Ein Kaffeemädchen mit Charme, Fleiß und einigen Überraschungen
Das KaffeemädchenEin weiteres Jahr steht im Hotel Adonis an, in dem die 17-jährige Eva mit ihren drei Freundinnen als Kaffeemädchen ausgebildet werden und damit den neuen Cafésalon in Schwung bringen soll. Trotz dem Spott ...
Ein weiteres Jahr steht im Hotel Adonis an, in dem die 17-jährige Eva mit ihren drei Freundinnen als Kaffeemädchen ausgebildet werden und damit den neuen Cafésalon in Schwung bringen soll. Trotz dem Spott und Argwohn einiger Mitarbeiter und der Leiterin mausert sie sich zu einem aufmerksamen, hilfsbereiten und freundlichen Mädchen mit schneller Auffassungsgabe.
Das merken auch die Hotelgäste und einige Adelige fordern speziell Eva an, die mit ihren Englischkenntnissen sowohl dem jährlich wiederkehrenden Lord Beauvais als auch einem amerikanischen Gast samt Tochter behilflich sein kann. Auch dem Neffen der Hotelbesitzerin und künftigen Erben Ludwig Karch fällt Eva positiv ins Auge, doch durch zahlreiche Missverständnisse, Lügen und Eifersucht ist sowohl Evas Arbeit als auch die Unterstützung ihrer Familie nicht mehr sicher.
Im ersten Teil hab ich Eva noch für zu sanft, anständig und tadellos gehalten, doch in diesem Teil empfand ich ihre Art gar nicht mehr so störend. Denn trotz armen Elternhauses mit vielen Geschwistern musste sie recht früh erwachsen und gehorsam sein, damit die Familie überlebt und über die Runden kommt. Das kommt ihr nun zugute und ich bin dieses Mal durch die Seiten geflogen, weil es trotz der zeitweise etwas gewöhnungsbedürftigen Sprache und Ausdrucksweise, die dem Ort und dort vorherrschenden Dialekt aber auch der Zeit angepasst ist, sehr ereignisreich und unterhaltsam verläuft.
Besonders die Zeit mit dem englischen Lord und den amerikanischen Gästen fand ich herrlich und ich hab mich köstlich amüsiert, wie Lord Beauvais Eva aus der Reserve lockt, weil er ihr Potential erkennt und spürt, was im Hotel vor sich geht. Er ist einer meiner Lieblingscharaktere. Gleichzeitig hat man noch viel mehr Blick hinter die Fassade der unscheinbaren grauen Maus, die einfach so ist wie sie ist – herzlich, zuvorkommend, fleißig und rücksichtsvoll.
So gibt es Sympathieträger ebenso wie nervtötende, arrogante Persönlichkeiten, die aber alle mit ihrer Art zu guter und wendungsreicher Unterhaltung beitragen und so manche Überraschung parat haben.
Ich hab dieses Buch wirklich gern gelesen, wieder ein Jahr im Hotelwesen in dem berühmten Kurort, dessen Umgebung und damalige Abläufe mit Kurbädern und Trinkkuren neben dem Hotelgeschehen interessant eingearbeitet werden.