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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.10.2017

Fruchtig, frisch und führerscheinschonend!

Mocktails
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Ein Cocktail muss nicht unbedingt „ballern“, er muss nur lecker sein. Und hier findet man 30 tolle Vorschläge für alkoholfreie Cocktails, die teils sehr überraschend sind. Sogar einen alkoholfreien Irish ...

Ein Cocktail muss nicht unbedingt „ballern“, er muss nur lecker sein. Und hier findet man 30 tolle Vorschläge für alkoholfreie Cocktails, die teils sehr überraschend sind. Sogar einen alkoholfreien Irish Coffee gibt es und – für mich der Hit – eisgekühlten Glühwein!

Aufgebaut sind alle Rezepte super übersichtlich. Links sind die Zutaten gelistet, rechts findet man die Arbeitsschritte auf der linken Seite. Die rechte Seite ist für das entsprechende Foto reserviert. Die Anleitungen sind knapp, aber präzise und verständlich. Die Schwierigkeitsgrade sind anhand von gezeichneten Cocktailgläsern angegeben, der Kostenfaktor anhand der Anzahl der €-Zeichen.

Verwendet werden viele Zutaten, die man sicher nicht ständig daheim hat. Es ist also ratsam, sich vor Beginn einzulesen und eine Liste zu erstellen, was man kaufen muss. Hier hätte ich mir eine Zutatenliste am Ende des Buches gewünscht, in der alle erwähnten Zutaten aufgeführt sind. Doch das ist meckern auf hohem Niveau und rechtfertigt keinen Sterneabzug.

Die Rezepte bieten für jeden Geschmack etwas und da kein Alkohol verwendet wird, ist auch kein Führerschein in Gefahr. Dennoch sind die Cocktails ein Highlight und sorgen für gute Laune. Der nächste Mädelsabend kann kommen! Von mir gibt es fünf Sterne!

Veröffentlicht am 09.10.2017

Stalking

Nur 15 Sekunden
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Darcy Mayhew und ihr Sohn Ben versuchen nach dem tragischen Unfalltod von Darcys Mann (und Bens Vater) in New York City, ein neues Leben zu beginnen. Ihre Stelle bei der „Times“ gefällt ihr und sie freut ...

Darcy Mayhew und ihr Sohn Ben versuchen nach dem tragischen Unfalltod von Darcys Mann (und Bens Vater) in New York City, ein neues Leben zu beginnen. Ihre Stelle bei der „Times“ gefällt ihr und sie freut sich, als sie brisante Informationen zugespielt bekommt. Auch das Interesse des Lehrers ihres Sohnes an ihr tut ihr gut. Doch dann entwickelt sich ein junger Kollege aus der Poststelle immer mehr zum Stalker und Darcy wird mit den Tücken von Recht und Gesetz konfrontiert. Wie weit wird Joe Coffin gehen?

Dies ist mein erstes (Hör-)Buch von Kate Pepper und ich muss sagen: da hab ich wohl etwas verpasst! Der Stil dieser Autorin gefällt mir außerordentlich gut. Sie benötigt keine detaillierten Beschreibungen blutiger Szenen, um den Leser zu fesseln. Das Subtile beherrscht sie sagenhaft gut. Das mag ich sehr, denn für mich ist der Thrill einer Sache immer dann am größten, wenn meine Phantasie eigene Bilder entwickeln kann. Der Feind vor Augen ist nur halb so erschreckend, wie die Vermutung, dass er hinter der nächsten Ecke lauern könnte.

„Nur 15 Sekunden“ beschreibt sehr eindrücklich, wie wenig eine Frau dagegen tun kann, Opfer eines Stalkers zu werden und wie wenig Handhabe sie – gerade auch in den Staaten – gegen ihn hat, wenn er ihr noch keine körperliche Gewalt angetan und noch dazu auf frischer Tat ertappt wurde. Darcy, die wie jede liebende Mutter, versucht, ihren Sohn komplett aus der Sache herauszuhalten, stößt immer wieder auf Frauenfeindlichkeit. Dass sie sich in Bens Lehrer verliebt, macht die Sache nur noch schlimmer.

Alle Charaktere sind sehr schön gezeichnet. Sympathien und Antipathien sind klar aufgeteilt, dennoch sind die Figuren nicht plump. Bei mir kam sehr gut an, wie sich Darcy fühlt und warum sie wann wie handelt. Die Wendung kurz vor Ende hat mir die Beine weggezogen, auch wenn das finale Ende relativ vorhersehbar (durch die Logik im Aufbau der Story) war. Das ist keine Kritik, das meine ich nicht negativ. Manche Dinge sind nun mal absehbar, wenn sie sinnvoll und logisch aufgebaut worden sind. Ein anderes Ende wäre sehr unglaubwürdig gewesen.

Franziska Pigullas Stimme mag ich sowieso sehr gern. Kein Wunder also, dass ich kaum aufhören konnte beim Hören dieses Hörbuchs: Story und Sprecherin sind einfach perfekt aufeinander abgestimmt! Schade, dass ich so spät auf Kate Pepper aufmerksam geworden bin. Die Hörbücher sind teils nicht mehr zu bekommen. Dieses hier ist jedenfalls ein Highlight meines Hörbuchjahres geworden! Fünf Sterne von mir für 403 spannende und ergreifende Minuten!

Veröffentlicht am 09.10.2017

Frau Merkel, die Kirche und das FSM

Teufelskatz
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Der Tod eines ehemaligen Priesters wirft Fragen auf, denn die Todesart ist extrem ausgefallen. Von jetzt auf gleich befindet sich Steinböck mit Frau Merkel und seinem Team in kirchlichen Vertuschungen, ...

Der Tod eines ehemaligen Priesters wirft Fragen auf, denn die Todesart ist extrem ausgefallen. Von jetzt auf gleich befindet sich Steinböck mit Frau Merkel und seinem Team in kirchlichen Vertuschungen, entsetzlichen Vorfällen und vor einem Berg Fragen. Frau Merkel ist sichtlich fasziniert von den Pastafari und steckt Steinböck damit an. Dass dieser damit direkt einen Termin beim Polizeipsychologen gewinnt, vereinfacht die Ermittlungen nicht gerade. Doch Ilona und Emil lassen ihren Chef nicht hängen …

Der zweite Fall für Kommissar Steinböck und sein Team, den rollstuhlfahrenden „stark pigmentierten“ Emil Mayer Junior und der inzwischen etwas weniger komplexbeladenen Ilona Hasleitner ist ebenso urkomisch, wie auch tragisch. Lustig ist Kindesmissbrauch nicht, dennoch versteht es Kaspar Panizza meisterlich, den Ermittlungen durch unsere Helden und die außergewöhnliche Katze und den damit verbundenen Begebenheiten eine wunderbare Portion Humor zu verpassen. Gerade durch diese Mischung wird die Story besonders real. Auch im wahren Leben bleibt die Welt nicht stehen, ganz gleich, wie übel ein Verbrechen ist. Kein einziger Witz oder Gag geht auf Kosten eines missbrauchten Kindes, deshalb passt das alles bestens. Zudem macht es das schlimme Thema erträglicher – sonst hätte ich mehrfach abbrechen müssen! Die Aufarbeitung des Themas, den Leser darauf aufmerksam zu machen, ist in meinen Augen sehr gut gelungen.

Die Figuren sind den Lesern von „Saukatz“ weitgehend bekannt. Sehr schön ist, dass sie sich weiterentwickeln. Nicht zu krass, aber deutlich erkennbar. Dennoch bleiben sie sich selbst treu. Das gefällt mir sehr. Der Autor hat es ebenfalls geschafft, sich nicht selbst zu kopieren und keine alten Witze neu aufzuwärmen. Unsere vier Helden stolpern in immer neue Situationen und reagieren – sogar die Katze – super menschlich. Auch außergewöhnliche Momente sind realistisch und glaubwürdig.

Die Passagen mit bayerischem Dialekt sind so gestaltet, dass auch Nicht-Bayer verstehen, um was es geht. Der Leser muss sich anfangs jedoch sehr anstrengen, um nicht den Überblick über die vielen Personen zu verlieren. Durch einen zweiten Handlungsstrang kommt noch die Schwierigkeit hinzu, herauszufinden, was und ob überhaupt wie zusammenhängt. Doch auch das ist in meinen Augen einfach nur „wie im echten Leben“.

Ich mag Krimis, ich mag humorvolle Bücher (wenn das Niveau stimmt) und ich sammle Katzenbücher (Bücher, in denen Katzen in irgendeiner Weise eine wichtige Rolle spielen) – hier habe ich alles drei in einem, ein echtes Überraschungsei quasi. Die Wendungen und überraschenden Zufälle sind weniger lebensnah, aber dennoch passend. Mich hat „Teufelskatz“ ebenso gut unterhalten, wie „Saukatz“ und ich hoffe, dass noch viele weitere Bände folgen werden. Ich bin jedenfalls mit den beiden Büchern Fan von Kaspar Panizza geworden! Fünf Sterne.

Veröffentlicht am 05.10.2017

Das kleine Stückchen Zaubergarten mitten in Berlin

Herrn Haiduks Laden der Wünsche
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★★★★★ (ړײ)¸¸.•´¯`»Herr Haiduk kam vor vielen Jahren der Liebe wegen nach Berlin. Nach einigen verschiedenen Versuchen und Rückschlägen kam er zu seinem kleinen Laden, in dem er neben Zeitschriften und ...

★★★★★ (ړײ)¸¸.•´¯`»Herr Haiduk kam vor vielen Jahren der Liebe wegen nach Berlin. Nach einigen verschiedenen Versuchen und Rückschlägen kam er zu seinem kleinen Laden, in dem er neben Zeitschriften und Tabakwaren auch Lottoscheine verkauft. Sein Leben verläuft ruhig und friedlich, bis eines Tages seine ganz besondere und immer schweigende Kundin eine verlorene Quittung findet, die 13 Millionen Euro wert ist. Sie will unbedingt den rechtmäßigen Besitzer ausfindig machen …

Herr Haiduk erzählt seine Geschichte von Alma und der Lottoquittung gemeinsam mit seinem Gehilfen Adamo einem ehemaligen Kunden. Dieser hat vor Jahren ein Buch geschrieben und Herr Haiduk lässt sich nicht davon abbringen, dass Paul noch immer Schriftsteller ist, auch wenn er seither kein einziges Wort mehr veröffentlicht hat. In seinen Augen ist die Story genau das, was Paul braucht.

Paul, der lange nicht mehr in der Gegend war, lässt sich von Herrn Haiduks Erzählung in seinem idyllischen, wie verzaubert wirkenden Hinterhof, der an einen alten, geheimnisvollen Friedhof grenzt, verzaubern. Er erfährt so einiges über die jetzigen Bewohner des Viertels, über die Menschen allgemein und über die Gier und welche Blüten die Phantasie treiben kann, wenn es um viel Geld geht. Der Leser bekommt einen Spiegel vorgehalten und auch gezeigt, dass alles immer mindestens zwei Seiten hat. Die einzelnen Figuren sind wunderschön gezeichnet und werden mit nur wenigen Worten sehr anschaulich beschrieben. Man muss sich ein wenig auf Neues und eine ganz besondere Magie einlassen, dann entführt Florian Beckerhoff den Leser in sein Stückchen Berlin. Mich erinnert der Aufbau und das Ende an ein anderes Buch von diesem Autor: „Karl-Conrads heimliches Afrika“. Schon das hat mir sehr gut gefallen – Herr Haiduk hat mich verzaubert.

In diesem Buch steckt so enorm viel Liebe, dass mir das Herz überläuft. Dafür gebe ich fünf blitzblank polierte Sterne!

Veröffentlicht am 01.10.2017

Kunst in den Städten

Lonely Planet Bildband Street Art
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Es gibt Graffiti und es gibt Graffiti – das eine ist Geschmiere, das andere Kunst. Überall kann man tolle kleine oder große Kunstwerke sehen. Leider stellen noch immer sehr wenige Firmen und Gebäudeinhaber ...

Es gibt Graffiti und es gibt Graffiti – das eine ist Geschmiere, das andere Kunst. Überall kann man tolle kleine oder große Kunstwerke sehen. Leider stellen noch immer sehr wenige Firmen und Gebäudeinhaber ihre Wände für diese Kunst zur Verfügung. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass in einigen Jahren mehr Flächen unsere Augen mit toller Kunst erfreuen werden.

Lonely Planet hat in diesem Buch eindrucksvolle Beispiele zusammengestellt. Weltweit ist diese Kunst vertreten und anzufinden. Manche der Kunstwerke sprechen den Betrachter sofort an, andere wären ein wenig erklärungsbedürftig. Diese Erklärungen finden sich im Buch leider nicht, dafür aber eine Menge Infos über die Künstler, Locations und Festivals.

Nach der Lektüre geht man ganz anders durch die Städte – ganz gleich, ob in der Heimat oder im Urlaub! Man achtet viel mehr auf diese Wandbilder und sucht sie schon automatisch. Ich jedenfalls freue mich jetzt mehr an den tollen Graffitis und hoffe, dass die Schmier-Varianten nach und nach weniger werden und die Verursacher mal richtig schöne Bilder kreieren.

Die Fotos sind wunderbar und die Interviews mit einigen der Künstler sehr informativ und interessant. Mir gefällt „STREET ART“ sehr gut. Vor jeder Reise einmal nachgesehen, welche Plätze es im Urlaubsland gibt, die man auf der Suche nach tollen Bildern unbedingt aufsuchen sollte – schon hat man ein weiteres tolles Tagesprogramm.

Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen – das hätte ich so gar nicht erwartet! Super informativ, super schöne Abbildungen! Macht bei mir dann auch fünf Sterne.