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Veröffentlicht am 07.01.2026

Gut gemeinte Selbstreflexion, aber ohne echte Rauhnachts-Tiefe

Rauhnächte – 12 Tage nur für dich
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„Rauhnächte – 12 Tage nur für dich“ von Tanja Köhler versteht sich als Einladung zur Selbstreflexion während der Rauhnächte. Als solches bietet das Buch durchaus sachliche Impulse und Denkanstöße. Für ...

„Rauhnächte – 12 Tage nur für dich“ von Tanja Köhler versteht sich als Einladung zur Selbstreflexion während der Rauhnächte. Als solches bietet das Buch durchaus sachliche Impulse und Denkanstöße. Für mich hatte dieser Ansatz jedoch nur wenig mit dem Wesen und der Tiefe der Rauhnächte selbst zu tun.

Die Rauhnächte erlebe ich als eine Zeit der bewussten Entschleunigung, des Innehaltens, des Loslassens und des Eintauchens in die eigene innere Welt – eine Phase, in der Klarheit entstehen und innere Balance gefunden werden darf. All das ist in diesem Buch für mein Empfinden kaum spürbar. Statt einer sanften, tragenden Begleitung durch diese besonderen Tage wirkte der Zugang sehr kopflastig und analytisch, stellenweise eher wie eine psychologisch geprägte Selbstreflexion, die auch losgelöst von den Rauhnächten stattfinden könnte.

Ich erlebe die Rauhnächte bereits seit mehreren Jahren bewusst und lese auch gern Bücher zu diesem Thema oder informiere mich anderweitig.. Umso irritierender war für mich, dass zentrale Rituale und bewährte Praktiken – etwa rund um das Räuchern und Reinigen, Traumtagebuch, Wünsche – bewusst relativiert oder infrage gestellt werden. Der durchgängige Tenor, alles sehr frei und individuell zu gestalten, mag für manche Leser:innen stimmig sein, nahm dem Buch für mich jedoch Struktur, Tiefe und Orientierung. Gerade feste Rituale empfinde ich als wesentlich für den Prozess des Loslassens und der inneren Klärung.

Insgesamt konnte mich das Buch emotional nicht erreichen. Ich würde es weder erfahrenen Rauhnachts-Zelebrierenden empfehlen noch – und ganz besonders nicht – Neueinsteiger:innen. Gerade Menschen, die sich erstmals mit den Rauhnächten beschäftigen, erhalten hier aus meiner Sicht kein stimmiges Bild dessen, was diese besondere Zeit ausmacht.

Abschließender wichtiger Hinweis:
Meine Einschätzung spiegelt ausschließlich meine persönlichen Erwartungen und Erfahrungen wider – da jeder Leser :in unterschiedliche Bedürfnisse hat, kann dieses Buch für andere durchaus genau das Richtige sein.

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Veröffentlicht am 17.08.2025

Zurück in Baden-Baden

Kasino
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Als erste weibliche Croupière in das zweite Jahr im beliebten Kasino in Baden-Baden erwarten, vor allem Claire, wieder einige zwischenmenschliche Herausfordrungen.

Drama in der Spielbank, ein gut gehütetes ...

Als erste weibliche Croupière in das zweite Jahr im beliebten Kasino in Baden-Baden erwarten, vor allem Claire, wieder einige zwischenmenschliche Herausfordrungen.

Drama in der Spielbank, ein gut gehütetes Geheimnis, alte und neue Bekannte, zwischenmenschliche Unruhen, Konflikte und ein wenig romantisches Knistern... Alles ist dabei.

Das Buch hat mir gefallen und es entführt für ein paar lese Stunden und einen Einblick ins Jahr 1848, das war sehr interessant.

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Veröffentlicht am 04.09.2023

Gute Freunde machen das Leben einfacher...

Das Versprechen der Oktoberfrauen
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In diesem Buch geht es vor allem darum, das Leben mit Einschränkungen zu überstehen.
Zum einen durch eine Krankheit und zum anderen, durch den Verlust einer wichtigen Person.
Die beiden Hauptprotagonistinnen, ...

In diesem Buch geht es vor allem darum, das Leben mit Einschränkungen zu überstehen.
Zum einen durch eine Krankheit und zum anderen, durch den Verlust einer wichtigen Person.
Die beiden Hauptprotagonistinnen, lernen sich und den Mitmenschen wieder zu vertrauen. Es ist ein steiniger Weg, den es zu überwinden gilt. Auch der Gedanke des Aufgebens spielt eine Rolle und muss verarbeitet werden.
Da das Buch Wechselperspektiven der beiden Hauptpersonen für uns bereit hält, wirkt die Erzählweise interessant.

Für mich ist es ein Denkanstoß: Das Leben hält immer eine Lösung für uns bereit, solange wir es zulassen... und egal welches Päckchen wir zu tragen haben, die richtigen Freunde haben das Potenzial, uns den steinigen Weg weniger holprig zu machen.

Sofern man sich als Leser gern in andere hineinversetzt und Empathie für Menschen empfindet, die gerade in einer schwierigen Lebensphase stecken, kann ich das Buch wirklich empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.11.2025

Interessante Ansätze – fehlende Tiefe

The Academy
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The Academy von Elin Hilderbrand gemeinsam geschrieben mit ihrer Tochter Shelby Cunningham handelt von dem Internatsalltag an der renommierte Tiffin Academy, die nach der Aufnahme des Sohnes eines einflussreichen ...

The Academy von Elin Hilderbrand gemeinsam geschrieben mit ihrer Tochter Shelby Cunningham handelt von dem Internatsalltag an der renommierte Tiffin Academy, die nach der Aufnahme des Sohnes eines einflussreichen Geschäftsmannes unerwartet im landesweiten Ranking auf Platz zwei landet. Während die Schulleiterin versucht herauszufinden, wie es zu diesem sprunghaften Aufstieg kommen konnte, sorgt eine mysteriöse App für Aufsehen, indem sie Geheimnisse und Skandale rund um Schüler und Lehrkräfte öffentlich macht. Zudem belastet ein ungeklärter Suizid einer Schülerin aus dem vergangenen Schuljahr weiterhin die gesamte Gemeinschaft.

Der Roman beleuchtet verschiedene Perspektiven – von der Schulleiterin über Lehrkräfte bis hin zu Schülern und Eltern – was für Vielschichtigkeit sorgt. Typische Internatsthemen wie verbotene Beziehungen, heimliche Partys und der Druck, ein perfektes Bild nach außen zu vermitteln, prägen die Handlung.
Obwohl das Setting spannend klingt, konnte ich leider keinerlei Bindung zu den Charakteren aufbauen. Viele Kapitel wirkten auf mich eher wie eine nüchterne Szenennacherzählung, der es deutlich an Tiefe und emotionaler Wärme fehlte. Die Figuren blieben kühl und distanziert, sodass ihre Gefühle nicht bei mir ankamen. Zudem fehlte mir über weite Strecken die Spannung, weshalb die Handlung teilweise langatmig und sogar etwas langweilig wirkte. Trotz der interessanten Ansätze konnte mich der Roman emotional leider nicht mitnehmen.

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