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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2024

Aneinandergereihte Begebenheiten

Der Lärm des Lebens
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Jörg Hartmann gibt Einblick in sein Leben. Er erzählt ausführlich von seiner Beziehung zu seinen Eltern, von der Demenz des Vaters und der Stärke der Mutter und von seinen Anfängen als Schauspieler.

Ich ...

Jörg Hartmann gibt Einblick in sein Leben. Er erzählt ausführlich von seiner Beziehung zu seinen Eltern, von der Demenz des Vaters und der Stärke der Mutter und von seinen Anfängen als Schauspieler.

Ich muss gestehen, der Name sagte mir nichts, ich lese aber prinzipiell sehr gerne Biographien, egal ob von Berühmtheiten oder Unbekannten. Ich mag einfach Geschichten mit realem Bezug - so hat mich auch diese, besonders als Wahl-Ruhrpottlerin, interessiert und vom Dortmund-Tatort wusste ich immerhin, dass es ihn gibt.

Der Erzählstil ist sehr unterhaltsam, die Andekdoten sind oft sehr witzig, besonders wenn sie von irgendwelchen Vorsprechen handeln. Der Ton wird aber auch ernst, wenn es um den Zustand des Vaters geht oder wehmütig bei der Erinnerung an die Kindheit und Jugend. Hartmann springt zwischen den Zeiten hin und her und auch zwischen den Themen. Mal geht es um seinen Weg als Schauspieler, dann um die Familie. Während des Lesens beschleicht mich das Gefühl, dass Begebenheiten fast schon wahllos aneinander gereiht sind und der rote Faden immer wieder droht verlorenzugehen.

"Der Lärm des Lebens" erzählt viel Privates und lässt auch vieles aus - zum Glück, denn ich mag es nicht, wenn jemand zu viel von sich preisgibt, um sich positiv zu präsentieren. Jörg Hartmann findet eine angenehme Mischung und vermittelt den Eindruck, dass er ein sympathischer Mensch ist.

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Veröffentlicht am 22.02.2024

Etwas dünn

Brotzeit geht immer!
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Das Buch enthält Rezepte für Brot und hauptsächlich Brotaufstriche. Alles klingt sehr lecker. Für die Paprika-Feta-Crème und dem Kräuterquark kann ich bestätigen, dass sie auch super schmecken und schnell ...

Das Buch enthält Rezepte für Brot und hauptsächlich Brotaufstriche. Alles klingt sehr lecker. Für die Paprika-Feta-Crème und dem Kräuterquark kann ich bestätigen, dass sie auch super schmecken und schnell und leicht zu machen sind. Weitere Rezepte werde ich ausprobieren. Allerdings muss ich gestehen, dass ich mir insgesamt etwas mehr erwartet hatte. Vielleicht bin ich als Bayerin von falschen Voraussetzungen ausgegangen, versteht man bei uns doch unter einer Brotzeit nicht einfach nur belegete Brote. Mit 68 Seiten ist das Büchlein auch recht dünn.

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Veröffentlicht am 23.01.2024

Bemüht komischer Erzählstil

Wie Sisi sich verwirrte
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Die Ex-Journalistin Sisi Obermaier ist 50 und auf der Suche nach einem neuen Lebensinhalt. Ehe sie es sich versieht, steckt sie mitten in einer tiefen Midlife-Crisis.

Sisi ist durchwegs sympathisch dargestellt ...

Die Ex-Journalistin Sisi Obermaier ist 50 und auf der Suche nach einem neuen Lebensinhalt. Ehe sie es sich versieht, steckt sie mitten in einer tiefen Midlife-Crisis.

Sisi ist durchwegs sympathisch dargestellt und hat bis auf den Namen und den Herkunftsort wenig mit der österreichischen Kaiserin gemeinsam.

Die Geschichte ist in einem amüsanten Ton gehalten und macht auch durchaus Spaß. Allerdings ist der Erzählstil für meinen Geschmack dann an mancher Stelle doch zu bemüht komisch. Die Begebenheiten erschienen mir oft an den Haaren herbeigezogen. Während des Lesens hat mich das eher verwirrt, bei genauerem Reflektieren passen der Erzählstil und die eher unrealistischen Erlebnisse Sisis aber hervorragend zusammen.

Trotzdem konnte mich "Wie Sisi sich verwirrte" nicht überzeugen. Wer sich aber für den Schreibstil und die skurrilen Geschichten begeistern kann, wird bestens unterhalten.

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Veröffentlicht am 05.01.2024

Ruhe und Beschaulichkeit

Die Bibliothek der verlorenen Geschichten
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In "Malinverno oder Die Bibliothek der verlorenen Geschichten" erzählt Domenico Dara von Astolfo Malinverno, dem Bibliothekar und Friedhofswärter eines fiktiven Dorfes in Kalabrien.

Das Buch lässt mich ...

In "Malinverno oder Die Bibliothek der verlorenen Geschichten" erzählt Domenico Dara von Astolfo Malinverno, dem Bibliothekar und Friedhofswärter eines fiktiven Dorfes in Kalabrien.

Das Buch lässt mich etwas ratlos zurück, zwiegespalten, ob ich es mochte oder nicht. Einerseits verbreitet es eine große Ruhe und Beschaulichkeit, ist tiefgründig und anspruchsvoll und sehr poetisch geschrieben. Andererseits empfinde ich es aber an mancher Stelle sehr langatmig und lässt mich die Ruhe und Beschaulichkeit als langweilig empfinden. Dadurch ist es mir sehr schwer gefallen, reinzukommen. Vielleicht fehlte mir auch einfach die nötige Ruhe, mich darauf einzulassen und die schönen Worte zu genießen.

Veröffentlicht am 07.11.2023

Etwas zu bemüht

Vom Himmel die Sterne
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Sallie Kincaid ist die Tochter von Duke, dem mächtigsten Mann einer Kleinstadt in Virginia, und wird von ihm liebevoll Frechdachs genannt. Als ihr kleiner Halbbruder ihr nacheifert und dabei einen Unfall ...

Sallie Kincaid ist die Tochter von Duke, dem mächtigsten Mann einer Kleinstadt in Virginia, und wird von ihm liebevoll Frechdachs genannt. Als ihr kleiner Halbbruder ihr nacheifert und dabei einen Unfall erleidet, muss sie die Familie verlassen. Sie kehrt erst nach dem Tod ihrer Stiefmutter zurück und versucht, ihren Vater davon zu überzeugen, dass auch sie einen Platz in der Familie verdient hat. Doch dann stirbt er und Sallie muss erneut um ihren Status kämpfen.

Nachdem es mir auf den ersten Seiten etwas schwerfiel, in die Geschichte reinzukommen, fühlte ich mich dann aber doch sehr schnell mitten ins Virginia des frühen 20. Jahrhunderts und Sallies Leben versetzt. Einerseits gelingt es Jeannette Walls, die Lebensumstände der damaligen Zeit grundsätzlich überzeugend darzustellen. Andererseits fehlt mir aber trotzdem die Glaubwürdigkeit der Familiengeschichte der Kincaids und die Authentizität der Figuren.

"Vom Himmel die Sterne" ist mein erster Roman der Autorin. Er reiht sich - etwas zu bemüht - in eine Vielzahl von Romanen über starke Frauen ein und bleibt dabei eher unauffällig.

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