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Veröffentlicht am 18.09.2023

Ein etwas schwächerer Band

Keeper of the Lost Cities – Sternenmond (Keeper of the Lost Cities 9)
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Mit Sternenmond ist nun der neunte Band der Keeper-of-the-Lost-Cities-Reihe erschienen, und wie von der Autorin angekündigt, dürfte es sich um den vorletzten Teil handeln vor dem großen Finale in Band ...

Mit Sternenmond ist nun der neunte Band der Keeper-of-the-Lost-Cities-Reihe erschienen, und wie von der Autorin angekündigt, dürfte es sich um den vorletzten Teil handeln vor dem großen Finale in Band 10.

Mein Sohn und ich habe das Buch gemeinsam gelesen und fanden die erste Hälfte ziemlich zäh und langatmig. Hier mussten wir uns eher durch die Seiten kämpfen, die sich vor allem um Sophies Gefühle drehen, ihre Entwicklung und um eine schwierige Entscheidung, die sie treffen muss. Die Teenie-Gefühlsebene nervte vor allem meinen Sohn, der sich eher für die actionreichen Abenteuer begeistern kann als für Sophies Herzensangelegenheiten. Keefe haben wie in diesem Buch sehr vermisst, da er für uns einer der unterhaltsamsten Charaktere der Reihe ist. Die Handlung wird erst spät wirklich spannend und fesselnd, und gut 200 Seiten weniger hätten dem Buch gutgetan. Generell haben wir bereits seit den letzten Bänden den Eindruck, dass die Geschichte künstlich in die Länge gezogen wird, und uns konnte sie zuletzt nicht mehr so sehr begeistern wie anfangs. Wir hoffe sehr, dass mit dem nächsten Band tatsächlich die Reihe zu dem fulminanten Ende findet, das sie verdient hat.Mit Sternenmond ist nun der neunte Band der Keeper-of-the-Lost-Cities-Reihe erschienen, und wie von der Autorin angekündigt, dürfte es sich um den vorletzten Teil handeln vor dem großen Finale in Band 10.

Mein Sohn und ich habe das Buch gemeinsam gelesen und fanden die erste Hälfte ziemlich zäh und langatmig. Hier mussten wir uns eher durch die Seiten kämpfen, die sich vor allem um Sophies Gefühle drehen, ihre Entwicklung und um eine schwierige Entscheidung, die sie treffen muss. Die Teenie-Gefühlsebene nervte vor allem meinen Sohn, der sich eher für die actionreichen Abenteuer begeistern kann als für Sophies Herzensangelegenheiten. Keefe haben wie in diesem Buch sehr vermisst, da er für uns einer der unterhaltsamsten Charaktere der Reihe ist. Die Handlung wird erst spät wirklich spannend und fesselnd, und gut 200 Seiten weniger hätten dem Buch gutgetan. Generell haben wir bereits seit den letzten Bänden den Eindruck, dass die Geschichte künstlich in die Länge gezogen wird, und uns konnte sie zuletzt nicht mehr so sehr begeistern wie anfangs. Wir hoffe sehr, dass mit dem nächsten Band tatsächlich die Reihe zu dem fulminanten Ende findet, das sie verdient hat.

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Veröffentlicht am 13.09.2023

Ein typischer Poirot

A Haunting in Venice
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Mit "A Haunting in Venice" legt der Atlantik Verlag passend zum Kinostart des neuen Agatha-Christie-Films die Romanvorlage "Die Halloween-Party" neu auf, mit einem ausführlichen Vorwort des Drehbuchautors ...

Mit "A Haunting in Venice" legt der Atlantik Verlag passend zum Kinostart des neuen Agatha-Christie-Films die Romanvorlage "Die Halloween-Party" neu auf, mit einem ausführlichen Vorwort des Drehbuchautors Michael Green. Das Cover ist für einen Christie-Roman außergewöhnlich gruselig und sticht definitiv ins Auge. Allerdings passt es nicht so ganz zum Inhalt des Buches, der eine recht gediegene Halloween-Party für Kinder mit Apfelschnappen und ähnlichen harmlosen Spielchen als Ausgangspunkt hat. Möglicherweise ist der Gruselfaktor des wohl recht frei mit der literarischen Vorlage hantierenden Films höher und passt besser zum makabren Titelbild.

Obwohl ich ein großer Fan von Agatha Christie bin, kannte ich diesen späten Hercule-Poirot-Fall aus dem Jahr 1969 noch nicht. Im Roman trifft man als Leser*in schnell auf alte Bekannte wie Poirots Äpfel liebende und Krimis schreibende Freundin Ariadne Oliver, und auch Superintendent Sage spielte bei einem früheren Band bereits eine Rolle. Der Fall ist wie üblich äußerst verzwickt und es macht großen Spaß, bis zum Schluß mitzurätseln, auch wenn er mich nicht ganz so sehr begeistern konnte wie andere Poirot-Romane, da er gelegentlich etwas bemüht und künstlich wirkt. Insgesamt ein lesenswerter und unterhaltsamer Poirot-Fall, aber nicht sein bester.

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Veröffentlicht am 05.09.2023

Zwiegespalten

Kleine Probleme
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"Kleine Probleme" von Nele Pollatschek war für mich eine echte Achterbahnfahrt. Passagen, die so treffend, pointiert und mit so viel Wortwitz geschrieben waren, dass ich sie mir im ebook markierte, wechselten ...

"Kleine Probleme" von Nele Pollatschek war für mich eine echte Achterbahnfahrt. Passagen, die so treffend, pointiert und mit so viel Wortwitz geschrieben waren, dass ich sie mir im ebook markierte, wechselten sich mit solchen ab, die mich so sehr nervten, dass ich sie am liebsten nur quergelesen hätte. Der Protagonist und Ich-Erzähler Lars ist ein Meister der Prokrastination, und leider auch ziemlich unbeholfen und selbstmitleidig. Er wirkt wie ein ewiges Kleinkind, und ich ertappte mich immer wieder dabei, dass ich mich fragte, wie es seine Frau Johanna überhaupt so lange mit ihm ausgehalten hatte - ich hätte ihn vermutlich nach wenigen Monaten hochkant rausgeschmissen, da er mich schon beim Lesen auf die Palme brachte. Ich sehe zwar sein Bemühen am Silvesterabend, traue ihm aber keine nachhaltige Veränderung zu, und fürchte, dass er in einer Beziehung sofort wieder in seine alten Verhaltensmuster zurückfällt. Da mir der Protagonist mit Fortschreiten des Romans bis auf wenige Kapitel immer unsympathischer wurde und ich mit seinen Tagträumen und Realitätsfluchten absolut nichts anfangen konnte, bin ich sehr zwiegespalten. Der Schreibstil der Autorin gefiel mir an sich wirklich gut, und ich kann mir sehr gut vorstellen, ein weiteres Buch von ihr zu lesen, doch diese Geschichte konnte mich insgesamt nicht überzeugen.

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Veröffentlicht am 26.08.2023

Lesenswert!

Gittersee
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"Gittersee" von Charlotte Gneuß ist ein eindrücklicher Roman über das Leben in der DDR.

Da die Erzählung häufig zwischen Träumen, der Gegenwart und diversen Erlebnissen in der Vergangenheit hin und herspringt, ...

"Gittersee" von Charlotte Gneuß ist ein eindrücklicher Roman über das Leben in der DDR.

Da die Erzählung häufig zwischen Träumen, der Gegenwart und diversen Erlebnissen in der Vergangenheit hin und herspringt, ist es manchmal nicht gleich ersichtlich, wie einzelne Passagen richtig einzuordnen sind. Auch wenn dies eine hohe Konzentration beim Lesen erfordert und eine gewisse emotionale Distanz erzeugt, so hat dieser recht spezielle Schreibstil für mich doch einen besonderen Reiz und spiegelt die durcheinanderwirbelnden Gedanken der Protagonistin Karin sehr gut wider.

Einige Dinge, die nur angedeutet wurden, hätte ich mir etwas ausführlicher gewünscht, insbesondere, was die beruflichen Tätigkeiten von Karins Eltern anging und die Geschichte des Großvaters. Dessen Vergangenheit im Krieg wurde immer wieder vage angerissen und es blieben viele Fragen offen. Der Ort Gittersee ist mir vor allem durch den jahrelangen Uranabbau und den dadurch massiv verseuchten Boden ein Begriff. Leider wird dies im Roman tabuisiert, der Begriff Uran fällt überhaupt nicht, es ist lediglich von Bergbau und dem "Schacht" als Arbeitsplatz die Rede. Nur einmal wird die Großmutter zitiert, dass "die Gegend vergiftet" sei, aber die Autorin geht nicht näher darauf ein.

Durch Karin bekam ich einen Einblick in die Lebensumstände in der DDR und die sozialistische Propaganda in der Schule. Trotzdem war ich etwas verwundert über Karins Naivität und Arglosigkeit, und auch ihr Handeln am Schluss ist bei näherer Betrachtung für mich irrational. Da ich nicht spoilern möchte, kann ich hier nicht konkreter werden.

Fazit: Ein eindrücklicher, insgesamt sehr lesenswerter Roman mit einem teils sprunghaften, aber sehr reizvollen Erzählstil.

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Veröffentlicht am 23.08.2023

Spannender Krimi, aber historisch etwas dünn

Die Kälte der Mur
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Ich lese sehr gerne historische Krimis, und so ließ ich mich von Gudrun Wieser in "Die Kälte der Mur" ins späte 19. Jahrhundert in die Steiermark entführen. Der Gendarm Wilhelm Koweindl sieht sich darin ...

Ich lese sehr gerne historische Krimis, und so ließ ich mich von Gudrun Wieser in "Die Kälte der Mur" ins späte 19. Jahrhundert in die Steiermark entführen. Der Gendarm Wilhelm Koweindl sieht sich darin mit einer besonders kniffligen Ermittlung konfrontiert. An den Ufern der Mur werden Leichenteile von Frauen angeschwemmt. Zur Lösung des Falls sucht er Rat bei der Hauslehrerin Ida Fichte, deren scharfen Verstand er schätzt und der er auch ansonsten sehr zugeneigt ist. Alsbald tragen sich im Haushalt der Familie, bei der Ida in Stellung ist, merkwürdige Dinge zu, und Wilhelm und Ida haben einen Verdacht...

"Die Kälte der Mur" ist nach "Jenseits der Mur" der zweite Band im Ida Fichte und Wilhelm Koweindl. Auch wenn die Fälle in sich abgeschlossen sind und ich den zweiten Band ohne Kenntnis des ersten problemlos lesen konnte, ist es dennoch ratsam, zunächst Band 1 zu lesen, da immer wieder Anspielungen auf den ersten Fall vorkommen und man dort auch erfährt, wie sich Ida und Wilhelm kennengelernt haben.

Ida und Wilhelm waren mit sofort sympathisch, ebenso der Probegendarm Leopold. Der Schreibstil ist angenehm und passt sehr gut zum historischen Hintergrund der Geschichte. Ich habe mit den beiden mitgefiebert und mitgerätselt, und der Fall blieb spannend bis zum Schluß.

Was mir bei dem Roman etwas fehlte, war der zeitgeschichtliche Hintergrund. Ich mag es sehr, wenn die Krimihandlung eingebettet ist in politische, wirtschaftliche, kulturelle oder gesellschaftliche Zusammenhänge und ich nebenbei etwas über die Zeit erfahre, in der der Krimi spielt. Das ist hier leider nicht der Fall, und so wirkt die Geschichte als Ganzes etwas dünn. Auch über die damals üblichen kriminalistischen Methoden erfährt man leider nichts.

Fazit: Ein unterhaltsamer Krimi mit interessanten Wendungen und sympathischen Protagonist*innen, dessen historischer Kontext noch etwas stärker ausgearbeitet sein dürfte.

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