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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2023

Eine interessante Entwicklung des Lebens

Elternabend
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Sehr humorvoll und in manchen Passagen etwas traurig hat dieser Roman durchaus Fortune. Ich bin gut unterhalten worden. In der Handlung geht es um den Mittdreißiger Sascha Nebel. Er hat einen SUV aufgebrochen ...

Sehr humorvoll und in manchen Passagen etwas traurig hat dieser Roman durchaus Fortune. Ich bin gut unterhalten worden. In der Handlung geht es um den Mittdreißiger Sascha Nebel. Er hat einen SUV aufgebrochen und plötzlich wird er von einer Frau mit einem Baseballschläger attackiert. Aufgrund einer Demonstration erscheint die Polizei mit einem Großaufgebot und Sascha und die Frau müssen fliehen. Auf Umwegen gelangen sie zu einem Bus, der kurz vor der Abfahrt steht und steigen ein, ohne zu wissen, wohin die Reise hingeht. Eine Schicksalhafte Reise für die beiden beginnt. Sascha wirkt auf den ersten Blick sehr sarkastisch und lässt einen als Leser noch nicht durchblicken was ihn wirklich umtreibt. Erst im Laufe der Zeit ergibt sich ein Bild von ihm, was ich nicht vorhersehen konnte. Die Spannung der Geschichte ist gut und Langweile kommt bei diesem Roman zu keiner Zeit auf. Gut und süffisant erzählend ist der Schreibstil des Autors. Ich musste sehr oft lachen und bin gerade von den interessante und humorvollen Erzählpassagen sehr angetan. Die vielen verschiedenen Nebenfiguren entsprechen teilweise Klischees, wirken aber auf der anderen Seite durchaus authentisch, was der Autor in seinem Nachwort noch einmal auf interessante Weise durchblicken lässt. Die Wendung der Geschichte ist interessant, auch wenn ich ein anderes Ende erwartet hätte. Das Fazit ist insgesamt positiv. Sehr humorvoll mit einer Botschaft versehen ist dieser kurzweilige Roman eine gute Möglichkeit ein wenig über unsere Gesellschaft zu schmunzeln.

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Veröffentlicht am 01.11.2023

Eine monumentale Reise in die Zeit der Industrialisierung

Die Waffen des Lichts
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Sehr monumental und mit vielen historischen Fakten verknüpft ist der 5. Band der Kingsbridge-Reihe ein großes Leseerlebnis. Die Handlung spielt im Zeitraum von 1792 bis zum Jahr 1824 und die industrielle ...

Sehr monumental und mit vielen historischen Fakten verknüpft ist der 5. Band der Kingsbridge-Reihe ein großes Leseerlebnis. Die Handlung spielt im Zeitraum von 1792 bis zum Jahr 1824 und die industrielle Revolution in Europa ist im vollen Gang, aber auch die Feldzüge Napoleons werfen ihre Schatten voraus. In der Stadt Kingsbridge macht die technische Revolution nicht vor den Menschen halt. Auf der einen Seite stehen die großen Unternehmer mit neuartigen Maschinen, die in ihren Augen die lästigen Arbeitnehmer teilweise ersetzen können. Auf der anderen Seite stehen die zahlreichen Handarbeiter wie z.B. die Weber, die aufgrund ihrer erbarmungslosen Arbeitsbedingungen um ihre nackte Existenz kämpfen. Auf beiden Seiten wird erbittert gerungen und die Leser erleben eine Zeitreise in eine Vergangenheit, die gerade für Menschen ohne Adelstitel oder nicht unternehmerischer Herkunft oft mehr Grausamkeiten als schöne Momente breithalten. Als dann noch Napoleon seine Feldzüge beginnt, wird für einige das Leben zu einem Albtraum. Sehr positiv hat mir die Darstellung und Aufzeichnung verschiedenster Charaktere gefallen. Sowohl die Unternehmer wie Hornbeam, Amos, aber auch Arbeiter*innen wie Sal oder ihr Sohn Kit sind sehr gut ausgearbeitet worden. Ich hatte mit Kit meinen absoluten Lieblingscharakter im Laufe der Erzählung gefunden. Obwohl er sehr viel Leid erfährt, entwickelt er sich stetig weiter und weiß trotz seiner Herkunft durch Intelligenz und einen großartigen Charakter zu überzeugen. Bei dem Charakter Hornbeam war ich sehr zornig gewesen, erlebte aber im Laufe der Erzählung noch eine interessante Überraschung.

Die Story wird in verschiedenen aufeinanderfolgenden Zeitsprüngen chronologisch erzählt und ist demnach gut nachvollziehbar. Die Spannung der Handlung fußt auf dem Konflikt zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern, welche gut mit den militärischen Spannungen der napoleonischen Feldzüge verwoben wurde. Ich hatte mir fast ein anderes Ende vorgestellt bin dann aber auch positiverweise eines Besseren belehrt worden. Der Schreibstil ist gehoben, monumental, detailliert und gut lesbar. Die Übersetzung ins Deutsche ist herausragend gelungen. Einzig und allein nicht so gut gefallen hat mir die etwas zu langatmige Entwicklung des Konfliktes zwischen den Arbeitern und der unternehmerischen Seite bzw. dem Landadel. Hier hätte ich mir etwas mehr Abwechslung gewünscht, aber das ist jammern auf hohem Niveau. Das Fazit ist sehr positiv. Eine monumentale Erzählung eingebettet in eine für Europa schicksalhafte politische Zeit sorgt für ein sehr kurzweiliges und spannendes Lesevergnügen.

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Veröffentlicht am 22.10.2023

Eine Reise durch das antike Köln

Schatten über Colonia – Ermittlungen am Rand des Römischen Reichs
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Colonia im Jahr 87 nach Christus droht Gefahr von allen Seiten. Ein spannender Krimi aus der Antike. Er gibt einen hervorragenden Einblick in das römische Köln und das dortige Leben. In der Handlung geht ...

Colonia im Jahr 87 nach Christus droht Gefahr von allen Seiten. Ein spannender Krimi aus der Antike. Er gibt einen hervorragenden Einblick in das römische Köln und das dortige Leben. In der Handlung geht es um den jungen Anwalt Quintus, der auf sonderbare Vorkommnisse in Colonia aufmerksam wird. Angeblich treiben Germanen ihr Unwesen und führen gezielte Überfälle auf römische Bürger durch. Als plötzlich noch ein Mord geschieht ist der Aufruhr natürlich groß. Zusammen mit der jungen Römerin Lucretia nimmt Quintus die Ermittlungen in diesem Mordfall und den Überfällen auf. Bald merken sie, dass viel mehr auf dem Spiel steht als nur ein paar kriminelle Aktivitäten.
Eine spannende Reise durch das antike Köln beginnt. Quintus Tibur ist ein bodenständiger, gebildeter Mann, der einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hat. Er hat germanische Wurzeln und ist demnach anderen Kulturen tendenziell offener eingestellt. Lucretia ist eine für die Antike eine sehr moderne Frau. Das damals vorherrschende Rollenbild, die Frau als “Gebärmaschine” und Mutter lehnt sie konsequent ab. Sie hat große Interesse an der Justiz und beweist Quintus, dass sie mehr als nur eine Hilfe für ihn ist.
Die Handlung ist im Köln des Jahres 87 nach Christus angesiedelt und zeitlich gut einordbar. Der Schreibstil des Autoren Duos ist flüssig und sehr gut lesbar. Es wurde sehr großen Wert auf die Darstellung der damaligen Sprach- und Lebensverhaltensweise gelegt, was mir sehr imponiert hat. Ich konnte mich sehr gut in die damaligen Lebensverhältnisse hineindenken und bin Quintus und Lucretia auf ihren Pfaden im Geiste gefolgt. Die Spannung der Geschichte ist gut in die Handlung eingebettet und die Leserinnen und Leser erfahren nicht zu früh, wo die kriminaltechnische Reise hingehen wird. Spannend und sehr gut erzählt ist dieser Antike-Krimi hoffentlich noch nicht der letzte aus der Feder des Autorenduos. Ich würde mich über eine Fortsetzung sehr freuen.

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Veröffentlicht am 22.10.2023

Wortgewaltige Erzählung zwischen Schule und Computerspielen

Echtzeitalter
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Wortgewaltig und süffisant wird das Schülerleben eines interessanten Charakters skizziert. In Echtzeitalter fühlte ich mich an manchen Stellen an Erichs Kästners “Das fliegende Klassenzimmer” erinnert. ...

Wortgewaltig und süffisant wird das Schülerleben eines interessanten Charakters skizziert. In Echtzeitalter fühlte ich mich an manchen Stellen an Erichs Kästners “Das fliegende Klassenzimmer” erinnert. Der junge Schüler Till Kokorda geht in einem elitären Internat namens Marianum zur Schule. Er ist in seiner persönlichen Entwicklungsphase und als Lesender ist man ein Teil seines ordinären Schulaltages. Dabei ist schnell klar, dass es eine ganz besondere “Beziehung” zwischen Till und seinem strengen Lehrer, genannt dem Dolinar gibt. Till flieht im Privaten in die Welt der Computerspiele, wo er mehr er selbst sein kann. Irgendwann lernt er zwei interessante Mädels auf seiner Schule kennen. Ob er die Kurve zu sich selbst schafft oder ob er sich von dem Kollektiv vereinnahmen lässt?
Dieser Roman ist schön an manchen Stellen etwas süffisant und sarkastisch erzählt. Sehr gut hat mir die Charakterisierung des Dolinar gefallen, auch wenn dieser manchmal etwas überzeichnet wirkt. Aber der Dolinar ist der Gegenpart und Gegenspieler von Till und es entsteht ein sonderbares Abhängigkeitsverhältnis, welches für den Lesenden oft nicht leicht macht zu verstehen ist. Warum die Angst vor der Autorität lähmen aber auch befreien kann ist ein weiterer interessanter Aspekt.
Der Schreibstil des Autors ist bildhaft, mit wunderschönen Wortummantelungen verziert und sehr gut lesbar. Die vielen Andeutungen auf die Literatur, kombiniert mit dem Zeitgeist der Welt der Computerspiele haben mir als Mix sehr gut gefallen. Als einziger kleiner Kritikpunkt von dem Ende bin ich nicht hundertprozentig überzeugt worden. Sehr schön erzählt mit einer gut beschriebenen Geschichte ist dieser Roman ein wahrer Genuss und ich kann verstehen, dass dieser den deutschen Buchpreises gewinnen konnte.

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Veröffentlicht am 22.10.2023

Interessantes Ende

Bruch: In eisigen Nächten
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Erneut sehr düster und mit einem interessanten Ende versehen ist auch der zweite Band, um den psychisch sehr labilen Kommissar Bruch eine überzeugende Krimireihe. In der Story geht es um den Kommissar ...

Erneut sehr düster und mit einem interessanten Ende versehen ist auch der zweite Band, um den psychisch sehr labilen Kommissar Bruch eine überzeugende Krimireihe. In der Story geht es um den Kommissar Felix Bruch, der mit seiner Kollegin Nicole Schauer zu einem Mord in ihrem Kommissariat gerufen werden. Ihr Chef wurde förmlich hingerichtet und die Spuren deuten auf einen Raubmord hin. Kurze Zeit später geschieht ein weiterer Mord, in Verdacht gerät eine junge verwahrloste Frau. Doch irgendwas ist seltsam und Nicole Schauer und ihr Kollege werden erneut Zeugen eines sehr seltsamen Falls.
Felix Bruch ist psychisch komplett fertig und ist von Angst und Depression getrieben. Er ist seinen Mitmenschen ein Rätsel und keiner kann hinter seine Fassade schauen. Seine Kollegin Schauer ist sehr engagiert und stringent, aber auch leicht reizbar, was ihr erneut so einige Probleme bereitet. Sie hat weiterhin große Schwierigkeiten mit ihrem Kollegen, aber auf irgendeine Art tut er ihr leid und sie versucht ihm zu helfen.
Die Geschichte ist mit düsteren Elementen bestückt und sorgt von den ersten Seiten bereist für Spannung. Im zweiten Teil der Geschichte gibt es eine interessante Wendung und die Mystik scheint die Kriminalistik fast zu übertreffen. Das Ende ist sehr interessant und mit einem Cliffhanger versehen. Gerade die letzten Sätze haben es in sich. Die Spannung ist durch die Story stetig gut und die beiden ungleichen Ermittler sorgen für eine stetige Wendung der Ereignisse. An einigen Stellen wünschte ich mir auch mal positive Charaktere, welche mir hier durch die Bank zu düster und unfreundlich dargestellt wurden, aber vielleicht ist es die Intention des Autors eine durchweg eher negative Darstellung der Personen zu Skizzieren. Mir hat dieser Krimi wieder sehr gut gefallen und ich bin gespannt, was an dem Cliffhanger für hoffentlich einen dritten Band von Felix Bruch dran ist.

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