Starker Einstieg, schwaches Ende
Der StichDie Grundidee für dieses Buch fand ich ausgesprochen reizvoll, und auch dass Winter neben dem Thema der Genmanipulation weitere Themen wie Flucht oder den Umgang der Menschheit mit der Umwelt allgemein ...
Die Grundidee für dieses Buch fand ich ausgesprochen reizvoll, und auch dass Winter neben dem Thema der Genmanipulation weitere Themen wie Flucht oder den Umgang der Menschheit mit der Umwelt allgemein aufnimmt, habe ich als Pluspunkt empfunden.
Die Geschichte startet vielversprechend, man ist von Anfang an mitten im Geschehen, und es passiert ziemlich viel. Gleich zu Beginn wird eine Reihe von Figuren eingeführt, und es wird auch schnell deutlich, wo unsere Sympathien und Antipathien liegen sollen. Die gelungene Beschreibung der real existierenden Schauplätze lässt diese vor dem inneren Auge lebendig werden. Wissenschaftliche Hintergrundinfos sind geschickt in die Handlung eingewoben und – so weit ich das als Laie beurteilen kann – gut recherchiert. In einem mitreißenden Erzählstil baut Winter zügig einen Spannungsbogen auf und hält diesen zunächst gekonnt, was bei mir anfänglich zu der Bereitschaft führte, das ein oder andere Klischee, mit dem die Geschichte aufwartet, wohlwollend in Kauf zu nehmen.
Leider verliert sich dieser Spannungsbogen im weiteren Verlauf zuerst in immer abstruseren Handlungssträngen und verpufft schließlich in einer beinahe banalen Auflösung und einem im Zeitraffer erzählten Ende. Meine hiervon verursachte Enttäuschung konnte auch das lesenswerte und informative Nachwort nicht mehr wettmachen, so dass es insgesamt nur für eine mittelmäßige Bewertung reicht.