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Veröffentlicht am 08.10.2017

Atmosphärisch dichter Historienschmöker, der auf spannende Art und Weise den Untergang des Templerordens erzählt

Die Hüterin des Templerschatzes
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Die Tochter des reichen Gewürzhändlers Elva, macht eine überaus gute Partie, so scheint es. Ihrem Vater ist es gelungen, einen adligen Ritter für seine Tochter einzufangen. Graf Arnulf von Arras mag zwar ...

Die Tochter des reichen Gewürzhändlers Elva, macht eine überaus gute Partie, so scheint es. Ihrem Vater ist es gelungen, einen adligen Ritter für seine Tochter einzufangen. Graf Arnulf von Arras mag zwar nicht ansehnlich sein, doch immerhin besitzt er eine Burg. So wird rasch eine Hochzeit anberaumt und Elva mit dem Grafen vermählt. Und das, obwohl sie insgeheim stets glaubte, sie würden ihren Freund aus Kindertagen, Thorin ehelichen. Doch Elva fügt sich in ihr Schicksal, auch wenn sie genau spürt, dass der Graf sie nicht liebt und die Nächte im Ehebett für sie eine einzige Enttäuschung sind. Dazu geschehen immer wieder rätselhafte Dinge in Elvas Nähe, welche ihr Angst machen. Jemand trachtet Elva nach dem Leben, doch wer? Auch Arnulf nimmt die Vorkommnisse ernst und stellt eine Wache für seine Frau ab.

Überhaupt kommt sich das Ehepaar. im Laufe der nächsten Monate zumindest auf freundschaftlicher Ebene näher und so beschließt Elva eines Tages, ihrem Mann ein kostbares Gewand nähen zu lassen. Doch jemand hat das gelieferte Gewand mit Gift präpariert und es kommt zur Katastrophe. Elva muss von Burg Arras fliehen, will sie nicht als Gattenmörderin hingerichtet werden und so schließt sie sich, auf dem Weg zu ihrer Schwester, die in Marseille lebt, kurz entschlossen einer bunten Gauklertruppe an. Doch die rätselhaften Unglücke rund um Elva, reißen nicht ab…

Der Ritter des Templerordens, Amiel de Lescaux, hat es in seinen jungen Jahren bereits weit gebracht. Er genießt das Vertrauen des Oberhauptes der Templer, Jacques de Molay, der Amiel bei einer wichtigen Angelegenheit ins Vertrauen zieht. De Molay ist mit einigen jüdischen Oberhäuptern in Verhandlung, die dem Templerorden eine große Summe zur Verfügung stellen werden, wenn sie dafür den heiligsten Schatz erhalten, der sich noch in De Molays Besitz befindet. Für diese Summe sollen Schiffe gebaut werden, eine mächtige Flotte, die dazu diesen soll, das Heilige Land zurückerobern zu können. Doch die Zeiten sind schwierig, es kursieren schlimme Gerüchte, die die Templer betreffen, was König Philipp dem Schönen und einem seiner eifrigsten Mitstreiter, Guillaume, gut zupass kommt. Besonders Guillaume hasst den Templerorden, den er für den Tod seiner Eltern vor vielen Jahren verantwortlich macht. Er hat allen Templern Rache geschworen und hofft auf eine Chance, den Orden zu vernichten. Während sich Elva immer noch auf gefahrenvoller Reise befindet und Amiel, als de Molays Stellvertreter den Schatz hütet, zieht sich das Netz um die Templer, das von den reichen und mächtigen Männern des Landes gesponnen wird, immer mehr zu und selbst Männer aus den eigenen Reihen, wenden sich verräterisch gegen sie. Kann Amiel seine Ordensbrüder retten und wird er jemals seine lange verloren geglaubte Schwester wieder finden?

Nachdem ich „Die Königin der Diebe“, den historischen Roman des Autorenduos Sabine Klewe und Martin Conrath, vergangenes Jahr las und so begeistert war vom Schreibstil der beiden, habe ich dem Erscheinen des aktuellen Romans regelrecht entgegengefiebert. Erneut greift Sabine Martin ein äußerst spannendes Hintergrundthema auf, um das sich heute noch viele Gerüchte ranken. Es geht um den verschollenen Schatz der Templer und den Fall dieses mächtigen Kreuzritterordens. Zwar habe ich bereits sehr viele historische Dokumentationen darüber sehen dürfen, doch gelingt es dem Autorenduo dennoch, eine spannende Story zu erzählen, die äußerst geschickt Fakten mit Fiktion verbindet und den Roman zu einem unterhaltsamen, spannenden Lesevergnügen macht.

Die Geschichte wird von dem Heldenpaar Elva und Amiel getragen. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein, was auch für ihre Lebenswege gilt, doch beide sind aufrecht, tapfer, mutig und haben ihr Herz auf dem rechten Fleck. Anfangs fand ich es etwas schade, dass Elvas Werdegang etwas kürzer und knapper abgehandelt wurde, als Amiels, doch im Laufe des Romans gab sich das erfreulicherweise, so dass ich beide Handlungsverläufe mit gleicher Spannung verfolgen konnte. Trotz seiner immerhin 559 Seiten wird der Historienschmöker nie langweilig, weil er atmosphärisch äußerst dicht geschrieben ist.

Dennoch, einen Kritikpunkt habe ich, der mich davon abgehalten hat, die Bestbewertung zu vergeben. Ein Kritikpunkt, den ich auch schon bei „Die Königin der Diebe“, anzubringen hatte. Die Liebesgeschichte zwischen Elva und Amiel fand ich viel zu nebensächlich erzählt. Es mangelt der Love Story an intensiven Kennenlerngesprächen, die dem Leser verdeutlichen, wieso sich Elva und Amiel so schnell ineinander verlieben. Stattdessen reicht es Amiel, einem bislang überzeugten Bruder des Templerordens einfach so aus, dass er Elva sieht und schon ist er in Liebe entbrannt und bereit, alles für sie zu riskieren? Das war leider für mich nicht überzeugend genug. Außerdem mochte ich Elvas Ergebenheit in Bezug auf die Männer, die sie umwerben nicht. Sie ließ sich ein wenig zu schnell und emotionslos auf sie ein. Vielleicht wirkte das auch so, weil ihre Gedanken und Gefühlswelten nicht richtig beleuchtet wurden. Es gab einfach nicht viele tiefgründige Gespräche zwischen dem Paar, die ihre Liebe füreinander zusätzlich untermauerten und ich würde mir sehr wünschen, dass das Autorenduo dem Heldenpaar ihres nächsten Romans, ein wenig mehr Eigenleben und ein überzeugenderes Liebesleben gewährt. Dieses muss ja nicht gleich rosarotkitschig ausarten, aber zumindest sollten knisternde Funken zwischen dem Heldenpaar sprühen.

Veröffentlicht am 30.09.2017

Brooke und Declan- Supersüße Romance, die mit viel heimeliger Wohlfühlatmosphäre punkten kann

Neue Liebe in Sunshine Valley
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Declan Kincade hat es beruflich geschafft. Er hat eine florierende Firma und ist reich. Doch privat läuft es alles andere als rund bei ihm. Bislang reichte es ihm, sich auf nichtssagende One Night Stands ...

Declan Kincade hat es beruflich geschafft. Er hat eine florierende Firma und ist reich. Doch privat läuft es alles andere als rund bei ihm. Bislang reichte es ihm, sich auf nichtssagende One Night Stands einzulassen, wenn ihm der Sinn nach einer Frau stand, doch seitdem seine Eltern plötzlich und unerwartet bei einem Unfall starben und er sich nun zusammen mit seinen Brüdern, um die noch minderjährige Schwester Nicole kümmern muss, hat sich sein Weltbild etwas verschoben. Vor allem seine attraktive Assistentin Brooke, die einen äußerst guten Job macht, weckt sein Interesse.

Doch Declan zögert, sich Brooke zu nähern, denn er ist äußerst korrekt und fürchtet, dass eine Liaison, zwischen seiner Angestellten und ihm, nur zu unnötigen Komplikationen führen könnte. Ausgerechnet Brooke ist es aber dann, die ihm einen, eigentlich guten Plan vorschlägt. Da sie viel zu tun haben, Declan aber andererseits zu Hause bei seiner Familie gebraucht wird, schlägt Brooke ihm vor, dass sie ihn einfach begleitet und ihre Arbeit von dort aus verrichtet. Declan zögert zunächst, lässt sich aber dann doch darauf ein. Womit er nicht gerechnet hat, sind Brookes Fröhlichkeit und Spontanität. So überredet sie ihn tatsächlich dazu, die Küstenstraße zu benutzen. Malerische Blicke auf die Küste inklusive. Aber auch eine zusätzliche Überachtung in einem Hotel. Wird Declan sich zurückhalten können, obwohl er Brooke zum Anbeißen findet?

Nachdem im ersten Teil der Serie „Neue Träume in Sunshine Valley“, der sexy Eishockeyspieler Jordan die Frau fürs Leben fand, erzählt Candis Terry im zweiten Band „Neue Liebe in Sunshine Valley“, nun die Geschichte über Jordans Zwillingsbruder Declan. Declan, der als äußerst ehrgeiziger Workaholic und steif in seiner Familie gilt, hat all die Jahre ein Geheimnis bewahrt. Er hatte von Kindesbeinen an eine Lese und Rechtschreibschwäche, so dass ihm die Schule doppelt schwer fiel, als allen anderen Kincadegeschwistern, Mittlerweile hat er sich sein eigenes Imperium geschaffen, doch seine Familie geht ihm über alles. Vor allem, seitdem seine Eltern nicht mehr da sind und sich gewisse Gerüchte, womöglich als wahr erweisen könnten. Jordan geht dermaßen in seiner Arbeit auf, dass er alles andere um sich herum völlig ausblendet und glaubt, keine Zeit für Vergnügungen zu haben. Bis Brooke in sein Leben tritt und ihn eines besseren belehrt. Ich mochte die Liebesgeschichte zwischen Declan und Brooke sogar noch ein Tickchen mehr, als die des Vorgängerbandes, weil zwischen dem Heldenpaar die Chemie einfach stimmt und ihre gemeinsamen Dialoge so ungezwungen und natürlich wirken, als hätte man reale Personen vor sich. Dazu kommt, dass ich den trockenen Humor der beiden sehr mochte. Und auch an Candis Terrys Schreibstil an sich, gibt es absolut nichts auszusetzen. Man bekommt hier einen supersüßen Liebesroman geboten.

Warum also einen halben Punkt Abzug? Ich fand einfach, dass der Roman zwischenzeitlich ein wenig mehr Spannung hätte vertragen können. Man weiß praktisch von Beginn an, dass Brooke und Declan ineinander verliebt sind. Und selbst der Zwist, der sich entspinnt und der Dank der übrigen Kincadefamilie irgendwann gelöst wird, ist kein echter Trennungsgrund. Die „Heile Welt“ Darstellung“, innerhalb der Familie, mag dazu zwar für heimelige Wohlfühlatmosphäre sorgen, doch sie war mir zum Teil etwas „too much“ geraten. Fast so, als habe man eine Romance a la Disney vor sich. Weniger strenge Leser, werden das womöglich aber völlig anders sehen, als ich.

Veröffentlicht am 19.09.2017

Unterhaltsamer Abenteuerroman, so flott wie ein Mantel und Degenroman geschrieben

Das blaue Medaillon
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Die Venezianerin Alessa ist eine geschickte Kletterin und Diebin. Gelernt hat sie dieses, zugegebenermaßen, eher unlautere Handwerk, von ihrem Großvater. Seit dem Tod ihrer Eltern vor vielen Jahren, die ...

Die Venezianerin Alessa ist eine geschickte Kletterin und Diebin. Gelernt hat sie dieses, zugegebenermaßen, eher unlautere Handwerk, von ihrem Großvater. Seit dem Tod ihrer Eltern vor vielen Jahren, die ermordet wurden, lebt Alessa nämlich bei ihm. Von ihrer Tante Zenobia, einer Schauspielerin, hat Alessa, eher heimlich, weil ihr Großvater den Beruf seiner Tochter strikt ablehnt, eine gewisse Faszination fürs Theater entwickelt, wenn sie auch niemals in Zenobias Fußstapfen treten möchte. Doch leider bleibt Alessa, nach dem krankheitsbedingten Tod ihrer Tante und der plötzlichen Ermordung ihres Großvaters nichts anderes übrig, denn der berüchtigte Meuchelmörder Mezzanotte ist ihr dicht auf den Fersen, da sich in ihrem Besitz nun eine Halskette mit einem Medaillon befindet, welche einst ihrer Mutter gehörte, die Zenobia bis zu ihrem Tod hütete. Das Medaillon ist äußerst wichtig, denn damit kann der Besitzer wichtige Dokumente auslösen, die seit dem Tod der Eltern bei einer Vertrauensperson gelagert werden. Dokumente, die von einem Verrat berichten. Gefährliche Papiere, für die Involvierte aus den höchsten Kreisen, alles tun würden, damit sie für immer unter Verschluss bleiben.

Alessa zögert nicht lange und flieht mit einer Schaustellertruppe nach Deutschland, wo ihr letzter, noch lebender Verwandter lebt. Zenobias unehelicher Sohn, der aus einer Liaison mit einem Herzog hervorging. Das Glück ist Alessa hold, denn ausgerechnet zum Herzog von Braunschweig-Lüneburg geht die Reise, da die Truppe an seinem Hofe mehrere Aufführungen vorführen sollen. Der Herzog ist zwar mittlerweile glücklich liiert und hat eine kleine Tochter, dennoch hat er Venedig nie vergessen. Alessa plant, den Herzog oder ihren Cousin um Hilfe zu bitten, doch ausgerechnet ein junger Offizier, der im Dienste des Herzogs steht und ihr zunächst misstraut, könnte sich als Retter in der Not erweisen. Derweil ist Mezzanotte Alessa nach Deutschland gefolgt…

„Das blaue Medaillon“, von Martha Sophie Marcus, ist mein erster Roman der Autorin. Sie hat einen sehr angenehmen Schreibstil und drückt sich der Zeitepoche entsprechend aus, so dass der Roman ausreichend historisches Kolorit aufweist. Was mir sehr gut gefallen hat, an der Story, war, dass die Romanheldin Alessa viele interessante Fähigkeiten aufweist, die eigentlich eher untypisch sind, für eine Frau ihrer Zeit. Dass Alessa sie dennoch besitzt, wurde plausibel von der Autorin erklärt und da der Roman bereits sehr spannend beginnt, konnte ich mich schnell hineinfallen lassen in die Geschichte des Medaillons. Es ist eher ein unterhaltsamer Abenteuerrroman, ähnlich der flotten Mantel und Degenstorys von einst, als ein Liebesroman. Zwar kommt die Liebe nicht zu kurz, wird jedoch eher zur Nebensache. Und auch das Ende des Romans zeugt davon, dass man hier womöglich noch eine Fortsetzung serviert bekommt. Nun zu meinen kleinen Kritikpunkten, die zu einem halben Punkt Abzug geführt haben. Da ich nicht weiß, ob noch eine Fortsetzung geplant ist, bitte ich diese Punkte unter Vorbehalt zu betrachten. Die Autorin führt einige Akteure ein, wie etwa den Cousin Alessas, den sie aufsucht, weil sie bereits in der Kindheit ein enges Verhältnis hatten. Doch entwickelt er sich lediglich als Staffage und sein Zwist mit Alessa wird praktisch offen gelassen. Ich fand, das hätte man besser lösen können. Genauso undurchsichtig verhält es sich mit der Geschichte rund um das Medaillon. Zwar erfährt man etwas über die besagte Verschwörung von einst, doch wird auch diese lediglich kurz erwähnt und hat eigentlich keinen aktuellen Nutzen für den Handlungsverlauf, da Mezzanotte lediglich aus eigenen Ansinnen handelt. Des Weiteren fand ich es befremdlich, dass der Herzog Alessa, nachdem er erfährt, wer sie wirklich ist, nicht viel eher, meinetwegen auch heimlich zu sich ruft. Wenn er damals, in ihrer Kindheit so vertraut mit ihr war, wundert es dann doch, dass er sich fern hält, weil es einfach nicht passt. Abgesehen von diesen aufgeführten Punkten, habe ich mich beim Lesen des Romans jedoch wunderbar unterhalten gefühlt und empfehle „Das blaue Medaillon“ allen Fans historischer Abenteuerromane gerne weiter.

Kurz gefasst: Unterhaltsamer Abenteuerroman, so flott wie ein Mantel und Degenroman geschrieben.

Veröffentlicht am 19.09.2017

Gute Leseunterhaltung für Fans historischer Krimis!

Das Sündenhaus
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Vom Galgenvogel zum Heiligen? Erstaunt stellt Gentleman und Tunichtgut Tom Hawkins fest, dass die einfachen Menschen, denen er auf seiner Reise ins ländliche, idyllisch gelegene Yorkshire begegnet, ihn ...

Vom Galgenvogel zum Heiligen? Erstaunt stellt Gentleman und Tunichtgut Tom Hawkins fest, dass die einfachen Menschen, denen er auf seiner Reise ins ländliche, idyllisch gelegene Yorkshire begegnet, ihn für eine Art Glücksbringer halten, seitdem er am Galgen hing und nur durch eine glückliche Fügung des Schicksals namens Wiederbelebung, seine Hinrichtung überlebte. Dennoch nützt es ihm recht wenig, überlebt zu haben, denn die Königin persönlich hat ihn in der Hand. Gelingt es ihm nicht, ein zurückgehaltenes Kontobuch zu finden, mit dem die Königin erpresst wird, wird sie Kitty, Toms große Liebe, für einen Mord büßen lassen. Also begibt sich Tom erneut auf detektivischen Pfaden, denn der Besitzer des Kontobuches und Erpresser der Königin, John Aislabie, fürchtet um sein Leben. Schon mehrere Drohbriefe sind eingegangen, dabei ist der Moment äußerst ungünstig, da Aislabies lange tot geglaubte Tochter Lizzie, wieder aufgetaucht ist. Vor vielen Jahren gab es einen schlimmen Brand im Wohnhaus der Aislabies, bei dem seine Frau und die jüngste Tochter starben. Doch Lizzie behauptet nun, all die Jahre bei der Frau groß geworden und erzogen zu sein, die den Brand damals legte, eine Hausangestellte.

Aislabie will alles dafür tun, seine Familie vor den neuen Drohungen zu schützen, dafür hat er sogar die Königin angeschrieben, die ihm daraufhin den klugen Ermittler Tom schickt. Aber auch Sam, den Tom als sein Mündel ausgibt, und Kitty, die etwas später eintrifft, sind wieder mit von der Partie. Obwohl Tom anfangs eigentlich lediglich seine Zwecke verfolgen will, nämlich das Kontobuch zu finden und schnell wieder nach London zu verschwinden, lässt ihn der Fall um den bedrohten Aislabie nicht los. Vor allem, als ein Mord geschieht und auch er und seine Lieben bedroht werden. Kann Tom Licht ins Dunkel bringen? Wer will John Aislabie quälen? Verdächtige gibt es genug, denn Aislabie war einst verwickelt in einen Finanzbetrug, der viele Engländer in den Bankrott trieb. Oder ist es gar ein persönliches Motiv, das den Mörder antreibt?

Nachdem die ersten beiden, wie ich fand atmosphärisch dichten und spannenden Vorgängerbände „Das Teufelsloch“ und „Der Galgenvogel“, im Gaunermilieu Londons spielten, darf sich Tom Hawkins, in seinem aktuellen Fall, nun unter die gehobene Gesellschaft begeben. Ich fand es gut, dass die Autorin ihren Detektiv wider Willen, diesmal in der Oberschicht kriminalisieren lässt und auch der Kriminalfall ist durchaus verzwickter, als es lange Zeit den Anschein hat.

Besonders gut bei der Tom Hawkins Reihe, gefällt mir der schwarzen Humor, den alle Hauptfiguren besitzen, aber, die Serie steht und fällt vor allem mit ihren Akteuren und diesmal muss ich zugeben, dass Tom, Kitty und Sam, leider auf Kosten des Kriminalfalls etwas auf der Strecke bleiben, bzw. zu kurz kommen. Gerade weil Antonia Hodgsons Figuren so liebeswert unperfekt sind, erwartet man viele humorige Dialoge und eine gewisse Weiterentwicklung ihrer persönlichen Belange. Was aber in dem dritten Band „Das Sündenhaus“ kaum gegeben ist. Vor allem Sams Weiterentwicklung bisher, fand ich total spannend, daher hätte ich mir gewünscht, dass er diesmal mehr in den Fokus tritt. Leider aber hat die Autorin diesbezüglich ihre Chance vertan, und so ziehe ich aus diesem Grunde einen halben Punkt ab. Trotz meines kleinen Kritikpunktes ist „Das Sündenhaus“ dennoch ein gelungener historischer Krimi, der mir viel Lesespaß bereitet hat. Und man spürt auch diesmal wieder, wie akribisch die Autorin ihre Hintergrundrecherche betrieben hat. So dass das historische Flair erneut gegeben ist, selbst wenn das schmutzige, dunkle London, mit all seinen zwielichtigen Gestalten in weiter Ferne ist.

Das „Showdown“ gegen Ende des Romans ist der Serie aber wieder würdig, denn es ist äußerst spannend und wartet sogar mit einem ziemlichen Schockmoment auf.

Kurz gefasst: Tom Hawkins, Detektiv wider Willen, wandelt bereits zum dritten Mal auf kriminalistischen Pfaden. Zwar kommen die Hauptfiguren diesmal etwas kurz, aber der Kriminalfall ist, wie gewohnt, verzwickt konzipiert. Gute Leseunterhaltung für Fans historischer Krimis!

Veröffentlicht am 11.08.2017

Lediglich den Bösewicht des Romans, fand ich persönlich ein wenig zu stereotyp und blass beschrieben...

Hotshots - Firefighters - Schatten der Vergangenheit
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Dianna und April Kelley hatten keine leichte Kindheit. Während Dianna zwar bei ihrer allein erziehenden, alkoholabhängigen Mutter bleiben konnte, wurde April dieses Glück leider nicht zuteil und so landete ...

Dianna und April Kelley hatten keine leichte Kindheit. Während Dianna zwar bei ihrer allein erziehenden, alkoholabhängigen Mutter bleiben konnte, wurde April dieses Glück leider nicht zuteil und so landete das Mädchen mit vier Jahren in einem Heim. Doch Dianna gab nicht auf und versuchte später alles, um das Sorgerecht für die jüngere Schwester zu bekommen.

Diannas Wille und ihre Unermüdlichkeit in dieser Sache imponierten besonders dem Feuerwehrmann Sam MacKenzie, der sich Hals über Kopf in die junge Frau verliebte. Als Dianna schwanger wurde, bat Sam sie darum ihn zu heiraten und die Schwangere nahm überglücklich seinen Heiratsantrag an. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse als Dianna während eines Autounfalls ihr Kind verlor. Dianna verließ schließlich Hals über Kopf Sam und ihre Heimat und löste die Verlobung.

Jahre später:Dianna hat mittlerweile Karriere als TV-Moderatorin gemacht und auch ihre Bemühungen um das Sorgerecht ihrer Schwester April hatten Erfolg- dennoch entpuppte sich April als Sorgenkind und der Kontakt zwischen beiden Schwestern war von Anfang an sehr schwierig. Nach einem Streit ist April nun verschwunden und Dianna macht sich die größten Vorwürfe deswegen. Als sie unterwegs zu April ist, hat sie einen schweren Autounfall, bei dem ein anderer Autofahrer ums Leben kommt.

Als Sam von seinem Bruder erfährt, dass seine Ex-Verlobte einen schweren Unfall hatte, hält ihn nichts mehr am Lake Tahoe und so macht er sich auf, um zu Dianna ins Krankenhaus zu eilen. Doch das erste Wiedersehen nach so langer Zeit ist nicht unbedingt vielversprechend. Dianna hat sich zwar zu einer attraktiven selbstsicheren Frau gemausert, doch sie verhält sich so, als ob Sam sie damals schwer gekränkt hätte. Bevor es jedoch zu einer Aussprache kommen kann, bekommt Dianna eine Hiobsbotschaft mitgeteilt- April ist seit einem Telefonanruf auf Diannas Mailbox, in dem sie ankündigt, Dianna im Krankenhaus zu besuchen, unauffindbar.
Sam bietet sofort seine Hilfe bei der Suche nach April an. Beide ahnen jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass die junge Frau entführt wurde.

Während sich Dianna und Sam auf die Suche nach April begeben, müssen sie sich notgedrungen miteinander arrangieren- beide fühlen sich zwar immer noch zueinander hingezogen, doch ihre Probleme sind nicht so leicht zu lösen wie es scheint…

„Schatten der Vergangenheit“ ist bereits der zweite Teil der spannenden Reihe um eine Feuerwehrmannschaft, die rund um den Lake Tahoe für Sicherheit in Brandangelegenheiten sorgt. Diesmal steht Sam im Mittelpunkt der Story, dessen Bruder Connor, ebenfalls Feuerwehrmann, bei einem Einsatz, der sich in Band 1 der Serie „Gefährliche Begegnung“ abspielte, schwer verletzt wurde.

Sam ist ein recht interessanter Romanheld, der ganz nach dem Morro „Reden ist Silber, schweigen ist Gold“ stets alle Probleme in sich verschließt. Genau wie auch Dianna ist er ein Familienmensch, doch seine Kindheit war, da sich seine Eltern nicht verstanden, genauso unglücklich wie Diannas.

Beide sind sympathische Hauptfiguren in deren Seelenleben man sich als Leser sehr gut hineinversetzen kann, da die Autorin sich größte Mühe mit deren Charakterisierung gegeben hat und auch der sich erneut entwickelnden, zwischenmenschlichen Beziehung zwischen Held und Heldin viele Romanpassagen widmete.

Dabei geht sie meiner Meinung nach recht sensibel zu Werke - so werden auch die sich erneut entwickelnden tiefen Gefühle zwischen Dianna und Sam durchaus plausibel erklärt und man kann sich in diesem Roman auf viel Romantik und prickelnde Liebeszenen freuen. Schön fand ich dazu, dass sich beide Figuren im Laufe der Story weiterentwickeln und ihre gemeinsamen Gespräche auch dafür sorgen, dass sie sich nicht nur auf sexueller Ebene wieder begegnen.

Zwar kommt auch hier die Spannung nicht zu kurz, (die bis auf eine Szene jedoch nichts mit dem Alltag eines Feuerwehrmannes zu tun haben) doch den größten Raum nimmt im Gegensatz zu Band 1 die Liebesgeschichte der Protagonisten ein.

Der Showdown am Ende des Buches ist jedoch wieder höllisch spannend geraten, so dass ich den Roman erst zur Seite legen konnte, nachdem der letzte Satz gelesen war.
Lediglich den Bösewicht des Romans, fand ich persönlich ein wenig zu stereotyp und blass beschrieben.