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Veröffentlicht am 01.11.2023

Von der Suche nach den Wurzeln, von der Liebe, von Zigarren und mehr…

Das Geheimnis der Zigarrenkönigin - Liebesroman Karibik
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„Das Geheimnis der Zigarrenkönigin“ ist Annas Geschichte. Ein historischer Liebesroman, der im 19. Jahrhundert angesiedelt ist. Alles beginnt mit einem alten Überseekoffer, den Ana Galana von einem entfernten ...

„Das Geheimnis der Zigarrenkönigin“ ist Annas Geschichte. Ein historischer Liebesroman, der im 19. Jahrhundert angesiedelt ist. Alles beginnt mit einem alten Überseekoffer, den Ana Galana von einem entfernten Verwandten geschenkt bekommt. Er ist sehr schwer, die Scharniere sind verrostet und sie staunt nicht schlecht, als sie darin Briefe, Dokumente und noch mehr entdeckt. Dieser Fund inspiriert sie, ganz tief in die Welt des Tabaks einzutauchen.

Der Roman entführt seine Leser nach Kuba. Er erzählt von der 16jährigen Anna, die in Bremen auf einem Schiff als Hilfsmatrose, verkleidet als Junge, anheuert. Schon die Überfahrt ist abenteuerlich und eigentlich wollte sie in New York von Bord gehen, ihre fehlenden Papiere machen ihr dies unmöglich und so geht es weiter gen Kuba.

Anna ist auf der Suche nach ihren Wurzeln, nach ihrem Vater. Und sie findet in Luca ihre große Liebe, die schon aufgrund seiner Hautfarbe unmöglich scheint.

Die Autorin nimmt mich mit auf eine Reise in eine mir unbekannte Welt und – wie sie verrät – hat sie dieser Kofferfund dazu inspiriert, zwei Jahre später ihre eigene Zigarrenmarke zu kreieren und nicht genug damit – sie eröffnet „La Galana“, ihren Zigarrensalon. Sie weiß also, wovon sie schreibt und das merkt man ihrem Roman auch an. Sie kennt Kuba, spricht neben vielen anderen Sprachen auch spanisch, sie ist weltoffen und erzählt von Anna, die schon von Kindesbeinen vom Zigarrenrollen begeistert war. In Havanna trifft Anna auf Hoffmann, dessen Familie im heimischen Bremen Konkurrenten der Meringers sind. Nachdem Hoffmanns Blendmeister verschwunden ist, kreiert Anna ihre eigene, hochgelobte Zigarrenlinie. So bindet Ana Galana ihr fundiertes Wissen meisterhaft in Annas Geschichte mit ein.

Luca, der ehemalige Sklave und Annas große Liebe, ist zwar frei und verdingt sich als Lohnarbeiter, seine Arbeitsbedingungen sind aber nicht viel besser als jene der Unfreien. Die Sklaverei war in dieser Zeit auf Kuba allgegenwärtig, die Sklavenhaltung geht einher mit dem wirtschaftlichen Aufschwung. Für die spanischen Kolonialherren gab es reichlich Auswahl, die Peitsche war ein beliebtes Züchtigungsmittel. Trotz Verbot blühte der Sklavenhandel.

Es sind beileibe keine Themen, die leichtfüßig daherkommen. Und doch versteht es die Autorin meisterhaft, nichts zu beschönigen, nichts auszulassen und doch ein Gesamtbild wie eine gut kreierte Zigarre vorzulegen. Sie hat mir viel Wissenswertes nähergebracht und hat ihre bittersüße Liebesgeschichte dezent mit einfließen lassen. Unbedingt erwähnen möchte ich noch die Bleistiftzeichnungen, die für so manches Kapitel den perfekten Abschluss bilden.

Nun heißt es Abschied nehmen. „Das Geheimnis der Zigarrenkönigin“ war eine lohnende, eine tiefgründige Lektüre, die ich allen historisch Interessierten und auch all jenen, die gut recherchierte und kurzweilige Romane suchen, wärmstens empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 28.10.2023

Eine schicksalhafte Begegnung

Eine neue Liebe (Sunset River 3)
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Isobel will ihre Vergangenheit hinter sich lassen, sie fährt Hals über Kopf nach Sunset River. Das bezaubernde Städtchen hat nur einen Nachteil – ihr Vater, den sie seit nunmehr 16 Jahren nicht mehr gesehen ...

Isobel will ihre Vergangenheit hinter sich lassen, sie fährt Hals über Kopf nach Sunset River. Das bezaubernde Städtchen hat nur einen Nachteil – ihr Vater, den sie seit nunmehr 16 Jahren nicht mehr gesehen hat, lebt hier. Mit seiner jetzigen Frau versteht sie sich auf Anhieb, ihre Halbschwester dagegen lehnt sie ab, das Verhältnis zu ihrem Vater ist so la la. Und dann begegnet sie Michael, der ihr Herz im Sturm erobert. Auch er scheint von ihr angetan zu sein, jedoch lässt ihn seine Vergangenheit nicht los.

Die Sunset-River-Trilogie aus der Feder von Josefine Weiß ist dreiteilig. Sie erzählt vom Neuanfang, vom neuen Leben und einer neuen Liebe. Wenn nur letzteres nicht gar so kompliziert sein würde, würde alles leicht und heiter sein.

Isobel und Michael sind die beiden Hauptfiguren, die es zueinander zieht, die aber nicht zueinander finden können. Michael trägt viel Ballast mich sich herum. Seine Frau ist schon einige Jahre tot, die gemeinsame Tochter ist sein ein und alles. Es hat ihn gewaltig erwischt, schon als er Isobel das erste Mal gesehen hat und doch kann er seine Schuldgefühle nicht abstreifen.

Die Ausgangssituation wäre wunderbar – zwei treffen sich, haben Gefühle füreinander und doch mag es nicht klappen. Josefine Weiß versteht es, das Leben in Sunset River mit allen Nebendarstellern und den beruflichen Gegebenheit zu einem homogenen Ganzen zu vermengen. Viele Situationen könnten direkt aus dem prallen Leben gegriffen sein, so manche Umstände kommen mir direkt bekannt vor. Ich mag es ja schon, wenn nicht alles glatt läuft, auch das ist lebensnah. Jeder hatte ein Vorleben und blutjung sind sie auch nicht mehr. Auch wenn ich Michael des Öfteren gerne geschüttelt hätte, so ist auch seine Zögerlichkeit durchaus nachvollziehbar.

Kurzum: Die Sunset-River-Trilogie habe ich komplett verschlungen. Bis zuletzt ist nicht ersichtlich, wohin dies alles führt, ob es eine gemeinsame Lebensreise geben wird. Es ist ein starkes Buch, eine lesenswerte Trilogie, direkt aus dem Leben gegriffen.

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Veröffentlicht am 28.10.2023

Geschichten und Rezepte im Schwäbischen

Schwaben. Meine kulinarische Heimat
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Matthias F. Mangold lädt ein zu einer kulinarischen Reise durch Schwaben und erzählt gleich mal von sich. Der Unterfranke hat in jungen Jahren ins Schwäbische nei’gschmeckt und ist kulinarisch hängengeblieben. ...

Matthias F. Mangold lädt ein zu einer kulinarischen Reise durch Schwaben und erzählt gleich mal von sich. Der Unterfranke hat in jungen Jahren ins Schwäbische nei’gschmeckt und ist kulinarisch hängengeblieben.

„Schwaben. Meine kulinarische Heimat“ bringt Rezepte mit den Menschen und deren Produkte aufs Beste zusammen. Von Alb-Linsen und Bauernbrot mit Ziegenmilch, einem Weinbaubetrieb bis hin zur Spitzengastronomie spannt Mangold einen interessanten Bogen. Ganz besonders hat es mir die Schäferin angetan, die die Familientradition aufrecht erhält. Noch viel mehr dieser Geschichten gewähren einen aufschlussreichen Einblick von der täglichen Arbeit bis hin zum Produkt. Erwähnen möchte ich noch den Messerschmied und seine informativen Zeilen über die Messer, die man ein Leben lang hat - von der Pflege bis hin zum richtigen Schliff.

Neben den aufschlussreichen Gesprächen findet man Rezepte - gut nachzukochen bzw. nachzubacken wie etwa Kässpätzle, Schupfnudeln und Maultaschen, mal mit Kalbfleisch und mal als Veggie-Variante oder auch was mit Birnen wie das Hutzelbrot und die Ofenschlupfer. Lamm- und Schweinegerichte, Zwiebelkuchen, Zwiebelrostbraten und als Nachtisch dann Nonnenfürzle oder ein Träubleskuchen sind nur einige der gschmackigen Speisen, die Appetit machen. Was ich besonders schätze ist, dass die Zutaten einfach zu besorgen sind und man das meiste eh zuhause hat. Jedem Rezept sind mindestens zwei Seiten gewidmet – eine fürs Rezept und eine fürs Foto.

Das schön aufgemachte Buch bietet an der vorderen und hinteren Innenseite je eine Übersichtskarte mit den einzelnen Stationen. Zu den Gesprächen und den Rezepten gesellen sich Fotos von der Landschaft, von den Betrieben und auch von denen, die ihre Produkte vorstellen. Adressen der einzelnen Betriebe und Rezeptregister bilden den Abschluss.

Ein Buch für Köche und Genießer. Schon ein wenig darin blättern macht Laune und Lust auf mehr. Es sind alltagstaugliche Rezepte, vermengt mit interessanten Geschichten über schwäbische Genüsse.

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Veröffentlicht am 27.10.2023

Der eiskalte Killer

Die eiskalte Kammer: Thriller
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„Die eiskalte Kammer“ aus der Feder von Catherine Shepherd ist der mittlerweile achte Thriller um die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz.

„Wir ermitteln weiter...“ Wie oft schon hat sie dies seit dem Verschwinden ...

„Die eiskalte Kammer“ aus der Feder von Catherine Shepherd ist der mittlerweile achte Thriller um die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz.

„Wir ermitteln weiter...“ Wie oft schon hat sie dies seit dem Verschwinden ihrer Schwester von einem Polizisten gehört und doch fehlt nach wie vor jede Spur von ihr.

In den frühen Morgenstunden wird eine Frau leblos in ihrem Auto gefunden. Wie es scheint, hat sie den Aufprall gegen eine Straßenlaterne nicht überlebt. Die Autopsie jedoch stellt fest, dass ihr Todeszeitpunkt schon sehr viel länger zurückliegt. Es wird noch krasser – ihre Leiche wurde in tiefgefrorenem Zustand hinters Steuer gesetzt. Wie sich bald herausstellt, ist diese junge Frau seit zwei Jahren spurlos verschwunden und nicht nur das, bald tauchen weitere Vermisste auf. Allesamt wurden sie über längere Zeit tiefgekühlt. Wer steckt dahinter? Wer will sich dieser Leichen entledigen?

Nicht nur diese eisigen Fälle fordern der Rechtsmedizinerin Julia Schwarz alles ab, auch ihre viermonatige Tochter Sophia braucht sie. Gut, dass sich ihre Eltern nur zu gerne um ihre süße Enkelin kümmern, denn auch Florian Kessler, Julias Lebenspartner und stolzer Vater, hat mit diesen Todesfällen mehr als genug zu tun. Die Opfer waren sich nicht nur äußerlich ähnlich, auch ihr Umfeld lässt darauf schließen, dass ein Serienkiller am Werk ist.

Catherine Shepherd hat es wiederum geschafft, mich komplett ahnungslos zu halten. Neben den fieberhaften Ermittlungen bekomme ich auch Einblicke in die geradezu krankhafte Welt des Täters. So etliche detaillierten Beschreibungen machen mich fassungslos, seine Identität bleibt dabei stets im Dunkeln. Und auch, wenn mir so einige Typen als Täter vorschweben, so ist die Aufklärung dann doch überraschend. Die rasante und äußerst wendungsreiche Story lässt zwar Raum für Spekulationen, am Ende kommt es dann aber doch ganz anders als gedacht.

Ein Thriller mit Suchtfaktor. Eine packende Story, die fesselt, die gelesen werden will.

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Veröffentlicht am 26.10.2023

Schlau wie ein Fuchs…

Der Mentor
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…und unbesiegbar, so fühlt er sich. Das Abschlachten der Füchsin erlebe ich hautnah. Spüre Ekel und kann doch nicht wegsehen, bin schockiert und zutiefst entsetzt und doch gebannt, kann mich dem Geschehen ...

…und unbesiegbar, so fühlt er sich. Das Abschlachten der Füchsin erlebe ich hautnah. Spüre Ekel und kann doch nicht wegsehen, bin schockiert und zutiefst entsetzt und doch gebannt, kann mich dem Geschehen nicht entziehen. Ich muss dem Jäger folgen.

Nach einem schweren Unwetter werden in einem Waldstück zwei Frauenleichen an die Oberfläche geschwemmt. Die Heidelberger Ermittler Jakob Krohn und Yeliz Demir werden vom LKA München unterstützt, wobei die Fallanalytikerin Nova Winter sich eher sperrig zeigt. Da es bei den beiden übelst zugerichteten Leichen nicht bleibt, muss auch sie einsehen, dass eine Zusammenarbeit unvermeidlich ist.

„Der Mentor“ ist einer dieser Thriller, die ab der ersten Seite fesseln und deren Spannung nicht nachlässt. Die einzelnen Charaktere – die Guten wie die Bösen – überzeugen in jeglicher Hinsicht. Die Ermittlungen stehen stets im Vordergrund, ein wenig Privatleben gehört aber schon auch dazu, denn keiner ist ausschließlich der Arbeit verhaftet, meist vermischt sich das Private mit dem Beruflichen. Und das verlangt Nova, Yeliz, Jakob und ihren Kollegen so einiges ab. Ihre Ermittlungen führen in einen geheimen Studentenbund, außerdem mischen noch einige andere Gestalten gehörig mit.

Für die einen ist es eine Jagd, angetrieben von „Freiheit durch Wagemut“. Für die anderen ist es ein Wettlauf auf Leben und Tod. Man spürt den Geist des Mentors, der sie in seinem grausamen, in seinem unerbittlichen Spiel lenkt. Wer ist dieser geheimnisvolle Mentor, der seine Jäger dirigiert? Diese Frage wabert immer mal wieder über dem grausigen Geschehen. Irgendwann meine ich, jemanden ausgemacht zu haben und lange, ziemlich lange warte ich darauf, dass die Masken fallen. Um dann doch nach einer überraschenden Wendung wiederum ratlos dazustehen.

Svenja Diel hat einen teuflisch guten Thriller vorgelegt, der seinen Lesern starke Nerven abverlangt. Es geht brutal zur Sache, so manches Mal musste ich nicht nur schwer schlucken, ich war regelrecht schockiert ob dieser Unerbittlichkeit. Und doch möchte ich keine Zeile davon missen – die Autorin werde ich im Auge behalten. Der Blick ins abgrundtief Böse war Spannung pur.

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