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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.02.2025

Eisiges Setting mit wenig Ermittlungsarbeit

Die Schanze
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Worum geht’s?
Für Ellen sollte die Rückkehr in ihren Heimatort eigentlich ein dringend benötigter Neuanfang werden. Kaum dort angekommen, wird aber schon ein grausam erhängter Toter gefunden – der erste ...

Worum geht’s?
Für Ellen sollte die Rückkehr in ihren Heimatort eigentlich ein dringend benötigter Neuanfang werden. Kaum dort angekommen, wird aber schon ein grausam erhängter Toter gefunden – der erste einer Reihe, an dessen Tod ausgerechnet auch Ellen ein Interesse gehabt hätte.


Meine Meinung
Obwohl mein neues Lesejahr eigentlich mit einer ziemlichen Flaute gestartet ist und ich einige Bücher bloß angefangen und dann wieder zur Seite gelegt habe, musste diese Geschichte trotzdem bei mir einziehen. Besonders hohe Erwartungen hatte ich dabei allerdings zunächst nicht, denn der Klappentext hat leider nur wenig aussagekräftig auf mich gewirkt.

Was mich dann allerdings überraschend schnell in einen sehr ordentlichen Lesefluss gebracht hat, waren tatsächlich die kurzen Kapitel und das hohe Erzähltempo, was definitiv das richtige Mittel gegen meine Leseflaute war. Obwohl es durchaus Kapitel gab, in denen eigentlich nichts wirklich handlungsrelevantes passiert ist, habe ich mich beim Lesen nicht gelangweilt. Viel interessanter war für mich in solchen Momenten nämlich die Frage, was eigentlich das große Geheimnis um Ellens Vergangenheit ist und wann es eventuell eine neue Leiche gibt.

Mit Ellen als Protagonistin habe ich mich dann ehrlich gesagt ein bisschen schwer getan, was vor allem daran lag, dass man über die fragmentarischen Erinnerungen an die Ereignisse in ihrer Jugend und ihre Angst angesichts der aktuellen Situation hinaus eigentlich kaum etwas über sie erfährt. Erst nach und nach kann man sich denken, was in der Nacht ihres Abiballs geschehen ist und hat durchaus Mitleid mit ihre, wirklich nahbar kam sie mir aber bis zum Ende des Buches leider nicht vor.

Ein wenig seltsam fand ich darüber hinaus auch, dass in den Mordfällen scheinbar so gar nicht richtig ermittelt wurde. Bei so viel Vertuschung, Korruption und Vetternwirtschaft wie in diesem Dorf herrscht war es an sich zwar nicht besonders überraschend, dass die Polizei als Ansprechperson nicht in Frage kam, aber dass die Protagonistin so vollkommen unbehelligt im Alleingang agieren konnte, fand ich trotz aller Spannung ein wenig unglaubwürdig.


Fazit
Auch wenn mich am Aufbau der Geschichte und der Gestaltung der Figuren definitiv nicht alles überzeugt hat, habe ich das Buch an sich gerne gelesen. Die kurzen Kapitel waren dabei definitiv ein großer Pluspunkt für mich, da ich trotz meiner Leseflaute problemlos bis zum Ende gekommen bin und nicht darüber nachgedacht habe, die Geschichte abzubrechen.

Dafür gibt es dreieinhalb Bücherstapel von mir.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.06.2024

Ein erster Ansatz zur bedürfnisorientierten Erziehung

Good Inside - Das Gute sehen
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Meine Meinung
Am Stichwort bedürfnisorientierte Erziehung scheiden sich ja bekannterweise so ein wenig die Geister, das Prinzip find ich aber trotzdem (oder vielleicht auch gerade deswegen) spannend genug, ...

Meine Meinung
Am Stichwort bedürfnisorientierte Erziehung scheiden sich ja bekannterweise so ein wenig die Geister, das Prinzip find ich aber trotzdem (oder vielleicht auch gerade deswegen) spannend genug, um mehr darüber erfahren zu wollen.

Die Struktur des Buches fand ich zunächst einmal sehr übersichtlich gestaltet, man findet sich leicht zurecht und die Grundprinzipien des Konzepts werden ebenfalls recht schnell deutlich. Besonders gut hat mir dabei der Ansatz gefallen, dass in jedem Menschen etwas Gutes steckt – diese Botschaft ist definitiv auch abseits des Elternseins oder Elternwerdes sehr wertvoll.

Schwierig fand ich dann allerdings die Art und Weise, in der die Autorin nicht nur über Kindern und ihre Verhaltensweisen, sondern auch zu den Lesern bzw. Eltern spricht. Ihren Status als Expertin möchte ich ihr dabei auf keinen Fall absprechen, aber der sehr belehrende Tonfall, der teilweise wenig empathisch und vor allem sehr distanziert gewirkt hat, konnte mich nicht immer abholen.


Fazit
Für (werdende) Eltern mit wenig Erfahrung in Punkto bedürfnisorientierte Erziehung sind die Ansätze in diesem Buch auf jeden Fall hilfreich, auch wenn der wissenschaftliche Unterton nicht gerade besonders viel Empathie transportiert. Mit der Umsetzung bin ich daher mehr oder weniger zufrieden, auch wenn es sicherlich etwas verständlichere Bücher zu diesem Thema gibt.

Dafür gibt es dreieinhalb Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 06.05.2024

Ein etwas unbefriedigendes Ende

Virus Omega 3: Kollision der Welten
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Worum geht’s?
Obwohl Andrew mittlerweile das Vertrauen der Widerstandsgruppe gewonnen zu haben scheint, muss er die Rettung seiner Familie im Geheimen vorbereiten. Als Neal ihn und Kim auf eine Kamikazemission ...

Worum geht’s?
Obwohl Andrew mittlerweile das Vertrauen der Widerstandsgruppe gewonnen zu haben scheint, muss er die Rettung seiner Familie im Geheimen vorbereiten. Als Neal ihn und Kim auf eine Kamikazemission schicken will, stößt Andrew auf dessen dunkelstes Geheimnis – und muss sich nicht nur für seine Familie, sondern auch für die Rettung der gesamten Bevölkerung einsetzen.


Meine Meinung
Bei dieser Reihe bin ich schon aufgrund des Spannungsbogens unglaublich froh darüber, dass ich alle drei Bände hintereinander weg lesen konnte und keine Wartezeit nach den fiesen Cliffhangern überbrücken musste. Ganz zufriedengestellt hat mich die Auflösung dann aber leider nicht, was mich durchaus ein wenig enttäuscht hat.

Was ich zunächst unglaublich schade fand, war der Spoiler im Klappentext. Die Wendung an sich kam zwar überraschend, dass einer der größten Spannungsmomente in dieser Geschichte aber so platt vorweg genommen wurde, war definitiv keine Glanzleistung.

Im Vergleich war Band drei definitiv der actionreichste der gesamten Reihe, was mein Interesse an der Geschichte trotz der ein oder anderen Enttäuschung immerhin bis zum Schluss hoch gehalten hat. Dass die Autorin der immer wieder auftauchenden Zeitungsartikel in diesem Teil der Reihe endlich einen persönlichen Auftritt hinlegen durfte, stand zwar ein wenig im Kontrast zu der ganzen Action, in die ruhigere Version der kleinen Gemeinschaft um Protagonist Andrew hat sie aber eigentlich ziemlich gut gepasst.

Nicht ganz so klasse fand ich dann allerdings, dass das hohe Erzähltempo das Ende recht hektisch und überstürzt auf mich hat wirken lassen, was meiner Meinung nach einfach nicht so wirklich zusammengepasst hat. In meinen Augen ist dadurch leider auch eine Menge Potenzial bei den Figuren und ihren durch das Genre ohnehin schon begrenzten Möglichkeiten zur Charakterentwicklung verschenkt worden, was ich sehr schade fand.


Fazit
Auch wenn diese Reihe definitiv mitreißend gestaltet wurde und ich bis zum Schluss wissen wollte, was wohl noch so alles passiert, haben mich die Hektik im letzten Teil dieser Geschichte und das eher offene Ende nicht wirklich begeistern können. Ich persönlich bleibe einfach nicht gerne mit so vielen Fragen zurück, auch wenn ich mich beim Lesen definitiv in keinem Moment gelangweilt habe.

Dafür gibt es dreieinhalb Bücherstapel von mir.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2024

Paradies und Hölle liegen dicht beieinander

Die dunkle Spur
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Worum geht’s?
Als ihre Schwester Holly nach dem Tod ihrer Mutter eine Auszeit auf Martha's Vineyard nehmen will, ist Claire alles andere als begeistert. Holly tritt ihren neuen Sommerjob trotzdem an und ...

Worum geht’s?
Als ihre Schwester Holly nach dem Tod ihrer Mutter eine Auszeit auf Martha's Vineyard nehmen will, ist Claire alles andere als begeistert. Holly tritt ihren neuen Sommerjob trotzdem an und könnte glücklicher nicht sein – bis sie plötzlich spurlos verschwindet. Von Schuldgefühlen geplagt reist Claire ihrer Schwester hinterher und setzt alles daran, ihr Verschwinden aufzuklären – wobei sie in einen Sumpf aus Privilegien und Reichtum stolpert, in dem die Reichen und Schönen von Martha's Vineyard ihre Geheimnisse verschwinden lassen.


Meine Meinung
Die Grundidee dieser Geschichte fand ich auf jeden Fall spannend, was vor allem daran lag, dass ich nur sehr selten Krimis lese, in denen die Charaktere keinen Bezug zum Sicherheitssektor haben, sondern einfach ganz normale Figuren sind.

Claire als Protagonistin fand ich daher sehr interessant gestaltet, da sie nicht nur eine ganze Menge an Problemen, Trauer und Schuldgefühlen mit sich herumschleppt, sondern auch menschlich irgendwie ziemlich kaputt auf mich gewirkt hat. Dadurch hatte ich einerseits wirklich Mitleid mit ihr, andererseits kam es mir stellenweise aber auch so vor, als sollte ihre Figur absichtlich ein wenig unsympathisch wirken, was ich nicht wirklich verstanden habe.

Der Spannungsbogen hatte in meinen Augen viel Potenzial, und da man als Leser trotz der Perspektivwechsel zwischen Claire und Holly nie einen besonders großen Wissensvorsprung hatte, konnte ich auch definitiv bis zum Schluss mit rätseln, welche der auftretenden Figuren als Mordverdächtiger in Frage kam. Die Spannung an sich habe ich dabei allerdings als eher unterschwellig wahrgenommen, weshalb ich mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher bin, ob ich die Bezeichnung Thriller für diese Geschichte tatsächlich passend finde.

Abgesehen davon hat mich der Handlungsbogen ein wenig zwiegespalten zurückgelassen, denn obwohl ich mich bis zum Schluss nicht mit Sicherheit auf einen Tatverdächtigen festlegen konnte, basierte die Auflösung für meinen Geschmack einfach auf zu vielen Zufällen, was die Konstruktion der Geschichte dann rückblickend irgendwie ein wenig geschwächt hat.


Fazit
Auch wenn ich persönlich nicht ganz glücklich mit dem Schlussteil dieses Buches war, hatte ich trotzdem ein spannendes Leseerlebnis, bei dem ich mich nicht gelangweilt habe. Bei der Konstruktion des Handlungsbogens hat die Autorin zwar meiner Meinung nach deutlich an Potenzial verschenkt, ihre Art zu erzählen finde ich aber trotz meiner Kritikpunkte wirklich lesenswert.

Dafür gibt es dreieinhalb Bücherstapel von mir.

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Veröffentlicht am 12.03.2024

Leider der schwächste Teil der Reihe

Bluttat
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Worum geht’s?
Als Sofia Kovic eine verdächtige Mordserie untersucht, ahnt sie noch nicht, welcher Gefahr sie sich dabei aussetzt. Da sie den Verdacht hegt, der Täter könnte in Beziehung zur Osloer Polizei ...

Worum geht’s?
Als Sofia Kovic eine verdächtige Mordserie untersucht, ahnt sie noch nicht, welcher Gefahr sie sich dabei aussetzt. Da sie den Verdacht hegt, der Täter könnte in Beziehung zur Osloer Polizei stehen, zieht sie lediglich Alexander Blix ins Vertrauen – und tritt damit eine Lawine los, die nicht nur ihr eigenes Leben völlig auf den Kopf stellt.


Meine Meinung
Obwohl ich die Reihe um Alexander Blix und Emma Ramm bisher wirklich klasse fand, hat mich dieser Teil leider ein wenig enttäuscht. Schreibstil und Lesefluss fand ich zwar immer noch wirklich gelungen, weshalb ich trotz meiner Kritikpunkte schon sehr gespannt auf die Fortsetzung der Reihe bin, der Handlungsbogen konnte mich diesmal aber leider nicht so ganz überzeugen.

Was mich zunächst einmal sehr gefreut hat, war die Tatsache, dass endlich auch einmal Sofia Kovic eine etwas größere Rolle in der Geschichte spielt. In Band eins hatte es auf mich so gewirkt, als sollte sie eigentlich eine nicht ganz unwichtige Figur darstellen, dieser Eindruck hatte sich dann aber irgendwie nicht so wirklich bestätigt. Meine Freude war allerdings nur von kurzer Dauer, da der Handlungsbogen schon recht früh eine ziemlich unterwartete Wendung genommen hat – und von da an ging es in meinen Augen leider eher abwärts mit der Geschichte.

Wie auch schon in den beiden letzten Bänden sind mir hier die ständigen Alleingänge der Figuren nicht so positiv aufgefallen, zumal diese hier nicht nur einmal zu einer ziemlichen Katastrophe geführt haben. Darüber hinaus finde ich es recht unglaubwürdig, dass dieses Verhalten kaum Konsequenzen nach sich zieht und wenn dem dann doch einmal so ist, diese Konsequenzen praktisch nicht durchgesetzt werden. Meiner Meinung nach wurde das besonders bei Blix deutlich, der zwar wirklich viel Pech in diesem Buch hatte, gleichzeitig aber auch sehr lange mit einer ganzen Menge fragwürdigen Verhaltens durchgekommen ist.

Schade fand ich auch, dass die Ermittlungen in diesem Fall irgendwie kaum handfeste Beweise zu Tage gefördert haben und man beim Lesen die Gedankengänge und Schlussfolgerungen nicht immer nachvollziehen konnte. So hatte ich leider häufiger das Gefühl, dass die Fortschritte in der Handlung fast schon beliebig waren und man am Ende mit einer Auflösung dastand, die zwar irgendwo folgerichtig, gleichzeitig aber auch kaum zufriedenstellend war.


Fazit
Auch wenn ich diesen Band nicht ganz so stark fand wie die beiden Vorgänger, gefällt mir die Reihe immer noch unglaublich gut. Bisher kann ich mir noch nicht so richtig vorstellen, welche Richtung die Reihe von nun an einschlagen wird, gespannt auf die Fortsetzung bin ich aber trotzdem.

Dafür gibt es dreieinhalb Bücherstapel von mir.

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