Hm - gute Unterhaltung ohne Hintergrund zu erläutern
Der eiserne WegDas erste Mal hatte ich bei Gillian Bradshaw die „Reiter der Sarmaten“ gelesen, ein Roman, der ihre Geschichte in Britannien aufgreift und auf der Beziehungsebene begreift. Ich fand dieses Volk der Skythen, ...
Das erste Mal hatte ich bei Gillian Bradshaw die „Reiter der Sarmaten“ gelesen, ein Roman, der ihre Geschichte in Britannien aufgreift und auf der Beziehungsebene begreift. Ich fand dieses Volk der Skythen, über das so wenig historisch bekannt ist, faszinierend. Nun legt Tim Leach eine deutlich maskuline Sicht der Dinge am Hadrianswall vor.
Sein erster Band beschrieb die Kämpfe entlang der Donau gegen die Römer und den Vertrag eine bestimmte Anzahl KriegerInnen als Auxiliartruppe nach Britannien zuzulassen, um weitere Kriege zu vermeiden. In diesem Buch dreht es sich darum, dass diese Menschen verrückt danach sind, möglichst viel kriegerische Auseinandersetzungen zu führen. Auch die Römer sind sich uneins, der Kaiser stirbt vermutlich bald und seine Nachfolger rüsten sich, auch ein Legat am Hadrianswall. Nichtsdestotrotz gibt es auch weichere Töne, zum Beispiel zwischen der Hauptfigur Kai und seiner Schwester Laimai, die auch als „Grausamer Speer“ bekannt ist.
Was mir fehlte und womit Bradshaw früher brillierte (lese den alten Roman alle paar Jahre immer wieder sehr gerne 🙂 !): Leach ist Historiker und bindet leider so gar nicht ein, wo genau die Sarmaten am Wall eingesetzt wurden noch wie die alten Völker ausgerüstet waren. Es ist zwar manchmal von Eboracum (York) die Rede, aber man erfährt erst ganz zum Schluss, dass dort der Hauptteil der Legion sitzt. Ein Kastell nach dem anderen brennt nieder und keiner schert sich darum, weshalb? Kann ich mir bei den emsigen Römern irgendwie nicht vorstellen. Einiges passt nicht zusammen oder es passt, wird aber nirgends erläutert.
Trotzdem liest sich die Geschichte gut und unterhält auch, nur die Hintergründe fehlen leider oft. Das war im ersten Band ähnlich.