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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.10.2023

Eine beeindruckende Leseerfahrung

Südstern
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Wir lernen Vanessa und Deniz mit ihrem jeweiligen Umfeld kennen. Beide erzählen abwechselnd aus der Ich-Perspektive. Sie leben in Berlin, aber nicht in dem schicken Berlin, das vielleicht die Touristen ...

Wir lernen Vanessa und Deniz mit ihrem jeweiligen Umfeld kennen. Beide erzählen abwechselnd aus der Ich-Perspektive. Sie leben in Berlin, aber nicht in dem schicken Berlin, das vielleicht die Touristen eher zu sehen bekommen. Wir lernen eine Großstadt kennen, in der es rau zugeht, in der jeder unter Druck steht und ums Durchkommen kämpft. Manchmal schaffen die Menschen es nur mit Drogen oder Medikamenten. Und hier kommt Vanessa ins Spiel, die als Kurier unterwegs ist und die vermeintlich glücksmachenden Substanzen an den Mann oder die Frau bringt. Deniz ist Streifenpolizist und fährt Doppel- und Dreifachschichten, weil er das Geld dringend braucht. Er muss sich um seinen an Parkinson erkrankten Vater fast alleine kümmern. Dann treffen die beiden Protagonisten eines Tages aufeinander und es entsteht eine starke Anziehung zwischen ihnen. Man wird förmlich in diesen Roman geworfen, in dem man sich zuerst einmal zurecht finden muss. Die Sprache ist außergewöhnlich, vermittelt einem ein Gefühl wie in Echtzeit dabei zu sein, man spürt fast den Druck und die Atemlosigkeit. Aufzählungen, Situationen, Dialoge ohne diese sprachlich kenntlich zu machen (kein Doppelpunkt, keine Anführungszeichen), reihen sich kurz und nüchtern aneinander. Dies bringt den knallharten Alltag dem Leser nahe, um dann dazwischen auch wieder sehr poetische bis surreale Einschübe zu finden. Zuerst musste ich mich sehr konzentrieren, um zu erkennen, wer denn jetzt gerade spricht, aber dann wurde ich von der Geschichte und der Sprache vollkommen in den Bann gezogen. Eine deprimierende Grundstimmung, die durch die zarte Liebesgeschichte von Vanessa und Deniz aufgelockert wird und einen nicht vollkommen desillusioniert zurücklässt. Ich kann dieses Buch uneingeschränkt empfehlen. Mich hat es definitiv beeindruckt.

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Veröffentlicht am 03.10.2023

Ein Buch, das gute Laune macht

Elefanten Ekstase
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Vier Bayern aus dem Dorf Lupfershofen teilen nicht nur die Vorliebe für Fußball und gutes Essen miteinander, sondern auch die Reiselust. Am liebsten eine Reise nach Namibia. Und genau auf dieser Reise, ...

Vier Bayern aus dem Dorf Lupfershofen teilen nicht nur die Vorliebe für Fußball und gutes Essen miteinander, sondern auch die Reiselust. Am liebsten eine Reise nach Namibia. Und genau auf dieser Reise, erzählt von Fritzi, der ohne ausreichend Schlaf, Kaffee und Essen erst gar nicht ansprechbar ist, begleiten wir die 4 Spezln. Während der eine die Vögel liebt, schwärmt der nächste von Fischen und ganz besonders natürlich für die Elefanten. Claudia Du Plessis hat eine Mischung aus einem Reisetagebuch und einem Krimi geschrieben, wobei der Humor nicht zu kurz kommt. Die Tierbeobachtungen und auch die Landschaft sind bildhaft beschrieben und auch durch den Erzählstil (Fritzi spricht den Leser direkt an), hat man das Gefühl mit dabei zu sein. Die Liebe der Autorin zu Namibia spricht aus jeder Zeile. Ich glaube, ich hätte den Krimifall gar nicht gebraucht, weil mich alleine schon die Beschreibungen begeistert haben. Aber sicher macht es Spaß auch ein bisschen Mitzurätseln beim Vermisstenfall.
Die Lektüre war was zum Wohlfühlen und verschaffte mir gute Laune, daher empfehle ich den Reisekrimi sehr gerne weiter.

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Veröffentlicht am 27.09.2023

Mysteriöse Familiengeheimnisse

Ich träumte von einer Bestie
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Fleur ist eine introvertierte Frau, die sich am wohlsten fühlt, wenn sie als Datenforensikerin arbeitet. Zwischenmenschliche Beziehungen sind nicht so ihr Ding. Dann erbt sie allerdings eine Wohnung ihrer ...

Fleur ist eine introvertierte Frau, die sich am wohlsten fühlt, wenn sie als Datenforensikerin arbeitet. Zwischenmenschliche Beziehungen sind nicht so ihr Ding. Dann erbt sie allerdings eine Wohnung ihrer Großmutter. Am liebsten würde sie das Erbe ausschlagen, weil sie mit allem, was mit dem väterlichen Familienzweig zu tun hat, nichts zu tun haben möchte. Aber sie lässt sich doch auf die Spurensuche nach ihrer Vergangenheit ein und landet schließlich in der Auvergne und wird mit dem Mythos der Bestie konfrontiert. Ich habe bisher noch kein Buch der Autorin gelesen und bin sehr froh, dass ich auf dieses Buch gestoßen bin. Denn der Schreibstil begeistert mich. Er ist bildgewaltig, eindringlich und hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefangen genommen. Für mich war es ein richtiger Pageturner. Ich mag die Protagonistin, ich liebe das Geheimnisvolle rund um diese Geschichte und das Erforschen des Kaninchenbaus. Wer gerne Märchenhaftes gepaart mit modernen Themen mag und vielleicht noch frankophil ist, der kommt hier ganz sicher auf seine Kosten. Das wird mit Sicherheit nicht das letzte Buch von Nina Blazon für mich gewesen sein. Ein wunderbares Lesevergnügen, daher ist es ein Buch, das ich gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 25.09.2023

Beeindruckende Illustrationen

Die graue Stadt
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Das neue Buch von Torben Kuhlmann ist ein echtes Meisterwerk. Die Illustrationen sind bezaubernd und wirklich gut gemacht. Unsere Protagonistin heißt Robin und ist gerade neu in die Stadt gezogen. Dort ...

Das neue Buch von Torben Kuhlmann ist ein echtes Meisterwerk. Die Illustrationen sind bezaubernd und wirklich gut gemacht. Unsere Protagonistin heißt Robin und ist gerade neu in die Stadt gezogen. Dort ist alles grau. Je mehr sie die Stadt erkundet, desto mehr Grau findet sie. Und ein paar Klekse Farbe, deren Ursprung sie aber nicht verfolgen kann. Doch immer mehr Entdeckungen zeigen ihr, dass da mehr hinter der tristen Farbe der Stadt steckt, die sich auf die Stimmung der Bewohner niederschlägt. Zusammen mit einem Jungen aus der Schule versuchen sie das Geheimnis zu lüften. Die Kapitel sind sehr kurz und haben wenig Text. Die Illustrationen ergänzen den Textteil gut. Besonders gelungen sind die Farbklekse in der Stadt, zu denen Robin mit ihrer quietschgelben Regenjacke beiträgt. Niedlich ist auch die Darstellung des Katers. Die Gesichter, die Mimik und die Gestik der Figuren sind beeindruckend gezeichnet. Der Schreibstil liest sich super und erzeugt ein eindrückliches Setting. Eine tolle Buchidee, die an "Matrix" und "Momo" erinnert, und deren Lektüre für Kinder ab 8 Jahren empfohlen ist.

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Veröffentlicht am 14.09.2023

Eine abenteuerliche Flucht durch Eis und Schnee

Schneekinder
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Es herrscht Krieg in Jorland und niemand wird davon verschont. In den Dörfern bleiben nur noch die Alten und die Kinder zurück. So ergeht es auch den Zwillingen Elin und Kjell aus Kyrfjall. Während Kjell ...

Es herrscht Krieg in Jorland und niemand wird davon verschont. In den Dörfern bleiben nur noch die Alten und die Kinder zurück. So ergeht es auch den Zwillingen Elin und Kjell aus Kyrfjall. Während Kjell im Berg Vallan Paik im Stollen arbeiten muss, kümmert sich Elin um die Jagd und die kleinen Kinder des Dorfes. Bis eines Tages während des Abbaus von Kohle ein Spalt im Berg entsteht aus dem tödlicher schwarzer Nebel entweicht. Zugleich erwachen Wesen aus Stein. Kjell wird dabei verletzt und zurückgelassen. Seine Schwester geht davon aus, dass er tot ist. Für Trauer bleibt jedoch keine Zeit, denn die verbliebenen Dorfbewohner müssen fliehen. Vor den tödlichen schwarzen Schwaden und den Steinwesen. Elin wird zur Anführerin und nun bricht eine beschwerliche Reise durch die Kälte auf, begleitet von Hunger und schwierigen Entscheidungen. Der Roman ist packend und bildhaft geschrieben. Eine Mischung aus einem Abenteuerroman und Fantasy. Es geht um Themen wie Zusammenhalt, Freundschaft und Verantwortung. Vorne und hinten beim Einband ist eine Karte von Jorland gezeichnet und dort kann man sich die Flucht sehr gut vergegenwärtigen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und war mal auch ein bisschen was anderes, was mir sicher noch länger im Gedächtnis bleiben wird. Klare Leseempfehlung und das nicht nur für Kinder.

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