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Veröffentlicht am 18.02.2024

Unterhaltsam

Trial of the Sun Queen
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Lor ist eine Gefangene. Zusammen mit ihrem Bruder und ihrer Schwester fristet sie ihr Dasein im Gefängnis. Das Überleben dort ist hart und die Strafen noch viel härter. Als sie sich mit einer anderen ...


Lor ist eine Gefangene. Zusammen mit ihrem Bruder und ihrer Schwester fristet sie ihr Dasein im Gefängnis. Das Überleben dort ist hart und die Strafen noch viel härter. Als sie sich mit einer anderen Gefangenen prügelt, wird sie für zwei Wochen in ein dunkles Erdloch gesperrt. Ein Ort, den man so lange eigentlich nicht überleben kann, doch Lor wird befreit, landet im Schloss des Sonnenkönigs und soll an einem Wettbewerb teilnehmen, bei dem die Gewinnerin zur Sonnenkönigin ernannt wird. Kann Lor den Wettbewerb gewinnen?

Nisha J. Tuli erschafft mit dem Romane Fantasy-Welt, die Spaß macht. Dazu tragen altbewährte Fantasy-Elemente bei, wie zum Beispiel der lebensgefährliche Wettbewerb, den die Protagonistin überleben muss (erinnert an Fourth Wing, Hunger Games, etc.). Und auch die Protagonistin ist in typischer Fantasymanier tough, mutig und loyal. Sie hat viel durchgemacht und gibt trotzdem nicht auf. Dann sind da all die anderen Charakteren, die - ohne viel spoilern zu wollen - alle eigene Interessen und Motive haben. Kurzum: Nichts ist so, wie es zu Beginn scheint. Doch der aufmerksame Lesende kann die vielen Anspielungen und Hinweise schon relativ früh zusammenführen. Das Ende ist deshalb nicht so überraschend, der Cliffhanger trotzdem gut. Deshalb kriegt man Lust auf den nächsten Band, der auf Englisch schon 2023 erschienen ist und auf Deutsch dann hoffentlich auch bald!

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Veröffentlicht am 22.01.2024

Überzeugend

Ich an meiner Seite
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Arthur war im Gefängnis. Warum, das weiß man zuerst nicht genau. Erst durch eine Reihe von Therapiesitzungen erfahren wir als LeserInnen rückblickend, wie es dazu kommen konnte.

Birnbachers letzter Roman, ...

Arthur war im Gefängnis. Warum, das weiß man zuerst nicht genau. Erst durch eine Reihe von Therapiesitzungen erfahren wir als LeserInnen rückblickend, wie es dazu kommen konnte.

Birnbachers letzter Roman, "Wovon wir leben", hatte mich begeistert. Umso neugieriger war ich deshalb auf "Ich an meiner Seite".

In beiden Romanen erzählt Birnbacher unaufgeregt von wichtigen Themen: In "Wovon wir leben" geht es um das Land- vs. Stadtleben und in diesem Roman darum, was Menschen dazu veranlassen kann, eine Straftat zu begehen. Der Roman beschäftigt sich mit der Frage, wie das Leben nach dem Vollzug aussieht und wie schwer Straftäter es haben, wenn sie sich wieder in die Gesellschaft integrieren möchten. Beides Themen, die komplex sind, aber Birnbacher gelingt es, sie auf glaubhafte Weise mit den Lebensgeschichten ihrer Figuren zu verweben.

Arthur kämpft um einen Praktikumsplatz, um irgendeine Anstellung. Auch eine Wohnung findet er lange Zeit nicht. Trotz Unterstützung, die zum großen Teil eher zweifelhaft ist, öffnen sich ihm keine Türen. Er befindet sich am Rand des gesellschaftlichen Zusammenlebens, dorthin befördert durch den Strafvollzug.

"Ich an meiner Seite" ist also ein Roman über das Leben nach der Zeit im Gefängnis. Es ist aber auch eine Geschichte darüber, wie wichtig es ist, von Menschen umgeben zu sein, die einen unterstützen, die sich kümmern und einen gerade in schwierigen Zeiten nicht alleine lassen. Sowohl in emotionaler als auch in materieller Hinsicht.

Außerdem zeigt und kritisiert der Roman wie dokumenten- und lebenslaufgläubig die Gesellschaft ist. Der Mensch wird an dem bemessen, was er gemacht hat, nicht an dem, was er ist. Wir alle sind scheinbar human doings, nicht beings.

Für mich ein weiterer überzeugender Roman von Birgit Birnbacher.

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Veröffentlicht am 22.01.2024

Überzeugend

Ich an meiner Seite
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Arthur war im Gefängnis. Warum, das weiß man zuerst nicht genau. Erst durch eine Reihe von Therapiesitzungen erfahren wir als LeserInnen rückblickend, wie es dazu kommen konnte.

Birnbachers letzter Roman, ...

Arthur war im Gefängnis. Warum, das weiß man zuerst nicht genau. Erst durch eine Reihe von Therapiesitzungen erfahren wir als LeserInnen rückblickend, wie es dazu kommen konnte.

Birnbachers letzter Roman, "Wovon wir leben", hatte mich begeistert. Umso neugieriger war ich deshalb auf "Ich an meiner Seite".

In beiden Romanen erzählt Birnbacher unaufgeregt von wichtigen Themen: In "Wovon wir leben" geht es um das Land- vs. Stadtleben und in diesem Roman darum, was Menschen dazu veranlassen kann, eine Straftat zu begehen. Der Roman beschäftigt sich mit der Frage, wie das Leben nach dem Vollzug aussieht und wie schwer Straftäter es haben, wenn sie sich wieder in die Gesellschaft integrieren möchten. Beides Themen, die komplex sind, aber Birnbacher gelingt es, sie auf glaubhafte Weise mit den Lebensgeschichten ihrer Figuren zu verweben.

Arthur kämpft um einen Praktikumsplatz, um irgendeine Anstellung. Auch eine Wohnung findet er lange Zeit nicht. Trotz Unterstützung, die zum großen Teil eher zweifelhaft ist, öffnen sich ihm keine Türen. Er befindet sich am Rand des gesellschaftlichen Zusammenlebens, dorthin befördert durch den Strafvollzug.

"Ich an meiner Seite" ist also ein Roman über das Leben nach der Zeit im Gefängnis. Es ist aber auch eine Geschichte darüber, wie wichtig es ist, von Menschen umgeben zu sein, die einen unterstützen, die sich kümmern und einen gerade in schwierigen Zeiten nicht alleine lassen. Sowohl in emotionaler als auch in materieller Hinsicht.

Außerdem zeigt und kritisiert der Roman wie dokumenten- und lebenslaufgläubig die Gesellschaft ist. Der Mensch wird an dem bemessen, was er gemacht hat, nicht an dem, was er ist. Wir alle sind scheinbar human doings, nicht beings.

Für mich ein weiterer überzeugender Roman von Birgit Birnbacher.

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Veröffentlicht am 28.12.2023

Vom langen und gesunden Leben

OUTLIVE
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Vor einigen Jahren habe ich das Buch „Lifespan“ des Langlebigkeitsforschers David A. Sinclair gelesen. Die Tipps, die Sinclair gibt, waren nicht besonders überraschend: Um möglichst lange gesund und fit ...

Vor einigen Jahren habe ich das Buch „Lifespan“ des Langlebigkeitsforschers David A. Sinclair gelesen. Die Tipps, die Sinclair gibt, waren nicht besonders überraschend: Um möglichst lange gesund und fit zu bleiben, rät er beispielsweise dazu, wenig zu essen, regelmäßig zu fasten und viel Sport zu treiben. Alles Dinge, von denen man weiß, dass sie zur Gesundheit beitragen. Daneben erzählt er aber auch von Experimenten und wissenschaftlichen Fortschritten, die ich besonders spannend fand und die auch der Grund dafür waren, warum ich „Outlive“ lesen wollte.

Peter Attia hat in vielerlei Hinsicht ein ganz anderes Buch geschrieben. Zunächst plädiert er als ehemaliger Chirurg in „Outlive“ dafür, dass wir eine neue Art der Medizin brauchen. Nämlich eine, die nicht erst Symptome der großen Zivilisationskrankheiten (Krebs, Herzerkrankungen, Alzheimer, Diabetes II) behandelt, die bereits in einem unheilbaren Stadium sind, sondern die viel früher beginnt. Die versucht, Krankheiten zu verhindern, die also präventiv denkt. Er ist insgesamt der Meinung, dass wir früh ansetzen müssen, um unsere Körper fit und gesund zu halten, durch die richtige Ernährung, den richtigen Lebensstil und das richtige Mindset. Langlebigkeit heißt für Attia nicht, 150 Jahre alt werden. Es heißt, möglichst lange gesund zu bleiben und Krankheiten, die uns im Alter scheinbar alle ereilen, hinauszuzögern. Die Experimente und die Fortschritte in der künstlichen Verlängerung des menschlichen Lebens, von denen Sinclair berichtet, spielen hei Attia also kaum eine Rolle.

Seine Idee einer neuen Medizin beinhaltet vielmehr, dass individuell auf jeden Patienten eingegangen wird. Auf welche erblichen und genetischen Gegebenheiten muss geachtet werden und wie kann gegen sie angesteuert werden? Wie also, lassen sich die Gene austricksen?

„Outlive“ ist ein spannendes Buch, das mir in Hinsicht auf gesunden Lebensstil usw. zwar nicht viel Neues erzählt hat (natürlich sollte man Fettleibigkeit, Diabetes II, usw. versuchen zu vermeiden!), das in den Details aber schon einiges an interessanten Infos liefert. Ich persönlich fand zum Beispiel die Ausführungen zum Forschungsstand der großen Krankheiten lesenswert. Und auch die Idee einer neuen Medizin, einer Medizin, die dem 21. Jahrhundert angemessen ist, hat eine Daseinsberechtigung.

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