Bereicherndes Jugendbuch
Wie Wellen im SturmPassend zum Pride Month ist mit „Wie Wellen im Sturm“ ein wirklich tolles Jugendbuch zum Thema Queernis, sich selber finden und vielem mehr. Mir hat es generell wirklich sehr gut gefallen und kann es vor ...
Passend zum Pride Month ist mit „Wie Wellen im Sturm“ ein wirklich tolles Jugendbuch zum Thema Queernis, sich selber finden und vielem mehr. Mir hat es generell wirklich sehr gut gefallen und kann es vor allem jungen Menschen wirklich sehr ans Herz legen. Dieses Buch hilft sowohl beim Thema Repräsentationen in Büchern als auch bei der Aufklärung, weil viele Themen eben noch weiter Aufmerksamkeit brauchen. Ich freue mich sehr über diese steigende Diversität in der Buch Welt. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung! :)
Generell finde ich, dass Alicia Zett einen richtig tollen Schreibstil hat, der sehr flüssig ist und viel Spaß macht. Dabei gelingt es ihr meiner Meinung nach besonders gut, Orte und Situationen zu beschreiben. Ich habe sowohl den Hof von Louises Großeltern als auch das Meer beim Internat und viele andere Orte sehr bildlich vor Augen. Das finde ich immer superschön und angenehm! Ich freue mich alleine deshalb schon auf die Folgebände dieser Reihe.
Kommen wir zu unserer Protagonistin Louise. Ich habe es sehr genossen die Geschichte vor allem aus ihrer Sicht zu erleben. Ich finde sie sehr authentisch und menschlich. Sie ist keine schwammige Protagonistin, aus der man nicht schlau wird, sondern wirkt wie ein echter Mensch. Sie ist sensibel, hat verschiedene Leidenschaften und Hobbys. Das ist mir besonders positiv aufgefallen. Die Kombi aus ihren Hobbys (Schreiben und Fußball) finde ich cool. Auf den ersten Blick wirken die Hobbys sehr unterschiedlich, aber so sind Menschen ja nun mal auch und mir gefällt es sehr, dass Louise eben vielfältig ist. In diesem Buch können wir immer wieder Ausschnitte aus Louises selbst geschriebener Geschichte lesen, was mir anfangs sehr viel Spaß gemacht hat, Richtung Ende allerdings ein wenig zu viel wurde. Ich denke, dass ist aber eher eine persönliche Präferenz, ob man sowas mag oder nicht.
Fußball
Ich habe zu Anfang gedacht, dass Fußball eine deutlich größere Rolle spielen wird, als es letztendlich der Fall war. Wie ich das bewerte, bin ich mir nicht so richtig sicher. Einerseits bin ich persönlich kein großer Fußball Fan und habe mir ohnehin dieses Buch nicht deshalb ausgesucht, aber ein wenig mehr Fußball hätte ich trotzdem nicht schlecht gefunden. Wenn man das Buch aber vor allem aus dem Fußball Aspekt lesen möchte, besteht die Gefahr enttäuscht zu werden. Deshalb möchte ich darauf hinweisen.
Die Geschichte und der Plot haben mir generell gut gefallen, es passiert relativ viel, ist unterhaltsam. Die Geschichte schreitet generell recht schnell voran, was mir gut gefallen hat. Der Plot ist auch ganz nett gewesen, erfindet das Rad aber auch nicht neu. Das erwarte ich in einem Jugendroman aber auch nicht. Von daher habe ich an dieser Stelle wenig auszusetzen. Lediglich der Fokus hat mir nicht vollständig gefallen. Ich persönliche hätte mir bzgl. Mika und Lou andere Schwerpunkte gewünscht (ich führe dies aus Spoiler Gründen nicht weiter aus, aber ich hätte mir diese Geschichte ein wenig anders gewünscht). Zudem finde ich, dass relativ wenig Internatsleben dargestellt wird. Die Geschichte leidet zwar nicht darunter, aber ich hätte mir da einfach mehr gewünscht, denn ich hatte zu Anfang die Erwartung, dass das Internat eine sehr zentrale Rolle spielt. Das war letztlich einfach anders als erwartet. Ich hätte mich da einfach noch mehr für die einzelnen Fächer und Abläufe interessiert! :)
Nach den vielen positiven Worten möchte ich auch noch ein wenig Kritik loswerden, weshalb es letztlich doch kein 5 Sterne Buch für mich geworden ist. Denn es kommt häufiger zu leichteren und teilweise auch schwereren Logikfehlern. Diese fallen bei genauem Lesen auf, wer nicht alles hinterfragt, merkt es vielleicht nicht, aber es kommt an mehreren Stellen zu eindeutigen Logikfehlern. Ich will diese nicht weiter ausführen, weil dies spoilern würde, aber erwähnen will ich es trotzdem. Es ist einfach schade, weil sowas wirklich vermeidbar wäre.
Mein Fazit fällt dennoch sehr positiv aus. „Wie Wellen im Sturm“ ist ein tolles Jugendbuch und wird sicherlich den allermeisten viel Spaß machen beim Lesen! Daher dennoch absolute Empfehlung vor allem für Jüngere :)