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Veröffentlicht am 29.12.2023

Fesselnd und vielseitig, ein Thriller mit Tiefgang

Die Strafe
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In ihrem dritten gemeinsamen Falle haben es Franka Erdmann und Alpay Eloğlu vom LKA Hamburg mit mehreren Toten zu tun, die im Feuer umgekommen sind. Die Ermittler entdecken eine Spur, die auf einen Zusammenhang ...

In ihrem dritten gemeinsamen Falle haben es Franka Erdmann und Alpay Eloğlu vom LKA Hamburg mit mehreren Toten zu tun, die im Feuer umgekommen sind. Die Ermittler entdecken eine Spur, die auf einen Zusammenhang zwischen den Fällen deutet und eine beunruhigende Schlussfolgerung erlaubt.

Für mich ist 'Die Strafe' das erste Buch, das ich aus der Reihe gelesen habe und ich hatte keine Verständnis- oder Eingewöhnungsschwierigkeiten. Die glaubwürdige Figurenzeichnung der Protagonisten und kurze Rückblicke in die Vergangenheit haben mir den Einstieg in die Reihe leicht gemacht. Auch alle anderen Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, erscheinen authentisch und berühren, sogar die Beweggründe des Täters aufgrund seiner Erfahrungen kann ich nachvollziehen.

Hubertus Borck ist ein erfahrener Autor, er schreibt lebendig und bildhaft, die Geschichte ist kurzweilig, fesselnd, spannend und wendungsreich. In den Dialogen zwischen Franka und Alpay blitzt Humor auf und Hamburger Lokalkolorit wird atmosphärisch vermittelt. Erdmann und Eloğlu sind sympathische, äußerst engagierte Ermittler, denen ihr aktueller Fall keine Ruhe lässt, besonders die erfahrene Franka überzeugt durch ihre Kombinationsstärke, aber auch die Ermittlungsarbeit des Teams wird realistisch beschrieben.

Gekonnt verknüpft der Autor die Krimihandlung mit dem aktuellen gesellschaftlichen Thema der Klimaaktivisten und deren Aktionen, ohne die Mordermittlung aus dem Fokus zu verlieren. So gelingt Hubertus Borck ein überzeugender, vielseitiger Thriller mit Tiefgang, der mich bestens unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 10.12.2023

Überzeugender vierter Band um den Donnerstagsmordclub

Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt (Die Mordclub-Serie 4)
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Obwohl sie sich ein Jahr ohne Morde zu Weihnachten gewünscht hatten, müssen die vier Freunde aus der Seniorenresidenz Coopers Chase erneut ermitteln und wieder wird es sehr persönlich für den Donnerstagsmordclub, ...

Obwohl sie sich ein Jahr ohne Morde zu Weihnachten gewünscht hatten, müssen die vier Freunde aus der Seniorenresidenz Coopers Chase erneut ermitteln und wieder wird es sehr persönlich für den Donnerstagsmordclub, denn das Mordopfer war ein alter Freund von Stephen, Elizabeths Ehemann.
Gewohnt mutig, einfallsreich und ohne Berührungsängste gehen Elizabeth, Joyce, Ron und Ibrahim den komplexen Fall um eine verschwundene Heroinlieferung und mit vielen Verdächtigen an, wieder unterstützt von Donna, Chris und Bogdan, die inzwischen auch zu guten Freunden geworden sind und einfach dazu gehören.

Erzählt wird aus zahlreichen Perspektiven und Richard Osman gibt seinen Figuren Tiefe, sie sind nahbar. Menschliches Miteinander und Beziehungen zueinander spielen in diesem Band eine große Rolle und der Autor schreibt über Demenz, Loslassen, Liebe, Einsamkeit und Trauer sehr einfühlsam und tiefgründig und hat mich durchaus berührt.
Das Buch bietet natürlich auch wieder viel Situationskomik, skurrile Dialoge mit Wortwitz, trockenen Humor und britischen Charme (Kompliment an die hervorragende Übersetzerin Sabine Roth) und ich habe mich besonders darüber amüsiert, wie sehr Joyce von Elizabeth gelernt hat, sie wächst fast über sich hinaus und unterhält auch diesmal wieder mit ihren köstlichen Tagebucheinträgen.

Ich empfehle Neueinsteigern in die Serie unbedingt, auch den ersten Band zu lesen, da der Autor leider darauf verzichtet, noch einmal auf die Hintergründe der Protagonisten einzugehen. Mit dem Wissen aus dem ersten 'Donnerstagsmordclub' macht das Buch meiner Meinung nach noch mehr Spaß. Das Cover passt zu den Vorgängerbänden und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Mir hat der vierte Band um den Donnerstagsmordclub sehr gut gefallen und ich empfehle ihn gern nicht nur Lesern von Cosy Crime.

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Veröffentlicht am 24.11.2023

Hoffnung nach dem Klimakollaps

In einem Land nach unserer Zeit 1: Die Erwachte
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'In einem Land nach unserer Zeit' ist ein Spin-off von Anette Schaumlöffels SciFi-Romans 'Eine zweite Chance', der mir auch ausgesprochen gut gefallen hat.
Im vorliegenden ersten Band 'Die Erwachte' sind ...

'In einem Land nach unserer Zeit' ist ein Spin-off von Anette Schaumlöffels SciFi-Romans 'Eine zweite Chance', der mir auch ausgesprochen gut gefallen hat.
Im vorliegenden ersten Band 'Die Erwachte' sind 500 Jahre vergangen, seit die menschengemachte Eiszeit das Leben auf der Erde fast ausgelöscht hat. Eine Katze, die in eine verborgene Station gelangt ist, weckt eine Frau aus dem Kälteschlaf. Praktisch ohne Erinnerungen an ihr Leben oder den Grund, aus dem sie in der Station ist, hilft ihr die perfekte Technikausstattung genau so wie die kleine Katze, mit der Situation zurecht zu kommen.

Erzählt wird aus Reginas Perspektive, so bin ich ihren Gefühlen und Gedanken ganz nah, weiß aber auch nicht mehr, als sie selber herausfindet und allmählich erinnert. Dadurch fand ich die Geschichte sehr spannend. Anette Schaumlöffel gelingt es, Regina als Figur authentisch darzustellen, ihre anfängliche Verwirrung, das Staunen über den vorher nie gekannten lebendigen Wald, wie auch ihre Entwicklung im Lauf der Geschichte sind glaubwürdig. Auch andere Charaktere werden durch ihre Eigenarten lebendig, selbst wenn sie nur einen kurzen Auftritt haben.
Wie der Klimakollaps aussah, sowohl wissenschaftlich als auch gesellschaftlich, wird leicht verständlich dargestellt, alles basiert auf unserem heutigen Status quo und beschreibt eine mögliche Zukunft. Auch bei der technischen Ausstattung der Station beweist Anette Schaumlöffel ihren Einfallsreichtum und mit Katzen kennt sie sich ebenfalls aus, Alice und ihr Verhalten haben mir viel Spaß gemacht.
Anette Schaumlöffels Schreibstil ist klar, lebendig und humorvoll, ich lese ihre Hoffnung vermittelnden Geschichten immer mit Vergnügen und freue mich auf den zweiten Band 'Die Reisende', zu dem es am Ende des Buchs eine kurze Leseprobe gibt.

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Veröffentlicht am 19.11.2023

Durchgehend spannender Krimi um skrupellose Verbrechen in einer Hochhaussiedlung

Kant und das Leben nach dem Tod
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Der Fund von Leichenteilen führt Hauptkommissar Kant in die Hochhaussiedlung Hasenbergl am Rande Münchens. Das Alter des Toten, die Anonymität der Wohnsiedlung, fehlende soziale Kontakte des Opfers und ...

Der Fund von Leichenteilen führt Hauptkommissar Kant in die Hochhaussiedlung Hasenbergl am Rande Münchens. Das Alter des Toten, die Anonymität der Wohnsiedlung, fehlende soziale Kontakte des Opfers und die zu Tage tretende Gleichgültigkeit der Umgebung führen zu mühsamen Ermittlungen und vermitteln eine düstere, trostlose Stimmung, die auch Kant und seinem Team zu schaffen macht und die ebenfalls im passenden Cover Ausdruck findet.
Erzählt wird nicht nur aus den Perspektiven der Ermittler, sondern auch aus Antonias Sicht. Die junge Frau ist bei ihrem Großvater in der Hochhaussiedlung untergekommen, nachdem sie jahrelang in Portugal gelebt hat und nun in München einen Neuanfang wagen will.
Protagonisten wie auch Nebencharaktere sind glaubwürdig gezeichnet und treten authentisch auf. Wie im richtigen Leben gibt es merkwürdige Figuren, die nicht leicht einzuordnen sind, aber werden sie dadurch auch zu Verdächtigen? Als Leser kann ich mit rätseln und eigene Mutmaßungen anstellen, da ich durch Antonias Erzählstrang mehr weiß als die Ermittler.

Ich kenne die ersten beiden Bände um Kommissar Kant und freue mich, über Entwicklungen im Privatleben der Ermittler zu lesen, aber auch Neueinsteiger in die Serie werden keine Verständnisschwierigkeiten haben, da Wichtiges rückblickend kurz erwähnt wird.

Marcel Häußlers Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, er schreibt auf den Punkt, kein Wort ist da zu viel, feiner Humor und treffsichere Beobachtungen vermitteln Lokalkolorit und Stimmung und ziehen mich von der ersten Seite an in die Geschichte hinein, die in einem spannenden Showdown gipfelt.
Es macht einerseits Spaß, die realistisch beschriebene Ermittlungsarbeit zu verfolgen und es ist andererseits bedrückend festzustellen, wie leicht die Lebenssituation eines Opfers es Menschen mit genug krimineller Energie und Skrupellosigkeit macht, ihr Vorhaben umzusetzen.

'Kant und das Leben nach dem Tod' ist durchgehend spannend und hat mich sehr gut unterhalten. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Band.

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Veröffentlicht am 25.10.2023

Spannender Auftaktband eines Science Fiction-Mehrteilers um Künstliche Intelligenz und die Grenzen, die der Mensch ihr setzen kann

Findungstag (Evergreen Ray Band1)
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Die 18jährige Evergreen Ray lebt in Wien, eine Stadt, die am Ende unseres Jahrhunderts sehr grün, modern und menschenfreundlich erscheint, umkonfiguriert durch die zuständige Concordia-KI. Es gibt kleine ...

Die 18jährige Evergreen Ray lebt in Wien, eine Stadt, die am Ende unseres Jahrhunderts sehr grün, modern und menschenfreundlich erscheint, umkonfiguriert durch die zuständige Concordia-KI. Es gibt kleine Wälder in der Stadt, alles Notwendige ist innerhalb von Minuten erreichbar, jede Wohneinheit verfügt über persönliche KI-Roboter, die das Leben leichter machen. Die Menschen werden permanent von Concordia versorgt und überwacht und fast alle sind zufrieden.

Eve will Musikerin werden, aber die Pläne der KI sehen am 'Findungstag' eine ganz andere berufliche Zukunft für die junge Frau vor. Eve ist schockiert und entzieht sich, sie nimmt eine andere Identität an und ich lerne sie als Anna Berger kennen. Annas Tagesablauf ist nicht unbeschwert, denn sie achtet darauf, jederzeit 'unter dem Radar' der Überwachung zu bleiben. Da sie aus der Ich-Perspektive erzählt, teile ich ihre Gedanken und Gefühle und fühle mich ihr schnell sehr nah. Evergreen ist selbstironisch, dadurch gibt es auch humorvolle Momente, obwohl sie mit schwerwiegenden Problemen konfrontiert ist. Erst rückblickend erzählt sie von ihrem Findungstag, der für sie das Ende ihres bisherigen Lebens bedeutete. Eve ist einfallsreich, entscheidungsfreudig und mutig und es macht Spaß, mit ihr im faszinierenden Wien einer möglichen Zukunft unterwegs zu sein.

Je mehr über die technische Möglichkeiten erzählt wird, desto spannender wird die Geschichte. Denn nicht nur Eve ist in Gefahr, sondern vielleicht die ganze Menschheit.
Caroline Hofstätters Schreibstil ist angenehm zu lesen, lebendig und bildhaft, alle ihre Figuren sind authentisch und selbst die verschiedenen KIs erscheinen glaubhaft. Gekonnt bindet die Autorin vielfältige technologische Innovationen im Wien des Jahres 2095 in die spannende Geschichte ein, die ausgehend von heutigen Stand der Technik durchaus vorstellbar sind.
Der Roman um Evergreen Ray und die Frage nach der Beherrschbarkeit von hochentwickelter KI ist packend und überzeugend und hat mich bestens unterhalten. Ich freue mich auf den zweiten Band.

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