffentlicht am 06.08.2023

Ein heikles Thema hervorragend umgesetzt

Am roten Strand
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„Am roten Strand“ ist der 2. Einsatz für Ben Neven und Christian Sandner und schließt wirklich nahtlos an den Band „Sommer bei Nacht“ an. Deshalb empfehle ich an dieser Stelle den ersten Teil vorab gelesen ...

„Am roten Strand“ ist der 2. Einsatz für Ben Neven und Christian Sandner und schließt wirklich nahtlos an den Band „Sommer bei Nacht“ an. Deshalb empfehle ich an dieser Stelle den ersten Teil vorab gelesen zu haben. Das erleichtert doch das Verständnis der Umstände die hier erzählt werden um ein Vielfaches.

Im ersten Teil konnten die beiden Ermittler die Entführung eines kleinen Jungen aufklären und kamen dabei einem Pädophilenring auf die Spur. Geendet hat dies mit einem erschossenen Mittäter und einem Hauptverdächtigen in Untersuchungshaft. Nun heißt es für Neven und Sandner weitere Männer aus dieser Szene zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. Doch dann geschehen weitere Morde und die beiden Ermittler müssen sich fragen werden die Opfer von einst nun zu Tätern?

Wie schon im vorangegangenen Band gibt es auch hier wieder kurze Kapitel bei denen jeweils die Perspektive wechselt. Das schafft Dringlichkeit und Spannung und lässt einen so schnell nicht das Buch aus der Hand legen. Aber was wohl den meisten Lesern ein Wechselbad der Gefühle bescheren dürfte ist der Zwiespalt des einen Ermittlers, der einerseits die Pädophilen jagt und andererseits selbst nicht frei von schändlichen Aktivitäten ist. An diesem Punkt der Geschichte schafft es der Autor allerdings ohne Effekthascherei das diffizile Thema überzeugend zu erzählen und mit einem erschütternden Schluss zu enden.

Fazit: Dieses Buch ist keine leichte Kost. Der Autor hat hier Kindesmissbrauch in all seinen Facetten und mit all seinen Konsequenzen für Täter und Opfer zum Thema gemacht, welches wohl so manchen Leser nachdenklich aber vielleicht auch ratlos zurücklassen wird. Bei mir jedenfalls hat das Buch noch lange nachgewirkt. Ich kann dieses Buch absolut empfehlen, verweise aber gern noch mal darauf den ersten Teil gelesen zu haben, und vergebe volle 5 Sterne.