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Veröffentlicht am 15.02.2024

Interessant!

Die geheime Gesellschaft
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Als begeisterter Liebhaber von Mystery und übernatürlichen Geschichten war ich gespannt auf "The London Séance Society" von Penner und damit mein erster Roman von ihr. Leider muss ich sagen, dass dieses ...

Als begeisterter Liebhaber von Mystery und übernatürlichen Geschichten war ich gespannt auf "The London Séance Society" von Penner und damit mein erster Roman von ihr. Leider muss ich sagen, dass dieses Buch mich nicht umgehauen hat.

Es geht um die junge Lenna Wickes, die in Paris sich von dem Medium Vaudeline D’Allaire ausbilden lässt in Seancen. Sie möchte nämlich mit dem Geist ihrer Schwester Evie reden, die umgebracht worden ist und den Mord aufklären.
Durch den Tod eines einflussreichen Mannes werden die Frauen nach London gerufen und landen in einer Verschwörung, bei der Evie eine Rolle spielt und es stellt sich die Frage: Wer war ihre Schwester wirklich?

Die Autorin versucht, eine düstere und fesselnde Atmosphäre zu schaffen, indem sie die Welt des Übernatürlichen und der Séancen erkundet. Ein nebenbei interessantes Thema, wo sie gerne mehr in die Tiefe hätte gehen können.
Doch anstatt mich in die Geschichte hineinzuziehen, fand ich mich dabei, wie ich darauf wartete, dass endlich was passiert.
Die Beschreibungen sind oft überladen und neigen dazu, die Spannung zu ersticken, anstatt sie zu verstärken. Dies führte dazu, dass ich mich durch die Seiten kämpfen musste in der ersten Hälfte des Buches (später wird es deutlich besser), anstatt mich von der Geschichte mitreißen zu lassen.
Nach der Hälfte gewann die Handlung stark an Fahrt und konnte den holprigen Start fast wieder wettmachen.

Die Charaktere waren bunt, interessant und haben mir gut gefallen, auch die verschiedenen Sichtweisen, aus denen die Autorin schreibt, waren echt verlockend. Aber die eine oder andere Wendung wurde damit zu schnell vorweggenommen. Das kann dem einen oder anderen gefallen, weil man nicht allzu lange rätseln muss oder man sich ärgert.
Die ganze Handlung war dadurch zum Teil vorhersehbar, aber immer noch sehr originell und ich habe mich gerne in London des 18. Jahrhunderts aufgehalten.

Wer sich gerne in ein Rätsel stürzt rund um Okkultismus, Seancen und Verschwörung während des düsteren 18. Jahrhunderts, der wird begeistert sein von Sarah Penners neuem Buch. Für meinen Teil hätte es an der einen oder anderen Stelle straffer und mysteriöser sein dürfen!

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Veröffentlicht am 18.12.2023

Enjoy the Drama!

Magnolia Parks
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Wenn ihr den Roman von Jessa lesen möchtet, empfehle ich euch, Enjoy the drama!
Denn das ist der Kern von Jessa Hastings Roman, ein Drama nach dem nächsten auf ihre Charaktere fallen zu lassen in einem ...

Wenn ihr den Roman von Jessa lesen möchtet, empfehle ich euch, Enjoy the drama!
Denn das ist der Kern von Jessa Hastings Roman, ein Drama nach dem nächsten auf ihre Charaktere fallen zu lassen in einem Mix aus Gossip Girl, Sex and the City und Little Liars.
Ich selbst las es so, als würde man sich die Augen zuhalten, aber die Finger weit öffnen.
Meine Vermutung ist auch die, dass es das ist, was die Autorin bezwecken wollte, aber nun kommen wir mal zum Inhalt.
Magnolia, das High Society Londoner Girl und BJ, der Bad Boy schlechthin, können nicht miteinander und auch nicht ohne einander. Sehr klischeehaft hängen sie aneinander und brechen sich immer wieder das Herz. Die Frage ist nur, wie lange können die beiden so weitermachen?
Wir reden hier nicht von kleinen Eskapaden, von einem Kuss hier oder dort. Sondern von richtigen Affären und einer eindeutig toxischen, mental gefährlichen Beziehung.
Und auch wenn der eine oder andere das in Romanen ganz schön romantisch findet. Jessa Hastings hat hier eindeutig eine Schippe draufgelegt in der Beziehung und man kann das nicht mehr als romantisch verklären.
Das ist einerseits ein Kritikpunkt an dem Roman, weil es mir zu viel “toxisch” war. Andererseits ist es der Kern des Dramas, um das sich der Roman dreht und alles zusammenhält.
Neben den Problemen der Hauptcharaktere gibt es bei den Nebencharakteren nicht weniger Probleme und das alles fühlt sich an wie ein brodelnder Hexentopf.
Beim Lesen wartet man nur darauf, dass es gleich anfängt zu überschäumen und das Desaster über allen verteilt wird.
Ein anderer Punkt, der mich gestört hat, ist das Thema Mode. Es wird oft geschrieben, wer was an hat und welche Marke. Nicht mein Ding, habe ich irgendwann angefangen zu überspringen. Verstehe schlichtweg nichts davon.
Zum Schluss lässt sich sagen, wer Drama will, bekommt es hier regelrecht vor die Füße geworfen und es würde mich nicht wundern, wenn diese Buchreihe demnächst als Netflix Serie rauskommt. Denn sie besitzt den passenden Mix für eine Binge Watching Serie: Drama, High Society, viele gut aussehende Charaktere mit vielen Problemen und genug Anrüchiges.

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Veröffentlicht am 06.11.2023

Gut umgesetzt!

Die Prinzessinnen: Fünf gegen die Finsternis
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Im Fantasyroman “Die Prinzessinnen: Fünf gegen die Finsternis” von Christian Enders begleiten wir die ehemaligen Königstöchter Aiby, Mef, Decanra und Cinn auf ihrem abenteuerlichen Weg als Söldnerinnen ...

Im Fantasyroman “Die Prinzessinnen: Fünf gegen die Finsternis” von Christian Enders begleiten wir die ehemaligen Königstöchter Aiby, Mef, Decanra und Cinn auf ihrem abenteuerlichen Weg als Söldnerinnen in einer Welt voller Gefahren. Die Prinzessinnen haben sich einen beeindruckenden Ruf als kompromisslose Kriegerinnen erarbeitet und kämpfen mutig gegen Monster, Banditen, Werwölfe, Oger, Kobolde und sogar Drachen und alles andere, das sich ihnen in den Weg stellt. Neben ihrem blutigen Handwerk retten sie auch junge Thronerbinnen in Not, die alle sehr häufig entführt werden. Ein Auftrag davon ist die Rettung von Prinzessin Narvila. Als sie in ihre Obhut kommt, scheint es zunächst nur ein weiterer Fall von typischer Rettung zu sein. Doch Narvila hat andere Pläne und möchte sich den Prinzessinnen anschließen, was weitreichende Konsequenzen hat.

Zwischendurch gibt es mehrere Rückblenden, die die Geschichte der anderen Mitglieder erzählt und warum jede einzelne von der Prinzessin zur Söldnerin wurde. Schwer reinzukommen war es nicht, da jedes Kapitel mit Namen beschriftet ist.
Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen. Die Geschichte bietet eine fesselnde Mischung aus Action, Abenteuer und Charakterentwicklung. Die Idee, Prinzessinnen in Söldnerinnen zu verwandeln, ist erfrischend und unkonventionell, wie auch sehr unterhaltsam.
Der Autor schafft es, die Spannung von Anfang bis Ende aufrechtzuerhalten, und die Beschreibungen der Schlachten und Begegnungen mit den verschiedenen Wesen sind mitreißend. Es passiert viel in dem Buch, besonders viele Kämpfe und er springt zwischen der jetzigen Zeit und vergangenen Aufträgen der Söldnertruppe. Im Laufe der Handlung verbinden sich dann auch einige Geschehnisse, was ganz schön spannend ist.
Soweit, so gut. Ein Punkt, der mir bei diesem Buch jedoch aufgefallen ist, ist die sprachliche Gestaltung. Gelegentlich fehlte es an sprachlicher Vielfalt und Einfallsreichtum. Fand es teilweise zu “einfach” geschrieben, bzw. locker und es war schwer einen Satz oder Abschnitt zu finden, den ich gerne zitieren würde. Ich habe auch nichts markiert, weil ich es besonders toll fand, sondern einfach in wenigen Malen durchgelesen.
Dennoch hat die fesselnde Handlung und die interessanten Charaktere dazu beigetragen, dieses Manko weitgehend auszugleichen. Es ist mir eher nach der Hälfte richtig aufgefallen und es war auch nichts, dass mich beim Lesen selbst störte.
Fazit: Eine aufregende und unkonventionelle Geschichte, die die Leserinnen und Leser in eine Welt voller Gefahren und Abenteuer entführt. Trotz gelegentlicher sprachlicher Schwächen ist die fesselnde Handlung und die Entwicklung der Charaktere ein Grund, dieses Buch zu genießen. Wer actionreiche und leichte Fantasy-Romane mit starken weiblichen Hauptfiguren mag, wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 20.07.2023

Fesselnde Dystopie

Institut für gute Mütter
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Der Roman “Institut für gute Mütter” zeigt eine beklemmende Version, vor der man Angst hat, sie wird real.

Die Dystopie von Jessamine Chen ist ein Szenario, das beängstigend realistisch wirkt.
Wir haben ...

Der Roman “Institut für gute Mütter” zeigt eine beklemmende Version, vor der man Angst hat, sie wird real.

Die Dystopie von Jessamine Chen ist ein Szenario, das beängstigend realistisch wirkt.
Wir haben hier als Protagonistin eine überforderte Mutter, Frida. Nach einem wirklich schlechten Tag, begeht Frida einen unheimlich großen Fehler. Sie lässt ihre kleine Tochter kurz zu Hause und aus “kurz” werden über zwei Stunden … Die Polizei wartet auf sie. Frida wird für ein Jahr verurteilt, eine Schule für Mütter zu besuchen mit Regeln, die man sich gar nicht vorstellen kann und sehr fraglichen Ansätzen.
Es hat gut 130 Seiten gebraucht, bis wir zu dem spannenden Punkt, dem Institut kommen. Davor war es eine Anreihung von Frust, Entsetzen und Wut über das, was mit der Protagonistin passiert und bangen, dass es besser wird.

Chens' Beschreibungen sind oft ausführlich und realistisch, was es leicht macht, sich in diese düstere Zukunft hineinzuversetzen. Denn düster ist dieses Institut allemal. Die Vorstellung einer Welt, in der Mütter in eine Schule geschickt werden, um zu lernen, was es bedeutet, eine "gute Mutter" zu sein, ist erschreckend und regt zum Nachdenken an. In ihrem Roman wird die Gesellschaft hier durchdrungen von rigiden Normen und Erwartungen, die die Individualität und die Freiheit der Frauen einschränken.

Das Institut setzt auf eine strenge Erziehungsmethode, die schwer die Psyche der vielen Frauen angreift. Es sind um die 200 Mütter mit unterschiedlichen und ähnlichen Vergehen, von Verletzung der Aufsichtspflicht bis hin zu Gewalt. Alle müssen den 1 jährigen Kurs durchhalten, um ihr Kind wiederzubekommen. Die Protagonistin ist mitreißend und ihre inneren Kämpfe machen sie zu einem glaubwürdigen Charakter. Ich konnte mich leicht in ihre Emotionen hineinversetzen und mit ihnen mitfühlen, während sie versuchten, in dieser unterdrückenden Umgebung ihren eigenen Weg zu finden, aber ich hätte gerne mehr über die anderen Frauen erfahren.

Auf dem Buchumschlag wird der Roman von Chen mit “Der Report der Magd” verglichen und ich finde, es geht stark in diese Richtung. Teilweise fühlte ich mich daran erinnert (in dystopischer Hinsicht) und andererseits fand ich die Handlung, oder besser gesagt, die Hintergründe, viel zu flach. Ich hätte mir gewünscht, dass bestimmte Aspekte der Handlung und der Schule noch weiter vertieft worden wären, um das volle Potenzial auszuschöpfen. Auch fehlte mir der typische große "Knall", den man aus dystopischen Romanen so kennt.

Gerne hätte ich von diesem Buch eine Fortsetzung gehabt, ähnlich wie “Die Zeuginnen” von Atwood, um alles, was passiert ist, nochmal abzurunden und damit besser abschließen zu können.
Außerdem war das Tempo des Romans nicht so ganz einfach für mich. An einigen Stellen fühlte ich mich durch die Beschleunigung der Ereignisse überrumpelt (als wäre das Gesehen nicht so wichtig), während an anderen Stellen die Geschichte etwas ins Stocken geriet und mehr Spannung hätte aufbauen können.

Trotz der Kritikpunkte ist "Institut für gute Mütter" immer noch ein bemerkenswerter Roman, der wichtige gesellschaftliche Themen anspricht und den Leser zum Nachdenken anregt. Die Botschaft über die Bedeutung von Selbstbestimmung, Individualität und über das “Sein der Mutterschaft” bleibt nach der Lektüre noch lange im Gedächtnis.
Ein Roman für Fans von Atwood und Co., die sich gerne mit tiefgründigen Botschaften auseinandersetzen!

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Veröffentlicht am 03.07.2023

Drei Freundinnen - Drei Wege

Alles, was wir uns nicht sagen
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Drei Freundinnen, drei junge Musliminnen und drei verschiedene Leben zwischen Tradition und westlichen Ansichten - das ist der Kern von El-Wardanys Roman.
Jenna, Kees und Malak sind seit ihrer Kindheit ...

Drei Freundinnen, drei junge Musliminnen und drei verschiedene Leben zwischen Tradition und westlichen Ansichten - das ist der Kern von El-Wardanys Roman.
Jenna, Kees und Malak sind seit ihrer Kindheit miteinander befreundet, leben in London und studieren an der gleichen Universität. Sie teilen ihre Geheimnisse miteinander und diskutieren viel über die Schwierigkeiten der kulturellen, wie auch religiöse Differenzen und über Probleme, die jeder kennt.
Es ist eine harmonische Freundschaft, bis der Streit von zwei Frauen zu einem Bruch führt und jede seinen eigenen Weg geht.

Ich muss zugeben, die ersten paar Seiten waren für mich gewöhnungsbedürftig. Das trifft es, glaube ich, sehr gut. Es wurde schnell über Sex und Religion im Kontext gesprochen, es fühlte sich für mich alles zunächst cringe an und bis ich in das Buch reinkam, habe ich ein Weilchen gebraucht.
Nach den ersten Stirnrunzeln, ging es weiter mit den drei Freundinnen, die wir nur langsam kennen lernen konnten und zuerst wollte ich so gar nicht warm werden mit der Geschichte.

Aber der Schreibstil war leicht, etwas poetisch und ich blieb dran, denn die großen Themen in dem Buch fingen an, mich zu interessieren, die Dialoge waren so lebendig und am Ende blieb ich für die Freundschaft der drei Frauen.
Doch es geht um mehr, als ihre Beziehung. Es ist eher eine Geschichte des Erwachsenwerdens zwischen mehreren kulturellen Identitäten, über die Erwartungen der Familie und Gesellschaft und den verschiedenen Wegen, die man gehen kann.

Es werden viele, in erster Linie, feministische Themen angesprochen, mit denen sich die Drei sich auseinandersetzen müssen. So fühlt sich einerseits das Buch an wie ein eher lockerer Roman, wo sie reden, denken und versuchen, einen Weg im Leben zu finden. Und dann kommen die schweren Themen (z.B. häusliche Gewalt, sexuelle Belästigung, toxische Beziehung), die dem Ganzen einen leichten Dämpfer versetzen und den Leser auf den Boden der Tatsachen versetzt.
Außerdem ist der Roman, so weiter man kommt, gespickt mit vielen Konflikten, die sich häufen. Und man fängt dann schließlich an, angespannt zu sein und hofft, dass die Drei zu ihrem Glück finden.
Nach der Hälfte des Buches dachte ich nur, das könnte sowas von eine Serie mit drei Staffeln sein, so vieles passiert und so vieles muss durchgemacht werden.

Werden die Freundinnen wieder zueinander finden? Werden sie die Liebe finden, die sie verdienen? Lassen sich ihre Wünsche am Ende mit der Kultur und Religion vereinbaren?

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