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Veröffentlicht am 27.01.2024

Vorlesespaß für ganz kleine Osterküken

Meine liebsten Ostergeschichten
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"Meine liebsten Ostergeschichten" ist ein liebevoll illustriertes kleines Pappbilderbuch, das schon die Allerkleinsten in die zauberhafte und geheimnisvolle Welt des Osterhasen entführt. Das Büchlein ist ...

"Meine liebsten Ostergeschichten" ist ein liebevoll illustriertes kleines Pappbilderbuch, das schon die Allerkleinsten in die zauberhafte und geheimnisvolle Welt des Osterhasen entführt. Das Büchlein ist handlich, lässt sich auch von kleinen Kinderhänden gut halten und auch die Seiten sind von einer angenehmen Stärke, sodass das neugierige Umblättern wirklich kinderleicht ist.

In zehn kleinen Geschichten, mal gereimt, mal charmant erzählt, erfahren Jungen und Mädchen ab 18 Monaten, welche Bräuche und Rituale es rund um das Osterfest gibt. Dekorieren, Eier bemalen, Eier verstecken, Backen und ganz viel Zeit mit der Familie wecken in eingängigen Reimen,warmherzigen Worten und sehr lebhaften Illustrationen die Vorfreude auf das Osterfest und bringen spielerisch das Thema Ostern in den Kinderzimmeralltag.


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Veröffentlicht am 23.01.2024

Intensive Lektüre - mal mystisch, mal befremdlich

Der Aschenmensch von Buchenwald
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Es ist ein Tag wie jeder andere und doch ist er ganz anders. Aber was ist schon alltäglich, wenn ein Dachdecker das Dach des Krematoriums im ehemaligen KZ Buchenwald erneuert. Mit einer fast schon stoischen ...

Es ist ein Tag wie jeder andere und doch ist er ganz anders. Aber was ist schon alltäglich, wenn ein Dachdecker das Dach des Krematoriums im ehemaligen KZ Buchenwald erneuert. Mit einer fast schon stoischen Gelassenheit verrichtet er sein Tagwerk und stößt dabei auf einen ungewöhnlichen Fund. Es sind Urnengefäße, die die Asche von mehr als siebenhundert Menschen beinhalten, die in den Mauern des KZ umgekommen sind. Eine würdevolle Bestattung soll den Toten ermöglicht werden, um mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Ende der Schreckensherrschaft der Nazis ihnen ein Stück ihrer Menschlichkeit wieder zurückzugeben. Doch es geschehen seltsame Dinge am und um den Ettersberg...

Ivan Ivanji kennt Buchenwald aus der Sicht eines Häftlings und ist einer der wenigen, die das Martyrium überlebt haben. Seine eigenen Erlebnisse , Gedanken und Narben verwebt er mit einer mystisch- poetischen Geschichte, die den vielen Namenlosen eine Stimme gibt. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob es Poesie in Verbindung mit den Gräueltaten geben kann, die der braune Sumpf verübt hat ? Die Antwort findet sich in diesem Buch, denn Ivanji hat eine bewundernswerte Gabe, mit dem Blick zurück nicht verbittert und hasserfüllt zu schreiben, sondern ein außergewöhnliches Werk zu erschaffen, das sprachlich abstrakte Gedanken, intensive Gefühle und surreale Bilder beschreibt.

Aus der Asche der Toten formt sich eine mystische Wolke, die den Namenlosen eine Stimme gibt, damit sie ihre Geschichten erzählen können. Aus der zunächst formlosen Materie wird eine Art Seele, die ergreifende Geschichten und Schicksale erzählt zugänglich macht. Der Geruch der Asche, die lautlos zu Boden fällt, dringt durch die Seiten und eine fast schon unheimlich Stille macht sich breit, wenn sich die Gedanken ihren Weg zu den Leser:innen suchen.

Manchmal ist der Schreibstil aber eher befremdlich, wirkt sperrig und bremst ein wenig den Lesefluss aus. Es ist, als würde eine letzte Hürde verhindern, dass die Schrecken der Vergangenheit eine imaginäre Linie überschreiten .

Eine intensive Lektüre gegen das Vergessen.

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Veröffentlicht am 16.01.2024

„Die Zukunft gehört denen, die an die Wahrhaftigkeit ihrer Träume glauben.“ (Eleanor Roosevelt)

Mauerträume
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Irgendwie sind die Dienstagsbesuche von Tante Gundula eine lästige Pflicht für alle. Doch das ändert sich, als Anni am Grenzübergang Tränenpalast ihr heißgeliebtes Notizbuch verliert. Aus der Suche nach ...

Irgendwie sind die Dienstagsbesuche von Tante Gundula eine lästige Pflicht für alle. Doch das ändert sich, als Anni am Grenzübergang Tränenpalast ihr heißgeliebtes Notizbuch verliert. Aus der Suche nach dem Notizbuch entwickelt sich nämlich etwas ganz Großes, von dem Anni gar nicht wusste, dass es in ihr geschlummert hat. Auch Annis Schwester Paula hat große Träume, aber die Stasi hat andere Pläne mit ihr. Wird es beiden jungen Frauen gelingen, ihre Träume in einem Staat zu verwirklichen, der seine Bürger:innen zu einem Leben hinter Mauern zwingt ?


Kati Stephan macht deutsch-deutsche Geschichte erlebbar für eine Generation, die komplett ohne Teilung durch die Mauer, Stacheldraht und Grenze aufgewachsen ist. Auch wenn das Sinnbild der Teilung, die Mauer, schon seit mehr als 30 Jahren verschwunden ist, sitzen manchen Mauern noch sehr fest in den Köpfen und genau gegen die geht Stephan mit ihrem Buch vor.

Sie zeigt ein sehr lebendiges Bild vom Leben in einem Staat, der seine Bürger:innen knechtet, sie klein hält und ihnen vorgaukelt, dass alles schön und gut ist, wie sich das die Einheitspartei vorgestellt hat. Zum Glück können die Mitarbeitenden der Stasi weder Gedanken noch Träume ihre Zwangsjacke anziehen und so formen sich nach und nach Wünsche von einem besseren Leben, auch ausserhalb des einengenden Korsetts.

Auch wenn die Charaktere sehr glaubhaft und lebensnah gestaltet sind, können sie manchmal nicht ganz so überzeugen. Mitunter wirkt es, als würden sie mit angezogener Handbremse durch ihre eigene Lebensgeschichte laufen, aus Angst, von der Stasi entdeckt zu werden. Dabei sind es gerade Anni und Paula, die als Hauptfiguren dem Roman eine Stütze sein sollen. Manchmal gelingt es der Scheiben nicht ganz, ihre Gefühls- & Gedankenwelt zugänglich zu machen und die Leser:innen in ihre Schuhe schlüpfen zu lassen.

Das Leben in der DDR mit ihren Nachteilen, aber auch den guten Seiten wird mit allen Höhen und Tiefen skizziert und so erhalten gerade die Generationen, die nach 1989 geboren sind, einen Einblick in die jüngste Zeitgeschichte. Große Träume, geheime Wünsche, fiese Intrigen und das Anziehen der Daumenschrauben finden ebenso einen Platz im Buch wie die Tatsache, dass familiäre Bande am Ende doch zusammenhalten und durch nichts zu erschüttern sind.

Gut zu lesen, gut recherchiert und daher gute 4 Sternchen

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Veröffentlicht am 06.01.2024

Kultour für Wohnmobilist:innnen

Kultur-Camping mit dem Wohnmobil. Bayerische Alpen
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Gipfelglück, Höhenflüge, kulinarische Erlebnisse und immer wieder atemberaubende Naturkulissen - wohl kaum ein Bundesland hat an faszinierenden Eindrücken so viel zu bieten wie Bayern. Ulrich Frantz verfasst ...

Gipfelglück, Höhenflüge, kulinarische Erlebnisse und immer wieder atemberaubende Naturkulissen - wohl kaum ein Bundesland hat an faszinierenden Eindrücken so viel zu bieten wie Bayern. Ulrich Frantz verfasst mit "Kultur-Camping" einen ganz besonderen Reiseführer, der speziell auf die Bedürfnisse und Vorlieben von Wohnmobilist:innen angepasst ist.

Neben ausgewählten Stellplatzempfehlungen, die in einer groben Übersichtskarte leicht zu finden sind, gibt Fratz auch Tipps für kleine und größere Abstecher, die bequem von den Stellplätzen mit dem öffentlichen Nahverkehr, E-Bike oder zu Fuß erreicht werden können. So wird aus der Reise entlang der Bayerischen Alpen schnell eine Kultour, die Schlösserromantik mit gelebter Tradition verbindet und das ein oder andere Highlight bereit hält, das eben nur dann zu finden ist, wenn sich die Urlaubenden ganz auf die Region und ihre Bewohner:innen einlassen.

Auch geht der Autor darauf ein, dass sanfter Tourismus das Zauberwort für eine nachhaltige Urlaubsreise ist, um auch nachfolgenden Generationen die Schönheit von Allgäu, Bodensee, Ammergauer Alpen,Tölzer Land oder Chiemsee zu erhalten. Echte Höhenflüge sind am Tegelberg möglich, wenn nach wenigen Schritten der Paraglidingschirm abhebt und im Tandem das Betrachten aus der Vogelperspektive ermöglicht. Ein Himmel voller Geigen in Mittenwald, ein Dorf mit mehr als 200 Bankerl, die zum Rasten einladen oder die Faszination vom Weißen Gold in Bad Reichenhall - die Ausflugstipps sind vielfältig, einfallsreich und schön zusammengestellt.

Ein Camping-Reiseführer mit Erlebnisgarantie, tollen Einblicken und inspirierenden Anregungen.

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Veröffentlicht am 06.01.2024

Von der Idee zum Klassiker

Yachtdesign
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Hinter einer Erfolgsgeschichte steckt eine Idee - geboren aus den Träumen eines kreativen Kopfes, nimmt sie zunächst als kleine Skizze Formen an, um dann nach und nach zu etwas Großen zu werden, das in ...

Hinter einer Erfolgsgeschichte steckt eine Idee - geboren aus den Träumen eines kreativen Kopfes, nimmt sie zunächst als kleine Skizze Formen an, um dann nach und nach zu etwas Großen zu werden, das in Form und Aussehen einem echten Meisterwerk gleicht. Was heute mittels Digitalisierung und ausgefeilter Computertechnik mitunter wie von Geisterhand und als 3D-Modell entsteht, brauchte einst Vorstellungsvermögen, Kurvenlineal, Tinte und Feder, um formschöne Yachten zunächst auf dem Papier zu kreieren, um sie dann mit handwerklichem Geschick zu bauen.

Lasse Joahnnsen erzählt ins einem Buch die Geschichte und Geschichten des Yachtsports, porträtiert herausragende Konstrukteure und Designer, die mit ihrem Entwürfen maßgeblichen Einfluss auf das Yachtdesign genommen haben und ermöglicht einen Blicke hinter die geschäftigen Kulissen.

Eine gelungene Zusammensetzung aus fachlichen Einsichten, handschriftlichen Aufzeichnungen und Skizzen und geschichtlichem Exkurs, die die Entwicklung des Yachtsports genauer unter die Lupe nimmt, ohne zu sehr im Fachjargon zu schwelgen. So können auch Einsteiger:innen und Laien auf diesem Gebiet das Buch mit Genuss lesen und die eindrucksvollen Fotos betrachten, ohne das Gefühl zu haben, in einem rein fachlichen Exposé gefangen zu sein.

Die Mischung macht's und Lasse Johannsen beweist ein glückliches Händchen dafür, um die Welt der schönen Linien, exzellentes Yachtdesign und Segelgeschichte gekonnt miteinander zu verbinden.

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