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Veröffentlicht am 29.12.2023

Endlich mal was anderes

Zeta-Chroniken / Die Saat der Mistel
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Elrik lebt bei seiner Ziehmutter Bea im Delta, in dem alle Völker vereint und friedlich leben. Obwohl er lieber im Tempel lernen möchte um Ritualist zu werden, wird er aufgrund eines fehlenden Mals auf ...

Elrik lebt bei seiner Ziehmutter Bea im Delta, in dem alle Völker vereint und friedlich leben. Obwohl er lieber im Tempel lernen möchte um Ritualist zu werden, wird er aufgrund eines fehlenden Mals auf seiner Stirn nicht als solcher anerkannt und dient dem Delta als Erntehelfer. Als Bea plötzlich sehr krank wird und die einzige Medizin sehr kostspielig ist, entscheidet Elrik sich, mit seinem Freund Munir ins sogenannte Reich zu reisen. Mit der Diebin Lis an ihrer Seite können sie Edelsteine bergen, jedoch läuft trotzdem alles schief; Munir kann zurück ins Delta fliehen, während der verletzte Elrik mit Lis in die nächstgrößte Stadt fliehen muß. Vorbei ist das friedliche Leben im Delta.

Ich bin durch Zufall auf dieses Buch aufmerksam geworden und wurde nicht enttäuscht. Obwohl ich völlig neue Rassen erwartet habe und es trotzdem Menschen, Elfen und Zwerge gibt, spielen diese meist nur eine geringe Rolle. Viel wichtiger sind die Sonnendiener, Imps, Dunyas und von den Zetas möchte ich gar nicht erst anfangen.
Der Kontrast zwischen dem friedlichen Delta und dem von Krieg durchzogenen Reich wird nur allzu deutlich. Elriks Geschichte ist voller Abenteuer, spannenden Charakteren und Hoffnung, wo es nur Leid zu geben scheint. Trotz Leseflaute konnte mich das Buch fesseln und ich bin sehr gespannt auf den zweiten Teil.

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Veröffentlicht am 21.11.2023

Wohlfühlroman

Stürmische Küsse unter Fallburys Leuchtfeuer (Herzklopfen in Schottland)
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»„Genau genommen mache ich momentan nichts anderes als lesen oder spazieren gehen oder einfach am Meer sitzen und den Möwen lauschen.“
„Das ist doch eine ganze Menge.“
„Nicht wirklich, wenn ich an meinen ...

»„Genau genommen mache ich momentan nichts anderes als lesen oder spazieren gehen oder einfach am Meer sitzen und den Möwen lauschen.“
„Das ist doch eine ganze Menge.“
„Nicht wirklich, wenn ich an meinen hektischen Alltag in Deutschland denke. Da würde das hier als Faulenzerei gelten.“
[…]
„Das ist eben das Problem der Menschen heutzutage […]. Niemand hat mehr Zeit für einen Moment Ruhe, Innehalten, einfach fürs Nichtstun. Und wer es doch schafft, dem wird es zum Vorwurf gemacht.“ « (S. 83)

Tia wurde von ihrem Freund Nico für einen knackigen Po in einem Minirock verlassen, und das schlimmste: alle drei arbeiten zusammen in einer Firma. Doch als Nico seine letzten Sachen aus der nun nicht mehr gemeinsamen Wohnung abholt, überreicht Tia ihm gleichzeitig ihre fristlose Kündigung und nach kaum einer Woche befindet sie sich schon auf dem Weg nach Fallbury zu ihrer Freundin Phoebe. Zwei Monate will sie in diesem kleinen Fischerdorf verbringen, das sie vor 17 Jahren noch so furchtbar fand.
Kaum hat sie das kleine Cottage, in dem sie die nächsten Wochen bleiben wird, gefunden, kommt auch schon Josh um die Ecke, dem nicht nur das beschauliche Cottage gehört, sondern der auch noch ein ziemlicher Macho ist. Ein extrem gutaussehender Macho.

Tia hat es mir manchmal ziemlich schwer gemacht, sie zu mögen, obwohl sie im allgemeinen sehr umgänglich ist. Nur in Bezug auf Josh konnte ich ihr Verhalten meist nicht verstehen. An einem Abend hat er es sogar ziemlich treffend zusammengefasst:
„Ich finde, dass du eine übellaunige, zickige, graue Maus bist, die sich hinter ihren Wollpullovern vor der Welt versteckt und darauf wartet, dass irgendjemand kommt und sie rettet. Und weil du so unzufrieden mit dir und deinem Leben bist, schaffst du es sogar, anderen Menschen ihre gute Laune zu vermiesen.“ (S. 99)
Trotzdem bekommen Tia diese zwei Monate Abstand sehr gut, sie liest nicht nur viel und freundet sich mit den Dorfbewohnern an, sondern findet auch Zeit, ihr Leben zu reflektieren. Auch wenn sie das meist nur nach einem desaströsen Aufeinandertreffen mit Josh tut.
Josh war mir mit seinen Neckereien von Anfang an sympathisch, nur sein Aussehen wollte nicht ganz zu meiner Vorstellung passen. Oder zu dem Namen. Aber auch darüber bin ich schnell hinweggekommen und konnte ganz nach Fallbury abtauchen und mit den beiden Protagonisten das Fischerdorf unsicher machen.

Diesem Roman sprüht Wohlfühlen und Gemütlichkeit aus jedem Wort, und alte Bekannte aus den ersten beiden Teilen haben auch kurze Auftritte. Trotzdem muß man sie nicht vorher gelesen haben; alle Bücher sind unabhängig voneinander lesbar und wunderbar zu verstehen.
Das schöne an Hanna Holmgrens Schottlandromanen ist der Wohlfühlfaktor, mit Zärtlichkeiten, Humor, und Protagonisten mit Ecken und Kanten, wie echte Menschen. Sehr unterhaltsam und empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 29.10.2023

Ägyptische Unterwelt, ich bin begeistert

Three Wishes - Überlebe um zu sterben
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„Alles hier war dazu angelegt uns in die Irre und in den Tod zu führen. Sich in Sicherheit wiegen, hieß sterben.“ (S. 87)

In Ägypten gibt es neben den Menschen auch Dschinnda, die wegen ihrer Macht, Wünsche ...

„Alles hier war dazu angelegt uns in die Irre und in den Tod zu führen. Sich in Sicherheit wiegen, hieß sterben.“ (S. 87)

In Ägypten gibt es neben den Menschen auch Dschinnda, die wegen ihrer Macht, Wünsche zu erfüllen, gefürchtet werden. Samira ist eine junge Frau, die zu diesem fast ausgestorbenen Volk gehört. Ihre Mission ist es, in die Duat zu reisen und die Götter um Schutz ihres Volkes zu bitten. Als vor 9 Jahren ihr Dorf von den Soldaten des Pharao überfallen wurde, haben nur sie und ihre Babyschwester Kija überlebt. Der letzte Wunsch ihrer Mutter war es, daß Samira in die Duat reist. Eine ziemlich große Aufgabe für ein kleines Mädchen.
Da Samira weiß, daß sie diese Reise niemals alleine bewältigen kann, fragt sie den Priester Kadir vom Osiristempel um Hilfe. Sie schwört sogar vor Osiris, ihm nach dem Erfolg ihrer Mission drei Wünsche zu erfüllen. Doch Kadir ist gar kein richtiger Priester, sondern wird als Sklave in diesem Tempel misshandelt und kann gar nicht glauben, daß dieses wunderschöne und starke Mädchen sich ausgerechnet an ihn gewandt hat.

Yvonne Wundersee hat es perfektioniert, das Unmögliche von ihren Charakteren abzuverlangen. Allein schon der Weg zur Duat ist beschwerlich, und das war der leichte Teil. Kadir und Samira ergänzen sich perfekt und obwohl das neue Klischee, starke, kämpfende Frau, gebildeter aber nicht so starker Mann, ausgeschöpft wird, ist es nicht unangenehm. Kadir ist nicht verweichlicht, eine „Dame“ in Nöten, und Samira ist nicht überkräftig und nimmt es mit den stärksten Wesen, ohne einen Kratzer abzubekommen, auf. Beide haben ihre Stärken und Schwächen, und helfen sich mehr als einmal gegenseitig.
Ihre Reise durch die ägyptische Unterwelt ist voller Gefahren, Zeitnot und Dämonen. Die beiden haben keinen Augenblick, zu Atem zu kommen, bevor die nächste Katastrophe hereinbricht. Trotzdem finden sie überraschend Unterstützung, unter anderem in Form eines Gecko-Dämons. Zum Niederknien.
Wer Das Erbe der Lilith von der Autorin schon kennt, kennt den Stress, den ihre Charaktere in den Büchern durchleben. Das ist in diesem nicht anders. Bis zum Ende habe ich mich gefragt, wie Samira und Kadir zu ihrem glücklichen Ende kommen sollen, schien die Tragödie doch unausweichlich. Ich wurde nicht enttäuscht und kann dieses Buch weiterempfehlen. Nur um die Duat sollte man einen großen Bogen machen!

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Veröffentlicht am 21.10.2023

schöner Abschluß

Eine neue Liebe (Sunset River 3)
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„Ich hatte tatsächlich und unwiderruflich die Frau aus meinem Leben spazieren lassen, die mich gerade erst aus der Vergangenheit gerissen und zurück in die Gegenwart gebracht hatte. […] Wenn man so darüber ...

„Ich hatte tatsächlich und unwiderruflich die Frau aus meinem Leben spazieren lassen, die mich gerade erst aus der Vergangenheit gerissen und zurück in die Gegenwart gebracht hatte. […] Wenn man so darüber nachdachte, hatte unsere Geschichte das Potenzial für einen kitschigen Liebesfilm mit Happy End, […].“ (S. 385)

Michael macht es Isobel wirklich nicht leicht, und obwohl sie verständnisvoll ist, hat auch sie irgendwann ihre Grenze des tragbaren erreicht. Trotz der Thanksgiving-Wunder, ist die anbrechende Weihnachtszeit sehr hart für Isobel. Doch zum Glück kommt ihre beste Freundin Tiara bald nach Sunset River und bringt etwas Sonne mit.

Dieser letzte Teil hat es wirklich in sich. Eine wahre Achterbahn der Gefühle. Die Autorin versteht es wirklich gut, ihre Leser am Schicksal von Michael und Isobel teilhaben zu lassen, als wären sie echte Menschen. Ich konnte das Buch nur schwer zur Seite legen.

Zusammenfassung:

Die Sunset River-Trilogie ist gefühlvoll, unterhaltsam und schön. Jeder Teil findet zu einer Jahreszeit statt, sodaß sich alle Geschehnisse über mehrere Monate ausweiten. So haben die Charaktere Zeit, sich zu entwickeln. War Isobel zu Beginn noch emotional aufgewühlt, heimatlos und gebrochen, hat sie sich in der Zeit nicht nur ein Zuhause geschaffen, sondern auch eine Familie gefunden. Es war schön, sie zu begleiten, wenn auch sehr turbulent.
Einzig das ewige Funkeln in den Augen hat mich gestört, sei es vor Freude, Glück, Sehnsucht, Trauer, es funkelte wie verrückt.

Und obwohl mich das Format als Trilogie gestört hat, da die Geschichten fast übergangslos aneinander anschließen und ein Gesamtbuch in meinen Augen mehr Sinn gemacht hätte, ist das nur eine Kleinigkeit, die den Spaß an der Geschichte überhaupt nicht nimmt

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Veröffentlicht am 21.10.2023

es geht turbulent weiter

Ein neues Leben (Sunset River 2)
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„Ich bleib bei dir, egal welchen Weg du nimmst.“ (S. 214)

Nach der gemeinsamen Nacht mit Michael, hat er ihr nachhaltig das Herz gebrochen. Obwohl Isobel sich für einen Neuanfang in Sunset River entschieden ...

„Ich bleib bei dir, egal welchen Weg du nimmst.“ (S. 214)

Nach der gemeinsamen Nacht mit Michael, hat er ihr nachhaltig das Herz gebrochen. Obwohl Isobel sich für einen Neuanfang in Sunset River entschieden hat und ihre Arbeit liebt, hat sie sich von den Menschen in der Kleinstadt zurückgezogen. Um ihm aus dem Weg zu gehen. Es schmerzt sie, sich von Trevor und Lydia fern zu halten, doch sie sind zu nah an Michael dran.
Zu allem Überfluß ist das Verhältnis zu ihrem Vater und ihrer Stiefschwester auch nicht besser, sodaß Isobel sich in der Arbeit und ihrer Wohnung vergräbt.
Doch ein Gespräch mit Trevor wendet das Blatt, und sie schöpft wieder Hoffnung.

Nach den letzten schweren Monaten in Isobels Leben, hat sie einen Neuanfang verdient. Wie sie sich in Sunset River einlebt, und gleichzeitig von den Menschen fern hält, ist schwer mit anzusehen. Doch die Stadt hat ihren Charme, dem auch Isobel nicht entkommen kann. Es ist schön mit anzusehen, wie sie sich entwickelt.
Auch die Kapitel aus Michaels Sicht geben Einblicke in seine chaotische Gefühlswelt. Er kämpft mit Dämonen seiner Vergangenheit und macht sich das Leben dabei unnötig schwer. Die Interaktionen zwischen ihm und Isobel sind herzzerreißend, sodaß der dritte Band nicht lange warten kann.

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