Profilbild von ASK_1212

ASK_1212

Lesejury Star
offline

ASK_1212 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit ASK_1212 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.09.2023

Typischer Schweden-Krimi

Schwarzvogel
0

Mit Skandinavien-Krimis macht man eigentlich nie etwas falsch. Das gilt auch für "Schwarzvogel" von Frida Skybäck. Der erste Fall für Fredrika Storm ist zwar kein Highlight, trotzdem kann ich den Krimi ...

Mit Skandinavien-Krimis macht man eigentlich nie etwas falsch. Das gilt auch für "Schwarzvogel" von Frida Skybäck. Der erste Fall für Fredrika Storm ist zwar kein Highlight, trotzdem kann ich den Krimi allen Fans des Genres guten Gewissens weiterempfehlen.
.
Darum geht’s: Eine Frau läuft in panischer Angst auf den zugefrorenen See hinaus. Das Eis trägt nicht. Sie bricht ein und stirbt. Die Identität der Toten ist schnell geklärt. Nun gilt es zu klären, wer oder was die Frau in den Tod getrieben hat. Fredrika Storm ist gerade erst in ihr Heimatdorf zurückgekehrt und muss in dem Mordfall direkt gegen ihre eigene Familie ermitteln…
.
Mit Fredrika Storm und Henry Calmert hat Schweden schon wieder ein neues Ermittlerduo. Die beiden haben ihre privaten Probleme zu bewältigen, sind eigentlich grundverschieden, ergänzen sich beruflich aber ganz wunderbar. Für mich gibt es keinen Grund, die Beiden nicht zu mögen. Entsprechend gerne habe ich sie bei ihren Ermittlungen begleitet. Sie fördern viele Verdächtige und Geheimnisse zu Tage. Die Atmosphäre stimmt. Die Handlung ist spannend, auch wenn sich ein paar Längen einschleichen. Darüber hilft dann aber der angenehme und flüssige Schreibstil hinweg.
.
"Schwarzvogel" ist ein typischer Schweden-Krimi, der mich gut unterhalten hat. Eine herausragende neue Duftmarke wird allerdings nicht gesetzt. Die Autorin arbeitet mit bekannten Motiven und setzt diese gut zusammen. Die x-te Variation eines Krimis aus Skandinavien ist also nicht besonders innovativ, dafür aber routiniert und solide. Das Buch ist wie ein heiß-geliebter Eintopf aus Kindertagen. Den Geschmack kennt man zur Genüge. Trotzdem isst man ihn immer wieder gerne.
.
Fazit: Ein Serienauftakt, der zwar nicht auf besondere Art und Weise hervorsticht, aber trotzdem dazu animiert, die Reihe im Auge zu behalten. Zumal eine wichtige private Frage für Fredrika ungeklärt bleibt und bestimmt im nächsten Band wieder eine Rolle spielt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.09.2023

Im Sektionssaal

Mit kalter Präzision
0

Michael Tsokos hat einen neuen Rechtsmedizin-Thriller veröffentlicht. Mit Sabine Yao als Protagonistin starten wir in eine neue Reihe. Yao kennt man bereits als Nebenfigur aus anderen Büchern bzw als Akteurin ...

Michael Tsokos hat einen neuen Rechtsmedizin-Thriller veröffentlicht. Mit Sabine Yao als Protagonistin starten wir in eine neue Reihe. Yao kennt man bereits als Nebenfigur aus anderen Büchern bzw als Akteurin aus dem Kurzthriller "Kaltes Land". Insofern beginnt "Mit kalter Präzision" recht vertraut. Zumal auch die Rechtsmediziner Paul Herzfeld und Fred Abel aus der A- bzw. Z-Reihe hier auftauchen. Der Übergang zur weiblichen Wachablösung durch Sabine Yao erfolgt also eher sanft. Eins ist klar: Fachlich steht Yao ihren Kollegen in nichts nach. Privat sorgt ihre psychisch kranke Schwester für Belastung.
.
Darum geht’s: Die Frau des angesehenen Schönheitschirurgen Roderich Kracht wurde in ihrer Villa stranguliert. Es gibt keine Einbruchsspuren. Der Ehemann hat ein wasserdichtes Alibi. Allerdings stößt Yao bei auf Ungereimtheiten und weitere Todesfälle in Krachts Umfeld…
.
Ich liebe es, mit Dr. Tsokos am Seziertisch zu stehen. Dieses Gefühl habe ich nämlich, wenn ich seine Bücher lese. Die fachliche Kompetenz springt mir aus jedem Wort förmlich entgegen und fasziniert mich ungemein. Im neuen Thriller tauche ich einmal mehr in die Materie ein. Ich bin gefühlt zwar hautnah dabei, Muss aber aus der Leser-Perspektive keine Angst haben, gleich aus den Latschen zu kippen.
.
Der neue Fall entwickelt sich vergleichsweise langsam. Das macht ihn aber gerade authentisch. Sabine Yao ist eben nicht Polizistin, sondern Rechtsmedizinerin. Sie ermittelt nicht. Sie obduziert, untersucht und wertet aus. Und das nicht ausschließlich im Fall Kracht. Entsprechend braucht alles seine Zeit und ist trotzdem extrem interessant zu verfolgen. Und natürlich erliegt Yao letztendlich im Sinne des Spannungsbogens doch noch der Versuchung, sich auf Spielchen mit dem Täter einzulassen und sich dadurch in Gefahr zu bringen. Da bekommen wir dann noch die Showdown-Dosis, die dem Ganzen die nötige Thriller-Würze verleiht.
.
Fazit: Der Reihenauftakt macht Lust auf mehr. Dank Dr. Tsokos konnte ich mein Wissen als Laien-Rechtsmedizinerin wieder um einige Punkte erweitern. Aus seinen reichen Erfahrungsschatt hat er sicher noch einiges für weitere Thriller in Petto.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.09.2023

Sieben Frauen und ein Kopf

Wer vom Teufel spricht
0

Vorweg eine Warnung an alle, die Thriller erwarten, wenn Thriller draufsteht. Dieses Buch ist nämlich wieder so eine Label-Mogelpackung. Was man hier bekommt, ist eher ein psychologischer Roman mit dezenten ...

Vorweg eine Warnung an alle, die Thriller erwarten, wenn Thriller draufsteht. Dieses Buch ist nämlich wieder so eine Label-Mogelpackung. Was man hier bekommt, ist eher ein psychologischer Roman mit dezenten Spannungsmomenten. Ich mochte den Thriller trotzdem.
.
Darum geht’s: Sieben Frauen sitzen am Silvesterabend 1999 um einen abgetrennten Kopf herum. Das Opfer ist Jamie Spellman. Er hat jeder der Frauen auf die ein oder andere Art übel mitgespielt. Detective Nova Stokoe ermittelt und kommt ihrer Ex Kaysha, die zu den Verdächtigen gehört, wieder näher…
.
Wenn man sich auf eine andere Art von Thriller einlässt, bekommt man hier eine interessante Story. In Rückblicken wird enthüllt, in welcher Beziehung die einzelnen Frauen zum Opfer standen. Dabei wird klar: Der Typ war ein A****. Unsympathisch, egoistisch und frauenverachtend. Er hat nur seine eigenen Interessen im Blick gehabt und ohne Rücksicht auf die Gefühle anderer gehandelt. Jede der sieben Frauen hat ihre ganz persönliche, toxische, tragische und berührende Jamie-Geschichte. Als Club der Teufelinnen verbünden sie sich dann schlussendlich quasi gegen diesen Mann. Dabei steht die Frage nach der Täterin über weite Strecken des Buches gar nicht unbedingt im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, den Frauen eine Stimme zu geben. Steht auf und wehrt euch, Mädels!
.
Der Schreibstil ist flüssig und die Erzählweise intensiv, gleichzeitig aber auch kühl, distanziert und sachlich. Das fand ich ungewöhnlich und es hat mich erst irgendwie fasziniert, dann gepackt und schließlich nicht mehr losgelassen. Und das, obwohl sich die Story langsam, sehr ruhig und oberflächlich betrachtet recht unspektakulär aufbaut. Es gibt keine großartigen Spannungspeaks. Dafür aber akzentuiert gesetzte Spitzen, die den Lesefluss und die Neugier aufrechterhalten.
.
Fazit: Dieser Thriller ist eigenwillig und anders. Rose Wilding gelingt hier ein Debüt, das sich von der Masse abhebt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.08.2023

Die Seele baumeln lassen

Die Schwestern vom See - Neue Wege
0

Das war es auch schon, mein Wiedersehen mit den Schwestern vom See. Innerhalb eines Tages habe ich Teil 2 der Reihe beendet. Der Untertitel "Neue Wege" deutet schon an, worum es geht. In Auerbach am Bodensee ...

Das war es auch schon, mein Wiedersehen mit den Schwestern vom See. Innerhalb eines Tages habe ich Teil 2 der Reihe beendet. Der Untertitel "Neue Wege" deutet schon an, worum es geht. In Auerbach am Bodensee steht die Zukunft der Pension König auf dem Spiel. Der Familienbetrieb steckt in Schwierigkeiten. Kann er noch gerettet werden?
.
Der Roman beginnt mit einem Abriss der Ereignisse aus Band 1. Als Leser*in ist man so schnell wieder im Bilde. Für Neueinsteiger wäre es auch kein Problem, Band 2 ohne Vorkenntnisse zu lesen. Gerade als sich die Mitglieder der Familie König langsam von einem Schicksalsschlag erholen, ereignet sich das nächste Drama. Natürlich ist absehbar, dass sich alles fügt und zum Guten wendet. Es ist wie bei einem typischen ZDF-Unterhaltungsfilm. Den schaltet man doch auch deswegen ein, weil er einfach gut fürs Gemüt ist. Man genießt die schöne Kulisse, in der die Figuren ein paar Probleme bewältigen müssen und feiert schließlich das erwartungsgemäße Happy End. Ich nenne es mal das Rosamunde Pilcher- und Inga Lindström-Prinzip. Das hat schon immer funktioniert und geht nach wie vor auf, wenn man sich berieseln und die Seele baumeln lassen will. Lilly Beck bedient dieses klassische Wohlfühl-Genre. Ihr Roman liest sich locker und leicht. Das Buch ist eine Sonntagslektüre zum Durchatmen. Eine sichere Bank, um das Wochenende mit einem guten Gefühl abzuschließen und gestärkt in die neue Woche zu starten. Genau das hat man doch manchmal bitter nötig, oder?
.
Fazit: Der Roman hat für mich diesen Charme von früher, als sich die ganze Familie vor dem Fernseher versammelt hat um gemeinsam einen Film zu schauen. Generationsübergreifende Unterhaltung. Für jeden was dabei. Einfach nett. Wenn ihr dieses Gefühl mal wieder haben wollt: Hier bekommt ihr es!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.08.2023

Gelungene Reihen-Fortsetzung

Düstergrab
0

"Düstergrab" ist der 6. Band der Elbmarsch-Reihe von Romy Fölck. Der Krimi reiht sich nahtlos in die insgesamt gute Serie ein.
.
Darum geht’s diesmal: Kommissarin Frida Paulsen nimmt an der Beerdigung ...

"Düstergrab" ist der 6. Band der Elbmarsch-Reihe von Romy Fölck. Der Krimi reiht sich nahtlos in die insgesamt gute Serie ein.
.
Darum geht’s diesmal: Kommissarin Frida Paulsen nimmt an der Beerdigung eines alten Freundes teil. Über Nacht wird das Grab geschändet. Als daraufhin der Sarg geöffnet wird, liegt eine zweite Leiche darin. Ein junges Mädchen in seltsamer Kleidung. Die Tote und ihre Zwillingsschwester waren vor Jahren spurlos verschwunden…
.
Alles beginnt mit einem mysteriösen Prolog der mich direkt in Spannung versetzt hat. Der perfekte Auftakt für einen weiteren typischen Romy Fölck-Krimi. Die Autorin schafft einmal mehr Atmosphäre und Bilder. Automatisch springt das Kopfkino an. Mit den Protagonisten war es wieder ein gewohnt schönes Wiedersehen. Die Personen sind mir über die Jahre richtig ans Herz gewachsen. Von Band zu Band tut sich für sie etwas - sowohl auf beruflicher als auch auf privater Ebene. Beziehungen untereinander, Freundschaft, Familie und Kollegialität werden groß geschrieben. Das führt Fölck in ihrer typischen Art und Weise mit der Krimi-Handlung zusammen. Auch diesmal ist der Plot wieder geschickt konstruiert. Souverän werde ich durch verschiedene Handlungsstränge geführt. Wie sich wohl alles auflöst? Immer wieder gibt es neue Entwicklungen. In der Schlussphase hat mich so manche Wendung nochmal richtig überrascht. Einen Stern ziehe ich ab, weil mir das Ende im Vergleich zum ruhigen und intensiven Handlungsaufbau etwas zu übereilt daherkam und auch einen Tick überkonstruiert vorkommt.
.
Fazit: Romy Fölck hat ihre Reihe erneut stimmig fortgesetzt. Der Krimi ist gefühlvoll und warmherzig. Spannung kommt aber nicht zu kurz. Wie immer bin ich am Ende schon neugierig auf den nächsten Teil.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere