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Veröffentlicht am 26.07.2024

eine Geschichte voller japanischen Sagen und Mythen

Die Perlenjägerin
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Auf den ersten Blick hatte ich mich in "Die Perlenjägerin" verliebt. Die Geschichte brauchte dafür ein bisschen länger, doch sobald ich mich in Miya T. Becks Welt zurechtfand, konnte mich auch diese verzaubern.
Wie ...

Auf den ersten Blick hatte ich mich in "Die Perlenjägerin" verliebt. Die Geschichte brauchte dafür ein bisschen länger, doch sobald ich mich in Miya T. Becks Welt zurechtfand, konnte mich auch diese verzaubern.
Wie der Titel schon verrät, handelt die Geschichte von einer Perlentaucherin. Die junge Kai und ihre Familie verdienen ihren Lebensunterhalt damit, die wertvollen Perlen vom Meeresboden zu bergen.
Als ihre Zwillingsschwester beim Tauchen von einem Geisterwal verschluckt wird, wird ihr Leben auf den Kopf gestellt. Um ihre Schwester zu retten, geht Kai einen Deal mit der Göttin der Unterwelt ein.

"Die Perlenjägerin" ist eine Geschichten voller japanischen Mythen und Legenden. Ich muss aber zugeben, dass ich etwas Zeit brauchte, um in der Erzählweise von Miya T. Beck anzukommen. Gerade zu Beginn verlor ich mich etwas in den vielen nacherzählten Sagen, Mythen und Weisheiten der verstorbenen Tante. Doch dann entwickelt die Geschichte einen gelungenen Mix aus Abenteuer, Intrigen, Kämpfen und unerwarteten Wendungen.
Die Handlung sprüht nur so vor kreativen Ideen. So trifft Kai nicht nur auf eine Göttin, sondern auch noch auf einen Drachenkönig, einen undurchsichtigen General, zahlreiche Fuchsdämonen, Räuber und den Jungen Ren, der den Räubern als Diener dienen muss.

Kai ist eine bemerkenswerte starke und mutige, aber auch sture Protagonistin, die sich trotz schwierigen Herausforderungen nicht unterkriegen lässt. Es hat mir grossen Spass gemacht, sie auf ihrer Reise zum Schicksalsberg und zu sich selber zu begleiten.

Sie erlebt eine aufregende Reise, die voller Abwechslung, Gefahren und sogar einer Prise Romantik ist. Leser, die sich für japanische Mythologie interessieren, werden viele Geschichten entdecken, die mit Kais Abenteuern verwoben sind. Besonders nützlich ist das Glossar am Ende des Buches, das japanische Begriffe und Wesen erklärt. Eine liebevoll gestaltete Karte ermöglicht es, Kais Weg zum Himmelsberg nachzuvollziehen.

Je mehr die Handlung fortschreitet, desto dichter wird die Atmosphäre, desto härter wird die Geschichte. Gerade in der zweiten Hälfte gibt es einige erschütternde Momente.
Und schlussendlich kommt das Ende, das mich ehrlich gesagt etwas ratlos zurück lässt. Welche Botschaft will uns Miya T. Beck damit überbringen? Da ich noch die eine oder andere offene Frage habe, würde ich mich sehr über eine Fortsetzung freuen.

Fazit:
"Die Perlenjägerin" ist eine abenteuerliche Reise voller Magie, eine Geschichte voller japansichen Sagen und Mythen. Ich brauchte zwar etwas Zeit, um in der Erzählweise von Miya T. Beck anzukommen, doch dann entwickelt die Geschichte einen gelungenen Mix aus Abenteuer, Intrigen, Kämpfen und unerwarteten Wendungen. Die Handlung sprüht nur so vor kreativen Ideen und der Mix mit der japanischen Mythologie bringt viel Lesespass.

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Veröffentlicht am 26.07.2024

Jugendfantasy voller Freundschaft und Verrat

Die Chroniken von Lunis – König der Finsternis (Die Chroniken von Lunis 2)
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Mias Leben ist seit der Vertreibung des Königs der Finsternis leider nicht einfacher geworden. Neben ihrem Lichtwächtertraining sucht sie nach dem Angreifer ihrer Grosseltern, sorgt sich um ihren Freund ...

Mias Leben ist seit der Vertreibung des Königs der Finsternis leider nicht einfacher geworden. Neben ihrem Lichtwächtertraining sucht sie nach dem Angreifer ihrer Grosseltern, sorgt sich um ihren Freund Miles und bereitet sich auf ihre Zähmerprüfung vor. Zudem schweigen die gefangenen Mitglieder der Elite über ihre Absichten und die Pläne des Königs der Finsternis.
Doch leider ist das immer noch nicht alles, denn Mia wird von Albträumen und Stimmen in ihrem Kopf geplagt. Schliesslich hält sie es nicht mehr aus, und beschliesst, gemeinsam mit ihren Umbra Lux und Nox nach Astaroth zu reisen, um in der Hauptstadt der Finsternis nach Antworten zu suchen.

Auch im zweiten Band steht weiterhin Mia im Zentrum, die lernen muss, mit ihren Kräften umzugehen. Mia würde alles für ihre Lieben tun und zeigt stets Mut. Sie wird begleitet von den Umbra Lux und Nox, die definitiv ein Highlight in der Geschichte sind. Nox ist besonnen und mitfühlend, während Lux frech und taff ist.

Die Themen Freundschaft, Familie und Verrat sind in diesem Band stark ausgeprägt und sorgen nicht nur bei der Protagonistin für viel Emotion sondern auch beim Lesenden. Mias Beziehungen zu Miles, TJ, Lukas sowie Lux und Nox werden vertieft und stehen im Mittelpunkt der Geschichte. Wir bekommen einen besseren Einblick in Mias Gefühls- und Gedankenwelt, so dass ich mich stärker in sie hineinversetzen konnte.

In "König der Finsternis" bekommen wir zudem endlich zusätzliche Informationen über den König, die Lichtwächter und die Absichten der beteiligten Gruppen.

Ganz einfach hat es mir Janelle McCurdy mit diesem zweiten Band aber nicht gemacht. Zwar punktete sie mit einer faszinierenden Welt und Technik, sowie den vielfältigen Formen der Umbra, doch "König der Finsternis" ist für mich auch ein typischer mittlerer Band. Ab und zu plätscherte die Handlung etwas zu sehr vor sich hin und ich musste mich über die eine oder andere Länge retten. Erst gegen Ende nimmt die Story an Fahrt auf und wird richtig spannend. Es gibt interessante Enthüllungen und ein packendes Finale, so dass die Vorfreude auf den dritten Band geschürt wird.

Fazit:
Der zweite Teil von "Die Chroniken von Lunis - König der Finsternis" widmet sich ausgiebig den verschiedenen Charaktere. Die Themen Freundschaft, Familie und Verrat sind in diesem Band stark ausgeprägt. Leider plätschert die Handlung so ab und zu etwas vor sich hin und nimmt erst gegen das Ende richtig Fahrt auf. Dieses ist dann jedoch so packend, dass ich doch unbedingt herausfinden möchte, wie es mit Mia und ihren Freunden weitergehen wird.

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Veröffentlicht am 22.04.2024

spannender, aber ruhiger Fantasy-Auftakt

Godkiller
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Hannah Kaner erzählt hier die Geschichten einer Frau, die Götter tötet, einem ehemaligen Ritter, der nun Brot bäckt und einem adeligen Mädchen, das alles verloren, aber einen eigenen kleinen Gott im Gepäck ...

Hannah Kaner erzählt hier die Geschichten einer Frau, die Götter tötet, einem ehemaligen Ritter, der nun Brot bäckt und einem adeligen Mädchen, das alles verloren, aber einen eigenen kleinen Gott im Gepäck hat.

Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise nach Blenraden, der letzten Stadt, in der noch wilde Götter existieren.

Mit dem Prolog wird man direkt in eine komplexe Welt voller Götter und ins kalte Meer geworden. Danach bekommt man Zeit zum Durchatmen, sich in Middren umzusehen und die verschiedenen Charaktere kennenzulernen.

Kyssen ist eine sehr spannende, aber nicht ganz einfache Protagonistin. Sie hat in ihrem Leben schon viel durchmachen müssen und hat sich eine harte Schale zugelegt. Mit ihrer derben und barschen Art hält sie ihre Mitmenschen auf Distanz und ist selber verwundert, warum sie Inara helfen möchte.

Inara und Elogast bleiben mir bisher noch etwas zu blass. Skedi, der Gott der Notlügen, ist mein Highlight. Er ist zwar noch ein recht unerfahrener Gott, doch sehr gerissen.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich dieses Buch rein wegen der Optik gekauft habe. Das Cover gefällt mir einfach ausgesprochen gut. Der Farbschnitt, die Karte, die Illustration und die Vignetten runden die Optik perfekt ab.

Die Idee einer Welt voller Götter mit ihren Schreinen hat mir ausgesprochen gut gefallen. Auch die so unterschiedlich zusammengesetzte Reisegruppe, die sich mit tödlichen Flüchen, dämonischen Kreaturen und machtgierigen Göttern herumschlagen musste, konnte bei mir punkten.

In "Godkiller" wird auf Diversität und Inklusion geachtet. Es spielen verschiedene queere und körperlich beeinträchtigte Charaktere eine Rolle, Kyssen selbst trägt beispielsweise eine Beinprothese.

Hannah Kaner eröffnet mit Pauken und Trompeten und schliesst fulminant ab. Dazwischen findet sich eine eher ruhige Geschichte, die sich am einen oder anderen Ort etwas zieht. Wer also Auf viel Action und Kämpfe steht, sollte nicht unbedingt zu "Godkiller" greifen.

Der Schreibstil von Hannah Kaner liest sich flüssig, ist aber eher anspruchsvoll und erfordert volle Aufmerksamkeit. Das gibt dem Buch einen besonderen Touch, kann aber auch anstrengend sein.

Erzählt wird die Geschichte aus vier unterschiedlichen Perspektiven, so dass man alle Charaktere der Zweckgemeinschaft besser verstand.

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Veröffentlicht am 26.01.2024

von Startschwierigkeiten zum Pageturner

POSTER GIRL - Wer bist du, wenn dir niemand zusieht?
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Es ist nun bereits ein Jahrzehnt her, seit Sonya Kantor als das prominente Gesicht der Delegation galt, ein Symbol für vorbildliche Staatsbürgerschaft. Überall prangte ihr Bild auf Plakaten, doch dann ...

Es ist nun bereits ein Jahrzehnt her, seit Sonya Kantor als das prominente Gesicht der Delegation galt, ein Symbol für vorbildliche Staatsbürgerschaft. Überall prangte ihr Bild auf Plakaten, doch dann kam es zu einer Revolution, die die Delegation stürzte. Die Anhänger der Regierung wurden entweder im Kampf getötet oder in einen speziell abgeschirmten Bereich namens Apertur verbannt, wo sie für immer verschwanden.

Plötzlich taucht Alexander in Sonyas Leben auf, der Bruder ihres damals getöteten Verlobten, der seine eigene Familie verriet. Er fleht Sonya an, ihm zu helfen, ein Kind namens Grace zu finden, das von der Delegation entführt wurde und es zurück zu seiner Familie zu bringen. Wenn ihr das gelingt, würde ihr Freiheit gewährt.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich etwas Mühe hatte, in die Geschichte reinzufinden. Veronica Roth wirft einen nämlich unmittelbar in die Handlung. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, was passiert ist, und auch der Begriff "Apertur" bleibt zunächst im Dunkeln.

Dazu kommt, dass der Schreibstil beinahe kühlwirkt. Kein Wort wird verschwendet, was die Geschichte umso intensiver macht und die Gefühle der Protagonistin sowie die gesamte Atmosphäre authentisch widerspiegelt.
Die Atmosphäre selbst ist beinahe hoffnungslos, da die Menschen in der Apertur im Grunde nichts mehr zu verlieren haben. Es gibt keine Annehmlichkeiten für sie, denn sie wurden weggesperrt und sich selbst überlassen.

Sonya wirkt sehr distanziert. Sie ist weder besonders sympathisch noch unsympathisch, sondern gleicht eher einer Maschine. Wenn man die Apertur aber kennenlernt, überrascht das auch nicht.
Auch nach zehn Jahren, nach dem Sturz der Delegation, ist Sonya nach wie vor fest mit deren Werten verbunden. Durch ihre Eltern wurde sie von Kindesbeinen an regelrecht darauf trainiert, stets im Sinne der Delegation zu handeln. Die Konfrontation mit dem Leben ausserhalb der Apertur zwingt Sonya jedoch zu einer gründlichen Überprüfung ihrer Überzeugungen. Es war sehr spannend, ihre Gedankengänge dabei mitzuverfolgen. Ihre daraus resultierende Entwicklung erschien mir sehr authentisch.

So gelang es der Autorin, mich doch noch in ihre Geschichte zu ziehen, da die gesamte Welt mit ihren technischen Möglichkeiten und Überwachungen äusserst faszinierend gestaltet ist. Je länger ich in "Poster Girl" las, desto weniger konnte ich das Buch aus den Händen legen.

Fazit:
"Poster Girl" und ich hatten leider wirklich etwas Startschwierigkeiten. Die unmittelbare Konfrontation mit einer völlig fremden Welt ohne jegliche Erklärung war anfangs wirklich herausfordernd. Eine Vielzahl von Figuren und Begriffen erschwerten das Eintauchen in die Geschichte zusätzlich. Doch nachdem ich mich eingefunden hatte, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Einmal mehr wusste mich Veronica Roth mit einer faszinierenden Welt und facettenreichen Charaktere zu fesseln.

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Veröffentlicht am 12.07.2023

interessanter Auftakt, der mit moderner Magie und Humor punktet

A Curse Unbroken
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Seit einigen Jahren ist Gemma Stone als moderne Hexe auf WitchTok aktiv. Dort bemüht sie sich, ihren Follower:innen die wichtige Botschaft von Achtsamkeit und Selbstliebe näher zu bringen.
Eines Tages ...

Seit einigen Jahren ist Gemma Stone als moderne Hexe auf WitchTok aktiv. Dort bemüht sie sich, ihren Follower:innen die wichtige Botschaft von Achtsamkeit und Selbstliebe näher zu bringen.
Eines Tages trifft Gemma auf den geheimnisvollen Darren, der ihre Hilfe braucht.

Sie zögert nicht, ihm beim Brechen seines Blutfluchs zu helfen, doch Darren hat ihr nicht die ganze Wahrheit über sich gesagt.
Und da gibt es nicht nur seine dunklen Geheimnisse sondern auch noch diese beinahe magische Anziehungskraft zwischen den beiden...

Es ist toll, einmal von einer modernen Hexe zu lesen. Gemma ist ein total positiver und optimistischer Mensch. Sie nutzt weisse Magie und arbeitet mit Kristallen und Tarot Karten. Gemma ist eine tolle Protagonistin, denn sie vertraut auf ihr Bauchgefühl und ist eine Person, die immer das Gespräch sucht, um Probleme oder Unklarheiten aus dem Weg zu räumen - auch wenn dies unangenehm werden könnte.
Darren ist zwar der typisch attraktive männliche Part mit dunklen Geheimnissen, trotzdem war er mir sympathisch. Zwischen ihm und Gemma knistert es zwar von Anfang an, aber er hält sich zurück und ist fürsorglich.

Das Setting in New York mit dieser modernen Magie-Welt hat mir sehr gut gefallen. Mit Gemma als guter Hexe lernen wir vor allem die weisse Magie kennen, aber es gibt natürlich auch noch die dunkle und vor allem auch noch die verbotene Blutmagie, welche viel Spannung in die Geschichte bringt.
Auch gefallen haben mir die anderen magischen Wesen, auf die wir im Laufe der Geschichte treffen: Sirenen, Gestaltwandern und allen voran Gemmas Bruder als Wertier.

"A Curse Unbroken" ist mit seinen 528 Seiten recht umfangreich. Im Grossen und Ganzen lässt sich die Geschichte locker wegschmökern. Trotzdem musste ich vor allem im Mittelteil einige Längen verbuchen.

Der Schreibstil von Yvy Kazi liest sich angenehm flüssig und locker. Immer wieder lässt sie eine gute Portion Humor mit einfliessen, was der Story eine gute Frische verleiht.
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Gemma geschildert. Zwischendurch können wir jedoch durch Tagebucheinträge von Darren Hunter auch einen Blick hinter seine Fassade werfen.

Fazit:
"A Curse Unbroken" ist ein interessanter Auftakt zur neuen Magic and Moonlight Reihe von Yvy Kazi. Die Autorin konnte mich mit ihrer Idee von moderner Magie im heutigen New York überzeugen und punktet mit Spannung und Humor. Auch wenn ich mich im Mittelteil über die eine oder andere Länge "retten" musste, bin ich schon gespannt, wie es im zweiten Band weitergehen wird.

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