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Veröffentlicht am 02.02.2024

Hm - gute Unterhaltung ohne Hintergrund zu erläutern

Der eiserne Weg
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Das erste Mal hatte ich bei Gillian Bradshaw die „Reiter der Sarmaten“ gelesen, ein Roman, der ihre Geschichte in Britannien aufgreift und auf der Beziehungsebene begreift. Ich fand dieses Volk der Skythen, ...

Das erste Mal hatte ich bei Gillian Bradshaw die „Reiter der Sarmaten“ gelesen, ein Roman, der ihre Geschichte in Britannien aufgreift und auf der Beziehungsebene begreift. Ich fand dieses Volk der Skythen, über das so wenig historisch bekannt ist, faszinierend. Nun legt Tim Leach eine deutlich maskuline Sicht der Dinge am Hadrianswall vor.

Sein erster Band beschrieb die Kämpfe entlang der Donau gegen die Römer und den Vertrag eine bestimmte Anzahl KriegerInnen als Auxiliartruppe nach Britannien zuzulassen, um weitere Kriege zu vermeiden. In diesem Buch dreht es sich darum, dass diese Menschen verrückt danach sind, möglichst viel kriegerische Auseinandersetzungen zu führen. Auch die Römer sind sich uneins, der Kaiser stirbt vermutlich bald und seine Nachfolger rüsten sich, auch ein Legat am Hadrianswall. Nichtsdestotrotz gibt es auch weichere Töne, zum Beispiel zwischen der Hauptfigur Kai und seiner Schwester Laimai, die auch als „Grausamer Speer“ bekannt ist.

Was mir fehlte und womit Bradshaw früher brillierte (lese den alten Roman alle paar Jahre immer wieder sehr gerne 🙂 !): Leach ist Historiker und bindet leider so gar nicht ein, wo genau die Sarmaten am Wall eingesetzt wurden noch wie die alten Völker ausgerüstet waren. Es ist zwar manchmal von Eboracum (York) die Rede, aber man erfährt erst ganz zum Schluss, dass dort der Hauptteil der Legion sitzt. Ein Kastell nach dem anderen brennt nieder und keiner schert sich darum, weshalb? Kann ich mir bei den emsigen Römern irgendwie nicht vorstellen. Einiges passt nicht zusammen oder es passt, wird aber nirgends erläutert.
Trotzdem liest sich die Geschichte gut und unterhält auch, nur die Hintergründe fehlen leider oft. Das war im ersten Band ähnlich.

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Veröffentlicht am 23.01.2024

Seicht mit etlichen Redundanzen am Anfang

Gut Friesenhain - Zwischen Hoffnung und Vernunft
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Der zweite Band rund um das fiktive Hannoveraner- und Friesengestüt bietet viel Drama. Wieder einmal geht eine Entlobung vonstatten, wenn auch aus anderen Gründen

als bei der ersten. Dennoch hoffe ich, ...

Der zweite Band rund um das fiktive Hannoveraner- und Friesengestüt bietet viel Drama. Wieder einmal geht eine Entlobung vonstatten, wenn auch aus anderen Gründen

als bei der ersten. Dennoch hoffe ich, dass sich nicht auch Clara im dritten Band zwei Mal ver- und einmal entloben muss. Es dreht sich primär um Wilhelm, den Erben des Gestüts. Und bis er die Frau seines Herzens um ihre Hand bittet, muss er vieles erdulden.
Es ist ein ziemlich seichter Roman, der zwar deutlich macht, dass das Gestüt keine halbe Stunde zu Pferd von Ibbenbüren entfernt liegt. Und auch die nächste Stadt Osnabrück mit einbezieht. Aber über die Städte an sich zu diesem Zeitpunkt erfährt man nichts. Das finde ich sehr schade und nicht nur, weil ich in einer der beiden lebe.
Inhaltliche Redundanzen finden sich gerade zu Beginn sehr viele. Entweder spricht man zum Beispiel von einem Schimmel oder einem weißen Pferd. Ein „weißer Schimmel“ ist ebenso doppelt gemoppelt wie die Tatsache, dass ein Vierkanthof vier Gebäudeseiten hat. Und so etwas stört meinen Lesefluss.

Der Klappentext gibt in etwa die Geschehnisse des ersten Bandes wider. Im zweiten passieren andere Dinge. Es geht teilweise Schlag auf Schlag. Die Handlungsstränge rund um die Schwestern Louise mit ihrem Mann Max und Clara sowie die Freundin und Bereiterin Marie wechseln sich wieder ab. So bekommt man vieles mit und ist stets gut im Bilde. Hier überlappt sich nichts, der Schreibstil ist locker-flockig. Und das gilt auch für sämtliche dramatischen Vorgänge. Am Ende geht wieder alles gut aus und lässt für Clara alles offen, so dass es sich beim letzten Band um sie drehen wird. Man ahnt, wie es ausgehen könnte, weiß es jedoch nicht.

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Veröffentlicht am 27.10.2023

Seichte, nette Bettlektüre

Wo die Blumen wieder blühen
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Eigentlich wollte Hannah Townsend gerade ihren Freund mit einem Urlaub auf Barbados überraschen, als sie die Nachricht erreicht, dass ihre geliebte Großmutter schwer erkrankt ist. Zusammen mit einem alten ...

Eigentlich wollte Hannah Townsend gerade ihren Freund mit einem Urlaub auf Barbados überraschen, als sie die Nachricht erreicht, dass ihre geliebte Großmutter schwer erkrankt ist. Zusammen mit einem alten Freund und einer Flughafen-Bekannten mietet sie ein Auto und sie fahren durch den Schneesturm in ihr Heimatdorf.
Dort ist doch nicht alles sooo schlimm, wie angenommen. Aber der Urlaub ist futsch, auf dem Flughafen gab es noch ein Aha-Erlebnis der dritten Art für Hannah und sie verbringt die Urlaubstage bei ihrer Familie. Und entdeckt nebenbei eine neue Beschäftigung, mag neuerdings Kleinstädte und findet das Leben dort g ar nicht mehr so piefig wie vor ihrem New Yorker LEbensabschnitt.

Sehr seicht, typisch amerikanisch verfasst und eine ideale Bettlektüre im positiven Sinn!

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Veröffentlicht am 06.09.2023

Hm, das Flair fehlt

Die Kathedrale des Königs
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Henri ist Maurer in Reims. Er bekommt 1260 den Auftrag in London eine Kathedrale zu errichten und nimmt ihn an. Dort bekommt er es mit

politischen Intrigen und anderen Ränken zu tun. Noch dazu sind die ...

Henri ist Maurer in Reims. Er bekommt 1260 den Auftrag in London eine Kathedrale zu errichten und nimmt ihn an. Dort bekommt er es mit

politischen Intrigen und anderen Ränken zu tun. Noch dazu sind die Fundamente der alten Klosterkirche bei weitem nicht das, was er für eine ordentliche Kathedrale, die Jahrhunderte überdauern soll, für geeignet hält. Er wird zum Baumeister ernannt und fürchtet darum, dass sein Geheimnis auffliegen könnte. Zudem verliebt er sich in eine junge Dame, die weit über ihm steht.
Es ist ein gut recherchierter Roman, der trotz vieler gut verwobener Fakten ziemlich seicht wirkt. Man kann ihn gut lesen, es fehlt allerdings die Würze. Vielleicht habe ich auch zu sehr noch Ken Follets „Säulen der Erde“ im Kopf oder die unnachahmliche Andrea Schacht mit der „Kreuzblume“ rund um den Bau des Kölner Doms. Hier fehlt das Flair, die Liebesgeschichte nimmt einen viel zu großen Raum an statt einfach nur Rahmen zu sein.

Veröffentlicht am 20.06.2023

Nette Bettlektüre

Das Haus der Sommerfreundinnen
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Joannas Mann verunglückt, in seinem Auto saß eine fremde Frau. Sie fährt ins Krankenhaus, regelt, was zu regeln ist und nimmt die Frau als sie genesen ist mit nach Kalifornien. In ein Strandhaus nahe einem ...

Joannas Mann verunglückt, in seinem Auto saß eine fremde Frau. Sie fährt ins Krankenhaus, regelt, was zu regeln ist und nimmt die Frau als sie genesen ist mit nach Kalifornien. In ein Strandhaus nahe einem beschaulichen Dorf. Es entwickelt sich ein echter Wohlfühlroman. Die Figuren handeln schlüssig, obwohl man das zu Anfang wirklich nicht vermuten würde. Alles dreht sich um Freundschaft und Neuanfang ohne Misstrauen. Eine dritte Frau kommt im Laufe des Romans noch dazu. Eine Liebesgeschichte spielt mit hinein, liefert etwas Würze - nicht zu viel und nicht zu wenig. Die Handlung zieht sich leider an manchen Stellen. Bisschen mehr Esprit wäre nett gewesen. So wird daraus eine gute Bettlektüre für die Abendstunden vor dem Einschlafen!

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