“Du bist wunderbar -Ich hab dich immer lieb” von Saeko Inui beinhaltet bezaubernde Illustrationen für die Kleinen.
Die aufmunternden Botschaften sind sehr schön und liebevoll geschrieben.
Es werden ...
“Du bist wunderbar -Ich hab dich immer lieb” von Saeko Inui beinhaltet bezaubernde Illustrationen für die Kleinen.
Die aufmunternden Botschaften sind sehr schön und liebevoll geschrieben.
Es werden schöne Werte vermittelt. Die Themen Wut, Traurigkeit, Fehler, Versagen uvm. werden in kurzen Sätzen positiv begleitet.
Für Kinder ab 4 Jahren finde ich persönlich diese Botschaften schwer zu verstehen; jedoch animieren die Texte den Vorleser zu einem Austausch mit liebevollen Worten.
Für die Erwachsenen auch ein guter Einstieg, die sensiblen Themen spielerisch anzugehen.
„Clara und die Poesie des Lebens“ von Stéphane Carlier ist ein bezauberndes Kleinod mit wunderschönen Illustrationen perfekt geeignet für Literaturliebhaber.
Clara liest Proust.
Clara lebt in einer ...
„Clara und die Poesie des Lebens“ von Stéphane Carlier ist ein bezauberndes Kleinod mit wunderschönen Illustrationen perfekt geeignet für Literaturliebhaber.
Clara liest Proust.
Clara lebt in einer fast schon platonischen Beziehung mit ihrem
Freund JB, arbeitet in einem Friseursalon fernab der belebten Einkaufspassage, der hauptsächlich von siebzigjährigen Stammkundinnen profitiert und besitzt eine Katze, die sich jeglichen Streicheleinheiten entzieht.
Die Besitzerin des Friseursalon und Claras Chefin Madam Habib resümiert meist in der Vergangenheit, riecht nach Shalimar und mag Männer. Neben Clara arbeiten noch Nolwenn und Patrick im Salon.
Clara lauscht den Geschichten der Kundinnen und lernt durch die Plauderei ihrer Chefin auch diese über Dritte besser kennen.
Beim sonntäglichen Mittagessen bei ihren Eltern hat Clara komische Gedanken in ihrem Kopf:
“Ist das schon alles gewesen? Werde ich niemals glücklicher sein als jetzt?”
Bis eines Tages ein schlanker, hübscher fremder Mann in den Salon kommt und einen Haarschnitt wünscht, ist Claras Leben unaufgeregt.
Der Fremde verschwindet genau so unspektakulär, wie er im
Salon aufgetaucht ist. Nur sein Buch lässt er zurück.
Clara fällt es erst viel später wieder in die Hand und Proust mit seinen Bandwurmsätzen und komplizierten Konjunktivformen fordert die junge Frau heraus. Aber je mehr Clara liest, um so mehr versteht sie ihn. Gefesselt an die Welt der wunderbaren Worte entfernt sie sich immer weiter von ihrem ungeliebten Leben.
Proust zeigt ihr die Welt in einem anderen Licht, seine Darstellungen und Sichtweisen lenken ihren Blick in die richtige Richtung. Er erweitert ihren Fokus und zeigt ihr verschiedene Realitäten. Er schenkt ihr Zeit, Intelligenz und Mut ihr Leben zu verändern.
Ein bezaubernde Geschichte in einer poetischen Sprache. Der Autor beschreibt die Protagonisten unglaublich emotional. Durch seine ausdrucksstarke Schreibweise spürt man die Melancholie der Protagonistin und seine poetischen Sätze machen nachdenklich.
Wie auch Clara anfangs langsam liest, um alles zu verstehen, jedes Wort aufzusaugen, so geht es mir als Leser dieser Geschichte.
Ein ausdrucksstarkes Werk für Literaturliebhaber und Menschen mit Freude am geschrieben Wort.
„Die Einladung“ von Sebastian Fitzek wurde in 8 Stunden 55 Minuten spannend und eindringlich gesprochen von Simon Jäger.
(Argon -Hörbuchverlag)
Der Aufbau ist genial, Fitzek versteht es mit jedem Kapitel ...
„Die Einladung“ von Sebastian Fitzek wurde in 8 Stunden 55 Minuten spannend und eindringlich gesprochen von Simon Jäger.
(Argon -Hörbuchverlag)
Der Aufbau ist genial, Fitzek versteht es mit jedem Kapitel den Hörer zu fesseln. Simon Jäger hat mit seiner Stimm-/Tonlage die Charaktere sehr intensiv und realistisch werden lassen. Seine Sprechweise ist perfekt für diesen Thriller geeignet.
Das Hörbuch /Buch ist flüssig, sprachlich auf hohem Niveau und die Spannung wird durchgehend gehalten. Themen wie Missbrauch, Suizid und Mobbing sind beinhaltet.
Marla Lindberg ist hochintelligent, leidet jedoch unter einer Gesichtsblindheit und hat aufgrund dieser Problematik und einem vermeintlich schockierenden Erlebnis in einer verlassenen Geburtsklinik ihren geliebten Job gekündigt. Jahrelange Psychotherapie haben ihr klargemacht, dass ihr Gehirn ihr in Extremsituationen Streiche spielt und alles nur fiktiv war. Nun verkümmern ihre Fähigkeiten in Jobs, für die Marla absolut überqualifiziert ist.
Marla wird zum Klassentreffen eingeladen und nur ein Zusatz auf der Einladung lässt sie in die Berge fahren. Verspätet kommt sie dort an und muss feststellen, dass dort etwas nicht stimmt. Leere Teller und Gläser stehen im Haus, die Zimmer sind bezogen und doch fehlt von Ihren Klassenkameraden jede Spur.
Die Protagonistin Marla wird sehr gut und ausführlich beschrieben. Die weiteren Protagonisten sind teilweise etwas blass gezeichnet, ohne viel Hintergrund, augenscheinlich nur dazu da, die Täterschaft zu erweitern. Die teilweise überzogenen Handlungen der Nebendarsteller:in in der Berghütte lassen sich nicht immer nachvollziehen, dafür sind die Charaktere zu oberflächlich. Dies tut der Story keinen Abbruch, gefesselt rätselt man als Zuhörer mit und versucht die einzelnen Fäden zu verbinden.
Das Highlight am Ende war raffiniert durchdacht und ich habe es nicht erahnen können.
Unterhaltung und Spannung pur! Eine klare Hör-/Leseempfehlung!
„Das Hotel am Fuße des Vulkans“ von Joyce Maynard ist eine unglaublich berührende Geschichte über Irene, deren Leben sie aufgrund verschiedener Schicksalsschläge spontan in einen Bus steigen lässt.
Ihr ...
„Das Hotel am Fuße des Vulkans“ von Joyce Maynard ist eine unglaublich berührende Geschichte über Irene, deren Leben sie aufgrund verschiedener Schicksalsschläge spontan in einen Bus steigen lässt.
Ihr Leben erscheint Irene sinnlos -ihre Mutter wurde vor Jahren bei einem Bombenanschlag getötet, ihr Sohn und ihr Mann kamen bei einem Verkehrsunfall ums Leben - und sie ist nicht in der Lage zu sterben.
Sie kann nur in einen Bus steigen und das Leben hinter sich lassen. Nach einer langen Fahrt, als Irene in La Llorona in einem Hotel am Fuße des Vulkans ankommt, lernt sie das Leben wieder in all seinen Facetten wahrzunehmen.
„Was man über schwere Zeiten wissen muss: Wenn du unten angekommen bist, kann es nur noch besser werden.“ (Seite 10)
Stück für Stück, inspiriert von der Natur, den Vögeln und den Menschen von dem verzauberten Anwesen „La Esperanza“ und den Weisheiten der Besitzerin Leila, kommt die Lebensfreude zurück. Ihr Drang zu malen wird groß und Irene lernt wieder, sich anderen Menschen zu öffnen und die Liebe zu erleben.
Während der Zeit in dem Hotel kommen die unterschiedlichsten Menschen mit verschiedenen Anliegen. Viele verarbeiten ihre Schicksalsschläge und Tragödien an diesem verzauberten Ort und bringen Abwechslung in den Alltag.
Traurige Ereignisse lassen Irene zur Eigentümerin des Hotels werden. Aufgrund einer hohen Versicherungssumme kann sie das Personal weiterhin bezahlen und vor allem die dringend anstehenden Renovierungsarbeiten in Auftrag geben.
Ein alter Bekannter der Vorbesitzerin, das Personal ist nicht begeistert von dem Mann, bietet Irene seine handwerklichen Dienste an. Und Irene setzt ihr Vertrauen in ihn, bis er wie ein Bruder für sie wird. Und doch lassen manche Aktionen ihre Intuition aufhorchen. Kann Irene diese wahrnehmen? Ist er nun wirklich ein Freund?
Die Charaktere sind eindrucksvoll und stark gezeichnet, die Landschaft wird intensiv, schillernd und bunt beschrieben, ebenso sind die Nebencharaktere authentisch und klar. Die Hotelanlage verzaubert den Leser mit den vielen, wunderschön beschriebenen Details und die Handlung zieht den Leser in den Bann.
Der Mittelteil ist etwas langatmig, man kann schon einiges erahnen und doch wird man aufgrund des fesselnden Schreibstil sehr gut unterhalten. Das Buch ist tiefsinnig, ergreifend, traurig und voller Hoffnung, Zuversicht und Zusammenhalt.
Das Dorfleben und die Armut werden genau so authentisch beschrieben, wie die Emotionen der Gäste im Hotel. Was die Natur den Menschen in dem kleinen Dorf beschert ist unglaublich zerstörerisch und man lernt mit dieser Geschichte, die Naturgewalten anzunehmen und auch wie wichtig es ist, sich gegenseitig zu unterstützen und zu helfen.
Irene lernt viel in ihrer Zeit als Hotelbesitzern, viele Themen wurden in dieser Geschichte angeschnitten u.a. Trauerbewältigung, Selbstfindung, Freundschaft, Zusammenhalt und Hoffnung, Vertrauen und einige Umweltthemen.
Wir sollten uns an dem erfreuen, was wir haben, statt traurig zu sein, wenn es vorbei ist (s.168)
Die verschiedenen Geschichten von Irene verknüpfen sich und zuletzt lösen sich alle Fragen auf. Ein sehr schöner Roman, absolut empfehlenswert, voller Wärme und Poesie.
Mein Fazit aus dieser Geschichte:
Das Leben mit seinen Tragödien und Schicksalsschlägen anzunehmen und weiterhin das positive und Schöne im Leben zulassen.
„Damals im Sommer“ von Florian Gottschick beschreibt eine wundervolle, melancholische Geschichte über zwei Brüder, das Erwachsenwerden und das Outen in jungen Jahren.
Der leichte Schreibstil trifft den ...
„Damals im Sommer“ von Florian Gottschick beschreibt eine wundervolle, melancholische Geschichte über zwei Brüder, das Erwachsenwerden und das Outen in jungen Jahren.
Der leichte Schreibstil trifft den Leser mit einer Wucht, die Geschichte wurde in ihrer Kürze intensiv, gefühlvoll und ergreifend geschrieben.
Die Verbindung zwischen den Brüdern ist voller Herzenswärme. Fer, der muskulöse, vorlaute und ältere Bruder verspottet und gängelt gerne. Der 15 jährige Bruder bewundert Fer, fällt jedoch immer wieder auf dessen Scherze herein.
Es war eine Schmach, als kleiner Bruder einer Maschine aus Raffinesse und List ausgesetzt zu sein. Wie töricht, an das Gute im Menschen zu glauben (s.32)
Trotz des Konkurrenzkampfes kann man die innige Bindung der beiden Brüder spüren.
In einem Sommerurlaub in den 90er Jahren lernen die beiden Brüder den ruhigen Franzosen Filip kennen. Der Jüngere ist sofort von dem muskulösen Jungen mit dem schönen Lächeln fasziniert.
Die drei jungen Erwachsenen verbringen gemeinsam die Tage am Strand und beim Wandern.
In der letzten Nacht vor Filips Abreise verbringen der Ich-Erzähler und Filip eine gemeinsame Nacht.
„Jetzt mache ich mich auf die Reise - in meine Seele hinein und hinaus in die Welt“ (s.110)
Der junge Teenager wird nach dieser Nacht erwachsen, er ist euphorisch und melancholisch zugleich. Wann wird er Filip wiedersehen? Ist sein Mut bereits groß genug um sich zu outen?
Die Verbindung der beiden Jugendlichen bleibt über SMS und Emails erhalten und
doch spürt man die Entfernung und Entfremdung. Filip tut dem jungen Mann auf Dauer nicht gut, sein Leben wird geprägt von den Momenten am Pc. Seine schulischen Leistungen lassen nach und er kappt die Verbindung.
Und dann erfährt er etwas schier unglaubliches und die Ereignisse und Geschehnisse prägen sein Leben.
Der Autor zeichnet feinfühlig ein Porträt der beiden Brüder, die Konkurrenz und Liebe zueinander, das verwirrende Verhältnis innerhalb der dysfunktionalen Familie und das distanzierte Verhältnis zu ihrer Mutter, einer wundervollen Frau, die mit Kindern nicht das geringste anfangen kann.
Die erste Liebe, sexuelle Abenteuer, Erfahrungen mit dem eigenen Körper und die Sehnsucht nach einem Körper, einem Kuss, einer Umarmung. Romantisch, wehmütig, traurig und voller Emotionen beschreibt der Autor die Erfahrungen des Ich-Erzählers. Sehr authentisch und detailliert werden die Protagonisten und Orte beschrieben. Der Wechsel zwischen den Zeiten fesselt und lässt mich als Leser das Buch kaum aus der Hand legen.
Ein wundervolles coming of age und coming out Buch, das ich sehr empfehlen kann.