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Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein schönes Jugendbuch

All die schönen Dinge
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Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Oetinger (22. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3789103711
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 – 16 Jahre
Preis: 14,99€
auch als E-Book erhältlich

Ein ...

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: Oetinger (22. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3789103711
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 – 16 Jahre
Preis: 14,99€
auch als E-Book erhältlich

Ein schönes Jugendbuch

Inhalt:

Tammie war zehn Jahre alt, als die Ärzte ein Aneurysma in ihrem Kopf gefunden haben. Es kann jederzeit platzen – oder auch nicht. Eine tickende Zeitbombe. Seit der Diagnose dreht sich Tammies Leben und das ihrer Familie praktisch nur noch um diese potentiell tödliche Krankheit. Tammie treibt sich gerne auf dem Friedhof herum, wo sie nach dem ultimativen Spruch für ihr eigenes Grab sucht. Dabei lernt die inzwischen Sechzehnjährige Fynn kennen, der auf dem Friedhof jobbt. Als sie sich in ihn verliebt, muss die Liste der verbotenen Dinge, noch einmal überdacht werden, denn da stehen auch solche schönen Dinge wie starke Emotionen oder Sex drauf …

Meine Meinung:
„All die schönen Dinge“ ist der Debütroman von Ruth Olshan und überaus gelungen. Er lässt sich locker lesen, die Dialoge sind spritzig und zum Teil witzig – trotz dieses ernsten Themas.

Die Protagonisten sind (fast) alle supersympathisch. Man fühlt sich von Anfang an mit Tammie verbunden und möchte mehr über sie erfahren und ihr helfen. Ihr Umgang mit ihrer Krankheit ist recht pragmatisch, was mir gut gefallen hat. Nichtsdestotrotz fürchtet sie sich natürlich vor dem Tod, aber deshalb auf all die schönen Dinge verzichten und damit praktisch gar nicht richtig leben? Das kann es doch auch nicht sein. In Fynn findet sie einen Partner, der sie nimmt, wie sie ist und der ihr viel Lebensfreude gibt.

Auch die Eltern der beiden sind supersympathisch – davon kann man als Jugendlicher nur träumen. Fast war mir ihr Riesenverständnis für alles schon etwas zu viel des Guten. Lediglich Tammies Bruder Ben ist ein Griesgram, dem man anmerkt, dass er sich hinter Tammie zurückgesetzt fühlt, weil er immer auf sie Rücksicht nehmen muss. Allerdings finde ich dieses Verhalten sehr authentisch.

Der Roman ist berührend und fesselnd, aber es war mir fast zu viel heile Welt. Ich hatte bei diesem Thema etwa Dramatischeres erwartet. Aber andere Leser werden das Buch genau so lieben, wie es ist. Es steht ja nicht jeder so auf Drama

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Fantasievolle Fortsetzung im Reich der Bücher und Bibliomantik

Die Seiten der Welt
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Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 2 (22. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841421661
Preis: 19,99 €

Fantasievolle Fortsetzung im Reich der Bücher und Bibliomantik

Inhalt:
Die ...

Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 2 (22. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841421661
Preis: 19,99 €

Fantasievolle Fortsetzung im Reich der Bücher und Bibliomantik

Inhalt:

Die Widerständler haben sich auf den Sitz der Familie Faerfax in den Cotswolds zurückgezogen. Die junge Bibliomantin Furia wird von Summerbelle ausgebildet. Nun wollen die jungen Leute sich auf die Suche nach dem Sanktuarium, dem Herzen der Adamitischen Akademie, machen, um sich den üblen Machenschaften des Rates der Akademie in den Weg zu stellen. Ein gefährliches und fast aussichtsloses Unterfangen.


Meine Meinung:
Manchmal wird der Mittelband von Trilogien wie ein Stiefkind behandelt. Er ist ein Lückenfüller, den man fast genauso gut auch weglassen könnte. Diesen Vorwurf kann man Kai Meyer gewiss nicht machen! Seine Fortsetzung von „Die Seiten der Welt“ sprüht vor fantastischen Ideen, und die Handlung wird konsequent vorangetrieben. Hier passiert so viel, was für die Zukunft (den dritten Band) wichtig und notwendig ist. Es werden neue Charaktere eingeführt und von lieb gewonnenen (oder auch nicht) alten müssen wir uns trennen. Dieser Autor hat keine Scheu, seine Figuren über die Klinge springen zu lassen. Man muss wirklich mit allem rechnen. Auch in anderer Hinsicht konnten mich einige Figuren, vor allem eher Nebenfiguren, wirklich überraschen.

Ich hatte allerdings größere Schwierigkeiten als sonst bei Fortsetzungen, wieder in die Geschichte hineinzufinden. Ich schreibe dies der Komplexität der Handlung zu. Es gibt hier so viele verschiedene Handlungsstränge, die sich immer wieder abwechseln. Kaum hatte ich mich in den einen wieder eingelesen, wurde ich schon wieder in den nächsten geworfen. Das machte das Lesen doch etwas anstrengend. Mir machte auch zu schaffen, dass es schon neun Monate her ist, seit ich den 1. Band gelesen habe. In dieser Zeit kann man doch sehr viele wichtige Details vergessen. Zwar streut Kai Meyer immer wieder kleine Fetzen zur Wiederholung ein, doch mir persönlich war das zu spärlich. Was ich normalerweise nicht mag und brauche, nämlich ein geballtes „Was bisher geschah“, wäre mir hier ganz recht gewesen. Wenn man die Bücher kurz hintereinander liest, sollte das aber überhaupt kein Problem darstellen.

Der Schreibstil ist, wie von Kai Meyer gewohnt, bildhaft und wortgewaltig. Das Kopfkino springt direkt an und lässt fantastische Bilder entstehen. Auch die Spannung kommt nicht zu kurz, gibt es doch sehr, sehr viele Kampf- und Fluchtszenen, die oft mit einem Cliffhanger enden und denen ein Perspektivwechsel folgt. So bleibt einem gar nichts anderes übrig, als einfach immer weiterzulesen. Leider endet dieser 2. Band recht offen, sodass uns Lesern die Zeit bis zum 3. Band, der 2016 erscheinen soll, ziemlich lang werden wird.

Die Reihe:
1. Die Seiten der Welt
2. Die Seiten der Welt – Nachtland
3. Die Seiten der Welt - Blutbuch

Veröffentlicht am 15.09.2016

Buch, Bücher und noch mehr Bücher

Die Seiten der Welt
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Buch, Bücher und noch mehr Bücher

Inhalt:
Fünf Familien waren ursprünglich Mitglieder der Adamitischen Akademie. Doch die Rosenkreutz wurden ausgeschlossen und werden seitdem verfolgt. So leben sie heimlich ...

Buch, Bücher und noch mehr Bücher

Inhalt:

Fünf Familien waren ursprünglich Mitglieder der Adamitischen Akademie. Doch die Rosenkreutz wurden ausgeschlossen und werden seitdem verfolgt. So leben sie heimlich und zurückgezogen unter dem Namen Faerfax in England. Hier wachen sie über eine riesige Bibliothek. Die 15-jährige Furia hat das bibliomantische Talent ihres Vaters geerbt und hilft ihm, den Fehler eines Vorfahren auszubügeln, indem sie „Leere Bücher“ auf der ganzen Welt suchen und zerstören, denn diese Leeren Bücher sind gefährlich …


Aufmachung:
Mit dem Golddruck auf dem Schutzumschlag und auch auf dem inneren Cover ist das Buch schon rein äußerlich ein Schmuckstück. Toll fand ich auch, dass ein wunderschönes Libropolis-Lesezeichen beiliegt, da dieses Lesezeichen auch in der Geschichte eine Rolle spielt.

Meine Meinung:
Ich hatte große Erwartungen an dieses Buch, vielleicht zu große. Eine Welt, in der sich alles nur Bücher dreht, ist für mich an sich schon magisch. Doch wurde hier zwar viel über Magie geschrieben, es fühlte sich für mich aber gar nicht so magisch an, wie ich erwartet hatte. Durch seitenweise Erklärungen und Beschreibungen dieser Welt gab es doch einige etwas langatmige Stellen. Doch sind sie notwendig, denn die Welt, die Kai Meyer sich hier ausgedacht hat, ist sehr komplex und fantasievoll. Alles dreht sich um Bücher, Bücher und Bücher. Bibliomanten können mit Hilfe von Büchern Magie wirken. Exlibris werden gejagt, und Lesezeichen wachsen auf Bäumen. Furia Faerfax ist auf der Suche nach ihrem Seelenbuch, dem einen Buch auf der ganzen Welt, das zu ihr gehört und ihre magischen Kräfte voll entwickeln kann. Auf der Flucht vor den Agenten kommt Furia nach Libropolis, der Stadt der Bücher, deren Vorbild das real existierende walisische Dorf Hay-on-Wye ist. Hier findet das Mädchen neue Verbündete, doch kann sie nie ganz sicher sein, wem sie trauen kann und wem nicht. Dabei lernt sie immer mehr über ihre eigenen Fähigkeiten und über die Welt, in der sie lebt.

Furia ist zwar eine interessante Protagonistin, die sich nicht einfach in eine Schublade stecken lässt. Aber leider blieb sie für meinen Geschmack etwas zu blass. Ich hatte bis zum Schluss kein konkretes Bild von ihr und konnte mich nicht mit ihr identifizieren. Manche ihrer Handlungsweisen konnte ich nicht nachvollziehen. Ihre Sympathien wechselt sie zum Teil so locker wie andere das Hemd. Da konnte ich mich in ihren kleinen Bruder Pip schon besser hineinversetzen. Schade, dass seine Auftritte eher kurz waren.

Insgesamt ist es aber schon ein tolles Buch, das ich gerne gelesen habe und das mir einige Stunden Lesevergnügen beschert hat.

Die Reihe:
1. Die Seiten der Welt
2. Die Seiten der Welt – Nachtland
3. Die Seiten der Welt - Blutbuch

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Nett zu lesen, aber etwas mehr Tiefe hätte nicht geschadet

Der Sommer, in dem die Zeit stehenblieb
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Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 3 (12. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596854264
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren

Nett zu lesen, aber etwas mehr ...

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: FISCHER KJB; Auflage: 3 (12. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596854264
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren

Nett zu lesen, aber etwas mehr Tiefe hätte nicht geschadet

Inhalt:
Juli ist 16 Jahre alt. Materiell fehlt es ihr an nichts. Doch ihre Eltern streiten sich nur, Juli findet sich nicht hübsch, und beliebt ist sie auch nicht gerade. Zum Glück gibt es da noch ihre beste Freundin Whoopi. Und dann lernt Juli eines Tages den wunderschönen Anjano kennen und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Die meisten anderen Menschen scheinen Anjano gar nicht wahrzunehmen. Und jedes Mal, wenn Juli jemandem von ihm erzählen will, kommt etwas dazwischen. Als hätte das Universum etwas dagegen …


Meine Meinung:
Das Buch ist wirklich nett zu lesen, der Schreibstil ist locker und flott, wie man es von einem Jugendbuch erwartet. Dazu kommen witzige Dialoge und Szenen, sympathische Protagonisten und eine besondere Story (wenn man mal von „Mädchen, das sich hässlich findet, verliebt sich in gut aussehenden Jungen“ absieht). Allerdings finde ich, dass die Geschichte ruhig etwas tiefgründiger hätte sein dürfen. Ich habe noch so viele Fragen zu Juli und ihren Eltern, auch zu Anjano, der die ganze Zeit doch ziemlich geheimnisvoll bleibt. Die Handlung verläuft ziemlich einfach und schnell, das hätte man sicher noch etwas ausbauen können.

Einerseits fand ich es gut, dass so viel Kritik an unserer Gesellschaft geübt wird, andererseits hätte man dafür nicht gleich eine ganze Zaunpfahlfabrik einsetzen müssen. Etwas subtiler wäre besser gewesen und hätte sicher den ein oder anderen Leser mehr zum Nachdenken angeregt.

Die Bedeutung von echter Freundschaft wird gut herausgearbeitet. Das hat mir sehr gut gefallen.

Gut fand ich auch, dass das Buch nach etwas Drama doch sehr hoffnungsvoll endet.

Fazit:
Auch wenn mich der Roman nicht gerade vom Hocker gerissen hat, so hat das Lesen doch sehr viel Spaß gemacht und ich kann guten Gewissens eine Leseempfehlung aussprechen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein Kinderbuch-Klassiker

Die rote Zora und ihre Bande
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Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch; Auflage: 1 (25. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3733500917
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren

Ein Kinderbuch-Klassiker

Inhalt:
Die ...

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch; Auflage: 1 (25. Juni 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3733500917
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 10 Jahren

Ein Kinderbuch-Klassiker

Inhalt:

Die Geschichte spielt vor ein paar Jahrzehnten in Dalmatien in der kleinen Stadt Senj. Der Junge Branko hat gerade seine Mutter verloren, der Vater reist als Geiger durch die Welt und keiner kümmert sich mehr um ihn. Er hat kein Dach über dem Kopf und leidet Hunger. Als er auf dem Markt einen herunter gefallenen Fisch nehmen will, steckt man ihn ins Gefängnis. Doch schon bald wird er von einem Mädchen wieder befreit. Es ist die rothaarige Zora, die ihn daraufhin in ihre Bande von Waisenkindern aufnimmt. Gemeinsam kämpfen sich die fünf Kinder durchs Leben. Von den meisten Erwachsenen werden sie verfolgt, nur wenige unterstützen sie. Einer davon ist der alte Fischer Gorian, und als ihm die Fischereigesellschaft Schwierigkeiten macht, sind die Kinder an seiner Seite und unterstützen ihn im Kampf um seine Rechte als freier Fischer.


Meine Meinung:
Dieses Buch habe ich in meiner Kindheit gelesen, und ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich mich damit gequält habe. Ich fand es ziemlich langweilig. Woran das lag, wusste ich allerdings nicht mehr. Nachdem ich entdeckt habe, dass der Fischer-Verlag eine neue Ausgabe herausbringt, fasste ich spontan den Entschluss, diesem Klassiker noch einmal eine Chance zu geben. Und darüber bin ich nun ganz froh. Denn es ist wirklich eine tolle Geschichte.

Allerdings habe ich auch diesmal eine Zeit lang gebraucht, um mich mit dem Buch anzufreunden. Für 400 Seiten enthält es recht wenig Handlung, die ein bisschen zu ausufernd erzählt wird. Doch es gibt auch wirklich spannende Szenen und witzige Dialoge. Es geht um Armut und Reichtum, um Freundschaft und Loyalität, um Liebe und Eifersucht, um Gerechtigkeit und soziales Verhalten – wichtige Themen, die ein Kinderbuch wertvoll machen.

Die Protagonisten, allen voran Branko und die rote Zora als Bandenführerin, werden sehr vielschichtig dargestellt. Sie wirken sehr authentisch und lebensecht. Es wird genau vermittelt, warum sie ihre ganzen Untaten und Streiche verüben. Das passiert nicht aus Jux und Tollerei, sondern im Kampf ums nackte Überleben bzw. um für Gerechtigkeit zu sorgen.

Fazit:
Der Roman ist schon fast 50 Jahre alt, aber in manchen Teilen der Welt leider immer noch aktuell. Es werden wichtige Werte vermittelt. Deshalb empfehle ich das Buch gerne weiter. Da es aber doch ein dickes Buch ist und die Handlung nicht besonders rasch vorankommt, sollte das Kind schon leseerfahren sein.

★★★★☆