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Veröffentlicht am 06.11.2023

Humorvoller kurzweiliger Roman

Tausche neues Leben gegen altes
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Tausche neues Leben gegen altes

Wendy und Celeste sind Nachbarinnen und Mütter. Wendy ist zudem noch erfolgreiche Geschäftsfrau, Celeste ist „nur“ Mutter und Ehefrau. Beide blicken voller Vorbehalte und ...

Tausche neues Leben gegen altes

Wendy und Celeste sind Nachbarinnen und Mütter. Wendy ist zudem noch erfolgreiche Geschäftsfrau, Celeste ist „nur“ Mutter und Ehefrau. Beide blicken voller Vorbehalte und teilweise auch Neid auf das Leben der anderen. Nach einem Picknick mit reichlich Sangria wachen sie am nächsten Morgen im Körper der anderen auf. Aber ist das Leben der Nachbarin wirklich so viel erstrebenswerter?

Geschrieben wurde der Roman von der amerikanischen Schriftstellerin Kelly Harms. Sie hat bereits
„ Einen Sommer nur für mich“ geschrieben. Dies ist das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe. Sehr ansprechend übersetzt wurde das Buch von Doreen Reeck.

Das Cover des Buches mit den zwei schaukelnden Frauen gefällt mir sehr. Es ist frisch, modern und ansprechend. Auch die Farbauswahl mit lila und aprikot, die auf dem Buchrücken genau umgekehrt ist, finde ich gelungen.

Eingeteilt ist das Buch in 24 unterschiedlich lange Kapitel. Es wird immer abwechselnd aus der Perspektive von Wendy und Celeste erzählt. Normalerweise gefällt mir das, hier hat es mich phasenweise ein bisschen durcheinandergebracht, weil ja zudem noch der Körper und das Leben, somit auch die Ehemänner und Kinder mitgetauscht wurden.

Die Charaktere sind alle sehr liebenswert. Ich konnte mich in beide Frauen komplett einfühlen.
Die Welt der amerikanischen Mütter unterscheidet sich schon in einzelnen Gepflogenheiten, der Grundtenor ist allerdings der Gleiche, wie bei uns Müttern auch. Ich musste immer wieder schmunzeln, weil viele Situationen so schön beschrieben wurden und einfach so wahr sind.

Fazit: ganz klare Leseempfehlung nicht nur, aber besonders für alle Mütter, die jeden Tag probieren ihren Job (wie immer er auch aussieht) möglichst gut zu machen

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 01.05.2023

Ein lustiges Buch mit der Botschaft, dass nicht alles jetzt und perfekt sein muss, um das perfekte Jetzt zu erleben

Lotta hat heute keine Lust
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Lotta hat heute keine Lust

Murmeltiermädchen Lotta liegt faul auf der Wiese und möchte kurz entspannen. Ein tierischer Freund nach dem anderen taucht auf. Da es ein ganz besonderer Tag ist, ist eigentlich ...

Lotta hat heute keine Lust

Murmeltiermädchen Lotta liegt faul auf der Wiese und möchte kurz entspannen. Ein tierischer Freund nach dem anderen taucht auf. Da es ein ganz besonderer Tag ist, ist eigentlich jeder mit unterschiedlichen Vorbereitungen beschäftigt. Die Wiese wird immer voller, denn nach und nach gesellen sich alle zu Lotta. Gemeinsam erleben sie einen Tag, der zwar ganz anders verläuft als geplant, aber trotzdem ganz besonders schön wird.

Geschrieben wurde das Buch von Luisa Schauenberg, die schon das Buch „Der kleine Frosch will schwimmen gehen“ veröffentlicht hat. Die Illustrationen sind von Susan Batori.


Das Buch ist quadratisch, 25,5 cm groß und gut zu halten. Es hat schöne große Bilder und nicht zu viel Text pro Seite.
Ich habe das Buch mit zwei Dreijährigen gelesen. Die Beiden sind beim ersten Mal Vorlesen an den vielen nacheinander vorgestellten Tieren hängen geblieben. Es ist ein Buch „zum Reinwachsen“.
Die Tiere haben sehr süße Charaktere mit passenden, eingängigen Namen. Verblüffend schnell konnten die Kinder die Namen auswendig.
Der Ablauf ist für die Kinder vorhersehbar: ein Tier nach dem anderen taucht auf. Durch die Art, wie es in Erscheinung tritt, was es sagt etc. werden die Charaktere wunderschön ausgestaltet und die Stimmung in kindlicher Form spürbar (hektisch, vornehm, etc.). Obwohl es ganz verschiedene Persönlichkeiten sind, gibt es keine Außenseiter. Tiere, die eigentlich Feinde sind, sind hier befreundet. Schwächen, wie der amüsante Sprachfehler von Moschusochse Henry sind kein Grund für Ausgrenzung.
Überrascht hat uns, dass DER Adler ein Mädchen ist.
Ideal ergänzt wird die Geschichte durch die lustigen Zeichnungen. Die Tiere sind sehr liebevoll gestaltet. Die Bilder wirken durch Liebe zum Detail, sind aber nicht überfrachtet. Schön finde ich auch, dass der Lauf des Tages durch die Veränderung des Himmels veranschaulicht und die entsprechende Stimmung eingefangen wird.
Für Wiedererkennungswert sorgen Sprechblasen im Comicstyle. Jedes Tier hat eine eigene Schriftfarbe und immer die gleichen Worte.
Mit der immer voller werdenden Wiese verdichten sich die Hinweise, um welchen besonderen Tag es sich handeln könnte.

Fazit:
Das Buch hat uns sehr gut gefallen. Die Kinder sind ganz verliebt in die witzigen Tiere. Wertvoll ist auch die Botschaft, dass es oft vollkommen ausreichend ist, Zeit mit Freunden zu verbringen, ohne immer etwas Besonderes machen zu müssen oder wie es John Lennon sagte: „Zeit, die man zu verschwenden genießt, ist nicht verschwendet.“.
Ich empfehle das Buch nicht nur, aber ganz besonders als Geburtstagsgeschenk für Kindergartenkinder.

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  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Wohlfühlmomente
Veröffentlicht am 20.03.2025

Mehr schein als sein

Der Sternenstaubdieb
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Der Sternenstaubdieb

Louli ist die bekannte Mitternachtshändlerin. Jetzt ruft sie der Sultan zu sich und schickt sie mit einem interessanten Gefolge auf eine ganz besondere Mission. Aber ist wirklich ...

Der Sternenstaubdieb

Louli ist die bekannte Mitternachtshändlerin. Jetzt ruft sie der Sultan zu sich und schickt sie mit einem interessanten Gefolge auf eine ganz besondere Mission. Aber ist wirklich jeder der, der er zu sein scheint?
Geschrieben wurde das Buch von Chelsea Abdullah, einer amerikanisch-kuwaitischen Schriftstellerin. Wenn ich jetzt nicht falsch recherchiert habe, ist dieses das erste ihrer Werke, das auf deutsch veröffentlicht wurde.
Das Buch ist erschienen bei Klett-Cotta. Es umfasst stolze 572 Seiten und ist eingeteilt in 70 überschaubar lange Kapitel. Abwechselnd wird aus der Sicht der verschiedenen Protagonisten erzählt.
Rein optisch ist das Buch der Hammer. Es sieht in echt noch schöner aus, als auf den Bildern, hat ein tolles Cover, einen wunderschönen Farbschnitt und eine angenehme hochwertige Haptik.
Leider kann der Inhalt mit der Optik nicht mithalten. Die Charaktere sind sehr oberflächlich und blass. Das Setting hat seinen Reiz und verströmt auch eine gewisse Atmosphäre. Aber auch hier wäre noch so viel Luft nach oben gewesen. Die Handlung war teilweise packend, dann wieder seitenlang wie im Leerlauf, sehr langatmig und auch nicht immer nachvollziehbar. Phasenweise fand ich die Lektüre echt anstrengend. Auch passt der Titel meines Erachtens nicht wirklich zu dem Buch, klingt aber gut.
Alles in allem ein Buch, das viele gute Ansätze hat, die aber leider nicht ausgestaltet wurden. Ich bin mir noch sehr unsicher, ob ich mir Teil 2 zulegen werde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.07.2024

Eindrucksvoll, aber verwirrend

Die geheimnisvolle Freundin
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Die geheimnisvolle Freundin

Nina wächst als Findelkind in einem von Nonnen streng geführten Kinderheim in Italien in den 1950ern auf. Lucia hat die ersten Jahre in ihrer Familie verbracht. Nach dem Tod ...

Die geheimnisvolle Freundin

Nina wächst als Findelkind in einem von Nonnen streng geführten Kinderheim in Italien in den 1950ern auf. Lucia hat die ersten Jahre in ihrer Familie verbracht. Nach dem Tod der Eltern landet sie bei Nina. Aber Findelkind ist nicht gleich Waisenkind. Ist eine Freundschaft zwischen den beiden wirklich möglich? Oder ist das Erlebte zu traumatisch? Muss nicht jede selber schauen, wie sie mit der Situation umgeht?

Geschrieben wurde das Buch von Simona Baldelli. Dies ist das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe.

Mir gefällt das Buch optisch richtig gut. Die beiden jungen Mädchen in schwarz-weiß lassen auf ein historisches Buch schließen. Das abgesetzte Rosa macht das ganze frisch.
Eingeteilt ist das Buch in übersichtlich lange Abschnitte, teilweise mit und teilweise ohne Überschriften.

Ruck zuck war ich mitten im Buch. Auch wenn es sich eher um ein literarisches Werk handelt, fand ich es leicht zu lesen. Der Schreibstil gefällt mir. Ich mag die Art, wie Simona Baldelli die Geschichte erzählt sehr.

Das Thema ist noch nicht abgegriffen. Ich zumindest habe etwas thematisch Vergleichbares noch nicht gelesen. Simona Baldelli beschreibt sehr eindrücklich, wie das Aufwachsen im Kinderheim in den 1950ern wohl wirklich war.

Lediglich die Zeitsprünge verwirrten mich. Irgendwie ist man plötzlich und unangekündigt bei der erwachsenen Nina und genauso schnell wieder im Kinderheim. Im letzten Drittel tritt dann leider die eigentliche Geschichte in den Hintergrund und wird von einem anderen Thema überlagert.

Den Buchtitel und den Klappentext finde ich nicht 100% ig passend zum Inhalt und eher irreführend und verwirrend.
Insgesamt habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Die ersten zwei Drittel sind sehr stark, zum Schluss lässt es leider ein wenig nach.


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  • Charaktere
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  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 28.08.2023

Wohlfühllektüre mit kleinen Umgereimtheiten

Das Versprechen der Oktoberfrauen
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Das Versprechen der Oktoberfrauen

Die 39 jährige Hanna landet mitten in einer Lebenskrise in dem kleinen Dorf Plessin in Mecklenburg.
Dort trifft sie auf ein ganzes Dorfgefüge, darunter auch die junge ...

Das Versprechen der Oktoberfrauen

Die 39 jährige Hanna landet mitten in einer Lebenskrise in dem kleinen Dorf Plessin in Mecklenburg.
Dort trifft sie auf ein ganzes Dorfgefüge, darunter auch die junge Frida, die nach dem Tod ihrer Mutter in dem Hotel arbeitet, in welchem Hanna absteigt und von einem Leben als Musikerin träumt. Findet Hanna hier die Heimat, die berufliche Erfüllung, die Freunde und vielleicht auch die Liebe, die sie braucht, um wieder gesund zu werden?

Geschrieben hat das Buch Lea Santana, die auch „Der Sommer der Blütenfrauen“ geschrieben hat. Dies ist das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe.

Das Cover mit den Birnen, in den Komplementärfarben lila und gelb, finde ich sehr stimmungsvoll und ansprechend. Die Papierqualität des Covers gefällt mir weniger. Auch wenn ich sorgsam mit dem Buch umgegangen bin, sah es gleich abgegriffen aus.

Der Erzählstil hat mir gut gefallen. Ich fand sehr angenehm, dass erst nur drei Charaktere vorgestellt werden und erst nach und nach weitere dazu kamen. Dadurch kam ich sehr schnell in die Handlung.
Abwechslungsreich wurde die Geschichte durch den Wechsel der Erzählperspektive zwischen Hanna und Frida. Lea Santana schreibt so leicht und flüssig, dass ich das Buch wirklich schnell und gerne gelesen habe. Die Kapitellänge war perfekt.

Schwierigkeiten hatte ich mit der Handlung. Teilweise fand ich die Aneinanderreihungen zu viel und zu schnell und manchmal auch einfach nicht nachvollziehbar oder unglaubwürdig.
Auch in die Charaktere konnte ich mich nicht immer hineinversetzen. Besonders Hanna war mir phasenweise suspekt. Ich war mir nicht sicher, ob mit ihrem Verhalten ihre psychischen Schwierigkeiten verdeutlicht werden sollten. Ich fand ihr Verhalten gerade am Anfang skurril, konnte im Laufe der Handlung besser mit ihr mitgehen, aber richtig warm wurde ich mit ihr bis zum Schluss nicht.
Die Liebesgeschichte, die auf dem Klappentext angedeutet wurde, kam mir viel zu kurz. Schade!

Fazit: Alle Leser, die es schaffen mit einer gewissen Großzügigkeit über diverse Ungereimtheiten und Übertreibungen in der Handlung hinwegzusehen, werden viel Spaß an dem packenden, wohltuenden Erzählstil von Lea Santana haben.

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