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CynthiaM94

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.01.2024

Stimmiges Zeitbild

Deutsches Haus
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Ich bin ja tatsächlich erst durch die Serie auf das Buch aufmerksam geworden. Aber da mir diese gut gefallen hat, war ich sehr neugierig auf den zugrundeliegendenText. Und den fand ich sehr aufrührend, ...

Ich bin ja tatsächlich erst durch die Serie auf das Buch aufmerksam geworden. Aber da mir diese gut gefallen hat, war ich sehr neugierig auf den zugrundeliegendenText. Und den fand ich sehr aufrührend, stellenweise erschütternd, aber teils auch ein bisschen oberflächlich. Insgesamt gibt das Buch einen sehr stimmigen, überzeugenden Blick auf die damalige politische und gesellschaftliche Stimmung.

Zum Inhalt: Eva wächst behütet als jüngste Tochter der Wirtshausbesitzer Bruhn auf und steht kurz vor ihrer Verlobung mit Jürgen- einer guten Partie. Da erfährt sie, dass sie bei einem Gerichtsverfahren übersetzen soll. Und zwar im Prozess gegen die Verbrecher von Auschwitz. Und Eva hört dort von Gräueltaten, die sie nicht für undenkbar gehalten hat, sie lernt auch, dass ihr eigenes Schicksal damit verbunden ist.

Was mir gut gefallen hat war die Atmosphäre im Buch, nicht nur im Prozess selbst, sondern in der Gesellschaft rund um Eva. Selbst knappe 20 Jahre nach dem Krieg, sind dessen Schrecken und Auswirkungen immer noch im Hintergrund greifbar, trotzdem ist deutlich, dass sie die Gesellschaft im Umbrauch befindet. Anfangs wirkte Eva sehr blauäugig auf mich, aber im Verlauf der Geschichte wurde sie mir sympathischer.

Ihre Rolle im Buch ist interessant herausgearbeitet und spiegelt auch das Rollenbild der Frau in der Gesellschaft gut wider. Auch die Verstrickungen der Familie Bruhns werden auf behutsame Art eingeflochten und sorgen für eine Prise Familiendrama.

Ein bisschen hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass anfangs sehr viel Handlung angeteasert wurde, die letztendlich kaum Beachtung fand, wie z.B. der gesamte Handlungsstrang rund um Annegret, ihre unkonventionellen Beziehungen und die „Krise“ im Krankenhaus. Das fand ich sehr schade, weil ich das Gefühl hatte, damit wird das Buch den Themen nicht gerecht und war teilweise eher oberflächlich.

Insgesamt fand ich das Buch nicht schlecht und sehe sein Potential. Man hätte aber noch mehr rausholen können.

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Veröffentlicht am 22.12.2023

Wendungsreich, steht für mich aber im Schatten des Vorgängerbandes

Queen of Myth and Monsters
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"King of Battle and Blood" war für mich ein unerwartetes Highlight in diesem Jahr, ich hab die Story quasi inhaliert und habs so so geliebt. Entsprechend stark habe ich diesem zweiten Band entgegengefiebert. ...

"King of Battle and Blood" war für mich ein unerwartetes Highlight in diesem Jahr, ich hab die Story quasi inhaliert und habs so so geliebt. Entsprechend stark habe ich diesem zweiten Band entgegengefiebert. Ich muss vielleicht vorab erwähnen, dass ich davon ausgegangen bin es handele sich um eine Dilogie, weil bisher immer nur der zweite angeteasert wurde. Das Ende lässt aber darauf schließen, dass die Reihe noch lange nicht vorbei ist. Da mich dieser zweite Band aber storytechnisch nicht mehr so abgeholt hat, bin ich nicht sicher, ob ich die Reihe weiter verfolgen werde.

Zum Inhalt: Nachdem Isolde von ihrem eigenen Vater verraten wurde und gezwungen war, ihn zu töten , ist nichts mehr wie es einmal war. Von allen Seiten bedrohen mächtige Gegner nicht nur Adrians Regentschaft, sondern auch ihrer beider Leben. Und auch das Volk selbst stellt sich immer mehr gegen seinen König. Aber Isolde setzt alles daran, ihre ehemalige Heimat zu retten und ihre Liebe zu Adrian.

Der Titel des Buches ist hier wirklich Programm und ich hatte das Gefühl, dass sich dieser zweite Band noch stärker ins Fantasy-Genre vorgewagt hat, als der erste. Damit ist die Background-Story all dessen reichlich dünn. Monster und übernatürliche Bedrohungen erscheinen scheinbar ohne erkennbare Ursache und Isolde selbst verliert in diesem Band zunehmend ihren menschlichen Ursprung. Ich will hier nicht zu viel verraten, aber das ging mir alles zu schnell und unkompliziert über die Bühne und Isolde scheint das alles ganz easy wegzustecken, nachdem sie im ersten Band doch immer Skrupel vor dem Übernatürlichen hatte.

Die ganze Story ist ziemlich düster. Es gibt viel Brutalität, sexuelle Gewalt und Smut. Und sowohl Adrian als auch Isolde weiden sich daran. Das ist halt was, was man thematisch mögen muss. Mich hat dieser Wandel der Protagonistin einfach nicht so recht überzeugt und abgeholt.
Gegen Ende gibt es ein paar überraschende Wendungen und nicht jeder Verbündete steht tatsächlich zu seinem König. Verrat ist generell ein großes Thema in der Geschichte.

Knackpunkt für mich, warum mich die Story nicht mehr so abgeholt hat ist, dass mir die Intentionen vieler Charaktere einfach völlig schleierhaft sind. Sie ändern ihre Gefolgschaften und Glaubensgrundsätze scheinbar völlig willkürlich und ich weiß einfach nicht, wo die Geschichte hin will.

War für mich ok und stellenweise auch richtig spannend, aber hat mich nicht mehr so überzeugt wie Band 1.

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Veröffentlicht am 17.12.2023

Manche Geheimnisse ruhen Jahre, nur um dann ans Licht zu kommen

Twelve Secrets -
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„Twelve Secrets“ hat mich vom Klappentext her direkt angesprochen, ich liebe diese Kleinstadt-Krimis, in denen jeder etwas zu verbergen hat und dunkle Geheimnisse so lange unbemerkt brodeln, bis sie sich ...

„Twelve Secrets“ hat mich vom Klappentext her direkt angesprochen, ich liebe diese Kleinstadt-Krimis, in denen jeder etwas zu verbergen hat und dunkle Geheimnisse so lange unbemerkt brodeln, bis sie sich gewaltsam ans Licht kämpfen. Und genauso ein Buch ist das. Sehr verstrickt, thematisch düster und für mich sehr packend und kurzweilig erzählt.

Zum Inhalt: 20 Jahre ist es her, dass Bens Bruder Nick grausam ermordet wurde. Ein Trauma, das Ben nie ganz überwunden hat. Nun erschüttert wieder ein Mord die Medien und dieser scheint direkt mit Bens Familiengeschichte zusammenzuhängen und es tauchen neue Hinweise auf. Und während Ben versucht herauszufinden, was damals wirklich geschah, rücken diejenigen in Fokus, die ihm am nächsten stehen, denn scheinbar hütet jeder von ihnen dunkle Geheimnisse.

Die Geschichte ist aus vielen verschiedenen Perspektiven geschrieben und durch die relativ kurzen Kapitel gibt es immer wieder schnelle Wechsel in der Handlung. Mir gefällt das ganz gut, aber es war besonders zu Anfang nicht ganz leicht sich bei den vielen Namen orientieren, wie sie alle zusammenhängen. Wer mit sowas Schwierigkeiten hat, sollte hiervon vielleicht die Finger lassen. Ich hab ehrlich gesagt auch irgendwann aufgehört zu zählen, ob es jetzt tatsächlich zwölf Geheimnisse sind, denn was das angeht ist die Geschichte fast schon etwas überladen mit Enthüllungen.

Haddley wirkt eigentlich wie ein beschaulicher, ruhiger Ort, wo man seine Kinder großziehen will. Aber hinter verschlossenen Türen liegt viel Schmutz begraben und jeder der Charaktere hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Einige Geheimnisse sind dabei schlimmer als andere, bzw. haben mich stärker getroffen/berührt. Generell bleiben aber alle Figuren durch die schiere Fülle eher unnahbar und fremd. Selbst zu Ben konnte ich keine richtige Verbindung aufbauen, weil man das Gefühl hat ihn gar nicht erst richtig kennenzulernen. Er lebt rein durch den Fall.

Ich mochte die Verkettung von Ereignissen und was Bens Ermittlung alles lostritt. Das war erzählerisch spannend umgesetzt und gut geplottet, denn irgendwie passt letztendlich alles zusammen. Muss aber sagen, insgesamt wirkt die Geschichte durch die schiere Fülle an Geheimnissen und Schmutz nicht so richtig glaubhaft.

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Veröffentlicht am 20.11.2023

Wortgewaltiger Roman

Babel
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„Babel“ mutet von Umfang und Aufmachung her wie ein gewaltiger Epos an, eine Art dystopischer Historienroman (welche köstliches Oxymoron, das perfekt zum Buch passt) mit einem Hauch Fantasy. Und obwohl ...

„Babel“ mutet von Umfang und Aufmachung her wie ein gewaltiger Epos an, eine Art dystopischer Historienroman (welche köstliches Oxymoron, das perfekt zum Buch passt) mit einem Hauch Fantasy. Und obwohl das Thema sicherlich Stoff für noch mindestens einen weiteren Band hergegeben hätte, hat mich die Fülle an Informationen doch ein bisschen erschlagen.

Zum Inhalt: Oxford im 19. Jahrhundert. In der Universität ist das Institut für Sprachen und Übersetzungen nicht nur eine prestigeträchtigste Institution, mit ihrem Turm Babel steuern sie auch maßgeblich die Geschicke des Empires. Für den Waisenjungen Robin aus Kanton tun sich an diesem Ort unglaubliche Möglichkeiten auf. Doch er soll feststellen, dass all der Glanz und all die Macht einen Preis haben.

„Babel“ ist ein wort- und bildgewaltiges Buch über die Macht der Worte und Sprache, sowie deren Verstrickung mit Magie.
Das Setting in die Oxford und die historische Kulisse haben mir gut gefallen, genauso wie das Grundkonstrukt der Geschichte über ein Empire, das seinen Fortschritt auf dem Rücken der weniger privilegierten Nationen austrägt.

Stellenweise war es für meinen Geschmack etwas zäh und die Geschichte insgesamt sehr langwierig, was echt schade ist, weil die Idee unglaublich interessant ist und auch die politischen und wirtschaftlichen Verstrickungen auf realistische Art beunruhigend sind.

Fußtexte in Büchern sind für mich immer ne schwierige Geschichte, denn ich finde sie bremsen den Lesefluss aus. Auch nicht alle Infos waren in meinen Augen relevant, wodurch ich mir oft denke, wenn es nicht in den Haupttext gepasst hat, hätte man es auch streichen können.

Insgesamt für mich ein Werk, dass ein bisschen an seiner Umsetzung gescheitert ist und mich dadurch nicht so richtig packen konnte

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Veröffentlicht am 20.11.2023

Gothic Novel, die spannungstechnisch eher low war

Die stillen Gefährten
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Das Design von diesem Buch ist einfach große Klasse, zusammen mit dem unheimlich anmutenden Klappentext war das für mich genau das richtige für einen Halloween-Read. Vor allem die Idee mit den Stillen ...

Das Design von diesem Buch ist einfach große Klasse, zusammen mit dem unheimlich anmutenden Klappentext war das für mich genau das richtige für einen Halloween-Read. Vor allem die Idee mit den Stillen Gefährten hat mich total angesprochen und ich war super neugierig auf die Umsetzung. Leider für meinen Geschmack nicht so schaurig atmosphärisch wie erhofft und der Spannungsbogen war auch eher flach.

Zum Inhalt: Nach dem Tod ihres Mannes zieht sie die nun verwitwete, schwangere Elsie auf den Landsitz der Familie ihres Mannes zurück. Einerseits um sich dort in Ruhe auf die Geburt vorzubereiten und andererseits um dem Skandal in London zu entgehen, der sich um den unerwarteten Tod ihres Mannes rankt, der kürzlich noch sein Testament zu Elsies Gunsten geändert hatte. Vor Ort stellt sie fest, dass es eine verschlossene Dachkammer gibt und was Elsie freisetzt als sie diese öffnet, soll sie alle ins Unglück reißen.

Die Story beginnt quasi am Ende der Geschichte. Elsie findet sich in einer Anstalt wieder, eingesperrt, unter Beobachtung, verdächtig in einer Polizeiermittlung, die auf einen Prozess zusteuert. Dem einzigen Arzt, der noch an Elsies geistige Gesundheit glaubt, vertraut sie sich an und erzählt rückblickend ihre Geschichte. Ich muss gestehen, allein das nimmt einem Teil der Geschichte schon die Spannung, weil direkt klar wird, dass es für Elsie kein echtes Entkommen aus der Spukhaussituation gab. Zudem gibt es einen zweiten Handlungsstrang der circa. 200 Jahre vorher spielt und eng mit dem Auftauchen der Gefährten verknüpft ist. Der soll vermutlich vor Stimmung sorgen, aber ich fand ihn tatsächlich eher zäh und unspektakulär.

Die Handlung entfaltet sich eher gemächlich und im Verlauf der Handlung wird einiges an Geheimnissen rund um das Anwesen und seine Bewohner gelüftet. Allerdings ist nichts davon sonderlich prekär oder schaurig. Am ehesten hat mich noch die Enthüllung rund um Elsies eigene tragische Familiengeschichte überrascht.
Das sonderbare Auftauchen der Gefährten soll vermutlich für mystisch gruselige Stimmung sorgen, aber irgendwie hat mich diese Art von Spannungsmache einfach nicht erreicht. Die Figuren handeln zunehmend hysterisch und unkoordiniert, was Elsie letztlich in ihre missliche Lage bringt.

Ich hab den Horrorfaktor einfach nicht so richtig gespürt. Ein paar nette Ideen und Ansätze waren da und besonders das Ende ist dann noch mal ganz nett inszeniert.

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