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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.05.2018

Guter Anfang - schwaches Ende

Zu nah
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Bei einem Einsatz bei dem die Polizistin Frankie Sheehan für das Opfer zu spät kam und selbst einem Angriff ausgesetzt wurde, konnte sie den vermutlichen Täter festnehmen lassen. Durch den Überfall und ...

Bei einem Einsatz bei dem die Polizistin Frankie Sheehan für das Opfer zu spät kam und selbst einem Angriff ausgesetzt wurde, konnte sie den vermutlichen Täter festnehmen lassen. Durch den Überfall und die Verletzungentraumatisiert verbeißt sich in ihren neuen Fall – um es sich und den anderen zu beweisen, dass sie noch einsatztauglich ist.
Eine Frau – die Wissenschaftlerin Eleonore Costello - wurde erhängt aufgefunden. Verdächtigt wird ihr Mann Peter, doch dieser ist unauffindbar. Spuren auf dem im Haus gefundenen Laptop führen ins Darknet. Seine Schwester macht sich große Sorgen um ihn und bringt mit ihren Schilderungen die glänzende Fassade von Peter und vorallem von Eleonore zum bröckeln. Gleichfalls weiß der Nachbar des Ehepaares nichts Gutes über Eleonore zu berichten – sie soll ihren Mann misshandelt haben. Hat er etwas mit ihrem Tod zu tun? Und dann wird eine weitere Frauenleiche, Amy, gefunden. Durch an dieser Leiche sicher gestellte Farbpigmente von Preußisch Blau wird eine Verbindung zu Eleonore hergestellt, die ebenfalls diese Farbspuren aufwies. Alles scheint wieder auf Peter hinzudeuten, der mit ihr eine Affäre hatte. Weitere perfide Details werden im Verlauf deutlich, auf die ich jedoch, um nichts zu verraten, nicht näher eingehen möchte.Die ursprüngliche Tätervermutung löst sich rasch ins Nichts auf, und neue Personen rücken in den Focus der Betrachtung. Während der ganzen Ermittlung kämpft Frankie mit ihren Dämonen und widersteht als Alkoholikerin – meine Hochachtung! – rückfällig zu werden. Ein kleines Detail bringt den Anstoß, das Elenore nicht das erste Opfer war – und das Frankie in ihrem letzten Fall die falsche Person ermittelt und verhaftet hat. Schuldgefühle darüber, sowie die drohende Einstellung der Ermittlung aufgrund fehlender Ergebnisse und Gelder setzen ihr zusätzlich zu. Entschlossen diesen Fall unbedingt lösen zu wollen, begibt sie auf Alleingang und gerät dabei selbst in große Gefahr.

Aufgrund des Geschlechterklischees (Frankie für männlich; ihr Kollege Bez – wie Beth ausgesprochen – weiblich) die Vornamen betreffend, war es für mich etwas schwierig in dieses Buch hineinzukommen. Nach diesen Anfangsschwierigkeiten kam ich jedoch gut mit, und konntedem Geschehen, einem klug ausgedachten Konstrukt aus falschen Verdächtigen und Spuren, was unrichtige Schlüsse zulässt, gut folgen. Auch ich habe „mitermittelt“, wer denn nun der Täter sein könnte und lag damit natürlich falsch – doch gerade das macht ja einen guten Thriller aus.Verschiedene Themen werden bedient: verheirateter Mann und Affäre, Spuren die im Darknet zu Seiten für spezielle sexuelle Vorlieben führen, Abhängigkeitsverhältnis von Vorgesetzen und Angestellter, physische Probleme - um nur einige zu nennen - die an sich schon allein ausreichend Stoff für eine gute Handlung bieten. Hier sind jede dieseThemen, unterschiedliche Taten und Beweggründe einzelner Personen geschickt miteinander verflochten, was mitunter nur einen Schluss zulässt – der sich dann jedoch rasch als falsche Fährte erweist. Zum Ende hin wird das Tempo der Ereignisse immer schneller, fügen sich die Puzzleteile gut aneinander. Nur die Begründung zum Motiv des Täters erscheint mir dann zur Auflösung hin zu dünn – hier fehlt mir etwas der „traumatische Auslöser“, der zu so einem Verhalten führte.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Sehr konstruierte und unglaubwürdige Story

Die Spur der Ratten
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Ulrich Fassmann hat für seinen Lebensunterhalt ausgesorgt und kann sich somit seinem Hobby, der Jagd nach verschwundenen Schätzen, widmen. Seine Recherchen im Archiv bringen ihn auf die Spur eines geheimnisvollen ...

Ulrich Fassmann hat für seinen Lebensunterhalt ausgesorgt und kann sich somit seinem Hobby, der Jagd nach verschwundenen Schätzen, widmen. Seine Recherchen im Archiv bringen ihn auf die Spur eines geheimnisvollen verschollenen Schiffes. Doch damit beschwört er einen mächtigen Gegner herauf: den Vatikan, der alles tun wird um das Geheimnis zu bewahren.
Prinzipiell versprechen die angerissenen Themen dieses Buches viel, jedoch ist manchmal weniger mehr. Und je weiter man liest, umso unglaubwürdiger wird es. (Achtung Spoiler: Adolf Hitler hat den Krieg überlebt). Neben einigen inhaltlichen Fragen (an seinen Kompagnon Wilhelm von Berg wird nach dessen Tod kein Wort verschwendet) störten mich als Leipziger vor allem falsche Bezeichnungen geografischer Örtlichkeiten wie beispielsweise "Strömthaler See" statt " Störmthaler See".
Für mich ein Buch, dessen Handlung sehr spannend beginnt, aber im weiteren Verlauf immer abstruser wird. Ab etwa der Hälfte habe ich mich regelrecht durchgequält. Ich kann dieses Buch nicht empfehlen.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Ungewohnte Kombination aus True Crime und Sachinformationen

Fatale Flora. Von giftigen Pflanzen und gemeinen Menschen
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Mit der Autorin Noemi Harnickell besucht der Leser den berühmten Giftgarten "The Alnewick" in Northumberland, eine faszinierende Sammlung totbringender Pflanzen. Dort wachsenden giftigen verschiedenen ...

Mit der Autorin Noemi Harnickell besucht der Leser den berühmten Giftgarten "The Alnewick" in Northumberland, eine faszinierende Sammlung totbringender Pflanzen. Dort wachsenden giftigen verschiedenen Pflanzen wird je ein Kapitel gewidmet in dem neben der Wirkungsweise auch dazu passende Giftmorde beschrieben werden. Dabei schildert die Autorin auch einige - mir bis dato - unbekannte Fälle.
Was für mich insgesamt sehr spannend klang, hat mich jedoch leider eher enttäuscht. Ich bevorzuge nüchtern sachliche Informationen und dieses Buch tendiert eher in eine Mischung aus eigenen Erlebnissen der Autorin kombiniert mit etwas true crime und Sachinformationen.

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Veröffentlicht am 16.02.2024

Schwere Kost

Das andere Mädchen
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Die Autorin versucht in einem Brief ihr Empfinden und ihre Hilflosigkeit an ihre bereits vor ihrer Geburt verstorbenen Schwester Ausdruck zu geben, von deren Existenz sie nur zufällig erfahren hat und ...

Die Autorin versucht in einem Brief ihr Empfinden und ihre Hilflosigkeit an ihre bereits vor ihrer Geburt verstorbenen Schwester Ausdruck zu geben, von deren Existenz sie nur zufällig erfahren hat und über die ihre Eltern nie sprachen.
Es mischen sich die verschiedensten Emotionen von dem Leben im Schatten über Akzeptanz und sogar kleinste Spuren von Liebe. Dabei ist jedes Wort präzise gesetzt, jeder Satz messerscharf durchdacht. Doch wie kann man Unausgesprochenem und damit Nichtexistierendem begegnen?
In meinen Augen ein Versuch der mehr oder weniger gut gelingt und in dem aber die unterschwellige Anklage nicht zu überhören ist.
Ein mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnetes Buch, für das man sich Zeit nehmen muss und dennoch nicht jedermanns (mich eingeschlossen) Sache sein dürfte.

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Veröffentlicht am 21.01.2024

Eisiges Schweigen

Die Tote im Eis
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Was wie ein Badeunfall aussieht, als in einem Eisloch die Leiche der Lehrerin Boell gefunden wird, entpuppt sich als Mord, deren Spuren in das Internat Stockudden führen, an dem diese selbst Schülerin ...

Was wie ein Badeunfall aussieht, als in einem Eisloch die Leiche der Lehrerin Boell gefunden wird, entpuppt sich als Mord, deren Spuren in das Internat Stockudden führen, an dem diese selbst Schülerin war und nun dort lehrt. Den Ermittler Anna Glad und ihrer Kollegin Märtha wird anonym ein altes Video aus dem Internat zugespielt, auf dem eine Lucia-Prozession zu sehen ist. Liegt darin die Lösung zu diesem Fall?
Was prinzipiell als spannender Fall beginnt zerläuft sich im Laufe der Erzählung, sehr dominiert von Schilderungen um Annas Privatleben. Inakzeptabel war für mich das in dem Hörbuch neues Kapitel quasi ohne Pause fast ineinanderüber gehen, was das Verständnis nicht gerade erleichtert. Mir hat dieses Hörbuch gar nicht gefallen und ich werde es nicht ein weiteres Mal hören.

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